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Draft Check

Teuflisch gut

Im Draft-Check stellen wir mit Al-Farouq Aminu und Jeff Teague die beiden Supertalente der Wake Forest Demon Deacons vor. Außerdem präsentieren wir den aktualisierten Mockdraft inklusive der besten Neueinsteiger.

Von Forian Lindemann, Björn Lehmkühler
 07.03.2009 |

Die Wake Forest Demon Deacons haben diese Saison bewiesen, dass mit ihnen im NCAA-Tournament, welches am 19. März beginnt, zu rechnen sein wird. Im Schatten der beiden übermächtigen Conference-Rivalen North Carolina und Duke hat die Uni aus dem Bundesstaat North Carolina sich als dritte Kraft in der Atlantic Coast Conference (ACC) etabliert. Einen großen Anteil daran haben Sophomore-Guard Jeff Teague und Freshman-Forward Al-Farouq Aminu, die aufgrund ihrer starken Leistungen die Positionen sieben und acht im aktualisierten Crossover-Mockdraft belegen. Dem Namen Demon Deacons, zu deutsch "dämonische Diakone", machen die beiden derweil alle Ehre - sie spielen nämlich teuflisch gut.

Al-Farouq Aminu: das adelige Talent


Al-Farouq Aminu hat königliche Wurzeln. Er stammt entfernt von der nigerianischen Königslinie ab. Doch nicht nur weil blaues Blut in seinen Adern fließt, steht er auf der Scouting-Liste vieler Teams weit oben.

Der erst 18-jährige Flügelspieler ist einer vielversprechendsten Freshmen dieser Saison. In seinem zweiten Jahr in Wake Forest blühte er auf und spielte sich auf den Sichtschirm einiger NBA-Scouts. Seine Explosivität und Athletik gekoppelt mit seinen Armen machen ihn zu einem Spieler, der gute Vorrausetzungen hat, bald in der NBA zu spielen.

Im Schnitt erzielt er momentan 12,7 Punkte und greift sich 8,2 Rebounds. Aminus Stärken liegen vor allem im schnellen Umschalten von Defensive auf Offensive. Nach eigenem Rebound leitet er oft sogar selbst die Fast-Breaks von Wake Forest ein. Unter dem Brett kann er das Spiel sowohl beim Rebound, aber auch im offensiven Post-Spiel dominieren. Das verdankt er auch der Tatsache, dass er auf der Highschool lange direkt unter dem Korb spielte. Seine Low-Post-Fähigkeiten unterstrich er unter anderem gegen East Carolina, als er 21 Punkte und zwölf Rebounds sammelte. Zudem legte er noch fünf Korbvorlagen auf.

Meist läuft Aminu als Small Forward auf. Dadurch hält er sich nicht so oft unter dem Korb auf, wie er eigentlich sollte. Direkt am Brett kann er sich durch seine Explosivität meist gut durchsetzen und kommt zu leichten Punkten. Außerhalb der Zone leidet er jedoch unter seinem höchstens mittelmäßigen Wurf. Von der Dreipunktlinie trifft er lediglich 18,2 Prozent ? zu wenig für einen Small Forward. Auch von Freiwurflinie ist er noch zu unsicher. 65,4 Prozent seiner Versuche von der Linie finden ihr Ziel. Dabei wird Aminu oft gefoult. Seine ca. fünf Freiwurfversuche könnte er also noch effektiver nutzen.

Sein Wurf von außen zwingt ihn öfter dazu, in die Zone zu ziehen. Dies ist eigentlich auch richtig, aber bei zu vielen Richtungswechseln verliert er leicht den Ball. Rund 2,6 Mal pro Partie gibt er leichtfertig den Ball dem Gegner. Mit seinem 2,06 Meter und den langen Armen spielt er eine gute Verteidigung, die gepaart mit großem Einsatz und Intensität so manchen Gegenspieler in die Knie zwingt.

Noch verlässt sich der junge Flügelspieler zu oft auf seine Instinkte, anstatt mehr Spielübersicht zu beweisen. Er verliert manchmal die Kontrolle in seinem Spiel und überdreht. Dieser Nachteil ist sicherlich auch seinen erst 18 Jahren zuzuschreiben. Es fehlt ihm ebenfalls noch an Kostanz. So erzielte er am 4. Februar in Miami nur vier Punkte und Rebounds, begang aber fünf Ballverluste. Es wurde die dritte Saisonniederlage von Wake Forest.

Trotz seiner Jugend könnte Aminu bereits im nächsten Jahr in der NBA spielen, jedoch benötigt er sicher noch einige Jahre Erfahrung, um dort auf hohem Niveau zu agieren. Er selbst muss entscheiden, ob er diese lieber auf dem College oder als Profi sammeln möchte.

Jeff Teague: Verwandlung noch nicht abgeschlossen

Zwar trägt Jeff Teague die Nummer Null auf seinem Trikot, eine Nullnummer ist er aber deswegen noch lange nicht. Im Gegenteil, in dieser Saison ist er das Zugpferd der Deamon Deacons. Mit 19,6 Punkten, 3,6 Assists und 3,4 Rebounds im Schnitt führt er das Team von Wake Forest an.



Besonders starke Spiele zeigt er gegen die Brigham Young Cougars und gegen die North Carolina-Wilmington Seahawks, denen er 30 bzw. 31 Punkte einschenkte. Dabei ging er in beiden Fällen mehr als zehn Mal an die Freiwurflinie. Dies hat er seiner Schnelligkeit zu verdanken, die es ihm ermöglicht, durch explosives Penetrieren zum Korb seinen Gegenspielern leicht Fouls anzuhängen.

Überhaupt haben die Kontrahenten von Teague nicht viel zu lachen: Entweder er geht mit seinem schnellen ersten Schritt an ihnen vorbei, zieht explosiv zum Korb oder er netzt einen Dreier ein. In dieser Saison trifft er von jenseits der Dreipunktelinie fast die Hälfte seiner Würfe, nämlich 46,2 Prozent.

Doch seine Geschwindigkeit wird ihm auch öfter zum Verhängnis. Manchmal scheint es, als ob er selbst nicht wisse, was er als nächstes tun wird. Dadurch verliert er schneller den Ball, als seinem Coach lieb ist. Darunter leidet natürlich der Spielaufbau der Deamon Deacons.

Sowieso ist Jeff Teagues Verwandlung vom kleinen Shooting Guard zum Aufbauspieler noch lange nicht abgeschlossen. Zu oft zieht er schwere, spektakuläre Spielzüge einfachen, aber effektiveren Varianten vor. Seine Pässe verpassen ebenfalls noch zu oft ihr Ziel. Er verzeichnet im Schnitt fast so viele Turnovers wie Assists.

Eigentlich könnte er in der Verteidigung mit fast jedem anderen Spieler auf seiner Position mithalten, allerdings legt er nicht immer den Fokus auf die Defensive. Noch spekuliert er gerne auf schnelle Ballgewinne und gibt dadurch seinem Gegenspieler zu viele leichte Chancen gegen ihn zu punkten.

Jeff Teague ist ein potentieller Lottery-Pick, der auch in den Top-10 gedraftet werden könnte. Seine Spielweise erinnert an einen Kevin Johnson oder an Monta Ellis. Er könnte aber auch nur als solider Point Guard à la Louis Williams enden. Die Scouts sind sicher auch darauf gespannt, wie er sich in der March Madness machen wird. Dort wiegen Ballverluste noch schwerer und die Entscheidungen für den Aufbau sind ebenfalls schwieriger. Man kann gespannt sein, wie der Aufbauspieler der Deacons mit diesem Druck umgeht.

Monroe ersetzt Rubio auf Position zwei

Doch Jeff Teague ist nicht der höchste Neueinsteiger im aktualisierten Crossover-Mockdraft. Mit Greg Monroe steigt ein Freshman auf Position zwei ein, der inzwischen fast zu spielstark und talentiert zu sein scheint, um noch ein weiteres Jahr an der Georgetown Universität zu bleiben. So verbindet der 18-jährige Power Forward einen beweglichen 2,11-Meter-Körper mit einer ungewöhnlichen Übersicht, Spielintelligenz und außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten. Wenn Monroe weiterhin an seinem Post-Spiel arbeitet und vor allem die nötige physische und mentale Härte an den Tag legt, könnte er schon bald zu den vielseitigsten Big Men in der NBA zählen.



Im Mockdraft ersetzt Monroe den spanischen Point Guard Ricky Rubio. Bereits zum Jahreswechsel erklärte dessen Agent German Gonzáles, die Aussicht, ähnlich wie so viele junge europäische Talente vor ihm zunächst auf der Ersatzbank zu versauern, sowie der hohe ?Buyout? von sechs Millionen Euro wären starke Gründe dafür, noch ein weiteres Jahr zu warten. Zwar berichtete Chad Ford von ESPN erst kürzlich von Signalen, dass Rubio wohl doch 2009 zur Wahl stehen werde; gegenwärtig scheint die Wahrscheinlichkeit hierfür jedoch niedriger als 50 Prozent zu stehen, weshalb Rubio vorerst nicht mehr im Mockdraft auftaucht.

Neue Profile: Die Plätze drei bis acht

Nur vereinzelte Veränderungen gibt es auch auf den Plätzen drei bis acht. Da diese Spieler ? sofern sie im Draft bleiben ? wie sichere Lottery-Picks aussehen, haben wir für Harden, Holiday und Co. nun ausführliche Draftprofile erstellt bzw. im Fall von Hasheem Thabeet das alte aktualisiert.

Die dritte Position hat weiterhin Shooting Guard James Harden (Arziona State) inne. Nach anfänglichen Zweifeln, ob der 1,96 Meter große Harden einen solch hohen Platz rechtfertigen könne, ist er nun aus den Top-5 kaum noch wegzudenken. Zwar ist er weder als Sprungwunder noch als Scharfschütze bekannt, doch dank seiner Vielseitigkeit könnten viele NBA-Manager in ihm den Brandon Roy des diesjährigen Drafts sehen.

Ein weitaus größerer Wackelkandidat ist Jrue Holiday (UCLA). Der Freshman spielt trotz wenig konstanter Leistungen eine gute Saison und ließ an der Seite von Darren Collison bereits ein ums andere Mal sein riesiges Potential aufblitzen. Sollte Rubio in Spanien bleiben, ist Holiday der wohl talentierteste Guard im gesamten Draft und sollte allein deshalb einen Abnehmer in den Top-10 finden. Andernfalls ist jedoch auch denkbar, dass Holiday für ein weiteres Jahr ans College zurückkehrt, um von der ?Zwei? dauerhaft auf die Point-Guard-Position zu wechseln.

Einen Platz nach vorne gerückt ist auch Power Forward Jordan Hill (Arizona). Während des All-Star-Wochenendes in Phoenix waren zahlreiche NBA-Scouts Zeugen seiner starken 22 Punkte und 13 Rebounds gegen UCLA. Zwar dominiert Hill nicht wie ein Blake Griffin; seine offensiven Verbesserungen sowie seine Präsenz in der Zone machen ihn jedoch zu einem interessanten Kandidaten für Teams mit einem Loch auf seiner Position.

Center-Riese Hasheem Thabeet (Connecticut) ordnet sich derweil auf der sechsten Position ein. Es ist weithin bekannt und unübersehbar, dass der 2,21-Meter-Hüne aus Tansania zu den besten Shotblockern der letzten Jahre zählt und am College eine schier unüberwindbare Präsenz in der Zone darstellt. Ebenso offensichtlich ist jedoch auch Thabeets langsamer Fortschritt im offensiven Bereich. Zwar könnte er durchaus unter den Top-3 landen; viele Manager könnten jedoch Skurpel haben, einen reinen Defensivspezialisten so hoch zu ziehen.

Die Plätze sieben und acht belegt das Duo der Wake Forest Demon Deacons, Jeff Teague und Al-Farouq Aminu, das zu Beginn dieses Artikels genauer vorgestellt wurde. Die Teamkollegen verwiesen Guard Brandon Jennings (#9, Rom), Forward Earl Clark (#10, Louisville), Guard Stephen Curry (#11, Davidson) und Center B.J. Mullens (#12, Ohio State) auf die folgenden Plätze.

Weitere Neueinsteiger

Auf Position 13 steigt ein Freshman ein, der zweifellos zu den größten Überraschungen der aktuellen Saison zu zählen ist: Shooting Guard Willie Warren. Mit den Oklahoma Sooners, die er als Co-Star neben Überflieger Blake Griffin anführt, zählt er zu den Topfavoriten auf den NCAA-Titel 2009. Dabei machte er sich im bisherigen Saisonverlauf vor allem als hervorragender Scorer mit sicherem Distanzwurf einen Namen. Aufgrund seiner Offensivstärke und der Tatsache, dass er mit 1,93 Meter in der NBA zu den kleineren Off-Guards zählen dürfte, werden bereits Vergleiche zu Bulls-Guard Ben Gordon laut. Sollte er im Draft bleiben, hat Warren jedenfalls reelle Chancen auf einen Platz in der Lottery.

Im mittleren Bereich der ersten Runde sind zurzeit drei Sophomores einzustufen, die erstmals im Mockdraft 2009 auftauchen: Flügelspieler Evan Turner (#18, Ohio State) sowie die beiden Power Forwards DeJuan Blair (#21, Pittsburgh) und Craig Brackins (#22, Iowa State). Turner überzeugt seit Saisonbeginn durch seine enorme Vielseitigkeit und muss sich nun zwischen einem relativ sicheren NBA-Vertrag und einem weiteren Jahr in Columbus entscheiden. Definitiv ?NBA-ready? ist der 19-jährige Blair, der zu den kräftigsten Brettspielern im College-Basketball zählt und beim Spitzenteam aus Pittsburgh die Bretter dominiert. Chancen auf einen höheren Draftplatz verhindert seine Körpergröße, welche nicht weit jenseits der zwei Meter liegen dürfte. Derweil zählt der 2,08 Meter große und vielseitige Brackins, Teamkollege des Deutschen Lucca Staiger, zu den am meisten verbesserten Spielern des Jahres.




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von Crossover 26.05.2012 um 17:37:44


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