Back in Time

Wade muss noch warten

Sommerzeit ist Franchise-Player-Zeit. Seit 2007 gibt es die Crossover-Rangliste der besten Schlüsselspieler der NBA-Geschichte. In diesem Jahr macht Kobe Bryant drei Plätze gut, LeBron James zieht an Dirk Nowitzki vorbei und Steve Nash prescht in die Top50. Dwyane Wade hingegen muss noch bis nächsten Sommer warten.

Von Thomas Käckenmeister
 18.08.2010 |

Nach der Saison ist vor der Saison. Und in diesem Sommer hat sich eine Menge getan. LeBron James wird zur Spielzeit 2010/11 kein Cleveland Cavalier mehr sein. Welche Auswirkungen das auf die Franchise in Ohio und seinen neuen Arbeitgeber, die Miami Heat, haben wird, darüber wurde bislang viel spekuliert.

Fest steht aber, dass LBJ auf dem 21. Platz der besten Franchise-Player aller Zeiten steht - und das bleibt Fakt. Im Trikot der Heat wird für ihn eine neue Zeitrechnung anbrechen - ins Ranking kommt nur, wer mindestens 18.000 Minuten bei einem NBA-Club gespielt hat -, denn mit seinen neuen Kollegen Dwyane Wade und Chris Bosh sind drei Superstars am Start, die bisher als Schlüsselspieler ihrer Teams agierten. Bosh muss sich also mit seinem 81. Platz begnügen, während Wade nach etwa acht Spielen der neuen Saison die Qualifikation für diese Chart-Liste vollbracht hat (siehe unten).

Doch nun der Reihe nach. Die acht besten, aktiven Franchise-Player im Überblick, ausgehend von den "Crossover"-Kriterien.

4. Platz (letztes Jahr: 4. Platz): Tim Duncan (San Antonio Spurs)
PV: 29,0 TV: 17,5 AV: 11,7 MV: 12,9 PFV: 71,1

PER: 25,0
Teambilanz: 719-315 (69,5%), NBA-Champion: 1999, 2003, 2005, 2007
Awards: MVP: 2-mal, Finals-MVP: 3-mal, All NBA 1st: 9-mal, 2nd: 3-mal
Spielzeit: 13 Jahre, 977 Spiele, 35.577 Minuten
von 1997 bis heute

Tim Duncan ist der unauffällige NBA-Dauerbrenner. "The Big Fundamental" ist zwar nicht so kräftig wie einst Karl Malone (8. Platz) , allerdings ähnlich produktiv. Seit Jahren läuft TD wie ein Uhrwerk. Mit seinen 34 Jahren ist er immer noch für ein Double Double gut. In der Saison 2009/10 wies Duncan die dritthöchste Trefferquote seiner Karriere auf (51,8% FG).

6. Platz (9.): Kobe Bryant (Los Angeles Lakers)
PV: 27,2 TV: 20,2 AV: 8,7 MV: 13,8 PFV: 69,9

PER: 23,5
Teambilanz: 735-381 (65,9%), NBA Champion: 2000-02, 2009-10 Finals: 2004, 2008
Awards: MVP: 1-mal, Finals-MVP: 2-mal, All NBA 1st: 8-mal, 2nd: 2-mal
Spielzeit: 14 Jahre, 1021 Spiele, 37.366 Minuten
von 1996 bis heute

Kobe Bryant ist wie ein guter Wein. Mit den Jahren wird er immer besser. Dreimal in Folge stand der derzeit wohl beste Basketballer der Welt im Finale, zwei Meisterschaften in den vergangenen beiden Jahren konnte er seinem Vermächtnis hinzufügen. Mit 32 Jahren hat KB24 noch einige beeindruckende Jahre vor sich. Selbst der dritte Platz der Franchise-Player-Liste ist greifbar. Dort weilt Magic Johnson mit derzeit 73,0 Franchise-Player-Punkten.

21. Platz (28.): LeBron James (Cleveland Cavaliers)
PV:
31,2 TV: 7,7 AV: 6,0 MV: 9,4 PFV: 54,3

PER: 26,9
Teambilanz: 349-225 (60,8%), Finals: 2007
Awards: MVP: 2-mal, All NBA 1st: 4-mal, 2nd: 2-mal
Spielzeit: 7 Jahre, 548 Spiele, 22.108 Minuten
von 2003 bis 2010

Das Kapitel von LeBron James als Franchise-Player der Cleveland Cavaliers ist nach sieben Jahren beendet. Der Superstar unterschrieb bekanntlich bei den Miami Heat, um gemeinsam mit Dwyane Wade und Chris Bosh die nächsten Ligajahre zu rocken. Der erneut zum MVP gewählte 25-Jährige steht nun vor dem nächsten Karrieresprung, nicht nur weil er die Tür zum besten Basketballalter aufstößt.

23. Platz (25.): Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks)
PV: 27,6 TV: 8,8 AV: 5,3 MV: 12,2 PFV: 53,9

PER: 23,8
Teambilanz: 567-303 (65,2%), Finals: 2006
Awards: MVP: 1-mal, All NBA 1st: 4-mal, 2nd: 4-mal
Spielzeit: 12 Jahre, 920 Spiele, 33.732 Minuten
von 1998 bis heute

Der beste deutsche Basketballer aller Zeiten bleibt den Dallas Mavericks vier weitere Jahre erhalten. Ob in diesem Zeitfenster eine Chance auf die Meisterschaft möglich ist, bleibt abzuwarten. Die Saison 2009/10 war für Nowitzki von den individuellen Werten her erneut bärenstark (25 PpG, 42,1% 3FG, 91,5% FT, 7,7 RpG, 2,7 ApG), auch wenn erneut in der ersten Playoff-Runde die Titelhoffnungen begraben wurden. Übrigens: Im September kommt die überarbeitete Dirk-Nowitzki-Biographie in den Handel.

36. Platz (36.): Allen Iverson (Philadelphia 76ers)
PV: 24,9 TV: 5,2 AV: 4,3 MV: 12,4 PFV: 46,9

PER: 21,5
Teambilanz: 423,467 (47,5%), Finals: 2001
Awards: MVP: 1-mal, All NBA 1st: 3-mal, 2nd: 3-mal
Spielzeit: 12 Jahre, 722 Spiele, 29.879 Minuten
von 1996 bis 2006, 2009/10

Allen Iverson hat nochmal einige Einsätze für die Philadelphia 76ers absolviert. Das änderte nichts an seinem Platz in der Liste des besten Franchise-Player aller Zeiten. Der Guard hat seine Laufbahn mittlerweile beendet und steht hier nur der Vollständigkeit halber.

38. Platz (38.): Tony Parker (San Antonio Spurs)
PV: 21,2 TV: 15,5 AV: 0,7 MV: 8,7 PFV: 46,1

PER: 18,3
Teambilanz: 515-223 (69,8%), NBA-Champion: 2003, 2005, 2007
Awards: Finals-MVP: 1-mal
Spielzeit: 9 Jahre, 668 Spiele, 22.063 Minuten
von 2001 bis heute

Der quirlige Franzose bleibt weiterhin auf dem 38. Platz. In der Saison 2009/10 kam er nur in 56 Spielen zum Einsatz und erzielte lediglich 16 Punkte und 5,7 Vorlagen im Schnitt. Der verletzungsgeplagte Körper braucht trotz jungen Alters (27 Jahre) immer mehr Regenerationspausen. Deshalb verzichtet der Gatte von Eva Longoria auch auf die WM in der Türkei.

42. Platz (49.): Paul Pierce (Boston Celtics)
PV: 24,1 TV: 8,1 AV: 1,0 MV: 12,1 PFV: 45,3

PER: 20,8
Teambilanz: 499-453 (52,4%), NBA Champion: 2008
Awards: Finals-MVP: 1-mal, All NBA 2nd: 1-mal
Spielzeit: 12 Jahre, 884 Spiele, 32.926 Minuten
von 1998 bis heute

Paul Pierce machte im Vergleich zum Vorjahr gleich sieben Plätze gut. Der Veteran der Boston Celtics stand mit seinem Team erneut in den Finals, scheiterte diesmal jedoch an den übermächtigen Lakers um Kobe Bryant.

46. Platz (-): Steve Nash (Phoenix Suns)
PV: 24,2 TV: 7,9 AV: 5,3 MV: 7,4 PFV: 45,0

PER: 20,9
Teambilanz: 428-228 (65,2%)
Awards: MVP: 2-mal, All-NBA 1st: 3-mal, All NBA 2nd: 2-mal
Spielzeit: 8 Jahre, 607 Spiele, 18.323 Minuten
von 1996 bis 1998, von 2004 bis heute

Der beste NBA-Kumpel von Dirk Nowitzki wuchs in Kanada auf, ist leidenschaftlicher Fußballer und zählt mit seinen 36 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen. Trotz der Nummer 13 auf seinem Trikot ist Steve Nash das Glück hold geblieben. Seit der Saison 2000/2001 stand er jedes Jahr für mindestens 70 Spiele und 33 Minuten im Schnitt auf dem Parkett. Seine ersten beiden Ligajahre verbrachte der 15. Pick des Drafts 1996 als Backup von Aufbau-Legende Jason Kidd in Phoenix, ehe er 1998 für sechs Spielzeiten an die Seite von Nowitzki nach Dallas wechselte. Nach der Saison 2003/04 erhielt Nash in Texas jedoch keine Vertragsverlängerung. So ging er zurück zu den Suns und wurde prompt zweimal in Folge zum MVP gewählt (2005, 2006). Trotz der individuellen Klasse - Nash hat in den letzten sieben Jahren jeweils zweistellige Assist-Werte verzeichnet - blieben ihm und seinen Suns der Sprung in die Finals verwehrt. Dreimal scheiterte die Franchise aus Arizona seit Nashs Glanzzeit in den Conference Finals (2005, 2006, 2010). Nach den Abgängen von Amare Stoudemire (nach New York) und Leandro Barbosa (nach Toronto) bleibt Nash die einzige Erinnerung früherer Run-and-Gun-Zeiten. Bis Sommer 2012 hat der in Johannesburg (Südafrika) geborene Spielgestalter noch Vertrag bei den Phoenix Suns.

Von den aktiven Spieler haben es nach der Saison folgende Akteure erstmals in unsere Franchise-Player-Liste geschafft:

52. Derek Fisher (Los Angeles Lakers)
70. Carmelo Anthony (Denver Nuggets)
71. Richard Hamilton (Detroit Pistons)
75. Ben Wallace (Detroit Pistons)
81. Chris Bosh (Toronto Raptors)
92. Andrei Kirilenko (Utah Jazz)
96. Tayshaun Prince (Detroit Pistons)
112. Andre Iguodala (Philadelphia 76ers)

Aktive Spieler, die bereits im Vorjahr dabei waren:

90. (85.) Zydrunas Ilgauskas (Cleveland Cavaliers)
94. (88.) Michael Redd (Milwaukee Bucks)

Und wo ist Dwyane Wade?

Dwyane Wade wird erst im Sommer 2011 die Franchise-Player-Charts stürmen. Dem Shooting Guard der Miami Heat fehlen noch 283 Einsatzminuten, um das Aufnahmekriterium von 18.000 Spielminuten aufzuweisen.


Alle Informationen zur kompletten Crossover Franchise-Player-Wertung gibt es in sechs Teilen, die im Sommer 2007 erschienen sind:

1. Teil: Erklärung der Methode, Plätze 50 bis 41 (Arizin, Cunningham, Dumars, Cowens, Hayes, Gervin, Unseld, K. Johnson, Johnston, Reed)

2. Teil: Plätze 40 bis 31 (Wilkins, Drexler, Barry, Miller, Frazier, Iverson, Payton, Thomas, Barkley, Worthy)

3. Teil: Plätze 30 bis 21 (Ewing, Garnett, Nowitzki, Schayes, McHale, Parish, Robertson, Erving, Heinsohn, Chamberlain)

4. Teil: Plätze 20 bis 11 (Stockton, Bryant, Baylor, Pettit, Jones, Pippen, Alcindor / Abdul-Jabbar, Robinson, Cousy, West)

5. Teil: Plätze 10 bis 1 (Olajuwon, Havlicek, O'Neal, Malone, Bird, Duncan, Abdul-Jabbar, E. Johnson, Russell, Jordan)

6. Teil: Zusammenfassung

Legenden unter sich - die Weiterführung der Daten aus dem Sommer 2008 (neu: Paul Pierce)

LeBron James im Klub der Legenden - Sommer 2009 (neu: LeBron James, Tony Parker)

Die komplette Liste aller 118 Franchise-Spieler (nach den Crossover-Kriterien) kan hier eingesehen werden (Stand: Sommer 2010).




Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
4.33
(3 Bewertungen bisher)
 

Speichere diesen Artikel:


Kommentare

(12 Kommentare bisher)

von schlund 18.08.10 um 02:39:01


wenn man iverson erwähnt, hätte shaq es auchverdient



von Tomrock 18.08.10 um 11:55:08


Falsch. Shaq wird nicht erwähnt, weil er in der Saison 2009/10 nicht bei einem Team spielte, mit der er schonmal die Qualifikation für dieses Ranking erreicht hatte. Nur mit den Lakers stand er mindestens 18.000 Spielminuten auf dem Parkett. Das reicht immerhin für den 9. Platz in dieser Liste.



von Hegel 18.08.10 um 11:55:18


Es geht hier glaube ich um Spieler, die noch bei "ihren" Franchises sind. O'Neal ist das nicht, Iverson war es jedoch.



von dabigticket21 18.08.10 um 16:55:38


wenn es derek fisher auf eine liste schafft, bei der es sich um "franchise-spieler" drehen soll, dann verstehe ich entweder die definition von "franchise-spieler", die hier angewandt wird, nicht ganz, oder die formel ist bogus...



von Tomrock 18.08.10 um 17:05:57


"Ein Franchise-Spieler ist nicht zwangsläufig auch der beste Spieler des Teams. Er ist aber ein oder gar das Gesicht der Franchise über einen längeren Zeitraum."

Merh dazu hier: [crossover-online.de]



von step 18.08.10 um 18:23:34


Gab's da nicht 'mal einen, den sie "The Franchise" nannten? Ein weiterer "verlorener Sohn" vom Boulevard of Broken Dreams.

If u can't stand the Heat, u'll get burned.



von schlund 19.08.10 um 00:11:29


hatte gedacht es geht um die kommende saison...da war blödsinn..shaq gehört nicht auf diese liste....



von dabigticket21 20.08.10 um 11:19:21


"Ein Franchise-Spieler ist nicht zwangsläufig auch der beste Spieler des Teams. Er ist aber ein oder gar das Gesicht der Franchise über einen längeren Zeitraum."
--
selbst dann hat jemand wie fisher nichts auf der liste verloren. gesicht der franchise...um einen franchise-spieler wird normalerweise das team aufgebaut. glaube nicht, dass irgendein gm bei der formation eines teams mit einem ergänzungsspieler anfangen würde, gleich wie konstant, vermarktungsfreundlich und mannschaftsdienlich dieser auch sein mag. er ist und bleibt eine ergänzung, nicht das fundament.



von GoB13 20.08.10 um 12:01:58


Mal as ganz anderes. habt ihr schonmal darüber berichtet: [bild.de]
wenn ja, mein fehler. wenn nicht bitte mal nachholen oder zumindest aufklären ob es evans ist oder nicht.
danke



von Milo$ 20.08.10 um 12:47:03


Mal ne Frage wie kann es sein das Malone so weit vor Chamberlain ist !?! Chamberlain war vielleicht der bester Centar nach Alcindor! Und das ein S.Nash gerade in die Top 50 rein kommt und ein Lebron 21 ist, mhhh sehr seltsam jeweils 2 two time MVP`s und Nash seid 7 Jahren zweistellige Assistwerte !!!



von GoB13 20.08.10 um 13:23:05


@milo
zu nash denke ich mir ma, dass james einfach krassere stats abreißt, 8apg, 8rpg, 28ppg,... noch dazu seine restlichen verdienste (first teamer, was ja auch mehr zählt als second teamer) plus nen regelmäßigen auftritt in den conference finals.
aber ich lasse mich da auch gerne noch weiter aufklären.



von Tomrock 20.08.10 um 13:34:40


Chamberlain hat in seiner Karriere für drei unterschiedliche Teams gespielt, die Warriors, Sixers und Lakers. Nur seine Werte aus der Warriors-Zeit flossen in dieses Ranking ein, da er nur mit diesem NBA-Club die Qualifikation schaffte (min. 18.000 Min.). Das bringt ihn auf den 22. Platz. Zudem war er ein "Stats-Monster", der aber kaum mannschaftliche Erfolge erreichte (s.u.).

Es geht in diesem Ranking ausschließlich um die Verdienste eines Spielers bei einem Team, nicht in seiner gesamten Karriere (bei untersch. Teams). Deshalb ist Kareem Abdul-Jabbar z.B. auch zweimal in diesen Charts (5. und 16. Platz).

Nash ist so weit hinter LBJ, da die Suns z.B. nicht in den Finals standen, Nash weniger individuelle Auszeichnungen erhielt und "schwächere" Statistiken auflegte.

Es sei jedem Zweifler nochmal der erst Teil dieser Serie ans Herz gelegt. Dort wird viel Aufklärungsarbeit geleistet: [crossover-online.de]

Bzgl. Chamberlain gibt es hier weitere Informationen: [crossover-online.de]



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?