Anthony Davis ging bis zum Junior-Jahr der High School durch die Schule eines Shooting Guards. Sein Maß von 1,90 Meter ließ ihm da auch kaum eine andere Wahl. Bis dato galt Davis ebenso kaum als auffälliges Talent und wird sicherlich schon über diverse Berufswünsche nachdenken. Doch der Frühling 2010 ließ nicht nur Flora und Fauna sprießen, sondern auch die Anatomie des aus Chicago stammenden Jungen. Bis zum Sommer des gleichen Jahres wuchs Davis sieben Inches (ca. 18 Zentimeter) und kletterte in ähnlicher Geschwindigkeit die amerikanischen Talentranglisten empor.
Nun verfügt Davis nicht nur über die Größe eines Power Forwards, sondern auch dank seiner Grundausbildung auch über ein hervorragendes Ball-Handling. Der Blick für den offenen Mitspieler bleibt ebenso selten ungenutzt. Doch Davis ist kein übergroßer Guard – vor allem unter den Brettern ist er eine zuverlässige Anspielstation. Seine überragende Athletik, gute Körperbeherrschung und ein sein ausgeprägter Bewegungsapparat lassen Davis in der Zone flexibel agieren und machen ihn schwer zu verteidigen.
Die Armspanne von Anthony Davis erhielt sogar noch ein wenig mehr Plus während seines Wachstumsschubs. Mit dieser Körperlänge, seiner Athletik und dem zusätzlich aufgebrachten Willen beweist sich Davis als gefährlicher Verteidiger. Er scheut kaum einen Kontakt und gilt als sehr guter Rebounder. Die Agilität in Sachen geblockte Schüsse lässt kaum Wünsche übrig.
Schwächen:
Die schnelle Veränderung der Physis Davis' wirft Fragen auf, ob der Beruf eines Profi-Sportlers nicht schnell zu Schäden führen kann und Davis eventuell öfter mit entsprechenden Verletzungen konfrontiert werden könnte. Seine Masse übte im Vergleich seiner Knochen das Nachsehen, so dass er trotz seiner Spannweite und Größe kaum körperliche Präsenz vorweisen kann. Dadurch werden sich auf den nächsten Karriere-Ebenen Nachteile im Post ergeben sofern Davis nicht an muskulärer Struktur zulegt.
Darüber hinaus gilt es für Davis, weiterhin die Umstellung vom Guard zum Forward voran zu treiben, also an seinem Low-Post-Spiel zu arbeiten. Davis erscheint jedoch diese Herausforderung erkannt zu haben und zeigt bereits gute Fortschritte.
NBA-Vergleich:
Optimistischer/Realistischer Vergleich: Kevin Garnett. Eigentlich steckt in Davis so viel Guard, dass der Vergleich mit Kevin Durant auch angebracht wäre. Da der OKC-Star allerdings vielmehr ein klassischer Shooter ist und Davis vermehrt den Zug den Korb sucht, scheint der Vergleich mit dem Hall-of-Fame-Kandidaten Garnett realistischer. Ein optimistischer Vergleich – doch für Davis gilt das Motto „the sky is the limit“.
Pessimistischer Vergleich: Brandan Wright. Am College hoch gelobt und immer ein Top-3-Draft-Kandidat. Ähnliche Aussichten brachte der Forward der Golden State Warriors auch mit in die Liga. Verletzungen und stärkere Konkurrenten ließen Wright spüren, dass in der NBA ein anderer Wind weht. Davis sollte drauf achten, dass er sich nicht in die Reihe dieser Forward Hoffnungen eingliedert.
Karriereprogonse:
Anthony Davis gilt als bescheidener junger Mann, der trotz der stark anhaltenden Begeisterung über sein Talent den Kontakt zum Boden nicht verliert. In der talentgefüllten Truppe an der Uni von Kentucky muss Davis unter Coach Calipari den Spagat zwischen Position-Haben und Talent-Soll schaffen, um sowohl erfolgsversprechend für das Team als auch überzeugend ob einer hohen Draftposition zu sein. Sollte sein Aufstieg weiterhin ähnlich wie bisher verlaufen, sollte Davis in der nächsten Draft einer der ersten aufgerufenen Kandidaten sein.
Draftprognose:
Noch bevor Davis sein erstes College-Spiel bestritten hat, gilt er neben Harrison Barnes und Andre Drummond als einer der Top-Favoriten auf den ersten Draft-Platz 2012.