In seinem ersten Jahr am College überzeugte Willie Warren an der Seite von Nummer-Eins-Pick Blake Griffin als zweite gute Offensivoption der Oklahoma Sooners. In diesem Jahr wird er sicherlich der Führungsspieler in Oklahoma sein. Das Potential dazu besitzt Warren zweifellos. Dank seiner Athletik und einer sehr guten Körperbeherrschung kann er gegen seinen Gegenspieler ziehen und auch nach Körperkontakt den Korb verwandeln. Warrens größter Vorteil ist, dass er sich seinen eigenen Wurf kreieren kann. Er muss nicht erst in Position gebracht werden, sondern bringt sich, auch dank seines guten Instinktes, selbst ideal in Stellung. Er hat einen schnellen ersten Schritt und ein sehr gutes Ballhandling – mit beiden Händen.
Sein Wurf mutet technisch nicht besonders elegant an, ist aber äußerst effektiv. Mit 37,2 Prozent jenseits der Dreierlinie braucht er sich sicherlich nicht verstecken. Auch von der Linie zeigte er in der letzten NCAA-Saison solide. Im letzten Jahr bewies Warren auch, dass er besonders gut Pick-and-Roll praktizieren kann. Entweder sucht er dabei schnell den eigenen Abschluss oder legt den Ball auf den abrollenden Mitspieler ab.
Schwächen:
Mit 1,94 Meter ist Warren nicht besonders groß für die Position des Shooting Guards – insbesondere für die NBA. Viele GMs würden gerne sehen, dass er sich öfter auch als Point Guard versucht und wenigstens als Combo-Guard bezeichnet werden kann. Bisher sieht es aber nicht so aus, als ob Warren dazu in der Lage wäre. Er sucht viel lieber den eigenen Abschluss und kann das Spiel nicht besonders gut lenken und kontrollieren.
Des Öfteren zieht er einen schlechten eigenen Wurf einem Pass vor. Seine Wurfauswahl lässt noch zu wünschen übrig. Außerdem ist Warren zu unkonstant. Äußerst starke Spiele und Totalausfälle gehen Hand in Hand beim jungen Guard.
Seine Verteidigung ist aufgrund seiner Größe nicht immer effektiv. Gegen größere Guards, wie sie ihm in der amerikanischen Profiliga öfter begegnen werden, hat er Probleme.
NBA-Vergleich:
Optimistischer Vergleich: Jeff Hornacek. Um den berüchtigen Scharfschützen zu beerben, muss Warren sich noch in vielen Aspekten seines Spiels verbessern.
Realistischer Vergleich: Ben Gordon. Beide sind exzellente Schützen und Scorer, die eigentlich zu klein für die Position des Shooting Guards sind.
Pessimistischer Vergleich: JJ Redick. Ein exzellenter Shooter am College, der sich bisher aber nie wirklich in der NBA durchsetzen konnte. Blüht dies auch Warren?
Karriereprognose:
Willie Warren hat das Potential ein gefährlicher Scorer zu werden – auch in der NBA. Seine Fähigkeit einen eigenen Wurf zu kreieren ist sein größter Vorteil. Zum Verhängnis werden könnten ihm seine Größe und seine mangelnden Aufbaufähigkeiten.
Draftausblick:
Warren ist ein fast sicherer Lottery-Pick, der in diesem Jahr aber auch als Leader überzeugen muss und sich so vielleicht sogar eine einstellige Draftposition erarbeiten kann.