Phoenix Suns

Ein bisschen Respekt für Steve K.

Von Dennis Amedovski
 24.02.2010 |

Eigentlich war schon alles beschlossene Sache: Amare Stoudemire sollte die Phoenix Suns zur Trading-Deadline verlassen, da man sich nicht vorzeitig auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte und man den Star nicht ohne Gegenwert im Sommer verlieren möchte. Schon seit der letzten Saison wurde versucht, den Vertrag mit dem athletischen Forward über die aktuelle Spielzeit hinaus auszuweiten, doch maximales Gehalt passt nicht zum rigiden Sparkurs des Besitzers Robert Sarver. Also deutete alles auf einen Wechsel hin.

Doch es kam anders! Steve Kerr (Foto), General Manager der Suns, und somit in der Befehlskette direkt an Sarvers Anweisungen gebunden, entschied sich, nichts zu tun. Und damit tat er genau das richtige! Die Angebote für STAT waren verlockend: Golden State bot im Sommer 2009 Andris Biedrins und seinen Top-Pick, Cleveland holte sich statt Stoudemire Antawn Jamison, obwohl LeBron James sich öffentlich für den Sun aussprach, dazu gaben auch die Boston Celtics und die Philadelphia 76ers Angebote ab. Ebenfalls ein möglicher Tauschpartner waren die Miami Heat und zuletzt auch die Houston Rockets. Doch Danny Ainge, Kerrs Pendant in Boston, erklärte es treffend: "Wir hätten ihn [Stoudemire] gerne verpflichtet, aber Phoenix hätte nicht das bekommen, was sie wollten. Die Suns hätten ihn meiner Meinung nach getradet, wenn das passende Angebot auf dem Tisch lag." Aber Kerr blieb hart, entschied sich nicht den Sparkurs mitzugehen und lag damit genau richtig! In einer Trading-Phase, in der nicht mehr das Talent, sondern die Vertragslänge und mögliche Sparmaßnahmen bedeutend sind, blieb der viermalige NBA-Champion (3 x Bulls, 1 x Spurs) cool.

Überhaupt kann man die Arbeit des oft gescholtenen Kerrs nicht genug loben. Sein erster Trade, Shawn Marion für Shaquille O'Neal, war zum damaligen Zeitpunkt nicht so schlecht, wie er heute gemacht wurde. Damals war der Shaqster das einzige Trade-Gegenstück, das zum Vertrag Marions gepasst hatte und da der jetzige Maverick sowieso Arizona verlassen wollte, passte der Deal.

Auch der Überraschungstransfer von Jason Richardson (Foto) zahlt sich mittlerweile aus. Zwar passt Richardsons Gehalt nicht in den Finanzspielraum Sarvers, stand so in der Trade-Gerüchteküche ganz oben, doch sportlich scheint sich der ehemalige Dunk-Champion erholt zu haben: Glänzte er in den Vormonaten immer wieder durch unkonstantes Scoring, erzielte er zuletzt in sechs von neun Partien mindestens 16 Zähler. Sein Siegwurf gegen die Oklahoma City Thunder (siehe Video) dürfte ihm da noch mehr Auftrieb geben. Im Februar haben die Suns bislang nur zwei Spiele verloren und das trotz widriger Umstände. Auch ein Verdienst von Steve Kerr.

Und bedenkt man, dass Kerr auch verantwortlich ist für die Top-Verpflichtungen (zum Spartarif) von Grant Hill, Channing Frye, Jared Dudley und Louis Amundson und die Draftpicks Robin Lopez und Goran Dragic (getradet für No-Name Malik Hairston), so kann sein Beitrag zur aktuellen Siegesserie nicht hoch genug sein. Dazu noch das glückliche Händchen mit Head Coach Alvin Gentry. All das, mit dem Druck von oben sparen zu müssen und einige unpopuläre Entscheidungen zu treffen (z.B. der Trade von O'Neal zum Nulltarif nach Cleveland oder das Verschenken der Draft-Rechte von z.B. Rudy Fernandez) und somit viel Kritik einzustecken.

Zeit also für einige lobende Worte in Richtung Steve Kerr! Gut gemacht!



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Kommentare

(4 Kommentare bisher)

von TNT 24.02.10 um 19:13:02


Kleine Anmerkung: Steve Kerr war 5 x Champion (3 x Bulls, 2 x Spurs (99 und 03))



von fish 24.02.10 um 19:26:49


war kerr nicht auch dafür verantwortlich, dass die suns vielversprechende, hilfreiche picks wie z.b. r rondo, r fernandez und l deng abgegeben haben?



von Hurricane 24.02.10 um 19:40:37


@ Fish wurde doch erwähnt im Artikel : "oder das Verschenken der Draft-Rechte von z.B. Rudy Fernandez"



von fish 25.02.10 um 15:27:40


ohhhhhhhh...sorry...



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