Perry Jones ist ganz ohne Frage ein Ausnahmetalent. So hat er mit 2,11 Meter Körpergröße und einer phänomenalen Sprungkraft nicht nur die besten Voraussetzungen um ein ausgezeichneter Power Forward zu werden; er bringt auch das ganze Paket eines Flügelspielers mit.
So war Jones trotz seiner Größe an der Highschool vornehmlich als Guard/Forward im Stile eines TracyMcGrady aktiv und überzeugte mit seinem außergewöhnlichen Ballhandling und seiner Fähigkeit auf verschiedenste Arten und Weisen zu punkten. Vor allem im Fastbreak war er jedoch aus oben genannten Gründen unmöglich zu stoppen und schloss dabei in der Regel über Ringniveau ab.
Gleichzeitig bietet ihm die Mischung aus Länge und Athletik die beste Voraussetzung um auch in Sachen Rebounding und Shotblocking Spiele zu beeinflussen. Diese Einschätzung ist jedoch unter einem Stichwort einzuordnen, welches seine Attraktivität für NBA-Scouts wohl am besten beschreibt: Potential!
Schwächen:
Wie oben erwähnt, agierte Jones früher zumeist als übergroßer Flügelspieler. In der NBA wird er jedoch höchstwahrscheinlich auf der "Vier" agieren müssen, doch wie sich in seiner ersten College-Saison zeigte, sind Jones' Fähigkeiten unter dem Korb noch ausbaufähig. Sein Coach bei den Baylor Bears setzt ihn aufgrund seiner Länge nämlich regelmäßig als Center ein, wo Jones jedoch mehr von seiner Athletik profitiert als mit einem soliden Post-Game ans Werk zu gehen. Hieran wird er definitiv arbeiten müssen.
Auch physisch besitzt Jones noch Luft nach oben. Mit seinen offiziell 107 Kilogramm hat Jones als Power Forward sowohl offensiv (beim Aufposten) als auch defensiv und beim Kampf um den Rebound einen Nachteil gegen die meisten NBA-Hünen. Dies sollte einem 19-Jährigen jedoch zugestanden werden, sofern er - wie er selbst beteuert - daran arbeitet.
Auch das Problem mangelnder Konstanz könnte sich mit dem Alter erklären lassen, bleibt jedoch als Schwäche festzuhalten. Gerade in der NBA darf sich Jones nicht so viele Auszeiten erlauben wie er sie sich zu Highschool- und College-Zeiten nahm bzw. nimmt. Insgesamt wird er deutlich aktiver spielen müssen, wenn er mehr als nur eine dritte Option werden möchte.
NBA-Vergleich:
Optimistischer Vergleich: Kevin Garnett. Die physischen und spielerischen Anlagen sind ähnlich, doch KG's Niveau erreicht Jones nur wenn er sein Post-Game auf beiden Seiten des Feldes mehrere Levels nach oben hievt und vor allem einen Killerinstinkt entwickelt.
Realistischer Vergleich: Lamar Odom. Odom hat weder das Post-Game noch den Killerinstinkt eines Garnett und ist kein Franchise-Player. Dank seiner Vielseitigkeit stellt er jedoch einen unverzichtbaren Bestandteil der Lakers dar. Aber: Jones hat bessere Sprungfedern als Odom.
Pessimistischer Vergleich: Brandan Wright. Wrights Draftprofile lasen sich verblüffend ähnlich wie Jones'. Sein Talent konnte er bis heute jedoch nicht voll ausschöpfen.
Karriereprognose:
Perry Jones' Karriere ist schwer zu progonstizieren, da sein hoher Draftwert zu einem großen Teil auf Potential beruht. Er bringt jeoch viele der physischen, athletischen und spielerischen Voraussetzungen mit um zu einem Franchise-Player zu werden. Dafür wird er jedoch auf die Power-Forward-Position umschulen, Masse zulegen und konstanter spielen müssen.
Besonderheiten:
Perry Jones wurde am 24.09.1991 in Duncanville, TX geboren und spielte für die dort ansässige Highschool. Diese führte er in seinem Junior-Jahr ins Finale um die texanische Staatsmeisterschaft, welches Duncanville jedoch mit 51:59 gegen Cedar Hill verlor. Nach dem Abschluss seiner Highschool-Laufbahn galt Jones als eines der Top-Talente und wurde in den großen Rankings an #7 (ESPNU) bzw. #9 (Scout.com und Rivals.com) geführt.
Draftausblick:
War für den Draft 2011 als #1 im Gespräch, ging jedoch für eine weitere Saison ans College zurück. Im voraussichtlich starken 2012er-Jahrgang gilt er zwar nach wie vor als Lottery-Pick, muss für eine Spitzenposition jedoch eine deutliche Verbesserung zeigen.