Dallas Mavericks

Kidd, Marion, Stevenson: die Abgeschriebenen und Abgeschobenen

Von Lukas Oldenburg
 13.06.2011 |

Jason Kidd? Shawn Marion? DeShawn Stevenson? Wer hätte diese Spieler noch vor einem oder zwei Jahren ernsthaft als Eckpfeiler eines Championship-Teams vermutet? Ähnlich wie das ganze Team der Mavericks waren die drei früher recht erfolgreich, ein Titel war aber nie drin gewesen. Die Karrieren der Genannten waren eigentlich gerade am Ausklingen - für so manchen waren sie praktisch schon ausgeklungen. Doch Totgesagte leben manchmal in der Tat länger.

Jason Kidd: verzweifelter letzter Versuch - geglückt!
Der Trade, der den schon damals fast 35-jährigen Jason Kidd und seinen teuren Vertrag 2008 von den Nets nach Dallas holte, wurde zu jener recht eindeutig als ein weiterer verzweifelter und zum Scheitern verurteilter Versuch von Team-Besitzer Mark Cuban gewertet, doch noch etwas aus diesen butterweichen Dallas Mavericks zu machen.

Shawn Marion: abgeschrieben, abgeschoben - bis zum Titel
Und Shawn Marion? Wollte überhaupt noch jemand die einstige Double-Double-Maschine ernsthaft in seinem Team haben, nachdem sie innerhalb von nur etwas mehr als einem Jahr von einem Titelkandidaten in Phoenix über Miami nach Toronto abgeschoben worden war und einige schwere Verletzungen erlitten hatte?

Stevenson - vom Gräuel zum Siegertyp
Wie merwkürdig muss erst die Geschichte von Ex-Wizard DeShawn Stevenson anmuten? Dallas wollte den trash-talkenden Poser mit dem - äh, reflektiert wirkenden - Fünf-Dollar-Schein-Tattoo auf dem Hals (ohne Worte) letztes Jahr eigentlich gar nicht haben. Erst als die Wizards Brendan Haywood mit dazugaben, war Cuban bereit, auch den als überbezahlt geltenden Stevenson zu schlucken.

Denn Stevenson war ein Gräuel. Im Training bekannte er allzu offen seine Sympathie für den damals vor kurzem für den Rest der Saison gesperrten Gilbert Arenas, anstatt das intern zu besprechen, und auf dem Platz war der einstige Dreier- und Defense-Spezialist auf verheerende 28,2 Prozent Feld- und 17,7 Prozent Dreierquote abgerutscht. "Bloß schnell noch loswerden, bevor der uns noch länger auf der Tasche sitzt und für Unruhe sorgt!", muss sich Ernie Grunfeld, President of Basketball Operations der Washington Wizards, damals gedacht haben.

Auch bei den Mavericks schien zunächst nicht mehr viel für Stevenson drin zu sein. Erst am letzten Spieltag stand er auf einmal in der Startaufstellung für den jungen Hoffnungsträger Rodrigue Beaubois, der danach kein einziges Mal mehr aufs Feld kommen sollte. Stevenson hatte prominente Fürsprecher: Dirk Nowitzki und Jason Kidd hatten Coach Rick Carlisle zum zweiten Mal darum gebeten, denn Carlisle war zunächst dagegen gewesen, Stevenson eine größere Rolle zu geben.

Seine beste Leistung hob sich Stevenson dann für die Finals auf - gute Verteidigung gegen LeBron James und Dwyane Wade und 13 von 23 von der Dreierlinie. Wer hätte gedacht, dass Stevenson außerdem als Einziger der drei Ex-Wizards im Mavs-Kader einen großen Beitrag in den Finals leisten würde? (Gut, Caron Butler und Brendan Haywood waren ganz beziehungsweise zum Teil verletzt)? Ohne Trash Talk gegen LeBron James ging es natürlich auch diesmal nicht (und das James-Diss-Shirt hinterher musste auch nicht sein) - aber es ist noch mal gut gegangen.

Daher von mir als langjährigem Stevenson-Kritiker: Hut ab, DeShawn, du hast es mir gezeigt! ;) Mal sehen, was für ein Tattoo du uns dann nächstes Jahr offenbarst...



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Kommentare

(5 Kommentare bisher)

von Webocat 14.06.11 um 09:31:43


ist doch wohl ehr ein Artikel über Stevenson... ;-)



von almaen 14.06.11 um 09:33:43


Nicht nur die Oldies sind bemeklersnwert. Auch so ein Typ wie JJ Barea, den vor der Saison gefühlte 95% der Mav-Fans aus der Rotation werfen wollten oder maximal 10 Minutne pro Spiel sehen wollten, hat in dne Playoffs eine essentielle Rollen gespielt.

Und keine Ahnung was Stevenson vor den Finals genommen hat. Seine Quote war zum beginn der RS top, ließ dann stark nach, er hat in den Playoffs erstmal Problem egehabt, aber in den Finals sind die Dreier ja mit traumwandlerischer Sicherheit gefallen.



von almaen 14.06.11 um 09:34:41


Ach ja, sorry für die Rechtschreibfehler, aber heute begründen die sich mit dem League-Pass-Werbe-AddIn auf eurer Seite, das deckte bei mir das Kommentarfeld zur Hälfte zu.



von Treffnix 14.06.11 um 12:31:51


Marion hatte eine Zeit lang die fixe Idee, er wäre ein Franchiseplayer. Nachdem er die letzten Jahre endlich auf dem Boden der Tatsachen ankam, hat er in Dallas endlich seine Rolle gefunden.

Für Kidd freut es mich am meisten von den drei genannten.

Stevenson ist einfach nur lustig, habe ihn kurz nach seinem LeBron Bash mal getroffen, sympathischer Typ privat.
Ich finde das Shirt genial, kann man das irgendwie kaufen. Wenn man zu Beginn einer Saison eine Dynastie ankündigt, muß man mit solchen Dingen rechnen....in your face LBJ



von Suck My Diktiergerät 15.06.11 um 02:45:24


@treffnix zustimmung auf höchstem niveau. marion ist einfach einer der besten rollenspieler der liga.
kidd hat es mehr als nur verdient.
stevenson ist ne bombe. und das shirt ist der hammer. nach der "not one, not two, not three....(/sum i=1 to intfy o.ä.) aktion ist das shirt nur ein guter konter. wo die rivalitäten sich heute auf ein minimum begnügen find ich sowas einfach nur spitze. gibt ja viele spieler die sich auf dem feld als "feinde" sehen und abseits des feldes die besten "freunde" sind....aber das darf einfach nicht für alle gelten. so einer wie stevenson (der fast nix kann) und trotzdem seinen anteil am erfolg hat, darf ein arrogantes miami team dissen.
er ist der artest der mavs. in harmlos ;) .



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