Robert Swift: Glück im Unglück

Von Christian Neumann
 01.12.2007 |

Robert SwiftGeht man die Verletztenlisten der vergangenen Jahre durch, taucht ein Spieler dort mit erschreckender Regelmäßigkeit auf: Robert Swift (Foto). Der Center der Seattle Supersonics kann mit fast 22 Jahren auf eine Krankengeschichte zurückblicken, die die vieler NBA-Veteranen mühelos in den Schatten stellt. Trauriger Höhepunkt seiner Verletzungsmisere ist der Kreuzbandriss, den sich Swift letztes Jahr in einem Preseason-Spiel gegen die Sacramento Kings zuzog.

Ein Jahr später macht ihm sein rechtes Knie noch immer zu schaffen: Wie nun verkündet worden ist, wird der Center, der in dieser Saison nur fünf Spiele und lediglich 80 Spielminuten absolviert hat, noch mehrere Wochen mit Kniebeschwerden ausfallen, die auf den Kreuzbandriss und die dadurch erforderliche Operation zurückzuführen sind. Für Swift ist das Zuschauen keine neue Erfahrung: Seit er 2004 in die NBA kam, hat er lediglich 68 von 263 möglichen Spielen absolviert; das sind gerademal etwas mehr als 25%.

Glück im Unglück

Und doch kann sich Swift glücklich schätzen, denn auch wenn seine Karriere weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, hat es Swift durch den Rookie-Vertrag, den er vor Beginn der Saison 2004/2005 unterzeichnete, doch immerhin zum Millionär geschafft: Allein die Spielzeit 2007/2008 wird ihm garantierte 2,6 Mio. Dollar einbringen.

Dass dieser Reichtum nicht selbstverständlich ist, zeigt der Fall David Padgett: Der Center der Louisville Cardinals, der ein Jahr vor Swift seine Schulzeit beendete und damals vielen Experten als bester Center seiner Klasse galt, wird die gesamte restliche Saison mit einer gebrochenen Kniescheibe ausfallen, die ihn schlimmstenfalls zum Sportinvaliden machen wird.

Überhaupt ist Padgett ein gutes Beispiel dafür, was die Entscheidung, nach der High School ans College zu gehen, für einen zukünftigen Profisportler für negative Folgen haben kann: Statt 2003 sein NBA-Debüt zu geben und dabei viel Geld zu verdienen - Padgett hatte damals realistische Chancen auf einen Platz in der ersten Draftrunde -, schloss sich der Center den Kansas Jayhawks an, bei denen er aber nicht glücklich wurde. 

Es folgte sein Wechsel zu Louisville, was ihn laut NCAA-Vorschrift eine Saison (2004/2005) zum Aussetzen zwang. Anschließend spielte Padgett zwei Jahre lang guten, aber nicht überragenden Basketball für die Cardinals und brauchte somit ein starkes Senior-Jahr, um sich einen Platz in der NBA erspielen. Nach seiner schweren Knieverletzung ist er von dieser aber weiter entfernt als je zuvor.

Wieviel ist ein Studium wert?

Man darf bezweifeln, dass Robert Swift jetzt noch als kommender Erstrundenpick gelten würde, wenn er sich in seinem Senior-Jahr bei den USC Trojans (für die er ursprünglich in der NCAA spielen wollte, dann aber doch direkt in die NBA ging) befände: Seine sportliche Entwicklung stagniert, und seine Verletzungen machen ihn zu einem zu großen Risiko für einen garantierten NBA-Vertrag. Vielmehr würde er sich wahrscheinlich in derselben Situation befinden, wie sie David Padgett derzeit erlebt.

Schaut man zurück, wie die vergangenen Jahre für Swift und Padgett verlaufen sind, muss man feststellen: Die Nachfrage nach beiden Spielern ist nie größer gewesen als nach Abschluss ihrer High-School-Zeit. Allerdings hat es nur Robert Swift verstanden, seinen sportlichen Wert rechtzeitig zu Geld zu machen. 



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von Crossover 30.05.2012 um 10:52:32


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