Dirk Nowitzki
Besuch beim US-Präsidenten
Volles Programm für Dirk Nowitzki zu Beginn der Spielzeit 2011/2012: Zunächst ein mieser Fehlstart mit den Mavericks, dann sein 1000. NBA-Spiel, gefolgt von einer Stippvisite beim US-Präsidenten und schließlich ein fulminantes Finish gegen die Boston Celtics.
Von Thomas Käckenmeister |
12.01.2012 | |

NBA-Meister. Sportler des Jahres. Gejagter. Dirk Nowitzki startete mit seinen Dallas Mavericks nicht wirklich erfolgreich in die verkürzte Saison 2011/2012. Als Titelverteidiger kassierten die Texaner drei Niederlagen zu Beginn der neuen Spielzeit. Das hatte historische Ausmaße, denn zuletzt legten die Boston Celtics 1969/1970 einen solchen Fehlstart hin. Nach elf Spielen haben die Mavs sich gefangen und weisen eine positive Bilanz (6 Siege, 5 Niederlagen) auf.
Rekorde in den Ranglisten
Dirk Nowitzki hatte im Spiel gegen die Phoenix Suns ein besonderes Jubiläum: Der Würzburger absolvierte seine 1000. NBA-Partie. Nur 97 Spieler standen häufiger auf dem Feld. Bis zum Saisonende, vorausgesetzt Nowitzki fällt nicht aufgrund einer Verletzung aus, dürfte er die Top75 geknackt haben.
Ähnlich verhält es sich auch bei anderen Karriere-Ranglisten: Nowitzki steht aktuell in den Top50 bei gespielten Minuten, am Ende der Spielzeit dürfte das auch bei den Karriere-Rebounds der Fall sein. Außerdem ist der Deutsche nach Kobe Bryant und Kevin Garnett der drittbeste aktive Punktesammler der Liga und sollte zweifelsfrei am Saisonende zu den 20 besten Korbjägern der NBA-Geschichte zählen. In Kürze wird der 33-Jährige die Marke von 23.000 erzielten Punkten durchbrechen.
Durchhänger und Gamewinner
Trotz dieser legendenbildenden Bilanzen hat Nowitzki in seinem 14. NBA-Jahr leichte Probleme auf dem Feld. Die unglaubliche Verfassung der Vorsaison lässt noch auf sich warten, die Wurfquoten sind schwächer, auch die Punkteausbeute (18,6 PpG ggü. 23 PpG) ist niedriger, was aber auch der kürzeren Einsatzzeit (31:36 MpG ggü. 34:18 MpG) geschuldet ist. Dies wiederum mag an seinen Kollegen Lamar Odom, Brandon Haywood und Ian Mahinmi – und neuerdings Yi Jianlian – liegen, die dem Dirkster regelmäßig Ruhezeiten gönnen.
Der Tiefpunkt ereignete sich im Texasduell: Das Spiel gegen die San Antonio Spurs, als Nowitzki erstmals seit dem 15. Januar 2011 (7 P gg. Memphis), nicht zweistellig punktete, war bereits die zweite Begegnung in dieser Saison mit weniger als 20 Zählern in einem Spiel.
Doch diese Zahlenspielereien besitzen, wie viele Nowitzki-Fans mittlerweile wissen sollten, aus Sicht des deutschen Superstars keine übermäßige Bedeutung. Wichtig ist einzig und allein der Sieg.
So nahm sich der Würzburger im Auswärtsspiel gegen Boston ein Herz und sicherte seinen Mavs kurz vor Spielschluss mit einem knochenharten Dreipunktespiel den Sieg.
Dallas hat sich nach dem Katastrophenstart erholt und steht unterdessen mit positiver Bilanz im Westen da. Das reicht aktuell für den achten Tabellenplatz, nachdem ein Sechstel der Spielzeit bereits vergangen ist.
Ausflug zum Präsidenten
Am Montag, den 9. Januar 2012, war es dann soweit. Dirk Nowitzki und die Mavericks waren bei US-Präsident Barack Obama ins Weiße Haus geladen. Der Anlass war der Titelgewinn in der vorangegangenen Saison.
Obama würdigte die Leistung der Texaner, scherzte aber zugleich, dass der Besuch nicht wiederholt werden könne, weil im Jahr 2012 die Chicago Bulls die Meisterschaft holen würden. Obama stammt aus Chicago und ist bekennender Anhänger des früheren MJ-Clubs.
Einzig Nowitzkis neuer Teamkollege Delonte West musste der Veranstaltung fern bleiben. Er wurde vor zwei Jahren bei einer Verkehrskontrolle verhaftet, weil er unter Medikamenteneinfluss gefahren war.
Doch zurück zur Rede des Präsidenten: Obama meinte, dass sich Nowitzki vom dünnen Knaben aus Deutschland in einen harten Kerl gewandelt hat. Zudem rief der US-Präsident die herausragende Leistung der Mavs während der Finalserie gegen die Miami Heat wieder ins Gedächtnis.
Dirk Nowitzki hatte übrigens vor dem Treffen in der Dallas Morning News über die Annahme der US-Staatsbürgerschaft nachgedacht. „Wenn ich in den Staaten bleibe, würde es wahrscheinlich Sinn machen. Ich muss sehen, wie die Situation ist, aber es ist etwas, über das ich nachdenke.“
Wenn da nicht seine Heimatverbundenheit mit Deutschland wäre, wie er selbst nachschiebt: „Am liebsten würde ich beides machen.“ Dirk Nowitzki selbst wird nur wissen, ob er später in Deutschland oder in den Staaten leben wird.






von Crossover 30.05.2012 um 10:58:26
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