Miami Heat
Miami Heat: Auf der Suche
Nach einem unerwartet holprigen Saisonstart hat in Miami die große Fehlersuche begonnen. Was läuft falsch? Wie geht es weiter? Ist Erik Spoelstra der richtige Headcoach?
Von Conrad Ziesch |
21.11.2010 | |
Zwanzig Spiele, so hatte der junge Coach vor der Saison angekündigt, könnte es dauern, bevor seine Miami Heat so richtig ins Rollen kommen. Zwanzig Spiele ohnehin wenig, um aus einem neu zusammen gewürfelten Haufen eine Einheit zu formen. Doch niemand, schon gar nicht die Fans in Florida, wollten auch nur eine NBA-Minute warten, LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh von Sieg zu Sieg eilen zu sehen. Die Big Three würden 73 Siege einfahren, orakelte Jeff Van Gundy. Die Erwartungen ließen sich vor dem ersten Saisonspiel gegen die Boston Celtics in ein Wort zusammenfassen: Dominanz.
Eine Schonfrist gab es nicht, weder für Spieler, noch für Spoelstra. Drei Wochen und zwölf Spiele nach dem ersten Tip-Off wird bereits über seinen Abgang spekuliert. Nach vier Niederlagen in den ersten Begegnungen votierten mehr als 4.000 User auf der Seite www.firespo.com für eine Entlassung des 40-Jährigen. Angeblich steht Miamis Spiritus Rector Pat Riley längst hinter den Kulissen bereit, wie er es schon 2006 tat, als er Stan Van Gundy ablöste und Miami zur ersten Meisterschaft der Franchise-Geschichte führte.
Titel, Titel, Titel
So lautet das erklärte Ziel von Riley und Heat-Besitzer Micky Arison. Um James, Wade und Bosh formierten sie Veteranen wie Juwan Howard, Jerry Stackhouse und Eddie House. Doch die Chemie im Team scheint einfach noch nicht zu stimmen. Auf der Centerposition hat sich bislang kein konstanter Stammspieler heraus kristallisiert. Nachdem Joel Anthony in den letzten Begegnungen schwächelte, steht nun Zydrunas Ilgauskas in der ersten Fünf. Dem Heat-Frontcourt fehlt es gegen stämmige Gegner wie Paul Millsap von den Jazz oder den O'Neals von den Celtics an Durchschlagskraft. In den Medien und Fanforen bekam besonders Chris Bosh sein Fett weg und wurde als zu soft abgestempelt.
Ein Problem: Bosh, Wade und James müssen eine andere Rolle einnehmen als sie es bislang gewohnt waren. So wird CB4 unter dem Korb kaum mit Bällen gefüttert, was sich einerseits in weniger Ballverlusten (0,64 TpG), andererseits aber auch in deutlich weniger Wurfversuchen (11,5 pro Spiel) widerspiegelt. Hinzu kommt die noch mangelnde Abstimmung zwischen LeBron James und Dwyane Wade, die zusammen genommen mehr als sieben Ballverluste pro Begegnung produzieren. James Wurfquote ist mit 45 Prozent zudem so niedrig wie seit seiner Rookie-Saison nicht mehr.
Fehlendes Feintuning
Dabei müssten sich für alle drei Stars durch ihr Zusammenspiel eigentlich Freiräume eröffnen, um zu einfachen Punkten zu kommen. Mit James Jones, Eddie House und dem momentan noch verletzten Mike Miller stehen ihnen solide Dreierschützen zur Seite. Lässt Erik Spoelstra also das falsche System spielen? Als Ziehsohn von Pat Riley ist er für seine Defense First-Mentalität bekannt. Der Sieg über die Phoenix Suns (123:96) zeigte jedoch jüngst, dass einmal von der Leine gelassen, seine Schützlinge kaum zu stoppen sind. Ein kompletter Systemwechsel ist von Coach Spo allerdings nicht zu erwarten. Dafür fehlt ihm ein adäquater Aufbauspieler wie es Steve Nash wäre, den sich viele Fans bald in einem Heat-Jersey wünschen.
Für Panikmache ist es noch zu früh. Nach den ersten Spielen hat sich lediglich gezeigt, dass auch die Heat anno 2010 Zeit brauchen, um warm zu werden. Die Rotation von Spoelstra hat sich bislang noch nicht gefunden. Besonders auf der Point Guard- und der Centerposition sollten die Verantwortlichen noch nachbessern, wollen sie Titel Nummer eins bereits in Saison Nummer eins feiern.






von KingCrunch 21.11.10 um 11:57:20
Ich persönlich habe Angst vor Heat, bei denen es teilweise (in den ersten Wochen vor allem) extrem mies lief, und die dennoch JEDES Spiel gewinnen konnten, auch gegen die Celtics.
Was soll da erst kommen, wenn es halbwegs rund läuft?
von oliver95 22.11.10 um 10:25:19
Das mag ich an der Salary Cap - auch die Heat können nicht alles haben... für die Top3 haben sie im Kader echte Issues auf der Eins und der Fünf... Bosh mochte ich (überschätzt/überbezahlt) eh nie so richtig. Natürlich werden sie besser zusammenwachsen in den kommenden Spielen, aber ich glaube nicht das der Titel drin ist, auch wenn haufenweise (ringgeile) Oldies dafür bei den Heat (für kleine Dollars) angeheuert haben... GO BULLS! :-)
von Raquel 22.11.10 um 12:34:26
Ich denke auch man muss den Heat noch Zeit geben. Hierzu finde ich auch Wade´s Kommentar geil, der hat´s auf den Punkt gebracht. Die werden noch ihre Championships holen, wenn selbst die Oldie-Truppe um Allen, Garnett und Pierce es schaff(t)en.
Einziges Problem hierbei: Rondooooooooooooooo
Miami hat meiner Meinung nach keinen jungen talentierten Spieler, der auf einmal der Star in einem "star-studded team" wird. Oder doch? Was ist mit Chalmer...?
Da hat Boston den Heat einiges vorraus. Und von den Lakers brauchen wir erst gar nicht zu sprechen.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
von nicoquanz 23.11.10 um 15:20:28
die heat werden dieses jahr keinen titel holen und auch nich mal die finals erreichen boston ist viel stärker als die heat und selbst falls der unrealistische fall eintreten sollte das die heat in die finals kommen sind die lakers nicht schlagbar....auch ein zweitrunden aus gegen die hawks oder die magic halte ich nicht für ausgeschlossen da sie unter dem korb viel stärker sind und außen nicht soviel schlechter wie sie unter dem korb stärker sind
von Cabalios 24.11.10 um 00:43:24
guter blogeintag!
von el_turco_1987 24.11.10 um 15:08:58
netter blogeintrag...also angst vor den heat muss man keinesfalls haben auch nicht wenn die crunchtime beginnt...heat mangelt es an der tiefe im kader....man sollte eher vor den celtics angst haben, die celtics werden sich im laufe der saison ihre auszeit noch nehmen um dann wie immer bei den playoffs da zu sein...letztes jahr wurde nur aufgrund der verletzung von perkins verloren und weil kein ersatz da war...jetzt sind die beiden o'neals da die zumindest gemeinsam unterm korb aufräumen können..robinson und west als guards in der hinterhand und glen davis als PF....da können die heat in dieser besetzung nicht mithalten..
von Durant44 24.11.10 um 17:43:09
Ich sehe das große Problem in der Teamchemie.
Wade und James sind zwei Franchiseplayer, bisher war es Wades Team, aber wenn man die ersten Spiele so sieht, will James es zu seinem Team machen. Er bringt den Ball vor und verteilt deutlich mehr Assists als Wade. Wade muss sich mit diesem Gedanken anfreunden und sich da unterordnen, ansonsten wird einer von den beiden vorzeitig gehen wollen.
Bosh wirkt bei dem Team noch wie ein Fremdkörper, bekommt zu wenige Pässe und ist unter dem Korb auf sich allein gestellt.
Das zweite große Problem sehe ich auch darin, dass es keinen Vernünftigen Point Guard und Center im Team gibt.
Ob Erika Dampier da die richtige Lösung ist, bezweifel ich.
Meine Tipp: Dieses Jahr wird es nichts mit den Finals werden und nächstes Jahr nur dann wenn ein guter Point Guard und Center gefunden wird und sich James und Wade darauf einigen können wer der Chef ist.