Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




Carlos Boozer: Aus Fehlern lernen?

Von Dennis Amedovski
 22.12.2008 |

Carlos Boozer sollte es eigentlich besser wissen. Mit seiner Ankündigung, nach der Saison zum Free Agent zu werden, machte er sich nicht nur in Salt Lake City neue Feinde. Erinnerungen kommen wieder hoch an den Sommer 2004. Boozer, damals noch im Trikot der Cleveland Cavaliers, hielt sich nicht an eine mündliche Abmachung mit dem General Manager der Cavs, Danny Ferry, und wechselte kurzerhand zu den Jazz. Ferry war es, der auf eine Team-Option in Boozers Vertrag verzichtete und so den Abgang des Power Forwards erst möglich machte. Jetzt gibt es also wieder Diskussionen um Boozers Vertrag. Natürlich hat jeder NBA-Spieler ein Recht aus seinem Vertrag auszusteigen, erst recht, wenn dies ihm per Spieleroption zugesichert wird, doch irgendwie bleibt bei Boozers Entscheidung der Eindruck, als ob es ihm nur ums Geld geht.

Denn: Viele Teams bauen auf die Free Agency 2010. Dann gibt es mit LeBron James, Dwyane Wade, Amare Stoudemire und Chris Bosh echte Hochkaräter. Welche Franchise will sich schon ein Jahr vorher einen teuren Power Forward holen? Zum anderen war Boozers Zeitpunkt dermaßen daneben, dass man sich fragen muss, ob Boozer ein Egoist sonders gleichen ist? Seit mehr als einem Monat hat Boozer nicht mehr für die Jazz gespielt. Mittlerweile wird zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit sein linkes Knie untersucht, ein Einsatz noch in diesem Jahr ist so gut wie ausgeschlossen. Kein guter Zeitpunkt eigentlich um Forderungen für eine Vertragsverlängerung zu stellen. Und dann wäre da noch Paul Millsap (Foto rechts). Der einstige Back-Up von Boozer nutzt die Gunst der Stunde und feiert seine Coming-Out Party. 15 (!!) Double-Doubles in Folge gelangen dem 23-Jährigen. Dazu ist er auch offensiv eine echte Alternative (unter anderem 32 Punkte gegen Boston, 24 Zähler gegen Chicago). Zu Boozers Pech wird Millsap ebenfalls Free Agent und - im Gegensatz zu Boozer - schon jetzt signalisierten die Jazz den Vertrag mit dem Jungstar verlängern zu wollen. Alles deutet auf einen Abschied des gebürtigen Aschaffenburgers hin.

Jazz-Besitzer Larry Miller bezeichnete Boozers Aussagen als "eine der zehn dümmsten Kommentare, die er in 24 Jahren NBA gehört habe." Der Power Forward versucht nun zu retten, was nicht mehr zu retten ist: "Alles was ich sagen wollte, war, dass ich mir alle Optionen offen halten möchte. Ich habe die Möglichkeit aus meinem Vertrag auszusteigen und würde gerne einen weiteren längerfristigen Vertrag bekommen. Natürlich möchte ich hier bei den Jazz bleiben. Dass ich aus dem Kontrakt aussteigen werde, bedeutet nicht, dass ich das Team verlassen will. Ich möchte mir nur alle Optionen offen halten."

So ganz kann man jedoch Boozers Aussagen keinen Glauben schenken. Schon einmal benutzte Boozer einen General Manager als Marionette. Im Sinne der Jazz hofft man nun, dass sie aus der Vergangenheit lernen und Boozers egoistisches Verhalten nicht mit einem neuen Vertrag belohnen werden.



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von Crossover 26.05.2012 um 16:46:44


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