Lockout
Crossover - kreuz und quer: ausgesperrt
Von Manuel Baraniak |
08.07.2011 | |

Woran erkennt man, dass gerade Lockout ist?
1. Auf der Homepage der Utah Jazz ist ein Video von deren Tänzerinnen zu sehen, wie sie Elefantenkacke im Zoo beseitigen.
Die meisten werden es seit dem 1. Juli beim Besuch auf nba.com oder den Websites der Franchises längt festgestellt haben, von Photos und Videos der Spieler fehlt jegliche Spur. Stattdessen dominieren Cheerleader, Maskottchen oder, wenn man Glück hat, zumindest Akteure vergangener Tage die Seiten.
Solange die Aussperrung anhält, darf Bild- und Videomaterial nicht an die Akteure erinnern. So gleicht auch der YouTube-Kanal der NBA einer Zeit, in der es noch gar kein YouTube gab. Doch ganz so spärlich wie zu Beginn der Aussperrung sind die Homepages nicht mehr. So sind die Spielerprofile, wenn auch ohne Photos und Videos, aber mitsamt Statistiken wieder abrufbar, und auch eine aktuelle News-Sektion ist dem Nutzer zugänglich. Auch die offizielle Twitter-Seite der nordamerikanishen Profiliga wachte nach viertägigem Schlaf zumindest wieder auf.
2. Chris Paul (Foto) müsste eine Sondergenehmigung beantragen, damit der Sicherheitsbeamte der New Orleans Hornets, Randy Greenup, Pauls Hochzeit besuchen dürfte.
Da während einer Aussperrung jeglicher Kontakt zwischen Franchise-Offiziellen und -Mitarbeitern untersagt ist, nimmt dies gar solch absurde Züge wie in Chris Pauls Fall an. Chris Bosh soll für seine Hochzeit eine solche Genehmigung bereits bekommen haben.
Da die ausgesperrten Spieler nicht in den Trainingseinrichtungen ihrer jeweligen Franchise und ihren Coaches trainieren dürfen, haben anerkannte Coaches und Trainer, die nicht für eine bestimmte Mannschaft arbeiten, enormen Zulauf bekommen. Ob Tim Grover in Chicago, John Lucas in Houston, Joe Abunassar in Las Vegas oder Rob McClanaghan und Tony Falce in Los Angeles - die Akteure haben zumindest die Möglichkeit, fit zu bleiben. So sollen den Spielern bereits vor dem Lockout Unterlagen von den Teams zugekommen sein, die die Möglichkeiten zum Training darstellen.
3. Michael Beasley (Foto) und das Gras.
Dass gerade Michael Beasley der erste Akteur ist, der nach dem Lockout mit derartigen Negativschlagzeilen (30 km/h zu schnell gefahren, 16 Gramm Marihuana bei sich) auf sich aufmerksam macht, ist nicht so verwunderlich. Wer erinnert sich noch an sein auf Twitter eingestelltes Photo mit dem ominösen Tütchen auf dem Tisch, was schließlich zu einem Besuch in einer Entzugsklinik geführt hatte? Doch eigentlich hat sich der Forward der Minnesota Timberwolves einen guten Zeitpunkt ausgesucht, schließlich greifen während eines Lockouts keine Strafen und Spielsperren.
4. Gilbert Arenas und Dwight Howard wissen mit ihren Zeit nichts weiteres anzufangen, als mit dem Gesicht nach unten auf Gegenständen zu liegen.
Das Internetphänomen „Planking“ hat auch vor dem Duo der Orlando Magic nicht halt gemacht, und so hängen die beiden in anderer Form als ein Michael Beasley einfach mal ab. Spencer Hawes greift in den Wettbewerb bereits ein.
5. DeMarcus Cousins (Foto) kann nicht reifen.
Der Noch-Rookie in Diensten der Sacramento Kings machte schon während der Spielzeit mit unreifem Handeln (u.a. fünftmeiste technische Fouls der Liga) sich nicht wirklich beliebt; wie soll sich das bei einer Aussperrung schon ändern? Und so kassierte der 20-Jährige gar bei einem Streetballspiel ein technisches Foul.
6. Die NBA nimmt zu einem Zeitungsartikel Stellung.
Nachdem ein Artikel der New York Times anhand Zahlen von Forbes und der Financial World in Frage stellt, die NBA und deren Franchises würden wirklich jene herben Verluste machen, und entgegen sogar meint, der NBA würde es finanziell recht gut gehen, und die Gewinne der großen Franchises würden die Verluste der kleineren mehr als aufwiegen, antwortete die NBA darauf mit einer offiziellen Stellungnahme samt komplett in fett markierten Buchstaben.
Nun ist es ja keine Seltenheit, dass Zeitungen, Blogs oder andere Nachrichteninstanzen Kritik an der Liga äußern. Und auch Forbes gibt schon seit Jahren Berechnungen über den Wert von Franchises bekannt. Dass die Liga nun gerade bei jenem Artikel von Nate Silver Stellung nimmt, ist dahingehend ganz interessant, da sich die Liga womöglich der Tragbreite der Kritik bewusst ist. Denn, in diese Richtung stößt derzeit das meiste Medienecho, Silver wirft die Frage auf, ob die Franchises bei der Buchhaltung (legale) Tricks anwenden, um es bei der Bilanzaufstellung nur so darzustellen, als würde man Verluste machen.
Weitere lesenswerte Artikel zu diesem Thema kommen von Larry Coon und Tommy Craggs.
7. Der Leitende Redakteur des NBA-Ressorts bei Crossover entschließt sich, sich einen „Lockout-Beard“ wachsen zu lassen.




von Sevent 08.07.11 um 13:14:55
Kommt der "Lockout-Beard" dann erst weg, wenn die Aussperrung vorbei ist? ;)
von oxymoron (x-over) 08.07.11 um 13:21:47
Wenn es ein richtiger "Lockout-Beard" ist, müsste ich ihn eigentlich so lange tragen, aber ich gehe stark davon aus, dass ihn vorher abrasieren werde. Und so viel Bart ist es irgendwie nicht. ;)
von Der Milchstraßenmann 08.07.11 um 15:21:27
ich lass mir auch einen wachsen... hoffentlich geht der lockout noch vor dem offiziellen saisonstart zuende sonst muss ich mir wohl nen neuen job suchen xD
von Raquel 08.07.11 um 15:34:57
...sagte der Milchstraßenmann... :D
von GoB13 08.07.11 um 15:56:02
Hatte mich schon gefragt, wie ich die (jetzt sogar noch mehr) basketballlose Zeit rumkriege. Aber wenn ihr noch mehr von solchen Artikeln habt, immer her damit :D
von Treffnix 08.07.11 um 17:33:52
Ich finde die Idee des kollektiven Lockout-Beard eigentlich viel geiler als Planking....wir könnten da nen Crossover-Fotowettbewerb daraus machen :-)
Let it grow (damit mein ich den Bart nicht Michael Beasley)!
von UNDERKANTER 08.07.11 um 20:53:25
aber michael beasley´s aktion find ich so geil