Geiz ist geil... aber nicht erfolgreich!
Von Dennis Amedovski |
25.07.2007 | |
Die Phoenix Suns wollen
a) attraktiv spielen,
b) Meister werden und
c) Geld sparen.
Dass drei Wünsche auf einmal erfüllt werden, geschieht nur in der Werbung und so steckt Neu-GM Steve Kerr mitsamt seines Chefs und Suns-Besitzer Robert Sarver in einem Dilemma. Einerseits wollen beide das Team verbessern, andererseits soll keine Luxury Tax gezahlt werden. Daher verschickten sie vor kurzem Kurt Thomas quasi zum Nulltarif nach Seattle, sodass als einziger Großer hinter Amaré Stoudemire nur noch Sean Marks übrig geblieben ist. Der Neuseeländer, der im letzten Jahr ganze 17 Minuten spielen durfte, wird, laut Kerr, "viele überraschen". Welche Art von Überraschung es dann sein wird, bleibt abzuwarten.
Während der Abgang von Kurt Thomas sich andeutete, ist die Situation mit den eigenen Draft-Picks noch viel dramatischer. Eigentlich ist Phoenix als gutes Draft-Team bekannt und hatte schon immer ein Händchen für spät gedraftete Rookies (Michael Finley, Cedric Ceballos, Steve Nash, Stephen Jackson, Wesley Person), doch mit der Zeit wurde immer weniger Wert auf Draf-Picks gelegt oder schlichtweg verkauft. Als Flops können hier zweifelsfrei Zarko Cabarkapa, Jake Tsakalidis, Mario Bennett und Antonio Lang genannt werden, während die Namen der verkauften Picks dagegen noch viel klangvoller ist. Für umsonst schickten die Suns nämlich Rudy Fernandez, Rajon Rondo, Sergio Rodriguez, Marcin Gortat und Luol Deng weg. Warum wird also in Phoenix kein Wert mehr auf Rookies gelegt? Zum einen müssen die Neulinge sich erst einmal an die NBA-Welt gewöhnen, zum anderen aber sind sie mit garantierten Verträgen ausgestattet, sodass sie über mehrere Jahre bezahlt werden müssen - ob sie nun spielen oder nicht - und genau diese Situation mag Sarver nicht.
Ein weiteres Beispiel für die "sarversche" Sparsucht ist die Trade-Exception, die die Suns im Rahmen des Thomas-Trade bekommen haben. Laut Kerr soll diese nicht in diesem Jahr benutzt werden. Da diese Exception nicht mit Spielern, sondern nur mit Picks oder den Rechten an Spielern verknüpft werden kann, gibt es nur noch wenige Möglichkeiten, dass die Suns kadertechnisch nachbessern. Möglich wäre jedoch, - und das ist der letzte Hoffnungsschimmer der Suns-Kritiker - dass Sarver doch noch dazu bewegt wird, einen Großen zu holen. Immer wieder tauchen dabei die Name Tim Thomas und Marcus Camby auf. Beide wären mit dieser Exception zu bekommen, doch dafür müsste Sarver Luxury Tax zahlen - ein Teufelskreis für den Besitzer, aber auch für die Fans.
So bleibt nur noch die Hoffnung auf Leistungssteigerungen von Boris Diaw und Marcus Banks (der augenscheinlich das Vertrauen von Head Coach D'Antoni bekommt) und dem gewohnten Offensivbild, welches von Steve Nash, Shawn Marion, Raja Bell, Leandro Barbosa und Amaré Stoudemire gezeichnet wird. Dennoch bleibt abzuwarten, ob der Pinsel bis zum letzten (Final)spiel geschwungen werden kann. Momentan sieht es trotz des Neuzuganges Grant Hill nicht danach aus.



von Crossover 30.05.2012 um 10:49:53
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