Kevin Durant
Zwischen 6 und 35
Kevin Durants Leistungen wechseln wie Tag und Nacht. Vom Genie zum Wahnsinn und wieder zurück. In unserer zweiten Ausgabe beschäftigen wir uns wieder ausführlich mit den Leistungen des Rookies.
Von Peter Bieg |
18.12.2007 | |

Nachdem der erfolgsverwöhnte Kevin Durant erwartungsgemäß seinen ersten Titel einheimsen konnte ? er wurde zum Rookie des Monats November der Western Conference gewählt ?, beschäftigt sich die zweite Ausgabe unseres Rookie Watches dieses Mal mit den kuriosesten, besten, durchschnittlichen und auch schlechtesten Spielen des Forwards seit dem 11. November 2007, als wir das erste Mal exklusiv über Durant berichteten. Nach wie vor gilt: Viel Schatten und viel Licht. Durants Leistungen schwanken immer noch wie ein volltrunkener Hausierer gen Mitternacht. Doch was den Teamerfolg angeht, haben sich die Seattle Supersonics bereits deutlich verbessert ? wenn auch auf nicht allzu hohem Niveau. So standen bis zum 11. November in sechs Spielen ausschließlich Niederlagen zu Buche. Seitdem mussten die Sonics bereits weitere zwölf Spiele abgeben, konnten immerhin aber auch schon sieben Partien für sich entscheiden. Nach gut einem Viertel der Saison stehen die ?Grünen? des Westens nun mit einer Bilanz von sieben Siegen bei 18 Niederlagen da. Durants Anteil an Hochgefühlen und Trauerspielen werden wir nun genauer durchleuchten:
14.11.2007: ?Wie die Meisterschaft!?
Durant: 34 Minuten, 18 Punkte, 6/16 FG, fünf Rebounds, ein Assist, ein Steal, fünf Turnover
Gegen die Miami Heat gelang dem schlaksigen Hoffnungsträger mit seinen Sonics der erste Sieg der Saison. Auch das Comeback des bis dato verletzten Dwyane Wade auf Seiten der Heat konnte die Mannen aus Seattle nicht aufhalten. Bereits zur Halbzeit führte man mit 20 Punkten Differenz und konnte letztendlich einen verdienten 104:95-Erfolg feiern. Durant selbst gab nach der Partie zum Besten, dieser Sieg habe sich ?wie der Gewinn der Meisterschaft? angefühlt. Neben seiner soliden Leistung konnte sich Durant auch über die Unterstützung seiner Teamkollegen Chris Wilcox (20 Punkte, zehn Rebounds), Damien Wilkins (19 Punkte) und Delonte West (16 Punkte) freuen.
17.11.2007: Thriller in Atlanta
Durant: 45 Minuten, 21 Punkte, 8/18 FG, drei Rebounds, zwei Assists, drei Steals, drei Blocks, vier Turnvover
Nerven wie Drahtseile durfte der Liganeuling beim Auswärtserfolg nach doppelter Verlängerung in Atlanta beweisen: Nach einem Einwurf von Wally Sczczerbiak war es Durant, der das Spiel mit seinem einzigen erfolgreichen Dreier entscheiden konnte. Trotz einer ordentlichen Verteidungsleistung von Hawks-Rookie Al Horford versenkte Durant einen wahnwitzigen Fade-Away-Dreier in Schräglage und sicherte somit seinem Team den Sieg. ?Ich gewöhne mich so langsam daran, fast jede Nacht zu spielen und gewinne immer mehr an Selbsvertrauen?, so Durant nach seinem spielentscheidenden Wurf zum 126:123-Endstand für die Gastmannschaft. Der an diesem Abend kaum zu stoppende Damien Wilkins kam auf einen Karrierebestwert von 41 Punkten. Hawks-Guard Joe Johnson legte 39 Zähler auf. Insgesamt punkteten elf Spieler beider Teams zweistellig. In seinem zehnten NBA-Spiel konnte Durant eindrucksvoll unterstreichen, weshalb er von seiner Franchise und vielen Experten so hoch eingeschätzt wird: Mit einer tollen Einzelaktion und einem Quentchen Glück gelang es dem 19-Jährigen, das Spiel zu entscheiden.
30.11.2007: 35 Punkte vom Mann mit der Nummer 35
Durant: 40 Minunten, 35 Punkte, 12/20 FG, fünf Rebounds, zwei Assists, zwei Steals, drei Blocks, sieben Turnover
Mit 35 Punkten erreichte Kevin Durant beim 95:93-Sieg seiner Sonics gegen die Indiana Pacers einen neuen persönlichen Bestwert. 22 seiner 35 Zähler erzielte Durant in der zweiten Häfte und sicherte den Sonics damit den ersten Auswärtssieg. Kein anderes Team musste in der aktuellen Saison so lange auf einen Triumph auf des Gegeners Feld warten. Dabei machte der Schlaks vor allem in der spielentscheidenden Phase von sich reden. Durant erzielte wichtige Punkte, sicherte sich die Rebounds in Schlüsselszenen und blieb auch von der Freiwurflinie weitesgehend nervenstark. Entsprechend pflichtbewusst und mit einer gewissen Prise Unterstatement antwortete Durant nach der Begegnung auf die Fragen der Reporter. Während er mit Aussagen wie ?Der Coach hat mich aufgerufen und ich habe versucht, an die Linie zu gehen und die Würfe zu treffen? Ruhe und Gelassenheit zu demonstrieren versuchte, lobte ihn Pacers-Star Jermaine O?Neal sogleich in den Himmel und verglich Durant mit LeBron James, Kobe Bryant und Tracy McGrady.
2.12.2007: Totalabsturz beim Hallenbrand
Durant: 25 Minuten, sechs Punkte, 2/12 FG, drei Rebounds, kein Assist, ein Block, drei Turnover
Es war heiß und es brannte in der Key Arena, aber daran waren zunächst weder die heimischen Supersonics noch die gastierenden Golden State Warriors schuld: Nachdem eine Lampe der Anzeigetafel Feuer gefangen hatte, musste diese vom Hallendach herabgesenkt und von der örtlichen Feuerwehr zum Erlöschen gebracht werden. Erst mit 15-minütiger Verspätung konnte die Partie angepfiffen werden. Kevin Durant erzielte magere sechs Punkte, konnte keinen seiner ersten sechs Versuche aus dem Feld versenken und blieb komplett blass. Im vierten Viertel landete der Ball nach einem Dunking-Versuch Durants gar vor der Bank der Gastmannschaft. Der Rookie konnte nur zwei von 12 Würfen verwandeln.
7.12.2007: Rekord eingestellt
Durant: 39 Minunten, 35 Punkte, 9/20 FG, acht Rebounds, ein Assist, fünf Blocks, drei Turnover
Er hat es schon wieder getan. Trotz starker 41 Punkte von Bucks-Star Michael Redd konnten sich die Sonics in Milwaukee durchsetzen. Vor allem dank Durant, der mit 35 Punkten seinen Karrierebestwert einstellte. Während Redd auf sich allein gestellt punktete und punktete, konnte sich der Sonics-Rookie auf die tatkräftige Unterstützung von Chris Wilcox (14 Punkte, 13 Rebounds), Earl Watson (zwölf Punkte, neun Assists) und Nick Collison (zwölf Punkte, acht Rebounds) verlassen. Allesamt übernahmen sie in der Crunchtime Verantwortung und entlasteten den Youngster, der allerdings angesichts seiner Freiwurf- (15/16 FT) und seiner Feldwurfquote (9/20 FG) sehr nervenstark agierte. Doch neben der starken Punktausbeute und dem Sieg waren es vor allem die achte Rebounds und fünf Blocks des Liganeulings, die den Sonics das Grinsen in die Gesichter trieben. Dieses Spiel zeigt einmal mehr, wozu Durant in einigen Monaten konstant in der Lage sein könnte. Die Milwaukee Bucks mussten es am eigenen Leib erleben.
12.12.2007: Herzklopfen im Garden
Durant: 35 Minunten, 30 Punkte, 11/20 FG, fünf Rebounds, vier Assists, zwei Steals, drei Turnover
Kevin Durant hat den Madison Square Garden zum ersten Mal aus der Perspektive eines NBA-Spielers gesehen. Zwar hatte der Grünschnabel bereits College- und diverse Auswahlspiele in der berühmtesten Arena der Welt erlebt, konnte nach diesem Spiel allerdings erstmals mit einer gewonnenen NBA-Partie im Rücken in den Teambus steigen. Gegen die Lachnummer der Liga, die New York Knicks, gewannen die Sonics mit 117:110. Nach dem Spiel gab Durant zu Protokoll, dass ein Auftritt im Garden, ?der besten Arena der Welt?, schon etwas besonderes sei und sein Herz beim Einlaufen laut geschlagen habe. Neben Durant, der 30 Punkte bei einer starker Quote lieferte, überzeugte vor allem Mit-Rookie Jeff Green, der auf 17 Punkte und fünf Rebounds kam.
14.12.2007: Sieg im Spiel ?Not gegen Elend?
Durant: 35 Minuten, 13 Punkte, 4/17 FG, fünf Rebounds, kein Assist, zwei Steals, ein Block, acht Turnover
Im Aufeinandertreffen der Teams mit den bis dato schlechtesten Bilanzen der gesamten Western Conference besiegten die Supersonics die Minnesota Timberwolves mit 99:88. In einem Spiel auf niedrigem Niveau mit noch niedrigeren Wurfquoten passte sich der Super-Rookie dem Level anstandslos an und enttäuschte auf ganzer Linie: Ganze vier seiner 17 Versuche aus dem Feld fanden ihr Ziel, beschämende acht Ballverluste standen am Ende für den Freshman zu Buche. Einer erneut starken Leistung Durants war dieser Sieg nicht zu verdanken. Die noch schwächeren Minnesota Timberwolves und ein gut aufgelegter Veteran in Person Kurt Thomas? (18 Punkte, 9/12 FG, acht Rebounds) waren maßgeblich für den Sieg der Sonics verantwortlich.
15.12.2007: Abgetaucht?
Durant: 19 Minunten, sechs Punkte, 3/11 FG, drei Rebounds, ein Assist, zwei Steals, ein Block, kein Turnover
Alles anderes als gut lief es auch im Duell mit den Utah Jazz, die den Sonics - angetrieben vom bärenstarken Carlos Boozer - mit einem klaren 96:75-Sieg die Grenzen aufzeigten. Durant lieferte erneut eine miserable Leistung ab, stand nur knapp 20 Minuten auf dem Feld und machte vor allem die schwache Defense seiner Mannschaft für das Ergebnis verantwortlich. Bereits im zweiten Viertel wurde das Spiel entschieden: Utah gewann disen Spielabschnitt mit 31:13 und konnte die wichtigsten Spieler gegen Ende auf der Bank schonen.
Die beiden letztgenannten Spiele unterstreichen die größten Probleme bezüglich des Rohdiamanten klar und deutlich: Durant muss an seiner bisweilen gewissenlosen Wurfauswahl arbeiten und sollte auch versuchen, sich körperlich und spielerisch an das Spiel direkt unter den Körben anzupassen. In Phasen ohne Wurfglück und ?rhythmus hätte der Rookie im Post-Up eine echte Alternative, um zu leichten Körben oder zumindest an die Freiwurflinie zu kommen. Noch liegen aber gut drei Viertel der Saison vor uns und es wird spannend zu sehen sein, wie es weitergeht mit dem Hoffnungsträger, mit Kevin Durant von den Seattle Supersonics.






von student@work 18.12.07 um 17:06:07
Wiedermal netter Artikel vom Herrn Bieg!
Zum Thema Durant sollten nicht nur die reinen Statistiken sprechen sondern auch der jeweilige Gegenspieler angeschaut werden. Gegen "Laissez-faire" Defense á la New York & Milwaukee hat der Kerl aufgrund seiner Schnelligkeit und seines guten Schußes leichtes Spiel. Geht es jedoch gegen starke am-Mann-Verteidigung (Utah, Golden State), muss er seinem schmalen Körper Tribut zollen. Ich hab ein paar Spiele gesehen und es fällt auf, dass er schlecht Blöcke nutzt, um frei zu werden und sich eher auf seine Schnelligkeit beim ersten Schritt verlässt, um zu punkten. Ausserdem muss er sein Passspiel verbessern, viele Ballverluste resultieren aus schlampigen oder vorhersehbaren Pässen. Ich gehe auch davon aus, dass Herr Durant irgendwann gegen die Rookiewall läuft; er ist einfach noch nicht bereit für eine ganze NBA-Saison.
von Pete Air 18.12.07 um 22:26:09
Schlechte Quote und bei den erfolgen min immer 3 to und aufwärts. Hat meiner meinung nach auch den Vorteil das das spiel auf ihn eingerichtet wird und auch deshalb viele minuten und würfe kriegt.
von shooting-guard 19.12.07 um 21:51:03
Schließe mich den Meinungen an.
Es muss aber nicht zwangsläufig ein Vorteil sein, dass das Spiel auf Ihn zugerichtet ist.
Der dünne Kevin hat ne Menge zu tragen auf seinen schmalen Schultern.
Mit dem Druck muss er erstmal klar kommen.
Würd dem aber echt mal empfehlen bissel in den Kraftraum zu gehen. Das kann man sich ja kaum angucken :p
Trotzdem. Das wird mal ein ganz Großer.
von Pete Air 20.12.07 um 19:19:57
Ja klar aber er kriegt immerhin freiraum und darf werfen nach belieben. Wer viel wirft trifft auch den ein oder anderen so wie durant bei einer schlechten quote. Ich glaube auch kaum das irgendwer von ihm erwartet die sonics in die playoffs zu hiefen.
von The_MVP 21.12.07 um 17:06:13
naja das geht mit dem team auch nicht..aber all-star wird er oft in seiner karriere werden glaube ich, und das ein rookie schlechte spiele und schlechte quoten hat, grade wenn er sein team tragen soll/muss, finde ich ist völlig normal..
von KillerMiller 23.12.07 um 15:11:45
Jop so ist es!
Und wenn man ihn mit einem gewissen LeBron James vergleicht und dessen Rookie Saison anschaut, kann man sich schon auf seine Zukunft freuen(LeBron 20,9 Pkt, 5,5 Rebs, 5,9 Ass, bei einer Wurfquote von 41,7%, 29% von außen und 75,4% FW . Kevin 19,9 Pkt, 4,3 Rebs und 2,0 Ass, bei einer Wurfquote von 40,5, 32,1% von außen und 85,2 FW)
Also die vom LeBron sind schon besser(TO etwa gleich), aber ich denke daran sieht man soch sehr gut das Potential, auch wenn die 2 verscheidene Typen sind. Wen hatte LeBron damals zur Seite ich weiß es nicht mehr genau, aber ich denke es kann nicht viel schlechter als im Moment bei den Sonics gewesen sein(-:
von KillerMiller 23.12.07 um 19:57:04
Jop so ist es!
Und wenn man ihn mit einem gewissen LeBron James vergleicht und dessen Rookie Saison anschaut, kann man sich schon auf seine Zukunft freuen(LeBron 20,9 Pkt, 5,5 Rebs, 5,9 Ass, bei einer Wurfquote von 41,7%, 29% von außen und 75,4% FW . Kevin 19,9 Pkt, 4,3 Rebs und 2,0 Ass, bei einer Wurfquote von 40,5, 32,1% von außen und 85,2 FW)
Also die vom LeBron sind schon besser(TO etwa gleich), aber ich denke daran sieht man soch sehr gut das Potential, auch wenn die 2 verscheidene Typen sind. Wen hatte LeBron damals zur Seite ich weiß es nicht mehr genau, aber ich denke es kann nicht viel schlechter als im Moment bei den Sonics gewesen sein(-:
von Pete Air 25.12.07 um 10:23:29
D.h aber noch lange nicht das beide das gleiche Talent haben.