Greg Oden

Die Erlebnisse des jungen Greg O.

Endlich war es soweit: Mit Beginn der NBA-Saison feierte auch Greg Oden, der erste Pick im Draft 2007, sein Debüt in der besten Liga der Welt. In den ersten Wochen ging es für den Center auf und ab. Wir haben seine ersten Schritte verfolgt.

Von Peter Bieg
 03.12.2008 |



Der Schock

Greg Odens erstes Spiel in der NBA dauerte nicht besonders lange. Ohne einen Punkt erzielt zu haben, ging der Center bei der Auftaktpartie gegen die Los Angeles Lakers kurz vor der Halbzeit vom Feld, nachdem er sich seinen rechten Fuß bereits früh verdreht und dabei verletzt hatte. Während seiner ersten knapp 13 Minuten in der NBA nahm der Hoffnungsträger einer ganzen Franchise vier Feldwürfe, von denen er keinen einzigen traf, schnappte sich fünf Rebounds, blockte einen Wurf, leistete sich zwei Ballverluste und zwei Fouls.



Zwar war der oben angeführte Block gegen Lakers-Center Andrew Bynum definitiv sehenswert, drosch Oden dessen Versuch doch mit Autorität aus der Zone. Doch angesichts seines frühen Ausscheidens waren hunderte Fans und tausende virtuelle Manager schockiert vor den Bildschirmen zurückgeblieben. Sie hatten berechtigte Hoffnungen in Oden gesetzt, und nicht umsonst war der junge Center auch beim US-Managerspiel von Crossover und 5IVE der meistgewählte Spieler. Glücklicherweise konnte bei den anschließenden Röntgenaufnahmen schnell Entwarnung gegeben werden: Oden, der bereits die gesamte vergangene Saison nach einer komplizierten Knie-OP aussetzen musste, hatte sich ?nur? eine schwere Dehnung zugezogen.

Rückkehr mit Ausrufezeichen

Dennoch dauerte es bist zum 12. November, bis der Gigant wieder aufs NBA-Parkett durfte. Bei den Miami Heat erzielte der Center offiziell seinen ersten Korb in der NBA, mit welchem er auch direkt in den Top-Ten des Spieltages landete. Nach einem Fehlwurf seines Mannschaftskameraden Rudy Fernandez war der Koloss beim Rebound zur Stelle, stopfte das Leder energisch durch den Ring und sorgte bei den Zuschauern für Verzückung und Erleichterung angesichts seiner offensichtlich wiederhergestellten körperlichen Leistungsfähigkeit. Odens Highlight ist im folgenden Video nach etwa 20 Sekunden zu sehen.



Abgesehen davon blieb Oden allerdings aufgrund von Trainingsrückstand und mangelnder Frische recht blass, als er letztlich nur drei Punkte, kombiniert mit jeweils zwei Blocks, Ballverlusten, Rebounds und Fouls, auf seinem Konto hatte.

Double-Doubles und erste Karrierehöhepunkte

Was während Odens Zeit am College von Ohio State so normal war, wie seine krachenden Dunkings, hatte bei der 82:87-Niederlage der Blazers gegen New Orleans am 14. November Premiere: Greg Oden kam mit elf Punkten und elf Rebounds auf das erste Double-Double seiner NBA-Karriere.

Nur wenige Tage später gelang ihm dieses Kunststück bei seinem bisher besten Spiel in der NBA erneut: Bei der 106:111-Niederlage der Blazers gegen Golden State am 18. November kam der Center auf 22 Punkte und zehn Rebounds. Für diese Leistung benötigte der erste Pick im Draft von 2007 nur eine knappe halbe Stunde Spielzeit, während der er sich allerdings auch fünf Ballverluste leistete.

?Ich nehme die Niederlage auf meine Kappe?, gab sich der Jungstar nach dem Spiel selbstkritisch und zerknirscht, obwohl er zumindest den Fans in der Oakland Arena eine Menge Freude bereitet hatte: In der zweiten Halbzeit gingen allein fünf beidhändige Monster-Dunks auf die Kappe des Nachwuchs-Pivots, der aber in den letzten sechs Minuten der Partie nur zwei Punkte erzielte und auch beim Versuch weiterer Slams, den Ball aus den Händen geschlagen bekam. Dennoch erinnerte dieser Auftritt arg an den eines jungen Shaquille O'Neal bzw. dessen Klon Dwight Howard, denn Oden war unter dem Korb nur von sich selbst zu stoppen und zeigte, was ihn zu einem der talentiertesten Spieler der letzten Jahrzehnte macht.

Oden kommt nach Hause

509 Tage nachdem sein Name von NBA-Commissioner David Stern beim Draft 2007 verlesen wurde, gab Greg Oden beim 116:74-Kantersieg gegen die völlig indisponierten Chicago Bulls sein Heimspieldebüt als Trail Blazer. Mit elf Punkten, zehn Rebounds und drei Blocks in nur 17 Minuten von der Bank sprang erneut ein Double-Double heraus. Vor 20.599 Fans im ausverkauften Rose Garden wurde Oden beim Stand von 23:7 bei noch zu spielenden 4:48 Minuten im ersten Viertel unter stehenden Ovationen eingewechselt.

Lange ließ sich der 2,13-Meter-Mann nicht bitten; schon nach 21 Sekunden pumpte er den ersten Dunk durch die Reuse und brachte seine Fans damit zur Verzückung. ?Es war sehr gut für mich?, sagte Oden nach dem Spiel. ?Endlich heimzukommen, ist ein gutes Gefühl.?

Zuhause, aber auch angekommen?

Richtig angekommen ist Greg Oden dennoch noch nicht im Haifischbecken NBA. Auf gute Leistungen folgen bisweilen sehr magere Auftritte, und der sanfte Riese hat definitiv noch viel zu lernen. So kam Oden in den ersten Spielen nach seiner Fußverletzung nur von der Bank und steht erst seit einigen Tagen wieder in der Starting-Lineup der aufstrebenden Trail Blazers. Nach einer holprigen Anfangsphase hat er jetzt, mit stetig steigender Spielzeit, die Chance, unter den Brettern dauerhaft für Angst und Schrecken zu sorgen. Das liegt allerdings nicht allein in seiner Hand. Die Mannschaftskameraden, insbesondere Brandon Roy und LaMarcus Aldrigde, werden sich erst daran gewöhnen müssen, ein solches Monster unter dem Korb anspielen zu können und, ähnlich wie auch Dwight Howard, braucht Oden selbst verlässliche Bewegungen, um in der Zone zu punkten. Allein als Rebounder und Shotblocker gibt er seiner Mannschaft schon einiges an Unterstützung, aber jeder weiß, wieviel Potenzial in ihm schlummert und dass es fahrlässig wäre, den jungen Riesen nicht ins Angriffsspiel einzubinden. Wir bleiben auf jeden Fall am Ball und werden den Hoffnungsträger der Blazers genau im Auge behalten.




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Kommentare

(14 Kommentare bisher)

von LeTimmAy 03.12.08 um 10:41:10


ich wusste doch, dass er so alt aussieht, aber wenn man erster pick des jahres 200 ist, ist das natürlich klar ;)



von xax 03.12.08 um 16:55:47


der artikel ist sehr. sehr gelungen.
ich denkle sein "schicksal" mit einer kompletten ausfall-saison u. einer verletzung zu anfang seiner 2 rookie -saison ist einzigartig.

er wird zeit brauchen aber die blazers machen es richtig ihn nicht zu verheizen.




von Noah 03.12.08 um 19:45:58


Super Artikel!



von Suck My Diktiergerät 03.12.08 um 23:02:05


schöner artikel. und trotzdem kommen bei mir manchmal zweifel durch, dass er ein neuer shaq wird...glaube eher an einen der besseren mit next-shaq-label, aber bei weitem nicht in einer liga mit shaq oder dwight...

finde da eher oden als next mutombo realistischer. und das nicht nur wegen des alters ;) bzw. des alters das nicht auf dem ausweis steht ;)
beide sind defensiv ein alptraum für jeden gegner und vorne für gut und gerne 10-20 punkte gut (bei mutombo vor grob 62 jahren)...erinnern mich aneinander. eure meinung dazu?



von Isaac Praise 04.12.08 um 04:37:18


netter artikel aber ehrlich, wenn ich was von "er DRESCHTE den ball zurück" lese wird mir schlecht, ein klein bisschen grammtik bitte ;)



von miheil 04.12.08 um 09:55:48


@isaac

Wo liegt denn (im Originalsatz) das grammatische Problem? Du kannst die Formulierung verurteilen, aber grammatisch gibt es da meines Erachtens nichts auszusetzen.



von LeTimmAy 04.12.08 um 11:13:48


das präteritum von "dreschen" ist "drosch".



von Tomdawg 04.12.08 um 13:11:01


Danke für den Hinweis, Jungs. Auch wir sind vor Fehlern nicht gefeit.



von peterbieg 04.12.08 um 14:21:46


Da ist durchaus was dran... Danke!



von Sh1va 04.12.08 um 14:23:14


mutombo=oden?

halte ich für totalen unsinn, allein vom körperbau und von der dominanz in der zone, vor allem in der offensive, unterscheiden sich die beiden doch eklatant voneinander!



von xax 04.12.08 um 17:03:35


denke es ist nach gefühlten 10 spielen zu früh zu sagen wem GO. ähnelt.

aber ich spekuliere gerne, Also:
Von der energie und d. Einsatz (nicht vom Körper) eher an ZO (in seinen jungen Nieren-sind-ok-Tagen)
vom einschüchterungs-potenzial in der D. u. dem urhäßlichen gesicht eher Pat Ewing.

Er ist nicht so daynamisch wie Shaq (nein nicht der jetzt- Shaq, früher) und nicht so athletisch wie Orlandos 5er, aber da er lange am College war dürfte er klüger sein (Basketballtechnisch)

Dikembe Mutombo Mpolondo
Mukamba Jean-Jacques
Wamutombo hat in seiner ganzen Karriere keine 20 punkte hinbekommen, nicht mal wenn man die einzelnen PPg´s multipliziert :-)



von wowa81nrw 04.12.08 um 20:40:01


mutombo war am anfang seiner karriere ein sehr ordentlicher scorer hat sich dann aber auf defense konzentriert



von Suck My Diktiergerät 04.12.08 um 21:36:46


jup. wenn man G-OD als next shaq bezeichnet meint man ja auch nicht den shaq heutzutage, der bei back2back games eines aussetzt. wenn man bei Oden vom next dwight redet, redet man auch nicht vom highschool dwight, der weder wusste wie man einen sprungwurf, hookshot oder whatever macht bzw. was das überhaupt ist.
nein, man meint einen dwight, shaq (oder halt mutombo) zu bestzeiten.
und zu bestzeiten hatte mutombo auch seine 15-18 punkte oder so pro spiel



von zwiwi 10.12.08 um 20:12:53


shaq, Howard oder Mutombo
versuchen wir es doch eher mit Kwame Brown oder Olowokandi (wer sich noch erinnert...)



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