"Martins Meinung": Hoffen auf den Wechsel

Von Martin Vogel
 16.11.2008 |

?Change?, Wechsel, ist dank Barack Obama das Wort der Stunde, und auch bei den LTi Gießen 46ers weht seit der Ankunft von Neu-Geschäftsführer Christoph Syring ein neuer Wind durch die Flure der Geschäftsstelle. Doch wer sich den US-Präsidenten in Spe zum Vorbild nehmen möchte, sollte sich vor Augen führen, dass es mit dem simplen Wort ?Wechsel? nicht getan ist: ?Change we can belive in?, einen Wechsel, an den wir glauben können ? das war das Motto der Obama-Kampagne.

Die Glaubwürdigkeit des Wechsels bei den LTi Gießen 46ers hingegen steht an einem Tiefpunkt: In der Affäre um Aufbauspieler Danny Lewis wurden Sportdirektor Jens Gehlhaar und Co. beim Lügen erwischt, in Ludwigsburg schaffte es die Mannschaft nicht rechtzeitig in die Halle, sodass nicht nur die Partie verloren gewertet wurde, sondern die 46ers zusätzlich die Bürde einer ?Sternchenwertung? mit sich herumtragen. Als Resultat verlieren die Gießener nun automatisch jeden direkten Vergleich, was im Abstiegskampf keine schöne Aussicht ist. Die Worte von Geschäftsführer Christoph Syring, der das verloren gegangene Vertrauen der Fans zurückgewinnen und die negative Publicity, die die Gießener Finanzkrise der BBL eingebracht hat, wieder wett machen wollte, wirken für viele inzwischen fast schon ironisch, so konsequent scheinen die 46ers am genauen Gegenteil zu arbeiten. Anstatt die angestrebte Professionalisierung weiter durchzusetzen, gibt sich das Gründungsmitglied der Basketball-Bundesliga unprofessioneller als jemals zuvor: In finanziell angespannten Zeiten durch eine verspätete Abfahrt und das offensichtlich bewusste Fahren in einen Stau nicht nur eine Strafe der BBL, sondern dazu noch Regressforderungen der 2800 Fans in der Ludwigsburger Rundsporthalle in Kauf zu nehmen, konterkarieren die wirtschaftlichen Rettungsbemühungen auf übelste Art und Weise.

Die Frage, ob die Verantwortlichen es nicht besser können oder nicht besser wollen, muss gestellt werden dürfen. Die Antwort ist aber in keinem Fall schmeichelhaft für die Führungsspitze des Liga-Urgesteins. Die Fans jedenfalls hoffen auf einen Wechsel. Auf einen Wechsel, an den sie glauben können. Auf einen Wechsel, der ihnen wieder das Gefühl gibt, erwünscht zu sein. Mehr zu sein als nur Zahlvieh. Der ihnen wieder Freude daran macht, Woche für Woche entweder in der Osthalle oder irgendwo in Deutschland mit dem Team zu leiden. Und damit hoffen sie auch auf einen Wechsel in den Reihen der Verantwortlichen.



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von Crossover 12.02.2012 um 13:11:52


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