Quincy Miller wurde einst in einem Interview gefragt, ob er sich als einen der Besten seiner Klasse sehe, was er ohne langes Zögern bejate. Dieses ungestüme Selbstbewustsein zeigt der Freshman auch auf dem Court und hatte in seiner letzten High-School-Saison an der Quality Education Academy überragende Leistungen gezeigt.
Bekannt wurde Miller insbesondere durch sein unglaublich gutes Ballgefühl und seinen starken Zug zum Korb. Der Youngster kann nicht nur schnell die Richtung wechseln, sondern ist auch mit seinem schnellen und kontrollierten Dribbling und einfallsreichen Crossovern in der Lange, seinen Verteidiger stehen zu lassen. Durch schnelle Antritte und gezielete Rückschritte verschafft Miller sich Platz für Sprungwürfe und durch dynamische Spinmoves findet er oft erfolgreich den Weg zum Korb. Seine langen Arme und Beine helfen ihm dabei, sich in der Offensive durchzusetzen und machen es zudem seinen Gegenspielen schwer, wenn er ihnen als Defensivspieler gegenüber steht.
Aus athletischer Sicht punktet Miller insbesondere durch seine Schnelligkeit und Sprungkraft. Selbst mit dem Ball in seinen Händen lässt er seine Gegenspieler of hinter sich und schließt mit athletischen Dunkings ab. Zwar müsste er noch bemerkenswert an Gewicht zunehmen; koodinativ jedoch bewegt sich der 2,06 Meter große Freshman jedoch in einer eleganten und kontollierten Weise auf dem Court.
Abschließend muss man Miller noch einen besonders hohen Basketball-IQ zugestehen. Er hat ein gutes Gefühl für das Spiel und gilt damit als einer der besten Punktesammler seiner Klasse, der sowohl unter dem Korb als auch von außen punkten kann.
Schwächen:
An erster Stelle ist hier sicherlich Millers schmaler Körper zu nennen, der sicherlich noch einige Kilogramm vertragen kann. Zwar kann der 18-jährige Forward durch seine Länge diesen Makel aus dem Fokus rücken. Insbesondere in der Verteidigung und beim Rebound wirkt sich sein Gewicht jedoch auf bemerkenswerte Weise negativ aus. Beim Ausboxen und im direkten Vergleich zu den „Big Men“ der NCAA kann sich der 95 kg leichte Freschman nur schwer durchsetzen. Auch beim Blocken hat Miller oftmals Probleme, da er in der Verteidigung, anders als in der Offensive, oft einen Schritt hinter seinen Gegenspielern hinterher hinkt.
Wenn man von Schwächen spricht, rückt zudem Millers Wurfstil ins Rampenlicht. Sein Ellenbogen ist zumeist weit nach außen gerichtet, wobei seine Kontrollhand viel zu tief und zwischen Ball und Kopf plaziert ist. Zudem wählt er seine Schüsse manchmals sehr willkührlich aus und wirft vorwiegend von einer weiten Mitteldistanz oder von jenseits der Drei-Punkt-Linie um somit seinen Gegenspielern zu zeigen wer der Herr auf dem Spielfeld ist. Das kann oftmals auch nach hinten los gehen.
Hinzu kommt seit dem 10. Dezember 2010 ein weiterer Makel: Verletzungssorgen. Während seines fünften Spiels für die Westchester Country Day (NC) verspürte Miller ein leichtes Knallen in seinem Knie, welches letztlich nichts geringeres als ein Riss des vorderen Kreuzbandes war. Folglich konnte Miller nicht am McDonald's All-American Game, am Jordan Classic, am Nike Hoop Summit wie auch an allen anderen High School Basketball Events teilnehmen. Jedoch arbeitete er nach eigenen Angaben den Sommer lang umso härter an seinem Spiel und insbesondere an seiner Physis.
NBA-Vergleich:
Rashard Lewis. Miller besitzt die Größe eines Power Forwards, fühlt sich jedoch auf dem Flügel wesentlich wohler. Auf den ersten Blick erinnert Millers Spiel durchaus an Kevin Durant. Als Vergleich erscheint jedoch Rashard Lewis – also ein offensivstarker Starter und Borderline-Allstar – passender.
Karriereprogonse:
Quincy Miller hat definitiv das notwendige Potential für die NBA. Sein Talent sowie seine hervorragende Größe werden ihn helfen, sich in der NCAA durchzusetzen und schnell in die NBA überzuwechseln. Jedoch muss er noch einiges tun um die zuvor genannten Schwächen auszubügeln. Sollte er seinen Wurf in den Griff bekommen, könnte man sich Miller sogar als künftigen NBA-Allstar vorstellen.
Besonderheiten:
Quincy Miller wurde auf Nummer drei bei Scout.com gerankt, auf Nummer sechs von ESPNU und auf Nummer sieben von Rivals.com. Im Jahr 2010 spielte Miller eine wichtige Rolle in der US-amerikanischen U18-Nationalmannschaft und trug entscheidend zur Goldmedalie der FIBA bei. Sein persönliches Highlight war der siegbringende Dreier gegen Basilien.
Draftausblick:
Für den kommenden Draft gilt Quincy Miller definitv als einer der besten Forwards seiner Klasse und hat gute Chancen auf einen Lottery-Platz. Im Optimalfall könnte er sogar zu einem Top-5 Pick avancieren.