Wenn Kentuckys Head Coach John Calipari einen Point Guard rekrutiert, dann spricht das für vorhandene bzw. angehende Qualität. Marquis Teague übernimmt die neue Klasse als Nachfolger von Derrick Rose, Tyreke Evans, John Wall und Brandon Knight, die allesamt ein Coach Cal-Gütesiegel tragen und respektable Karrieren auf der Profiebene verfolgen.
Teague ist in dieser Agenda noch der Kleinste mit seiner Größe von 1,88 Meter inklusive Schuhsohle. Dennoch treibt sich Teague auch auf höhere Ebene herum, verfügt er doch über eine ordentliche Portion Sprungkraft und nicht mindere Grundgeschwindigkeit, die auf der High-School-Ebene Ihresgleichen gesucht hat. Ein schnelles Spiel wird somit über ihn dirigiert.
Teague besitzt das Talent, seinen eigenen Schuss durch seine Athletik zu kreieren und macht davon bis zur Mitteldistanz effektiv Gebrauch. So ist er bereits jetzt ein begnadeter Scorer.
Schwächen:
Teagues Geschwindigkeit führt oftmals dazu, dass das Spiel seine Strukturen verliert und das Gesamtbild etwas wild wirkt. Mitspieler sind verwirrt und produzieren aufgrund wilder Pässe durch den Aufbau unnötige Ballverluste. Den Überblick behält Teague oftmals nur in die angesteuerte Richtung und dadurch vernachlässigt er die Umgebung außerhalb seines Sichtfeldes, was momentan noch für noch nicht ganz ausgereifte Qualitäten eines Aufbauspielers spricht.
Den Drang, primär zum Korb zu ziehen, wird Teague auf den nächsten Stufen seiner Karriere mindern und vermehrt den Abschluss jenseits der Mitteldistanz suchen müssen. Dort liegt nach wie vor ein weiterer Schwächepunkt, da er trotz guter Anlagen noch nicht über einen verlässlichen Distanzwurf verfügt. Auch sein Verteidigungsverhalten kann noch einigen Unterricht gebrauchen, da Teague dort bisher kaum fundamentale Aspekte anwenden musste. Auf College- und Profi-Niveau könnte er dort schnell in Foulprobleme geraten.
NBA-Vergleich:
Optimistischer Vergleich: Tony Parker. Marquis Teague hat eine kräftigere Statur und noch krassere Sprungkraft als der Franzose aus den Reihen der San Antonio Spurs. Die Art und Weise, wie beide Spieler ein Spiel gestalten können findet viele Parallelen. Sitzt der Distanzschuss bei Teague und verfügt er über ein entsprechendes Team, kann er eine kaum mindere Rolle erfüllen.
Realistischer Vergleich: Brandon Jennings. Beide Spieler sind schnell, offensivstark, ballsicher und haben einen leichten Hang zu Balldominanz und spektakulären Aktionen. Wenn Teague an Wurf und Passspiel arbeitet, dürfte er wie Jennings ein NBA-Starter mit Allstar-Potential werden.
Pessimistischer Vergleich: Sebastian Telfair. Vom gefeierten High-School-Zocker zum Lottery-Pick zum Durchschnitts-Aufbau – das Worst Case Szenario für Teague.
Karriereprogonse:
Teague gilt derzeit als der talentierteste Aufbauspieler für das Draftjahr 2012. Dennoch besitzt er nicht dasselbe Potential wie die Point Guards, die in den letzten Jahren bei John Calipari in der Lehre waren. Er besitzt zwar alle Anlagen eines sehr guten Spielgestalters, die Fragen, ob er sie auch entsprechend nutzt, stehen nach wie vor im Raum.
Besonderheiten:
Marquis ist der jüngere Bruder von Atlanta-Hawks-Point-Guard Jeff Teague, gilt aber als der Talentiertere.
Draftausblick:
Ist ein Team auf dringender Suche nach einem Point Guard, könnte Marquis Teague höher gedraftet werden als sein wirklicher Wert. Davon abgesehen sind die Picks 10 bis 17 realistisch.