Minnesota Timberwolves

Let's timber new Wolves

Von Dennis Spillmann
 12.06.2010 |

Richtete jemand die Frage an mich, welche Franchises mir spontan attraktiver als die Minnesota Timberwolves erschienen, es würden mir auf Anhieb sicherlich 20 Teams einfallen. Was müsste also geschehen, damit ich und einige Fans zu einem anderen Schluss käme? Dieser Frage würde ich gerne nachgehen und mir neue Wölfe zimmern.

Die Vergangenheit

Zuvor sollte jedoch betrachtet werden, warum die Wolves in so eine unattraktive Situation kamen. Seit die Franchise 1990 gegründet wurde, verbindet man einen Namen unweigerlich mit dem NBA-Team in Minneapolis: Kevin Garnett (Foto). Ohne ihn haben die T'Wolves noch nie die Playoffs erreicht. Weder vor seiner ersten Saison als Rookie noch nach seinem Trade nach Boston. Wenn Erfolg (obwohl die Timberwolves um Garnett nur einmal über die erste Playoff-Runde hinaus kamen) so unzertrennlich mit einem einzigen Namen verbunden ist und dieser dann die Franchise verlässt, sinkt das Interesse merklich. Was blieb übrig? Ein Team, das einige Talente bereithielt, aber kein Anwärter mehr auf die Playoffs war.

Dazu kommen strukturelle Probleme der Franchise: Minneapolis bietet nur einen mittleren TV- und damit auch Werbemarkt, zudem ist das Wetter ein nicht völlig zu vernachlässigender Faktor. Diese Kombination, ergänzt durch eine neue Franchise ohne Tradition, die in 20 Jahren gerade Mal vier All-Stars stellen konnte (neben Garnett waren dies Sam Cassell, Tom Gugliotta und Wally Szczerbiak), wirkt also alles andere als anziehend auf Free Agents. Die Timberwolves befinden sich ähnlich wie andere NBA-Teams also in einem Teufelskreis: Durch die Unattraktivität zieht man keine Stars über die Free Agency an, man muss also entweder überdurchschnittliche Rollenspieler überbezahlen, um sie nach Minneapolis zu locken, oder im Draft gute Entscheidungen treffen. Die Chance auf ein Contender-Team in Minnesota ist deshalb viel mehr von Draft-Entscheidungen abhängig als in anderen Franchises.

Schlechte oder zumindest fragwürdige Entscheidungen wiegen demnach schwerer als bei Teams in großen Märkten. Und Minnesota traf schlechte Entscheidungen. Seitdem Garnett 2007 nach Boston getradet wurde, mussten die Timberwolves also auf das vertrauen, was ihnen 1995 erst Kevin Garnett beschert hatte: den Draft. Man hatte zwar mit Al Jefferson einen talentierten Big Man zurückerhalten, dieser konnte Garnett bisher allerdings nicht ersetzen. Die Timberwolves gewannen in den drei Spielzeiten ohne Garnett insgesamt 61 von 246 Spielen und waren wieder tief in der Lottery angekommen. Die Lottery-Picks Corey Brewer, Kevin Love und Johnny Flynn sind anscheinend alle keine Franchise Player. Hoffnung geben die Draft-Rechte an Ricky Rubio, die sich die Timberwolves ebenfalls 2009 sicherten.

Die Zukunft

Crossover berichtete zuletzt im großen NBA-Saisonrückblick, was für fragwürdige Entscheidungen die Timberwolves in der abgelaufenen Spielzeit trafen (bspw. drei Point Guards draften, zudem Ramon Sessions unter Vertrag nehmen). Das Team passte einfach nicht zusammen. Im Frontcourt finden Kevin Love und Al Jefferson (Foto) einfach nicht zueinander und sind defensiv überfordert, trotz der ganzen Point Guard-Draftees hat man keinen zuverlässigen Gestalter für das Spiel der Timberwolves gefunden. Ty Lawson wurde direkt nach Denver geschickt, Ricky Rubio zog es vor, in Europa zu bleiben. Jonny Flynn wird nie mehr als ein NBA-Backup sein, Ramon Sessions konnte sich gegen den Rookie dennoch nicht durchsetzen. Retrospektiv kann man immer schlau aufzeigen, was die Timberwolves hätten besser machen sollen. Darauf verzichte ich an dieser Stelle.

Viel mehr schaue ich nach vorn. Ich will mir ja ein Team schnitzen, das auf mich attraktiver wirkt. Dazu erst einmal lohnt sich der Blick auf den Kader 2010/2011:

Salarycap Twolves 10/11

Quelle/Copyright: Shamsports - Salaries

Legende: grau = ungarantierter Vertrag, blau = Teamoption, rot = Qualifying Offer, grün = Player Option, rosa = Early Termination Option.

Die Draft-Nacht

Auffällig in dem Tableau sind vor allem die letzten beiden Einträge. Die beiden Erstrunden-Picks der T'Wolves zählen so lange gegen den Cap, bis man sie verpflichtet hat oder der Draft-Pick sich entscheidet, in einer anderen Liga als der NBA einen gültigen Vertrag zu unterschreiben oder einen noch bestehenden Vertrag zu erfüllen. Wobei wir eigentlich schon beim ersten und wie bereits eingehend erläutert sehr wichtigen Schritt für eine neue Franchise wären: die Verstärkung des Teams über den Draft. Der wahrscheinlichste Kandidat für die Timberwolves ist laut diversen Mockdrafts Wesley Johnson. Das scheint zunächst Sinn zu ergeben, weil die Wolves auf dem Flügel am wenigsten Qualität besitzen.

Über Johnson liest man, dass er mal der nächste Shawn Marion (Foto) sein kann. Und spätestens hier fange ich an zu stocken. Es geht hier um den vierten Pick des Drafts. Das viertbeste verfügbare Talent soll hier ausgewählt werden. Und dann soll der neue Shawn Marion die Franchise erlösen? Der Shawn Marion, der höchstens mal bezahlt wurde wie ein Franchise Player, aber sich nicht mal einen eigenen Wurf erarbeiten kann? Das soll das beste Talent sein, das für die T'Wolves zu finden ist? Daran glaube ich nicht.

Basketball-Spiele zu gewinnen wird in der Regel einfacher, wenn zumindest eine von zwei Positionen mit einem Franchise Player besetzt ist: die des Point Guards oder die des Centers (oder zumindest eines dominanten Big Mans). So jemand wie Kevin Garnett eben, der einen großen Einfluss aufs Spiel hat. In den seltensten Fällen ist das ein klassischer Flügelspieler. Die ganze Hoffnung soll dann also in Wesley Johnson gelegt werden? Ich würde mich hier eher dem aktuellen Crossover Mock Draft anschließen: die Wolves sollten DeMarcus Cousins picken. Ja, das ist ein Center. Ja, man ist bereits mit Love und Jefferson auf den großen Positionen besetzt. Aber er ist der Best Player Available.

Chad Ford schrieb in seinem letzten Mock Draft, dass Cousins das Talent habe, so gut wie jeder andere Spieler des Draft-Jahrgangs zu sein. Auch so viel Talent wie bspw. John Wall. John Wall wird als sicherer Nummer-eins-Pick gesehen, ist für viele der Messias und im schlimmsten Fall nur so gut wie Derrick Rose. Wenn DeMarcus Cousins also auch nur in die Nähe dessen käme, dann sollte man ihn doch ziehen. Vor allem, weil die Alternativen ja auch nicht besser sind. Wesley Johnson passt besser ins jetzige Team, aber dieses ist erfolglos und braucht eine ganz neue Hackordnung, nicht nur ein, zwei kleinere Korrekturen. An #4 sollte auf jeden Fall DeMarcus Cousins gezogen werden. Das Frontcourt-Problem, das sich scheinbar ergibt, versuche ich später zu lösen.

Eine alte Regel im Draft ist, dass die Big Men meist eher gedraftet werden als die Flügelspieler oder Point Guards. Man findet also auch in der Mitte der ersten Runde noch durchaus gute Spieler für die Flügelpositionen. Die T'Wolves haben zufällig noch einen 16. Pick (erhalten von den Charlotte Bobcats). Zu vermuten, wer an Position 16 noch zu haben ist, ist natürlich nicht einfach, aber die Timberwolves sind ja auf dem Flügel so unterbesetzt, dass sie sowohl den besten noch zu draftenden Shooting Guard als auch den besten Small Forward nehmen können. Sieht man Ricky Rubio als kommenden Point Guard und die Vier und Fünf mit Cousins/Jefferson oder Love als halbwegs gesetzt an, kann man sich Talent für die Positionen zwei und drei sehr gut vorstellen. An 16. Stelle sollten noch einige Prospects zur Verfügung stehen, seien es nun Xavier Henry, Avery Bradley oder Devin Ebanks, vielleicht rutschen auch Luke Babbitt oder Gordon Hayward durch. Was ich damit sagen will: Man wird auch so weit hinten noch einen talentierten Spieler finden, der diesem Wolves-Team eine neue Dimension im Spiel ermöglichen wird.

Pick #23 sehe ich klar als Langzeitinvestition an. Dort wird ein nichtamerikanischer Spieler gepickt und in Europa geparkt, falls er nicht schon dort ist. In der zweiten Runde besitzt man noch die Picks 45 und 56. Dies sind aber nichtgarantierte Verträge. Sollte die Möglichkeit bestehen, dass man hier noch einen Spieler bekommen kann, der aufgrund seiner langen College-Spielzeit kein Upside mehr bietet, aber dem Team helfen könnte, wird man zugreifen. Wir schließen also die Augen und schauen auf ein verändertes Wolves-Team, das momentan ungefähr so auflaufen könnte:

PG: Flynn/Sessions
SG: Brewer/Ellington
SF: Ebanks(als Beispielpick #16)/Gomes
PF: Jefferson/Love
C: Cousins/Hollins

Dazu bleibt im Hinterkopf für die Saison 2011/2012, dass Ricky Rubio als Point Guard zur Verfügung stehen könnte.

 

Die finanzielle Situation

Damit das Team über den Capspace von ca. 16 Millionen Dollar verfügen kann, müssen erst die Rechte an Spielern, die vorherige Saison im Kader standen und an denen die Timberwolves noch (Early) Bird-Rechte besitzen, verworfen werden. Das betrifft vor allem Darko Milicic und Damien Wilkins, aber auch an Oleksey Pecherov, Aleksandar Pavlovic, Nathan Jawai und Brian Cardinal besitzen die Timberwolves noch Rechte. Bei einem Team, das mit 16 Millionen unterm Cap wäre, macht es auch keinen Sinn, die Rechte an den Spielern zu halten, weil man sie dennoch resignen könnte.

Ein Wort noch zu Ryan Gomes' Vertrag: Dieser ist noch bis zum 30. Juni ungarantiert und man könnte Gomes entlassen, um mehr Gehaltsspielraum zu ermöglichen. Gomes würde in den nächsten beiden Jahren nur mit einer Million US-Dollar gegen den Cap zählen, im dritten wären es gar nur 750.000 US-Dollar. Allerdings wird man keinen akzeptablen Rollenspieler für dieses Geld resignen können, sodass das Waiven von Ryan Gomes (Foto) maximal eine theoretische Möglichkeit ist.

Momentan wird davon ausgegangen, dass der Salary Cap bei 56,1 Millionen angesiedelt wird. Sollte dies auch Bestand haben, haben die Timberwolves Platz für einen Maximal-Vertrag. Da man ein Loch auf dem Flügel hat, verpflichtet man natürlich LeBron James oder Dwyane Wade - jedenfalls bei NBA 2k11 wäre das eine Option. Es hat schon seinen Grund, warum trotz genügend Capspace nie Minnesota als Anlaufstelle für die ganzen Free Agents genannt wurde (ebenso ergeht es bspw. Sacramento). Wenn man also das Geld ausgibt, dann für einen Rollenspieler, den man überbezahlen würde. Vielleicht am ehesten noch Joe Johnson (aber dieser ist für dieses Team aus meiner Sicht zu alt) oder Rudy Gay. Ereignen wird sich wohl nichts dergleichen, eher halte ich folgende Transaktionen der Wolves für wahrscheinlicher:

  1. Man gibt Darko Milicic einen Anschlussvertrag. Diesen schätze ich niedriger als den vorherigen Vertrag ein und beziffere ihn mal bei 15/3. Das wären 5 Millionen im ersten Jahr, es blieben noch 11 Millionen Capspace übrig. 
  2. Durch das Draften von DeMarcus Cousins könnte man versuchen, Al Jefferson oder Kevin Love (Foto) gewinnbringend gegen einen qualitativen Flügelspieler zu traden. Es gäbe zwar die Möglichkeit, Al Jefferson direkt gegen Erick Dampier zu tauschen und diesen zu entlassen, um 13 Millionen mehr Capspace zu generieren. Doch dieser würde nicht vernünftig investiert werden können, da bekanntlich nicht die besten Free Agents bei den Wolves unterschreiben würden. Es müsste also Qualität zurückkommen. Hier gibt es nun eine Vielzahl von Möglichkeiten. Dealt man Jefferson oder Love? Wen will man zurückerhalten? Ich stelle mal stellvertretend für jeden der beiden Spieler einen Trade vor, der nicht bis ins Detail ausgearbeitet ist, sondern lediglich ein Gerüst darstellen soll: Die Houston Rockets sollen laut einigen Mock Drafts Xavier Henry an Position 14 ziehen. Auf dieser Position spielt Kevin Martin, zudem läuft der Vertrag von Luis Scola aus. Kann man sich nicht mit Scola einigen und eine kostengünstige Lösung finden, wäre dieser Trade vorstellbar: Kevin Martin gegen Al Jefferson im Grundgerüst. Houston erhält einen starken Power Forward neben Yao Ming, die Timberwolves bekommen ihren Flügel-Scorer. Ähnlich würde sich dies mit Kevin Love darstellen, hier nehme ich mal die Oklahoma City Thunder als Beispiel. Diese hatten in den Playoffs sehr genau aufgezeigt bekommen, dass das Rebounding einer ihrer Schwächen ist und Jeff Green als zu klein geratener Power Forward dafür Verantwortung trägt. Genau dieses Loch könnte Kevin Love füllen. Hierbei könnte man überlegen, ob der Trade mit Jeff Green oder auch mit James Harden mehr Sinn für die Thunder ergäbe, nehmen würden die Timberwolves beide Spieler. Die Trades haben natürlich keinerlei Anspruch darauf, dass die T'Wolves so tätig werden, möglich wäre es aber. Ergibt sich nichts, kann man auch einfach mit der Big Men-Rotation bestehend aus Love/Jefferson/Cousins in die Saison gehen.
  3. Zwischenfazit: Der Kader der Wolves sähe nach einem Trade mit den Rockets momentan dann so aus:

PG: Flynn/Sessions
SG: Martin/Brewer/Ellington
SF: Ebanks/Gomes
PF: Love
C: Cousins/Milicic/Hollins

Den Power Forward Backup kann Ryan Gomes geben, der in der letzten Saison schon ein Drittel seiner Spielzeit dort verbrachte, auf der Drei kann ebenso Corey Brewer aushelfen. Eine andere Möglichkeit wäre es, ohne Trade Josh Howard zu signen, der ein katastrophales Jahr hatte, und dessen Teamoption nicht gezogen wurde. Howard könnte hier sicherlich auch weiterhelfen und darf sich über einen Paycut (weniger Lohn im nächsten Vertrag) nicht beschweren. Wenn man ihn für 18-20/3 bekäme, sollte man dies versuchen.

  1. Gehen wir aber davon aus, dass Howard sich entscheidet, woanders zu unterschreiben. Mit dem restlichen Geld könnte man aber ebenso versuchen, einen Backup für Kevin Love zu verpflichten, der sein Hauptaugenmerk auf die Defense gerichtet hat. Durch den Capspace kann man hier auch einfach Spieler aufnehmen, die woanders unter Vertrag stehen. Elf Millionen Dollar ständen zur Verfügung. Die üblichen Minnesota-Regeln würden gelten: Das gegnerische Team müsste den Spieler als verzichtbar ansehen und zudem den Capspace benötigen. Vielleicht könnten die Detroit Pistons (auch bedingt durch den Draft, wo sie an 7. Stelle picken) auf die Dienste von Jason Maxiell verzichten, der trotz der völligen Umstrukturierung des Kaders und des anhaltenden Verletzungspechs nicht mehr Minuten erkämpfen konnte. 
  2. Man wartet auf die nächste Saison und damit auf Ricky Rubio, sodass die Point Guard-Position adäquat besetzt wäre. Außerdem sollte man sich auch nicht der Illusion hingeben, dass nach einem Draft und einem Trade das Team nun die Playoffs entert und einen tiefen Run hinlegt. Es sollen nur Weichen für die Zukunft gestellt werden. Wichtig ist, dass Cousins und Ebanks sich gut entwickeln und gute NBA-Spieler werden. Dafür ist dieses Jahr wichtig.

Das Fazit

Aller Voraussicht nach werden die Minnesota Timberwolves auch in der nächsten Saison den Einzug in die Playoffs verpassen. Sollten sich aber die Rookies und die neuen Spieler gut einfügen und mit Ricky Rubio ein weiteres Talent zum Kader hinzustoßen, hätte man ein talentiertes Team beisammen, das zusammenwachsen und vielleicht mal 2011/12 oder 2012/13 die Playoffs in Angriff nehmen könnte. Abschließend noch mal zwei Varianten des Rosters, die ich mir für die nächste Spielzeit vorstellen könnte:

Variante A

PG: Flynn/Sessions
SG: Martin/Brewer/Ellington
SF: Ebanks/Gomes
PF: Love/Maxiell
C: Cousins/Milicic/Hollins

Variante B

PG: Flynn/Sessions
SG: Harden/Brewer/Ellington
SF: Howard/Ebanks
PF: Jefferson/Gomes
C: Cousins/Milicic/Hollins



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Kommentare

(14 Kommentare bisher)

von Junie 12.06.10 um 23:50:25


Klasse Artikel und gute, durchaus nachvollziehbare Gedankengänge, die absolut Sinn machen. So detaillierte Zukunftsvisionen würde ich gerne auch zu weiteren Teams lesen, wie zum Beispiel den Knicks, Washington, Sacramento oder auch Phoenix, wenn da die Stars in ihre verdiente Rente gehen. Ich würde mich jedenfalls sehr für die T-Wolves freuen, wenn sie ein ähnliches Konzept verfolgen und umsetzen können! Hoffe, du zauberst weitere Artikel wie diesen aus deinen Ärmeln ;-)



von Marcel 89 13.06.10 um 11:52:01


sehr guter, detailierter Artikel, bitte mehr davon!!!



von Suck My Diktiergerät 13.06.10 um 13:27:13


kann meinen vorrednern nur bedingslos zustimmen.
mehr solcher tiefen analysen bitte :)



von stef@n 13.06.10 um 14:38:50


schade, dass man bei 2K10 sich nicht Rubio, Splitter und so weiter holen kann, obwohl die Franchise die Rechte an den hat.
Sonst wäre ich jetzt sofort an der Playstation und würd diese Trads ausprobieren und mit den Wolves Meister werden



von Hurricane 13.06.10 um 15:46:43


Apropos Rubio, kommt der überhaupt in die NBA? Und haben die Spurs nicht die "Rechte" an Splitter.



von Dudeeerino 13.06.10 um 17:42:58


starker Artikel!
schließe mich an -> mehr davon!



von RunTMC 13.06.10 um 21:41:44


danke fuer den artikel,gut zu lesen.
manche ideen sind nachviollziehbar, jedoch bezweifele ich die moeglichkeit der umsetzung.

trades:
- houston z.B. moechte auf keinen fall scola ziehen lassen sondern verlaengern. ausserdem moechte sich houston im frontcourt verswtaerken. morey meinte schon er wird nur spieler holen die nicht verletziungsanfaellig sind und mit starpotential. (Amare, D. Lee und wenn bosh doch noch moechte). fuer solche spieler wuerde man brooks oder martin traden. ein jefferson trade faellt flach.
generell ist es zurzeit schwer Big AL zu traden, wegen seinen verletzungen und er letzjaehrigen leistung.
- ein frontcourt mit cousins, Love, Al wuerde bedeuten = 0 Defense. und bei cousins ein spieler mit gehirnbrand(btw. er kam bei seinem draft workout mit 20 lb zu viel an, keine muskeln, sondern fett)
-> wer will einen spieler der eher eine karriere von d. coleman einschlaegt als die von eines motivierten Talents?

daher finde ich die idee eine 2ers, 3ers um einiges besser... man koennte das tradeangebot der phillys annehmen (#2 and brand gegne #4 und jefferson)
mit den pick koennteman turner oder (im notfall?)! favors draften und brewer auf die 3 setzen.

oder beim trade: jefferson gegen C. butler nach dallas (cuban bekannt fuer risiko)



von D-One 14.06.10 um 12:19:30


Ich freue mich, dass der Blogeintrag doch auf positive Resonanz stieß, obwohl die Wolves nun wahrlich keine große Anhängerschaft in Deutschland haben. Für weitere Teams kann ich nichts verprechen, ich schaue mal, was mich anspricht.

@Hurricane: Rubio hat vor, nach der nächsten Saison in die NBA zu wechseln. Ob er dann tatsächlich für die Timberwolves aufläuft, wird man sehen müssen. Die Aussage zu Splitter ist korrekt: die Spurs haben die Rechte an ihm.

@RunTMC: Natürlich möchte Houston Luis Scola unbedingt verlängern. Das ist klar. Es wird hier eine Frage des Geldes sein. Scola ist 30 und hat in der NBA gerade mal 10 Millionen Dollar verdient. Der will sicherlich einen richtig dicken Vertrag sehen - und kann ihn in dieser Free Agency sicherlich auch bekommen. Dies ist auch Bedingung dafür, dass Houston überhaupt einen Trade vollzieht: die Vertragsverhandlungen mit Scola scheitern oder ziehen sich total in die Länge. So könnte man wenigstens den Verlust von Scola verkraften und sich im Draft einen neuen Shooting Guard holen. Unterschreibt Scola für ein angemessenes Gehalt, ist der Trade natürlich hinfällig.
Morey kann viele Star-PFs wollen. Fakt ist, dass man für diese auch traden müsste, weil man überm Cap ist. Und den Unterschied zwischen David Lee und Al Jefferson musst du mir dann noch mal erklären. Jefferson hat in der letzten Saison 76 Spiele gemacht. Wo der injury prone sein soll, erschließt sich mir nicht.
Zur Personalie Cousins nochmal: DeMarcus Cousins wird wegen seinem "Gehirnbrand" doch erst an #4 verfügbar sein. Vom reinen basketballerischen Talent her wäre er gar ein potentieller #1-Pick. Natürlich ist deshalb das Risiko für Minnesota größer, ihn an #4 zu picken als ne solide Nummer wie Wes Johnson. Aber ohne Risiko wird Minnesota nie mehr die Playoffs sehen. Mit #4 auf nen Rollenspieler zu gehen, ist einfach im Fall von Minnesota Unsinn. Man muss versuchen, einen Franchise Player im Draft zu ziehen. Wall und Favors bekommt man nicht, Cousins ist evtl. noch einer, bei Turner und Johnson wäre ich mir sehr unsicher (spielen eben auf dem Flügel; schau dir Wade oder LeBron an. Das ist pure Dominanz auf dem Flügel, alleine können sie trotzdem kein Team zum Titel tragen. Sie benötigen eine zweite Option. Wie Kobe Pau Gasol braucht, bspw.). Und es ist schlicht einfacher, ein Team um einen talentierten Big Man aufzubauen. Siehe die Teams um Shaq, um Duncan (die haben zusammen 8 der letzten 11 Titel geholt). Minnesota kommt einfach nicht an einen hochtalentierten Big, wenn sie ihn nicht im Draft ziehen. An einen Sidekick auf dem Flügel kommt man schon eher. Deshalb eben das Risiko mit Cousins. Wenn er nur Derrick Coleman (oder schlimmer: Eddy Curry) wird: okay. Dann hat man es aber wenigstens versucht. Wes Johnson zu nehmen, ist für mich gleich die Kapitulation.

Den Trade mit Philly verstehe ich überhaupt nicht. Zum einen würde ich das aus Sicht der Sixers nur machen, wenn ich etwas zum Gesundheitszustand von Brand wüsste, dass die Wolves nicht wüssten. Ansonsten passt Brand (vor allem defensiv) sehr viel besser ins Team als Jefferson. Wieso sollte man für den schlechteren Fit noch #2 abgeben? Und warum sollten die Wolves unter Umständen Derrick Favors ziehen, wenn sie mit Brand einen riesigen Vertrag aufgenommen haben und sie zudem auf der 4 auch noch Kevin Love stehen haben? Zudem ist Evan Turner für mich auch nicht der Heiland.

Der Dallas-Trade macht allerdings Sinn, wenn man Cousins im Draft gezogen hätte und Jefferson dumpen will, ja.

Noch einmal zur Verdeutlichung: die Timberwolves dürfen keinesfalls im Draft auf ein Teamneed gehen, sondern auf einen potentiellen Superstar/Franchise Player. Das ist Wes Johnson sicherlich nicht, Evan Turner hat auch weniger Anlagen dazu als bspw. DeMarcus Cousins oder Derrick Favors. Rutscht Favors durch, muss man überlegen, ob man ihn pickt. Leider wird er nicht mehr verfügbar sein, denke ich. Von daher muss man sehen, wie man DeMarcus Cousins in den Griff bekommt, notfalls muss man ihm einen Babysitter zur Seite stellen, aber der Junge ist (zumindest in diesem Draft-Jahrgang) die - aus meiner bescheidenen Sicht - einzige Chance auf einen Franchise Player in Minnesota.

Ich danke nochmals allen für das Lob und das Interesse und besonders RunTMC für die Kritik. :)



von El Duque 14.06.10 um 15:54:18


Herrliche Spekulationen, passend zum Draft (und meiner alljährigen Begeisterung dafür) und dem angeblichen "Free agent - Jahrhundertsommer", danke dafür.
Das Minnesota eine FreeAgent-Wüste ist, spüre ich jeden Winter, wenn meine Twins versuchen, ihre auslaufenden Verträge zu verlängern oder neue Spieler anzuheuern. Leute unterschreiben lieber bei perspektivlosen Vereinen für weniger, als in den kalten Norden der US of A zu ziehen.
Das selbe in nba-grün bei den Wolves. Im Gegensatz zu Dir denke ich, das dieser Fakt auch bei dem Draft zu beachten ist. Ein charakterlich nicht so gefestigter junger Spieler wird heftige Motivationsprobleme haben, sollte er in Minnesota landen. Weit ab vom Schuss bei einer franchise, zu der keine Sau will, ist der Hammer auf dem Kopf jungreicher Kids, die hauptberuflich ihr Leben genießen wollen. Ein Cousins kann da schnell zum faulen Apfel werden, der einen erfolgreichen Neuaufbau mehr torpediert als vorrantreibt.
Minny braucht auf jeder Position Verstärkung, auch und insbesondere auf der 1, da, realistisch betrachtet, Ricky Rubio nie für die Wölfe auflaufen wird. Er könnte aber in möglichen Trade-Szenarien eine Rolle spielen, sollte ein Verein wie NY keinen LeBron oder Wade bekommen, bräuchten sie einen RR, um die Fans zu besänftigen.
Als Alternative zu Cousins und Johnson zählen für mich Al-Farouq Aminu, der Talent bis zur Hutkrempe hat und Ed Davis. Davis konnte in North Carolina nicht wirklich zeigen, was er kann, ich denke, sein Spiel kommt in der NBA besser zum Tragen.

So weit meine Gedanken, über trades zu spekulieren ist momentan unmöglich, ich warte den 1. Juley ab.
Danke für den Artikel, hoffe, meine Gedanken sind für Dich nachzuvollziehen,
grüße



von Bratfisch 14.06.10 um 19:35:56


Und was ist, wenn Cousins an 4 nicht mehr zu haben ist? Wie sieht das Szenario dann mit dem wahrscheinlichen Pick Johnson aus?
Ansonsten sehr schöner Artikel, aber diese Analyse fehlt imho noch, da Cousins durchaus auch unter den Top3 weggehen kann und wird.



von D-One 15.06.10 um 00:23:35


Die Wizards haben bestätigt, dass sie Wall an #1 ziehen, die Sixers sollen sehr sicher sein, dass sie Turner nehmen, hier ist aber nur Derrick Favors als Option im Gespräch. Die Nets würden sich freuen, wenn Turner bis auf 3 durchrutschen würde. Haben sie die Wahl zwischen Favors und Cousins, nehmen sie Favors, weil beide Spieler ähnlich viel Upside haben, aber mit Lopez auf der 5 schon gut besetzt sind. Favors wäre dann interessanter, da er auch mittel- und langfristig einen festen Starterposten innehätte. Aber hier gibt es noch ein Workout, wo beide aufeinandertreffen sollen.
Egal, wen die Nets picken, den anderen Spieler sollten - aus meiner Sicht - die T'Wolves picken. Der Blogeintrag ist ja meine persönliche Sicht, was die Wolves machen sollten.
Die Timberwolves sollen übrigens verlautbart haben, dass Wes Johnson ihr Pick an #4 ist. Na dann wird auf weitere Jahre getankt. Mein Szenario mit Johnson ist einfach viel zu unspektakulär, um etwas zu schreiben: man draftet nach Teamneed, weil man denkt, irgendein Puzzleteil schon gefunden zu haben. Das heißt, dass man am Team im Groben festhält. Ich denke daher, dass man mit der Rotation:
Flynn/Sessions
Ellington/Brewer
Johnson/Brewer
Love/Gomes
Jefferson/Milicic
in die Saison gehen wird, es kommt ja zudem noch #16 hinzu. Es ist für mich ein weiterer Fehler der Wolves, die aber jetzt seit dem Garnett-Trade (und auch schon zu Garnett-Zeiten; man denke an den Foye <-> Roy-Swap, obwohl man da retrospektiv schön klugscheißen kann) schon System zu haben scheint. Die Timberwolves stehen ja nicht umsonst da,wo sie sind.

@El Duque: ich kann deine Gedankengänge nachvollziehen, teile sie auch. Was Cousins wirklich will, müsste in Interviews in Erfahrung gebracht werden.



von ca$hmoney 15.06.10 um 15:40:22


@D-One :Naja, warum wurd kein einziges Wort über die Triangle Offense verloren? Das relativ junge Wolves-Team und ein 20 jähriger pg-rookie waren in weitesten Teilen der Saison mit einem der schwierigsten Offense Systeme offensichtlich überfordert, das System jetzt fallen zu lassen und ein Spieler wie Cousins zu holen ist nur bedingt optimal(Potenzial en masse trotz Bust-Riskiko), kurzfristig gesehen sogar überhaupt keine Verstärkung(aber dazu mehr im Verlauf). Schon klar, das Jonny Flynn als max. solider Backup ne Zukunft herauf beschwört wird, ausgehend von unbeeindruckenden Zahlen und ohne weiteres Hintergrundwissen...In der Triangle ist das Potenzial eines pg weitgehend irrelevant und vielmehr auf dominante Flügel basierend bzw. der Unterstützung eines starken Posts und schneller Rotation. Einen klassischen floor general gibt es dabei nicht, braucht es auch nicht wie bei den Bulls mit Jordan/Pippen und LA mit Kobe/Shaq. Warum sollte also ein hochgepriesener Rubio in Minnesota abgesehen vom bescheidenen Marketingpotenzial(wie bereits gut dargelegt) seine Schuhe für ein System schnüren, was sein Starpotenzial nie ganz zur Geltung kommen lassen wird bzw. entfalten wie es bei den talentierten Flynn und Sessions demonstriert wurde. Für solche Spieler müssen pick and rolls, pick and pops und ggf. iso plays gelaufen werden. - In Minnesota fast Fehlanzeige. Starker Post ist in Minnesota vorhanden(BigAL/Love), beim Spielverständnis haperts, aber wie bereit erwähnt klappt's nicht von heut auf morgen(in der Regel braucht ne line up mit halbwegs Spielverständnis ne ganze Saison um das System zu begreifen), wie würde sich ein ballverliebter Rohdiamant a la Cousins darin zurechtfinden?- über die ersten 1-2 Jahre gar nicht, was sich wiederum eher negativ auf die Motivation auswirken würde und einen kompletten Stilwandel dieses Spieler erfordert. Kommen wir zum Flügel, für das System essentiel und in Minnesota der größte Schwachpunkt, ein Evan Turner wär genial von seiner Vielseitigkeit her(Winnermentalität/Eigenen Wurf kreieren/Midrange/Postplay/Passen/Rebounds/IQ) mit Abstsrichen eines noch nicht vorhandenen Dreiers, so werden die 3er von der 1/2 erwünscht, wo shooting range bereits vorhanden ist. Allerdings ist Evans an #4 lediglich Wuschdenken und W. Johnson als 2. Wahl umso wahrscheinlicher, aber nicht "viel" schlechter(Vielseitigkeit/Explosivität/Full Range/Rebounding/Arbeitseinstellung/Uneigennützigkeit) wobei letzteres mit der Zeit gerne mehr der Aggressivität im Zug zum Korb und Kreativität weichen sollte, die Anlagen sind jdf. da. Nebenbei können beide solide-gute Defense vorweisen. Fazit: (A)Entweder mann wirft die Triangle über Bord(ex post verschwendetes Potenzial…) und setzt auf Halfcourt Plays mit einem Cousins und hofft das er einschlägt und die pgs besser/befreiter aufspielen oder holt einen Spieler im Draft(Turner, Johnson)bzw. einen free agent-Flügel(Johnson, Howard) der ein Puzzleteil und wichtigen impact(Vielseitigkeit, IQ)für das vorhandene System mitbringt. Meiner bescheiden Meinung nach ist B der rationale und bessere Weg und auch nicht mehr allzu langwierige zum Erfolg, da das Team nicht mehr als nötig von Trades durcheinander gewürfelt werden muss, was im Ausgang Option A nahkommen würde.
Auch wenn ich den entscheidenden X-Factor des Systems (Rambis‘ Vertrag läuft noch 3 Jahre) in deiner Analyse schmerzlich vermisse, so sind es dennoch interessante Gedankengänge und zum Teil richtige Aussagen die du triffst, letztendlich regt dein Post zur Diskussion an;). Würd mich freuen, wenn du eine Analyse zu Detroit/Sacramanto /Clippers machen würdest. I‘m out.



von D-One 15.06.10 um 16:58:23


@ca$hmoney: Absolut richtige Ergänzungen, die zu anderen Analysen führen. Der Coach hätte in den Blog auch mit aufgenommen werden müssen, das ist sicherlich der Schwachpunkt des Eintrags. Allerdings erwarte ich von einem guten Coach aber auch, dass er auf sein Team reagiert.
Deine Analyse in Sachen TPO ist mir aber auch ein wenig zu eindimensional bzw. widerlegst du doch in deinem Comment deine Aussagen selbst. Sicherlich soll die TPO einen klassichen Aufbau ersetzen, vollkommen richtig. Aber sage mir, welchen Unterschied es macht, wer nominell der PG in der Offense ist? Die TPO benötigt zwingend einen Facilitator (kann ja auch ein Point Forward sein), da ist es unerheblich, ob das nun ein nomineller PG, SG oder SF tut. Die TPO haben wir in den letzten Jahren aber eigentlich nur bei Phil Jackson gesehen und der hatte immer einen Star-SG im Kader. Da wird ein hervorragender PG natürlich nicht gebraucht. Aber stell dir doch vor, dass die Celtics mal TPO spielen würden: dann gibt doch nicht Ray Allen den Facilitator, das kann weiterhin Rondo tun. Was ich damit sagen will: die Rollen im Backcourt sind doch absolut austauschbar. Einer sollte den Spielzug initiieren können, der andere sollte einen sicheren Dreier haben.

Zurück zu den Wolves: für mich ist die Entscheidung von Rambis, die Triangle zu installieren, schlichtweg falsch. Man hat auf keiner der kleinen Positionen überhaupt jemanden, der den Ball bringen kann. Flynn und Sessions haben eine 18% bzw. 17%ige Turnover-Rate als Aufbau. Das ist Top 15 unter den Guards.

Aber für mich ist das System auch erst einmal unwichtig. Wichtig sind hervorragende Spieler, auf die man dann ein System zuschneidet. Natürlich muss man bei Rambis bedenken, dass er aus der Schule Phil Jacksons kommt, aber selbst der lässt ja nicht nur TPO laufen. Es gibt also keinen TPO-Zwang. So argumentiere ich ja den ganzen Eintrag hindurch, dass man eben nicht für ein Teamneed draften soll, sondern auf den potentiellen Franchise Player gehen soll (so er denn noch verfügbar ist). Ein Nachbessern auf den größten Löchern ist zwar sinnvoll, wenn man schon ein Team beisammen hat, aber die Wolves haben ja gerade mal zwei überdurchschnittliche Spieler in Love und Jefferson. Beide spielen sich als Franchise Player aber nicht in den Vordergrund. Zum starken Post-Game: mit 55 bzw. 52% True Shooting für Love und Jefferson ist das nicht gerade beeindruckend. Dies liegt nämlich daran, dass Jefferson 60% und Love 52% Jumper nehmen. Love nimmt gar fast 2 Dreier pro Spiel. Ich bin über die Zahlen selbst erstaunt und sehe die Schuld eindeutig beim Coach/System: in der vorherigen Saison waren es nur 50% Jumper von Jefferson, bei Love waren es gar nur 39%. Zwei Post-Player sehe ich bei diesen Zahlen nun nicht.

Ich will mich auch nicht auf Cousins versteifen, ich habe ihn mir herausgegriffen, weil ich ziemlich sicher bin, dass er an #4 noch verfügbar ist. Phil Jackson hat ja nie tanken müssen, aber ich weiß nicht, wieso er jetzt bspw. auf Pau Gasol verzichten sollte und stattdessen für das Paket Caron Butler zurücknimmt. Der Vergleich passt vielleicht nicht zu 100%, ich will nur sagen: auch die TPO braucht sehr gute Big Men (Shaq, Gasol, Horace Grant; einzig beim 2. Three-Peat der Bulls hatte man keine konstante Option auf der 4/5), die auch sehr gut aus dem Doppel passen können. Überhaupt ist Passen das wichtigste Element. Wer hatte wohl in der letzten Saison die meisten Turnover in der RS? Genau, die Wolves.

Meine Argumentation sagt aus: man muss versuchen, einen Franchise Player zu ziehen. Von Wes Johnson habe ich alles gehört, nur noch nicht ein Mal, dass er mal das Gesicht eines Clubs wird. Wenn die Wolves das aber in ihm sehen würden, würde ich das gutheißen. Es spricht nur momentan wenig für ihn.

Zum Kippen der TPO noch eben: du sprachst von verschwendetem Potenzial. Ich finde, dass das gesamte Jahr der Timberwolves wirklich verschwendet war. Es hat sich kein Spieler weiter entwickelt, Wayne Ellington sehe ich als einzigen Spieler an, der seine Rolle in der NBA gefunden hat, was positiv ist. Wenn man dieses System kippt: was verliert man denn dann? Aus meiner Sicht muss man versuchen, das Team weiter umzugestalten, weil eben noch gar nichts passt. Kein Spieler ist Top 5 auf seiner Position, also ist niemand gesetzt.

Danke jedoch für die sehr guten Ausführungen zum Coachingaspekt/System. Das fehlt meinem Blog gänzlich.



von Cabalios 22.06.10 um 10:44:42


fetten fetten dank für diesen blog eintrag. :-) endlich mal was zu "meinem" team, mit dem sich sonst keiner rumschlagen will.
sehr lesenswert!!!



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