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Draft-Profil: Stephen Curry

?. Pick:

Stephen Curry

Pick:
 
 
Team: Davidson Wildcats
Position: Shooting Guard
Grösse: 191cm
Gewicht: 81kg
Geburtstag: 14.03.1988
Klasse: Junior
Statistiken: 30,0 PpG, 6,7 ApG, 2,9 SpG, 36,2% 3FG, 3,8 3PpG,
Vergleich: Jeff Hornacek
 

Stärken


Scoring, Wurf, Spielintelligenz, Mentalität

Schwächen


Größe, Masse, Kraft, Position

Stärken:

Ein fantastischer Scorer mit angeborenen Instinkten und einer hervorragenden Grundausbildung. Stephen Curry besitzt eine natürliche Begabung, den Ball im Korb unterzubringen, und er ist zudem entsprechend geschult worden. Seine Wurftechnik ist blitzsauber und das Resultat zigtausendfacher Wiederholung; jeder einzelne Wurfversuch sieht gleich aus, ebenso das Ergebnis: Curry verwandelt überdurchschnittlich viele Würfe ohne Brett- oder Ringberührung. Seine Wurfquoten sind phänomenal; er traf am College trotz ständiger Sonderbewachung fast jeden zweiten Wurf, darunter deutlich über 40% seiner Dreipunktewürfe. Curry sollte auch in der NBA in der Lage sein, zum "50-40-90"-Klub (Trefferquote aus dem Feld, dem Dreierbereich und von der Freiwurflinie) zu gehören.

Stephen Curry bewegt sich auf dem Feld wie ein Profi. In seiner Fähigkeit, Screens zu nutzen, um seinen Gegenspieler abzuschütteln, steht er Reggie Miller und Richard Hamilton in nichts nach. Mit Tempowechseln schläfert er seinen Verteidiger ein, nur um ihm dann ganz plötzlich zu entwischen. Curry nutzt dazu sogar Screens, die keine sind: Dank seiner schmächtigen Statur schlüpft er oft zwischen zwei größeren Spielern hindurch, wohin ihm der Verteidiger nicht folgen kann. Hat er sich einmal Raum verschafft, wirft Curry, ohne zu zögern. Sein Wurf hat einen sehr niedrigen Release, ist dafür aber ansatzlos und so schnell, dass selbst Center Probleme haben, ihn zu blocken. Wenn er einen Pass fängt, folgt fast immer eine Kopfbewegung oder eine Wurffinte, die vom Verteidiger ernstgenommen werden muss, denn Curry kann jederzeit werfen und auch aus größerer Distanz sicher verwandeln.

Curry ist aber auch unabhängig vom Werfen ein weitentwickelter Basketballer, verfügt über eine gute Ballbehandlung, analysiert die gegnerische Offensive, um für Steals in die Passwege zu gehen, und hat auch den ein oder anderen schönen Pass gezeigt, mit dem er seine Mitspieler in Szene setzte. Curry besitzt einen sehr hohen Basketball-IQ und kann das Spiel "lesen", weshalb er auch selten in Situationen gerät, in denen er keinen Ausweg weiß. Alles an seiner Spielweise wirkt ruhig und gelassen; man hat nie den Eindruck, dass Curry nicht Herr der Lage sei. Wenn es mal nicht läuft, zeigt er keine großen Emotionen, die Frustration verraten könnten, sondern nimmt den nächsten Wurf mit völliger Selbstsicherheit, ohne über den vorigen nachzudenken. Er hat, was einen guten Schützen auszeichnet: kein Gewissen. Trotz seinen vielen Würfen und seiner Rolle als prominenter Scorer spielt Curry jedoch ausgesprochen mannschaftsdienlich, zeigt keine Anflüge von Egoismus und verhält sich auch neben dem Platz vorbildlich ? er ist durch und durch ein echter Profi, der auch bei den NBA-Coaches in hohem Ansehen stehen wird.

Schwächen:

Größe, Masse und Kraft. Offiziell misst Curry 1,90m, was aber zweifelhaft erscheint. Gut möglich, dass er fünf Zentimeter kleiner ist, was ihn für einen Shooting Guard noch kleiner macht, als er ohnehin schon ist. Curry wiegt knapp über 80 kg, ist aber schmächtig und körperlich nicht robust. Er kann dank seiner Übersicht, Schnelligkeit und Agilität viel Körperkontakt umgehen, doch der erste harte Bodycheck ist nur eine Frage der Zeit. Ist Curry in der Lage, eine Saison mit 82 Spielen ohne schlimme Verletzungen durchzustehen? Wird er sich in der Verteidigung gegen größere und kräftigere Gegenspieler aufreiben, so dass seine eigene Offensive darunter leidet? Wieviel Masse verträgt sein Körper, ohne dass es Einbußen bei der Athletik gibt?

Die Position. Obwohl er deutliche Fortschritte als Point Guard erkennen lässt, sehen viele Scouts Stephen Curry nach wie vor als Shooting Guard. Auf der Zwei besitzt er aber immense körperliche Nachteile gegenüber anderen Spielern. So gut er damit auch bisher zurechtgekommen ist, wird dies doch seine Achillesferse sein. Außerdem verlangt ein kleiner Shooting Guard in der Regel einen großen Guard neben sich, damit es in der Verteidigung kein Debakel gibt. Noch ein wichtiger Punkt: Currys Rolle. Was ist sein Potential als Shooting Guard? Wird er als dreierwerfender Rollenspieler enden, oder kann man ein Team um seine Offensivstärke aufbauen?

NBA-Vergleich:

Optimistischer Vergleich: Gilbert Arenas, einer der besten Scoring-Guards der NBA und alljährlicher All-Star-Kandidat.

Realistischer Vergleich: Jeff Hornacek, ein vielseitiger, spielintelligenter Shooting Guard mit Finals-Erfahrung.

Pessimistischer Vergleich: JJ Redick, ein reiner Distanzschütze, der nur dank seinem Wurf einen Platz in der NBA hat.

Karriereprognose:

Falls Curry als Vollzeit-Point-Guard überzeugen und diese Aufgabe auch dauerhaft in der NBA übernehmen kann, wird ihm das völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Dann wird Curry seine Stärken ausspielen können, wie es Gilbert Arenas tut. Selbst eine All-Star-Karriere wird dann möglich sein. Bleibt Curry ein Combo-Guard oder wird ein Wurfspezialist, sollte er es trotzdem zum NBA-Starter mit zweistelliger Punktezahl schaffen.

Besonderheiten:

Er ist eines von vier Kindern von Dell Curry, der 16 Jahre in der NBA spielte und zuvor ein College-Star bei Virginia Tech war, ebenso wie Mutter Sonya (im Volleyball). Curry ging in Charlotte, NC zur High School, bekam aber von keinem bedeutenden ACC-Team ein Stipendium angeboten und entschied sich deshalb für die kleine Privatschule Davidson. Curry stand in der U-19-Auswahl der USA, die im Jahr 2007 die Silbermedaille bei der U-19-Weltmeisterschaft gewann.

In seinem ersten Jahr bei Davidson führte er das Team im Scoring an (21,5 PpG), hatte den zweitbesten Punkteschnitt aller Freshmen (hinter Kevin Durant) und war der neuntbeste Scorer des Landes. Er wurde zum Freshman des Jahres der Southern Conference gewählt und stand auch im SoCon First Team. Im NCAA Tournament erzielte er gegen Maryland 30 Punkte. Curry stellte einen NCAA-Freshman-Rekord für verwandelte Dreier auf (122) und brach als Sophomore den Rekord für Dreier in einer Saison (159). Zudem ist er einer von nur vier Spielern, die in ihren ersten vier Spielen im NCAA Tournament mindestens 30 Punkte erzielten. Curry führte Davidson 2008 bis ins Elite Eight, wo die Wildcats knapp gegen Kansas verloren (57:59). Curry hatte 40 Punkte gegen Gonzaga, 30 gegen Georgetown, 33 gegen Wisconsin sowie 25 gegen Kansas und wurde zum Most Outstanding Player der Region Midwest gewählt.

Draftausblick:

Stephen Curry ist allein dank seiner überragenden Scoring-Qulitäten ein sicherer Top-20-Pick. Kann er ein Team davon überzeugen, dass er in der NBA als Point Guard agieren kann, steht eine einstellige Draftposition in Aussicht.

Autor: Christian Neumann

 
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