Basketball-WM

Das Ende eines Mythos!

Nichts bewegt die Basketballwelt in diesen Tagen mehr. Die USA sind nicht mehr Basketball-Land Nummer 1. Nach 59 siegreichen Spielen in Folge endete ein Mythos, es folgten drei Niederlagen in den verbleibenden Spielen der WM 2002. Fazit: Platz 6 bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land.

Von Tomdawg
 09.09.2002 |

Nach der jüngsten Niederlage gegen Spanien, meinte deren Coach Imbroda: ?Es ist eine gute Erfahrung für die Amerikaner festzustellen, was passiert, wenn man verliert. Die Welt hat sich verändert.?

Es ist genau 10 Jahre her als DAS Dream Team den Basketballsport in aller Welt populär machte. Damals wurden Jordan, Bird, Johnson und Co. ? kurz NBA-Stars - rekrutiert, weil der Basketballverband der USA es nicht duldete, nur den dritten Platz bei internationalen Wettbewerben zu belegen. Bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 belegte man Platz drei, hinter den UdSSR (heute Russland) und Jugoslawien. Zwei Jahre später reichte es erneut nur für Bronze bei der WM in Argentinien. Damals holte Jugoslawien Gold, die UdSSR holten Silber.

Erst im Herbst 1989 ermöglichte eine FIBA-Entscheidung, dass NBA-Profis bei internationalen Wettkämpfen zugelassen werden konnten. Mit den absoluten Superstars, mit denen jeder von uns aufgewachsen ist, wurde ein Team geformt, das leider in nachfolgenden Turnieren kaum an die in Barcelona gesetzten Massstäbe anknüpfen konnte. Die Repräsentanten der NBA waren noch dominant, aber die Spielernamen kannten zunehmend nur noch echte Fans und Experten, die Konkurrenz anderer Nationen wurde stärker, die Differenzen schmolzen und mit Ach und Krach gelang es bisher immer, die lupenreine Weste zu bewahren.

Alles war perfekt, bis zum Beginn dieser Weltmeisterschaft. Es deutete sich an, dass das Team schwächeln würde ? ohne Ray Allen und Jason Kidd, die kurz vor Beginn des Turniers verletzungsbedingt absagen mussten, fehlten echte Superstars. Die Scorer sollten Pierce, O?Neal und Finley sein, der Rest wurde aus Statistikleadern (A. Miller), Defensivkünstlern (Antonio Davis, Ben Wallace) und Lückenfüllern (Jay Williams & Baron Davis) komplettiert. Das roch zwar nach Erfolg, aber mit bitterem Beigeschmack. Und so kam es dann auch ? die USA verloren. Argentinien schrieb Sportgeschichte, Jugoslawien kickte das US-Team aus dem Medaillenrennen und Spanien setzte dem Debakel den Stempel auf. Das Mutterland des Basketballs schloss die WM mit der schlechtesten Bilanz seit 1950 ab.

Was bleibt, ist Enttäuschung, Spott und Gelächter, dem die NBA-Profis nun ausgesetzt sind. Paul Pierce, der Topscorer seines Teams war, ist es peinlich, Mitglied dieser US-Auswahl gewesen zu sein und er dürfte nicht der einzige bleiben.

David Stern wird sich etwas einfallen lassen müssen, wie er der Welt bei den kommenden Turnieren seine Profiliga verkauft. Es muss sich etwas ändern! Die Fans forderten es schon lange, aber einige der überbezahlten Superstars weigerten sich vehement, die drei Buchstaben ihres Heimatlandes auf der Brust tragen zu wollen. Die Rede ist von Kobe Bryant, Shaquille O?Neal (okay, er war schon 1994 in Toronto dabei), Chris Webber, Tracy McGrady, Allen Iverson oder Tim Duncan. Diese Jungs wollten entweder den Sommer über entspannen, kein Verletzungsrisiko eingehen oder über ihre Kollegen lachen wie sie sich vor den Augen der Welt bis auf die Knochen blamieren.

Wir können uns jedenfalls schon sehr auf die Olympischen Spiele 2004 in Athen freuen, wenn die USA hoffentlich wieder ein nennenswertes Dream Team (das den Namen auch verdient!!!) stellen und den Olymp der Basketballgötter besteigen wird.
I still LOVE THIS NBA!

PS: Glückwunsch Deutschland zu Bronze und Jugoslawien zur Gold-Medaille!





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von Crossover 30.05.2012 um 10:43:54


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