Körperlich weist Greg Monroe gute Voraussetzung auf. Seine Größe wird je nach Quelle 2,08 Meter bzw. 2,11 Meter auf und auch an Muskelmasse hat er zuletzt deutlich zugelegt. Seine Statur lässt hier sogar noch weiteres Potential offen. Athletisch ist Monroe sicher kein Ausnahmeathlet im Stile eines Dwight Howard, wohl aber mit einem hohen Maß an Beweglichkeit und Schnelligkeit ausgestattet.
Was Greg Monroe jedoch von den vielen anderen Talenten mit ähnlichen Voraussetzungen unterscheidet, ist seine außergewöhnliche Mischung aus Spielintelligenz und technischen Fertigkeiten. Der Linkshänder Monroe hat ein hervorragendes Ballgefühl, was sich bei der Ballkontrolle (fangen und dribbeln) und bei seinem Sprungwurf zeigt. Dies macht ihn zu einem starken "Face-up"-Spieler.
Besonders hervorzuheben ist zudem die Spielübersicht Monroes, der trotz seiner erst 18 Jahre zu den am besten passenden Big Men im College-Basketball zählt. Diese Spielintelligenz zeigt sich auch in anderen Bereichen seines Offensivspiels, welches - im Gegensatz zu vielen anderen jungen Power Forwards - viel mehr auf Finesse und altmodische Post-Moves denn auf Physis und Athletik aufgebaut ist.
Seine Mischung aus Größe, Beweglichkeit und Spielintelligenz zahlt sich auch defensiv aus. Dort besitzt Monroe alle Voraussetzungen, um in den Kategorien Steals und Blocks auch in der NBA exzellente Zahlen aufzulegen.
Schwächen
Bei einem so klugen und technisch versierten Spieler wie Monroe ist es schwer, zahlreiche spielerische Schwächen auszumachen. Hier lässt sich am ehesten anführen, dass der Unterschied zwischen seiner starken linken und seiner schwachen rechten Hand noch zu minimieren und sein Post-Spiel zu verfeinern sein wird.
Kritisiert wird hingegen häufig Monroes Intensität auf dem Spielfeld. So wird ihm die mentale Härte und die Führungsqualitäten eines Go-to-Guys ebenso abgesprochen wie die nötige physische Härte und Aggressivität für die Drecksarbeit unter den Brettern. Auch die - gemessen an seinen 30 Minuten Einsatzzeit - relativ niedrige Reboundquote ist eher auf fehlende Konzentration zurückzuführen als auf die fehlenden Voraussetzungen.
NBA-Vergleich
Optimistischer Vergleich: Chris Webber. In seiner Blüte war Chris Webber der Inbegriff des spielintelligenten und technisch versierten "Passing Big Man". Bei optimalem Karriereverlauf könnte Greg Monroe ein legitimer Nachfolger sein.
Realistischer Vergleich: LaMarcus Aldridge. Der Blazer gilt weder als "tough" noch als Go-to-Guy seines Teams; trotzdem gehört er zu den besseren Starting-Big-Men in der Liga. Auch Monroe sollte dank seiner Fähigkeiten (mindestens) ein solider Starter sein - und ein besserer Passer als Aldridge.
Pessimistischer Vergleich: Andray Blatche, vorausgesetzt dieser stagniert auf seinem gegenwärtigen Niveau. Für Monroe würde dieses Szenario bedeuten, dass er zumeist von der Bank kommt oder in einem Lottery-Team als Rollenspieler in der Anfangsformation steht.
Karriereprognose
Greg Monroe hat alle Voraussetzungen für eine All-Star-Karriere. Letztendlich wird es von seiner persönlichen Entwicklung abhängen, ob er "nur" ein solider Rollenspieler oder ein Leistungsträger sein wird.
Besonderheiten
Greg Monroe wurde am 4. Juni 1990 als Sohn von Gregory Sr. und Norma Jean Monroe in New Orleans geboren, wo er vier Jahre lang für die Helen Cox High School aktiv war. Bereits in seinem zweiten Jahr, als Zehntklässler, wurde Monroe als bester Spieler der Stadt ausgezeichnet und ins First Team des Bundesstaates Louisiana gewählt. In seinem Junior-Jahr folgte sogar die erste von zwei Auszeichnungen als Louisianas Spieler des Jahres.
In seinem Senior-Jahr an der Helen Cox verbuchte Monroe durchschnittlich 21 Punke und 14 Rebounds pro Partie und etablierte sich als einer der zehn besten Spieler der "Class of 2008". Nominierungen zum "McDonald's All-American Game" und "Jordan Brand Classic" waren die logische Folge.
Draftausblick
Nach einer überzeugenden Freshman-Saison hätte Monroe einen Platz in der Lottery wohl sicher gehabt. Dies scheint jedoch auch ein Jahr später wahrscheinlich. Für die Top-5 wird es darauf ankommen, sich gegen die starke Power-Forward-Konkurrenz profilieren.