Draft 2006
Crossover-Draftnews #4
Knappe 10 Stunden vor Draft-Beginn versorgen wir euch mit den letzten Informationen zu den Spielern, deren Namen NBA-Commissioner David Stern heute Nacht verkündet wird.
Von Maximilian Selow |
28.06.2006 | |
Positional Rankings:
Small Forward
1) Adam Morrison (2,03 m / 99 kg, 21 Jahre)
Von Flaum bis Socken Old-School ist Adam Morrison sicherlich kein Spieler, der in das Bild der heutigen NBA passt. Im Gegensatz zu vielen ???Athletik-Wundern?, die sich in den letzten Jahren in der Liga nicht durchsetzen konnten, vorfügt Morrison jedoch über das Game, um auch in der NBA zu einem guten Spieler zu werden. Ob er jedoch seinen Superstar-Status aus dem College auch in die beste Basketballliga der Welt übertragen kann, bleibt abzuwarten.
2) Rudy Gay (2,03 m / 99 kg, 19 Jahre)
Rudy Gay ist der talentierteste Spieler im Draft. Vor zwei Jahren noch als sicherer First Pick gehandelt, haben zwei an seinem Talent gemessene durchschnittliche Spielzeiten an der Universität von Connecticut jedoch seinem Draft-Wert geschadet. Gay ist unheimlich Athletisch und Vielseitig, doch er taucht immer wieder im Spielgeschehen unter und zeigt keinen Willen, seine Gegenspieler zu dominieren. Als sicherer Top-6-Pick dürfte er dank seines Potentials dennoch gelten.
3) Rodney Carney (1,98 m / 93 kg, 22 Jahre)
Allein vom Talent her ist Rodney Carney das komplette Paket auf der Swingman-Position. Er ist athletisch, hat einen hervorragenden Wurf und ist ein starker Verteidiger. Allerdings hat Carney es in vier Jahren an der Universität von Memphis nicht geschafft, Konstanz in sein Spiel zu bringen und einige Experten fragen sich, ob dies ihm je gelingen wird. Gepaart mit seinem unterdurchschnittlichen Ballhandling und Basketball-IQ scheint es, als wird es Carney in der NBA trotz seines Talents nicht zu mehr als einem Rollenspieler bringen werden.
4) Shawne Williams (2,06 m / 102 kg, 20 Jahre)
Die Freshman-Sensation spielte im vergangenen Jahr eine grundsolide erste College-Saison bei den Memphis Tigers. Neben seiner guten Athletik stellte er dort vor allem seinen hervorragenden Wurf unter Beweis. Nichtsdestotrotz ließ Williams jegliche Konstanz in seinem Spiel vermissen und so zeigten sich auch die noch zahlreichen Lücken in seinem Spiel wie die schwache Defense. Williams wird Zeit brauchen, um sich zu entwickeln, und sollte darauf hoffen, von einem Team gepickt zu werden, das ihm diese Zeit auch gibt.
5) Thabo Sefolosha (1,98 m / 97 kg, 22 Jahre)
Der Schweizer Thabo Sefolosha ist auf den Draft Boards nach einer starken Saison in der ersten italienischen Liga weit nach oben geklettert. Sefolosha ist ein Allrounder, wie er im Buche steht, kann von Position Eins bis Drei alles spielen und hat sich vor allem bisher von Jahr zu Jahr verbessert. In starken Workouts gegen die Top Prospects wie Brandon Roy oder Rudy Gay konnte sich der 22-Jährige in den letzten Wochen einiges an Respekt verschaffen und dürfte sich einen Platz in der Mitte der ersten Runde gesichert haben.
Power Forward
1) Tyrus Thomas (2,03 m / 98 kg, 19 Jahre)
Tyrus Thomas sieht sich selbst als einen zukünftigen Small Forward in der NBA. Überraschende Aussagen von einem Spieler, der im letzten Jahr, einmal von seinem relativ guten Mid-Range-Wurf abgesehen, kaum Perimeter-Skills unter Beweis gestellt hat. Damit erweckt Thomas natürlich ungewollte Vergleiche mit Shawn Marion, an denen er sich später eventuell messen lassen muss. Die Explosivität und Athletik ist sicherlich vorhanden, nur besteht die Frage, auf welcher Position Thomas letztendlich spielen wird, denn im Gegensatz zu Shawn Marion ist Thomas physisch längst nicht stark genug, um mit den Power Forwards der NBA mitzuhalten. Im Gegenzug hat er jedoch auch nicht den Wurf, um sich als Small Forward durchzusetzen. Trotzdem gehört Thomas aufgrund seiner Athletik zu den größten Talenten im diesjährigen Draft und sollte definitiv in den Top-7 gewählt werden.
2) LaMarcus Aldridge (2,11 m / 106 kg, 20 Jahre)
Hat LaMarcus Aldridge die Toughness um in der NBA zu einem Star zu werden? Das ist die Frage, die viele General Manager schon seit einigen Monaten plagt. Aldridge ist ein wunderbares Talent, denn er verfügt über ein herausragendes Post-Spiel und einen grandiosen Jumper, der ihn zum Albtraum eines jeden Verteidigers machen kann. Und auch in Sachen Shotblocking und Rebounding ist Aldridge vielen seiner Draft-Konkurrenten überlegen. Wird er jedoch unter den physisch härteren Anforderungen der NBA bestehen können?
3) Andrea Bargnani (2,11m / 109 kg, 20 Jahre)
Ein weißer Seven-Footer aus Europa mit einem guten Distanzwurf? Klingelt?s? Bargnanis Spiel weißt einige Gemeinsamkeiten mit dem von Dirk Nowitzki auf. Er ist flink auf den Füßen, hat einen guten Zug zum Korb, sowie einen guten Distanzwurf, was es extrem schwierig macht, ihn zu verteidigen. Vergleiche mit Nowitzki sind derzeit natürlich noch überzogen, schließlich hat Bargnani nicht das Mid-Range-Spiel des Deutschen und ist auch längst kein überzeugender Rebounder. Das Potential und Talent ist jedoch allemal vorhanden. Es wird sich zeigen, was er nach seiner Umstellung auf das amerikanische Spiel daraus machen kann.
4) Oleksiy Pecherov (2,08 m / 105 kg, 21 Jahre)
Ähnlich wie Bargnani ist auch Pecherov ein typischer Euro-Forward. Mit 2,08 m relativ beweglich und einem guten, konstanten Wurf ausgestattet sollte Pecherov als punktender Rollenspieler einen Platz in der Liga finden können. Ihm angedacht ist eine Rolle, wie Vladimir Radmanovic bei den Los Angeles Clippers, oder zuvor bei den Seattle Supersonics eingenommen hat. An seiner Intensität in der Verteidigung wird Pecherov jedoch arbeiten müssen, wenn er in der NBA Spielzeit sehen will.
5) Alexander Johnson (2,06 m / 102 kg, 23 Jahre)
Alexander Johnson machte in der letzten Saison mit einem starken Spiel gegen Dukes Shelden Williams, in dem er 22 Punkte und 13 Rebounds auflegte, erstmals auf sich aufmerksam. Seitdem stieg sein Draft-Wert stetig an. Johnson ist ein hervorragender Athlet, der trotz seines für einen College-Junior hohen Alters von 23 Jahren noch Luft nach oben haben sollte. Arbeitet Johnson weiterhin hart an sich, könnte er durchaus noch zu einem Steal in der späten ersten Runde werden.
Center
1) Patrick O?Bryant (2,13 m / 114 kg, 20 Jahre)
Patrick O?Bryant verfügt über die physischen Tools um einmal zu einem starken NBA-Center zu werden. Ein beweglicher Seven Footer, der kein Problem damit hat, sich unter dem Korb schmutzig zu machen ist heutzutage schwer zu finden. Trotz seiner zwei Jahre am College ist O?Bryant immer noch relativ unerfahren und seine Fähigkeiten nicht sonderlich ausgereift. Das Team, das ihn am Ende draften wird, muss einiges an Geduld aufbringen, denn O?Bryant wird sicherlich noch das ein oder andere Jahr benötigen, um in der NBA mitzuhalten. Vor allem physisch muss der 20-Jährige noch zulegen.
2) Cedric Simmons (2,08 m / 101 kg, 20 Jahre)
Ähnlich wie O?Bryant ist auch Cedric Simmons ein reiner Upside-Pick. Simmons ist recht athletisch und seine langen Arme machen ihn zu einem hervorragenden Shotblocker und Rebounder. In der Offensive zeigte er zwar in der letzten Saison gute Ansätze, was seine 28 Punkte gegen Duke unter Beweis stellen, ist aber hier generell noch sehr unausgereift. Am College entstand ein Großteil seiner Punkte durch Putbacks nach Offensivrebounds. In der NBA wird er seine Postmoves weiterhin verbessern müssen, wenn er auch in der Offense zu einem Faktor werden will. Das Potential ist jedoch, ähnlich wie bei O?Bryant, auf jeden Fall vorhanden.
3) Shelden Williams (2,06 m / 117 kg, 22 Jahre)
Der Landlord Shelden Williams gehörte in den letzten zwei Jahren ohne Zweifel zu den besten College-Spielern der USA. College und NBA sind jedoch zwei verschiedene Dinge und so stellt sich die Frage, inwiefern sich Williams Spiel auf die NBA übertragen lässt. Von seinen Fähigkeiten her ist er eher ein Center, hat aber eigentlich nicht die Größe, um hier zu bestehen. Ein von den Medien kaum aufgegriffenes Problem besteht zudem in seiner Defense, denn zahlreiche Spieler wie die genannten Cedric Simmons oder Alexander Johnson, die in der offensiv nur wenig starke Ansätze in der Saison zeigten, brillierten gegen ihn. Hinter dem Landlord stehen also einige Fragezeichen. Was man mit ihm bekommen wird, ist jedoch auf jeden Fall einen harten Arbeiter, der mit seinem starken Shotblocking und Rebounding zu überzeugen wissen wird.
4) Saer Sene (2,13 m / 108 kg, 20 Jahre)
Ein weiterer Upside-Pick ist der Senegalese Sear Sene. Der athletische Seven-Footer machte erstmals beim Hoops Summit auf sich aufmerksam und katapultierte sich mit einer starken Leistung gleich in die erste Draft-Runde. Seine unendlich langen Arme und seine solide Athletik machen ihn zu einem überragenden Shotblocker und Rebounder, wie er es auch in der belgischen Liga unter Beweis stellte. Jedoch wird auch er noch einiges an Entwicklungszeit benötigen. Vor allem sein Offensivspiel ist noch in keinster Weise ausgereift.
5) Hilton Armstrong (2,08 m / 109 kg, 21 Jahre)
UConn Big Man Hilton Armstrong saß drei Jahre lang auf der Bank von Coach Jim Calhoun ohne viel Einsatzzeit zu bekommen. Erst in der letzten Saison, seinem Senior-Jahr, bekam Armstrong die Spielzeit, in der er seine Fähigkeiten als Shotblocker und Rebounder unter Beweis stellen konnte. Davon abgesehen zeigte er auch einen soliden Wurf aus der Mitteldistanz und ein sich stets verbesserndes Offensivspiel. Auch hier ist die Obergrenze seines Potentials noch längst nicht erreicht.
Letztendlich möchte ich noch einmal auf das von Peter Bieg erstellte Jordan Farmer Profil hinweisen, das ab sofort in unserer Draft-Datenbank zu finden sein wird. Das letzte Update des Crossover-Online Mock Drafts wird Christian Neumann in einem am heutigen Abend erscheinenden Artikel noch einmal ausführlich erklären.



von Crossover 30.05.2012 um 11:00:49
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