Draft 2005
Draft Grades, Part Two
Der Draft ist vorbei, doch wie haben die einzelnen Teams abgeschnitten? Maximilian Selow blickt zurück und bewertet die Picks der Franchises.
Von Maximilian Selow |
16.07.2005 | |
Im folgenden findet ihr nun eine Auflistung aller Teams und ihrer gedrafteten Spieler. Die Benotung erfolgt wie im amerikanischen Schulsystem: Ein ?A? steht für sehr gute, ein ?F? für absolut miserable Entscheidungen.
New Jersey Nets, Note: B
#15 ? Antoine Wright (SG, 1,98 m / 92 kg)
#43 ? Mile Ilic (C, 2,16 m / 104 kg)
Für die New Jersey Nets lag das Hauptaugenmerk im diesjährigen Draft eigentlich auf einem Power Forward, der den extrem unterbesetzten Frontcourt des Teams verstärken sollte. Ärgerlicherweise wurden Sean May und Ike Diogu jedoch bereits in der Lottery gewählt und da weder Chris Taft, noch Wayne Simien einen überragenden Eindruck bei ihren Workouts in East Rutherford hinterlassen konnten, entschieden sich die Nets für Option B; einen Distanzschützen.
Dieser war letztendlich Antoine Wright, der mehr oder weniger überraschen aus der Lottery gefallen war. Wright sollte New Jersey im nächsten Jahr die lang ersehnte Unterstützung von der Bank bringen und dem Team nach den gescheiterten Experimenten mit Rodney Buford und Ron Mercer endlich wieder einen Backup-Swingman geben, der die Starter auch einmal entlasten kann.
In der zweiten Runde wählte man Mile Ilic, der an einen anderen Serben im Team der Nets erinnert. Im Jahr 2001 wählten die Nets in der ersten Runde Center Nenad Krstic, der in der letzten Saison sein Rookie-Jahr in der NBA absolvierte und zum Saisonende sogar die Starterposition inne hatte. Auch Ilic ist noch ein paar Jahre davon entfernt, in der NBA etwas beitragen zu können. Voraussichtlich wird der Serbe noch das ein oder andere Jahr in Europa verbringen, bevor ihn die Nets dann in einigen Jahren über den großen Teich holen. Sollte er den gleichen Weg gehen, wie Krstic in den letzten Jahren, haben die Nets an 43. Position einen absoluten Steal gelandet.
New Orleans Hornets, Note: A+
#4 ? Chris Paul (PG, 1,86 m / 81 kg)
#33 ? Brandon Bass (PF, 2,03 m / 114 kg)
Die New Orleans Hornets waren einer der größten Verlierer der Draft-Lottery, denn sowohl die Milwaukee Bucks, als auch die Portland Trail Blazers, die in der regulären Saison mehr Siege einfahren konnten, als die Hornets, zogen in jener Nacht noch am Team aus Louisiana vorbei und ergatterten einen Pick an der Spitze des Drafts.
In der Draft-Nacht gehörten die Hornets jedoch zu den größten Gewinnern, denn man wählte mit Chris Paul und Brandon Bass zwei herausragende College-Spieler, die auch in der NBA ihren Weg machen sollten. Paul ist das neue Gesicht der Franchise, die das Team nun um den 1,86 m großen Spielmacher aufbauen will. Insgesamt ist der Wake-Forest-Student der wohl offensiv talentierteste und vielseitigste Point Guard im Draft, der das Spiel sowohl durch sein Scoring, als auch durch seine Playmaking-Fähigkeiten entscheiden kann. Zusammen mit Sophomore JR Smith, der im letzten Jahr zu den erfolgreichsten Rookie-Scorern gehörte, sollte der Paul ein explosives Duo bilden, das es mit den meisten Backcourts der Liga aufnehmen kann.
Brandon Bass, der Zweitrunden-Pick der Hornets, besitzt zwar keine Standardgröße für einen NBA-Power-Forward, verfügt jedoch über einen herausragende Flügelspannweite und einen guten Wurf aus der Mitteldistanz, womit er seine Größennachteile weitestgehend ausgleichen sollte. Aufgrund der ständigen Verletzungssorgen von David West sollte Bass im nächsten Jahr die Backup-Rolle für PJ Brown übernehmen können.
New York Knicks, Note: C
#8 ? Channing Frye (C/PF, 2,08 m / 110 kg)
#23 ? Nate Robinson (SG/PG, 1,76 m / 82 kg)
#30 ? David Lee (PF, 2,06 m / 104 kg)
Die Fans im Madison Square Garden jubelten, als Commissioner David Stern verkündete, dass die Knicks an achter Stelle Big Man Channing Frye gewählt hatten. Die Frage ist nun, ob sie Mitte der kommenden Saison auch noch jubeln werden, denn Frye erscheint nur wenigen als echtes Lottery-Talent. Der Big Man verfügt zwar über eine gute Mobilität und einen netten Mitteldistanzwurf, ist aber kein Banger und wird in der NBA wahrscheinlich nicht über den Status eines soliden Rollenspielers hinauskommen. Sicherlich benötigten die Knicks weitere Verstärkung im Frontcourt ? vor allem auch deswegen, weil GM Isiah Thomas den einzigen Center des Teams für einen zu kleinen Power Forward eintauschte ? jedoch verfügt Frye als College-Senior über wenig verbleibendes Potential und dürfte auch nicht wirklich Standardgröße für einen NBA-Center haben.
Wenige Stunden später tauschten die Knicks dann ihren anderen Center, Kurt Thomas, für einen Small Forward, Quentin Richardson, und einen Erstrunden-Pick der Phoenix Suns ein, mit dem sie Combo-Guard Nate Robinson wählten, der sich in New York schnell zum Publikumsliebling und Bank-Energizer schlechthin entwickeln sollte. Zwar muss Robinson noch an seinen Spielmacher-Fähigkeiten arbeiten, jedoch hat er sowohl die Physis, als auch die Skills um es in der NBA weit zu bringen. Einzig und allein seine Größe sollte ihn von mehr abhalten, auch wenn er diese Nachteile mit seiner überragenden Athletik größtenteils überspielen sollte.
Mit ihrem dritten Pick in der ersten Runde holte man David Lee. Der Pick wurde zurecht mit Buh-Rufen der Fans im MSG quittiert, denn so überzeugend Lee beim Pre-Draft-Camp in Chicago auch war, bei den Knicks wird er nur ein weiterer, zu kleiner Power Forward sein, der sich mit Malik Rose, Maurice Taylor und Jerome Williams um Spielzeit streiten wird. Thomas wäre vielleicht besser beraten gewesen, mit Chris Taft ein Risiko einzugehen oder ein Projekt wie Andray Blatche zu draften.
Orlando Magic, Note: C
#11 ? Fran Vasquez (PF, 2,08 m / 104 kg)
#38 ? Travis Diener (PG, 1,86 m / 75 kg)
#57 ? Marcin Gortat (C, 2,13 m / 109 kg)
Dwight Howard soll nach Zeitungsberichten in den letzten Monaten noch um einige Zentimeter gewachsen sein und seinem Körper in diesem Sommer bereits einige Kilogramm Muskelmasse hinzugefügt haben. Über kurz oder lang könnten wir ihn also als neuen Center der Franchise sehen und so macht die Verpflichtung von Fran Vasquez an 11. Stelle durchaus Sinn. Vasquez war vor der letzten Saison in Spanien noch relativ unbekannt und spielte sich erst mit starken Leistungen als Starter bei Unicaja Malaga in das obere Ende der Draft Boards. Er verfügt über eine gute Athletik und Aggressivität beim Rebounden und Dunken, allerdings geht sein Spiel darüber nicht weit hinaus. Seine Buyout-Probleme, die erst nach dem Draft auftauchten, könnten ihn noch ein weiteres Jahr in Europa halten, was für den sowieso schon sehr dünn besetzten Frontcourt der Magic sehr unförderlich wäre.
In Runde 2 wählte das Team aus Florida Point Guard Travis Diener, der ein ansehnliches Camp in Chicago spielte und aufgrund seines guten Distanzwurfes und seiner besser werdenden Fähigkeiten als Spielmacher einen Platz im Team der Magic finden dürfte; wenn auch nur als dritter Point Guard hinter Steve Francis und Jameer Nelson.
Für einen zukünftigen Second Rounder holte man sich anschließend einen weiteren Zweitrunden-Pick der Phoenix Suns, mit dem die Magic den Polen und BBL-Center Marcin Gortat holten, der höchstwahrscheinlich in Europa geparkt wird. Gortat erinnert an Mario Kasun, der ebenfalls vor ein paar Jahren noch in der BBL geparkt wurde und jetzt als Backup-Center bei den Magic unter Vertrag steht. Gortat wird höchstwahrscheinlich den gleichen Weg gehen müssen.
Philadelphia 76ers, Note: B+
#45 ? Louis Williams (SG/PG, 1,88 m / 79 kg)
Mit einem einzigen Pick in der Mitte der zweiten Draftrunde kann man generell wenig falsch machen. Die Philadelphia 76ers entschieden sich deswegen für einen talentierten High-Schooler namens Louis Williams, der hier und dort immer wieder mit dem Franchise Player der Sixers, Allen Iverson, verglichen wird. Ohne Frage sind diese Vergleiche überzogen, jedoch gehen die Verantwortlichen um GM Billy Knight mit Williams ein kleines Risiko ein, da man ihm, im Gegensatz zu einem First-Round-Pick kein garantiertes Geld zahlen muss.
Da Williams sowohl physisch, als auch spielerisch noch nicht für die NBA bereit ist, wird er höchstwahrscheinlich im Farm Team der Sixers in der NBDL geparkt werden.
Phoenix Suns, Note: C
#54 ? Dijon Thompson (SF, 2,03 m / 95 kg)
Neben Kurt Thomas erhielten die Phoenix Suns in der Draft-Nacht die Rechte an Swingman Dijon Thompson, der seine Stärken hauptsächlich im Mitteldistanz-Spiel. Auch er wird im nächsten Jahren wohl recht wenig Spielzeit erhalten, solange Joe Johnson in Phoenix gehalten werden kann. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass sich Thompson lange in der NBA halten wird. Höchstwahrscheinlich wird auch er als Journeyman hier und dort ein paar ?Gigs? bei NBA-Teams erhalten.
Portland Trail Blazers, Note: A-
#6 ? Martell Webster (SG/SF, 2,01 m / 104 kg)
#22 ? Jarrett Jack (PG, 1,91 m / 90 kg)
Die Portland Trail Blazers versuchen weiterhin ihr Image der Gefängnistruppe abzulegen und fingen in diesem Jahr gleich mit dem Draft an, in dem sie mit Martell Webster und Jarrett Jack zwei ?gute Bürger? ins Team holten, die die Blazers allerdings auch sportlich weiterbringen sollten.
High-School-Star Martell Webster ist rein von Seiten seiner Athletik und Explosivität gesehen sicherlich kein Top-10-Pick, verfügt aber über eine Spielintelligenz und einen NBA-bereiten Körper, der ihn aus der Gruppe der diesjährigen Prep-to-Pro-Stars klar heraushebt. Der 18-Jährige sollte bereits im nächsten für die Blazers als Shooting Guard starten und zusammen mit Point Guard Sebastian Telfair den jüngsten Backcourt der Liga bilden. Sein starker Wurf aus der Distanz sollte für die Slasher der Blazers, namentlich Darius Miles und Travis Outlaw, einige Räume öffnen.
Später sicherten sich die Blazers noch die Rechte an Point Guard Jarrett Jack, indem man die Draftrechte an Linas Kleiza und Ricky Sanchez nach Denver schickten. Jack sollte zum ?erfahrenen? Telfair-Backup werden, nachdem das Team aus Oregon in diesem Sommer suchen wollte und wird seinem Team vor allem in der Verteidigung wichtige Impulse von der Bank liefern.
Nach der Verpflichtung von Jack wird man nun wohl die Verträge von Damon Stoudamire und Nick Van Exel nicht verlängern.
Sacramento Kings, Note: B
#23 ? Francisco Garcia (SG, 2,01 m / 86 kg)
Zum zweiten Mal in Folge drafteten die Sacramento Kings am Ende der ersten Runde einen Shooting Guard, der nach dem wahrscheinlichen Wechsel von Cuttino Mobley zu den Los Angeles Clippers nun auch dringend benötigt wird.
Zwar wird Garcia aufgrund seiner fehlenden Athletik wohl nie mehr als ein Backup-Shooting-Guard in der Liga, doch sollte der uneigensinnige Garcia absolut in die Offensive der Kings passen, die sich vor allem auf Ball Movement konzentriert, um seinen Spielern gute Würfe zu ermöglichen und so einige Schwächen seiner Spieler deckt.
Höchstwahrscheinlich wird der 23-Jährige als Ersatzmann von Sophomore Kevin Martin agieren und den Kings als zweiter oder dritter Mann von der Bank ein paar solide Minuten auf dem Feld liefern.
San Antonio Spurs, Note: C
#28 ? Ian Mahinmi (PF, 2,08 m / 104 kg)
Extrem schwer zu bewerten, sind in diesem Jahr wieder die San Antonio Spurs, die am Ende der ersten Runde völlig überraschend den relativ unbekannten Franzosen Ian Mahinmi wählten.
Mahinmi ist ein athletischer Big Man, der an diesem Punkt seiner Karriere vor allem ein Shotblocker und Rebounder ist, allerdings wenig in Sachen Offense zeigt und noch extrem weit davon entfernt ist, in der NBA etwas zum Erfolg seines Teams beitragen zu können.
Einerseits hätte den Spurs ein erfahrener College-Forward wie Ronny Turiaf oder Wayne Simien, die Tim Duncan die ein oder andere Verschnaufpause hätten geben können, sicherlich nicht geschadet, auf der anderen Seite verfügt Mahinmi jedoch über eine Menge Talent und Potential und könnte sich in ein paar Jahren als Steal herausstellen. Zumindest wäre dies keine Überraschung mehr, denn die Scouting-Abteilung der Spurs fand bereits im Draft 2000 einen jungen Franzosen, den die Spurs am Ende der ersten Runde drafteten und der in der heute die Offensive der Spurs lenkt und leitet; Tony Parker.
Seattle Supersonics, Note: B+
#25 ? Johan Petro (C, 2,13 m / 112 kg)
#48 ? Mickael Gelabale (SG, 2,01 m / 98 kg)
Auch die Seattle Supersonics entschieden sich in diesem Jahr dazu, im Draft auf die Franzosen zu setzen.
Zum zweiten Jahr in Folge verpflichteten die Sonics in der ersten Draftrunde mit Johan Petro ein Center-Projekt, der zwar die Athletik und einen NBA-bereiten Körper mitbringt, jedoch mental und auch spielerisch noch ein Stückchen davon entfernt sein sollte, in der Liga mithalten zu können. Das Talent ist ohne Zweifel vorhanden, nur wird Petro sich in ziemlich allen Bereichen verbessern müssen, um sein großartiges Potential ausnutzen zu können. Mit dem Wechsel von Jerome James, Seattles startenden Center im letzten Jahr, könnte Petro bereits im nächsten Jahr eine relativ große Rolle in der Rotation der Sonics spielen. Sollte das Team im Sommer keinen weiteren Center verpflichten, dürften sich Petro und der unerfahrene Robert Swift, den die Sonics ein Jahr zuvor in der Lottery drafteten, die Zeit auf der Center-Position teilen.
An #48 wählten die Sonics dann Mickael Gelabale, der, wie auch Petro, mit seinen 22 Jahren schon eine große Rolle in verschiedenen europäischen Spitzenvereinen spielte und viel Erfahrung in Euroleague und Uleb-Cup sammelte. Gelabale erinnert mit seiner Athletik und seinem starken Distanzwurf ein wenig an seinen Landsmann Mickael Pietrus, auch wenn er nicht mehr das gleiche Potential wie dieser haben sollte. Bevor Gelabale nach Seattle wechseln kann, wird er noch ein Jahr bei Real Madrid verbringen müssen, da er erst nach der kommenden Saison aus seinem Vertrag herausgekauft werden kann.
Toronto Raptors, Note: C+
#7 ? Charlie Villanueva (PF, 2,06 m / 108 kg)
#16 ? Joey Graham (SF, 1,98 m / 98 kg)
#41 ? Roko Leni-Ukic (PG, 1,96 m / 83 kg)
#58 ? Uros Slokar (PF, 2,08 m / 108 kg)
Viele Gerüchte rankten sich um den 7. Pick der Toronto Raptors. Angeblich waren diese an Danny Granger interessiert und hatten ihm das Versprechen gegeben, ihn an Nr. 7 zu wählen. Andere Quellen besagten wiederum, dass man sich mit Channing Frye auf der Center-Position verstärken wollte und auch Antoine Wright hatte bei Workouts in Kanada Gerüchten zufolge einen starken Eindruck hinterlassen. Oder würde man den Pick am Ende für Jamaal Magloire nach New Orleans schicken. Am Ende wurde nichts aus einem Trade und die Raptors entschieden sich für.....Charlie Villanueva?!
Zugegebenermaßen verfügt Villanueva über massig Talent, jedoch wird ihm auch nachgesagt, dass er viele Spiele nicht ernst nehmen und deswegen nur mit halber Kraft spielen würde und auch seine Arbeitseinstellung wirft Fragezeichen auf. Die andere Frage ist, wo der Power Forward spielen soll und warum die Raptors mit ihrem 7. Pick einen Spieler wählten, der die gleiche Position besetzt, wie ihr Franchise-Player Chris Bosh. Um als Small Forward auflaufen zu können, ist Villanueva zu langsam, als Center ist er nicht stark genug. Es wird also interessant sein zu sehen, wie die Raptors Villanueva hinter Bosh Spielzeit verschaffen wollen.
Mit ihrem zweiten First Rounder wählten die Kanadier Joey Graham, der zwar in Sachen Athletik einen hervorragenden Eindruck bei den Combines in Chicago hinterließ, vom spielerischen her jedoch weiterhin eher an einen Power Forward, als an einen NBA-Swingman erinnert. Graham sollte künftig die Rolle von Donyell Marshall übernehmen, der im Sommer voraussichtlich wechseln wird und den Raptors ein paar solide Minuten von der Bank bringen.
In der zweiten Runde sicherten sich die Raptors nach dem eher unterdurchschnittlichen Abschneiden in Runde Eins einen Steal und einen möglichen Sleeper, die in einigen Jahren große Rollen in Toronto spielen könnten.
Zuerst sicherte man sich den Kroaten Roko Leni-Ukic, der zuvor noch als sicherer First Rounder angesehen wurde und überraschend bis in die frühen Vierziger fiel. Ukic gehört trotz seiner Größe von 1,96 m zu den schnellsten Point Guards im Draft und konnte in der ABA Goodyear-League in den letzten zwei Jahren einiges an Erfahrung sammeln. Dabei lieferte der 21-Jährige im Schnitt auf 18,5 Punkte und 4,3 Assists pro Partie, wobei er in insgesamt drei Spielen auf mindestens 30 Punkte kam. Zwar fehlt es Ukic noch an Muskelmasse und Härte, um in der NBA beim Zug zum Korb auch einstecken zu können, allerdings könnte Ukic sehr wohl zum Raptors-Point-Guard der Zukunft werden.
Uros Slokar ist ein überdurchschnittlich athletischer Power Forward, der zudem noch über einen guten Wurf aus der Mitteldistanz, bis raus an die Dreipunktlinie verfügt und auch gerne unter dem Korb agiert. Sein Problem ist lediglich seine schlechte Verteidigung, denn er ist weder stark genug, um Power Forwards zu verteidigen, noch schnell genug, um mit den Small Forwards der Liga mitzuhalten. Zudem ist Slokar derzeit kein überragender Shotblocker oder Rebounder. In wie weit sich für ihn jedoch Spielzeit finden wird, bleibt abzuwarten, schließlich sind die Raptors mit Chris Bosh, Villanueva, Matt Bonner und Pape Sow auf der Power Forward-Position bereits mehr als Überfüllt. Wahrscheinlich wird man den Slowenen in Europa parken und darauf hoffen, dass dieser sich dort weiterentwickelt.
Utah Jazz, Note: A+
#3 ? Deron Williams (PG, 1,91 m / 92 kg)
#34 ? CJ Miles (SG, 1,98 m / 95 kg)
#51 ? Robert Whaley (PF, 2,08 m / 118 kg)
Durch einen Trade mit den Portland Trail Blazers, bei dem beide Teams ihre Erstrunden-Picks tauschten, konnten die Utah Jazz und Head Coach Jerry Sloan ihren Wunschkandidaten verpflichten, der im nächsten Jahr Andrei Kirilenko, Carlos Boozer und Mehmet Okur mit Pässen füttern soll.
Deron Williams passt hervorragenden zur Philosophie von Jerry Sloan, da er ein kräftig gebauter Point Guard ist, der hinten verteidigen und vorne uneigennützig die Bälle verteilen wird. Williams ist, wie Sloan, Old-School und sollte deswegen schnell zum Liebling seines neuen Coachs werden.
In der zweiten Runde sicherte man sich mit CJ Miles einen talentierten High-Schooler, der zwar in den großen High School All-Star Games eher enttäuschte, aber aufgrund seiner guten Athletik und seines guten Wurfes ohne Zweifel NBA-Material ist. Miles wird noch das ein oder andere Jahr brauchen, um sich an die große Liga zu gewöhnen und seine Physis zu verbessern. Danach könnte er sich aber sehr wohl als Steal herausstellen.
An 51. Position wählten die Jazz Robert Whaley, der beim Pre-Draft Camp in Chicago alle anwesenden Scouts und General Manager mit seinen starken Vorstellungen überraschte. Whaley transferierte nach seinem Aufenthalt am Community College nach Cincinatti, geriet dort jedoch in Schwierigkeiten mit Head Coach Bob Huggins und musste aufgrund seiner schlechten Noten am Ende an die Walsh University transferieren, wo Whaley kaum Aufmerksamkeit erhielt. In Chicago zeigte der kräftige Whaley nicht nur sein hervorragendes Post-Spiel, sondern stellte auch seinen sehr guten Wurf aus der Mittel- und selbst Langdistanz unter Beweis. Der 22-Jährige sollte es definitiv ins Team der Jazz schaffen und dort hinter Okur, Boozer und Kris Humphries auch ein paar Minuten Spielzeit sehen. Auch er könnte sich bald als Steal der Utah Jazz herauskristallisieren.
Washington Wizards, Note: A-
#49 ? Andray Blatche (PF, 2,11 m / 107 kg)
Der letzte High-Schooler, den die Washington Wizards im Draft wählten, wurde zur größten Enttäuschung seit Michael Olowokandi und wird nun nach vier Jahren bei den Wizards zu den Los Angeles Lakers wechseln. Dies war damals Kwame Brown, den die Wizards an 1. Stelle des Drafts wählten und der nie sein Potential und Talent maximieren konnte.
Mit Andray Blatche gehen die Wizards kein ganz so hohes Risiko ein, denn als Second Rounder steht dem 18-Jährigen kein garantiertes Geld zu. Blatche ist ein relativ athletischer Big Man mit einem guten Wurf und annehmbaren Ball Handling; genug, um Vergleiche mit Kevin Garnett aufkommen zu lassen, die allerdings maßlos überzogen ist, denn Blatche spielt mit weitaus weniger Energie und Zielstrebigkeit, als der ehemalige MVP. Blatche wird viel Zeit brauchen, da er sich in allen Aspekten seines Spiels noch gehörig verbessern muss, jedoch sind die physischen Attribute durchaus vorhanden.
HIER geht's zum ersten Teil der Draft Grades



von McHammer 16.07.05 um 18:15:15
Die Knicks kriegen ein C? Mhmm.... wenn man sich die Berichte der Summer League so anhört, war Nate Robinson einer der Glanzpunkte der gesamten Veranstaltung. Ok, Frye war nicht so toll, aber auch David Lee konnte absolut überzeugen. Und seit wann ist man mit 2,08m zu klein für einen Power Forward?!?!
von Darko 17.07.05 um 10:16:58
Ben wallace ist auch pf ,hat er ein problem damit ? Nein!also ist frye auch nicht zu klein ,allerdings sollte sich isah thomas mal überlegen, was er mit dieser franchise veranstaltet(nazr mohammed für malik rose) oder die peinliche anfrage bei memphis penny hardaway für pau gasol zu traden.
von Maximilian Selow (crossover-online) 17.07.05 um 10:23:44
Ben Wallace ist auch ein absolutes Kraftbündel, während Channing Frye eher zur Sorte Dirk Nowitzki zählt.
@McHammer
Über wen sprichst du, David Lee?
von Mario 17.07.05 um 12:00:32
Der Körper ist nicht entscheidend, zumindest nicht nur. Joe Smith hat über Jahre hinweg solide Leistungen bringen können, ohne den Körper eines Karl Malone haben zu müssen. Frye wiegt 250 lbs, was eigentlich nicht zu wenig sein dürfte. Wenn Channing Frye solide 12 und 8 bringt, reicht das glaube ich schon...
ich bin i.a. auch der Meinung, dass es ein sehr guter Draft für NY war.
von arschloch 17.07.05 um 14:48:35
Ja fand ich auch lächerlich. Allein der Move für den 21.Pick war genial. Bei David Lee werden sich noch einige umschaun und Freye bekommt hier Null Credit. Warum eigentlich? Dafür werden Teams mit +++überschüttert, die nen Highschooler gedraftet haben und sich nicht ausschließlich über evtl. Potential definieren.
Naja....ich sage nur HYPE!!
von T.K 18.07.05 um 13:28:36
ich denke ich hätte den Magic kein C sondern ein B gegeben. Big Men sind rar und wenn howard weirklich auf die center position wechselt war das wirklich ein Steal
von Coranor 20.07.05 um 09:56:30
@T.K.
Stimmt schon, nur man drafted niemanden an #11 der noch unter Vertrag steht und eventuell nächste Saison gar nicht verfügbar ist.
Travis Diener macht einen guten Eindruck und wird hoffentlich mehr als nur dritter Mann werden. Ich hoffe ja noch darauf, dass Steve für einen echten SG getradet wird.
Was die Magic allerdings mit ihrem dritten Draftpick gemacht haben, finde ich etwas komisch. Ich dachte eigentlich sie hätten Martynas Andriuskevicius gedraftet den sie dann weiter an Cleveland gereicht haben für einen 2006 second rounder und future considerations und bekamen dann Gortat von den Phoenix Suns für future considerations.
Ich hätte es lieber gesehen, wenn wir Martynas Andriuskevicius gehalten hätten.
von Wilt the Stilt 21.07.05 um 19:59:26
Ich fände Pierce für Francis gut plus ein paar Rollenspieler. Andriuskevicius hat selbst gegen Jan Jagla verloren im Pre Draft Camp habe ich gehört also so ein Verlust ist das nicht