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LeBron James im Klub der Legenden
Seit dem Sommer 2007 kürt Crossover die größten Franchise-Player der NBA-Basketballgeschichte. Während Tim Duncan einen Platz in der Gesamtwertung gutmachen konnte, kletterte Kobe Bryant nach seinem vierten Meistertitel in die Top Ten. Auch Dirk Nowitzki konnte sich verbessern. Neu in den Top50: LeBron James (Foto) und Tony Parker.
Von Thomas Käckenmeister |
02.08.2009 | |
Denkt man an NBA-Saison 2008/09 zurück, bleiben vor allem zwei Namen im Gedächtnis: Kobe Bryant (Los Angeles Lakers) und LeBron James (Cleveland Cavaliers). Während der Shooting Guard der kalifornischen Franchise sein Team zum vierten Meistertitel dieses Jahreszehnts führte, gewann "King James" erstmals in seiner Karriere die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler (MVP).
Die beiden Superstars sind nach der diesjährigen Aktualisierung der Crossover-Charts der besten Franchise-Player aller Zeiten diejenigen Kandidaten mit am meisten Luft nach oben. Während Bryant 2007 noch auf dem 19. Platz stand, findet er sich dieses Jahr - u.a. nach einem MVP-Titel (2008) und einer weiteren NBA-Meisterschaft (2009) - in den TopTen wieder. James ist der höchste Neueinstieg in der Liste der Stars; der amtierende MVP steigt von null auf Platz 28 ein. Damit steht "LBJ" vor anderen Aktiven, wie beispielsweise Tony Parker (San Antonio Spurs, Neustieg auf Platz 38) oder Paul Pierce (Platz 49).
Nicht zu vergessen ist Tim Duncan von den San Antonio Spurs. Der wohl beste Power Forward aller Zeiten schlich sich an Kareem Abdul-Jabbar (im Lakers-Dress) vorbei auf den vierten Platz.
Die sechs besten aktiven Franchise-Player im Überblick, ausgehend von den "Crossover"-Kriterien.
4. Platz (letztes Jahr: 5. Platz): Tim Duncan (San Antonio Spurs)
PV: 29,0 TV: 17,7 AV: 11,7 MV: 12,1 PFV: 70,5
PER: 25,0
Teambilanz: 669-283 (70,3%), NBA-Champion: 1999, 2003, 2005, 2007
Awards: MVP: 2-mal, Finals-MVP: 3-mal, All NBA 1st: 9-mal, 2nd: 3-mal
Spielzeit: 12 Jahre, 899 Spiele, 33.138 Minuten
von 1997 bis heute
Tim Duncan zählt nach mittlerweile zwölf NBA-Jahren zu den Veteranen der Liga. Dennoch bleibt er weiterhin eine der großen Konstanten: In jedem Karrierejahr stand "TD21" bisher im ersten bzw. zweiten All-NBA-Team. "The big fundamental" ist deshalb keineswegs als Alteisen zu bezeichnen, sondern gleicht vielmehr einem Edelmetall, das nichts an seiner Qualität einbüßt. Trotz chronischer Knieprobleme im Laufe der letzten Saison führte Duncan seine Spurs vom dritten Tabellenplatz aus in die Playoffs. Dort war jedoch gegen die Dallas Mavericks Feierabend - für San Antonio bedeutete es das erste Erstrundenaus seit 2000.
9. Platz (12.): Kobe Bryant (Los Angeles Lakers)
PV: 27,4 TV: 18,0 AV: 7,3 MV: 12,7 PFV: 65,5
PER: 23,6
Teambilanz: 678-356 (65,6%), NBA Champion: 2000-02, 2009 Finals: 2004, 2008
Awards: MVP: 1-mal, Finals-MVP: 1-mal, All NBA 1st: 7-mal, 2nd: 2-mal
Spielzeit: 13 Jahre, 948 Spiele, 34.531 Minuten
von 1996 bis heute
Was ist über Kobe Bryant nicht schon alles geschrieben worden? Der ehemalige Adjutant von Shaquille O'Neal - zusammen gewannen sie von 2000 bis 2002 drei NBA-Championships - wanderte fünf Jahre lang, um endlich das Gipfelkreuz mit den eigenen Händen zu berühren. Geduld, Ehrgeiz und Disziplin hießen nur einige der Zutaten, die Bryant und seine Lakers nach der Vizemeisterschaft 2008 gegen die Boston Celtics dazu führten, den nächsten Schritt zu beschreiten. Die Orlando Magic fanden gegen Bryant und sein Gefolge in der Meisterschaftsserie kein probates Mittel, sodass der Rekordpunktehalter im Madison Sqare Garden - Bryant sammelte beim Gastspiel in New York am 2. Februar 2009 61 Punkte, soviel wie kein Gegner der Knicks zuvor - nicht nur zum MVP der Finalserie (32,4 PpG, 5,6 RpG, 7,4 ApG) erkoren wurde, sondern sich auch den vierten Meisterschaftsring seiner Laufbahn an den Finger stecken durfte. Nach der regulären Saison 2008/09 stand der Co-MVP des NBA All-Star Games 2009 in Phoenix (gemeinsam mit O'Neal) in der ersten Auswahl sowohl der All-NBA-Teams als auch der besten Verteidigerfünf. Das überaus erfolgreiche Spieljahr 2008/09 begann für Bryant mit dem Gewinn der olympischen Goldmedaille in Peking. In der NBA-Hauptrunde führte Bryant die Lakers zur zweitbesten Bilanz der Liga hinter den Cleveland Cavaliers (65 Siege, 17 Niederlagen) und zementierte seinen Status als alleiniger Führungsspieler mit dem Gewinn seiner vierten Meisterschaft.
25. Platz (26.): Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks)
PV: 27,6 TV: 8,8 AV: 5,0 MV: 11,2 PFV: 52,6
PER: 23,8
Teambilanz: 567-303 (65,2%), Finals: 2006
Awards: MVP: 1-mal, All NBA 1st: 4-mal, 2nd: 3-mal
Spielzeit: 11 Jahre, 839 Spiele, 30.693 Minuten
von 1998 bis heute
Der Traum, einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen, ging für Dirk Nowitzki im Sommer 2008 in Erfüllung. Sein zweites Ziel, der Gewinn einer NBA-Meisterschaft, verfolgt er seit mehr als zehn Jahren. Erstmals seit 2006 überstanden Nowitzki und die Dallas Mavericks die erste Playoff-Runde, für ein Weiterkommen fehlten ihnen aber entsprechendes Spielermaterial. Dennoch präsentierte Nowitzki sowohl in der Hauptrunde als auch in den Playoffs seine außerordentlichen basketballerischen Fähigkeiten. Belohnt wurde seine Leistung in der Hauptrunde mit einem Platz im All-NBA-Team. Außerdem wurde der Deutsche mit der achten Teilnahme beim NBA All-Star Game geehrt.
28. Platz (-): LeBron James (Cleveland Cavaliers)
PV: 31,1 TV: 7,2 AV: 4,0 MV: 8,9 PFV: 51,1
PER: 26,8
Teambilanz: 288-204 (58,5%), Finals: 2007
Awards: MVP: 1-mal, All NBA 1st: 3-mal, 2nd: 2-mal
Spielzeit: 6 Jahre, 472 Spiele, 19.142 Minuten
von 2003 bis heute
Als LeBron James als 18-Jähriger 2003 in die NBA kam, stellte er schnell klar, dass der Medienrummel um seine Person gerechtfertigt war. Bereits in der High School übertrugen TV-Sender landesweit Spiele mit dem "Auserwählten", das Talent des einzigen Kindes einer damals 16-Jährigen aus Akron, Ohio war nicht zu übersehen.
Ohne College-Ausbildung wechselte "LBJ" nach seinem Schulabschluss direkt in die NBA und wurde im Draft 2003 an erster Stelle von den Cleveland Cavaliers ausgewählt. In den nächsten Jahren entwickelte er sich zum prognostizierten Superstar, der unter dem Spitznamen "King James" ligaweit das Zepter schwang. Als bester Rookie seines Jahresgangs trat er dem elitären Club der Legenden Michael Jordan (1. Platz im Crossover-Ranking) und Oscar Robertson (24. Platz) bei; alle drei Genannten lieferten als Neulinge mindestens 20 Punkte, fünf Rebounds und fünf Assists pro Spiel ab.
James gilt als Rekordhalter diverser Meilensteine, die als jüngster Profi überhaupt erzielt worden sind (z.B. Assist- und Punktmarken). Am 20. März 2005 sammelte er 56 Punkte gegen die Toronto Raptors und wurde damit der jüngste Spieler, der je mehr als 50 Zähler erzielen konnte. Der vorherige Rekordhalter war Rick Barry (Golden State Warriors, 40. Platz), der anderthalb Jahre älter war als James.
Im Alter von 24 Jahren kann LeBron James bereits auf eine Reihe von Auszeichnungen und Errungenschaften zurückblicken: 2004 gewann er Bronze bei den Olympischen Spielen von Athen. Zweimal (2006, 2008) wurde er zum MVP des NBA All-Star Games, an welchem er bereits fünf Mal teilnahm, gewählt und stand mehrfach im All-NBA-Team (1st: drei Mal, 2nd: zwei Mal). Mit den Cleveland Cavaliers erreichte er 2007 die NBA-Finals, nachdem James und Co. zuvor im Conference Finale die Detroit Pistons besiegt hatten. Im fünften Spiel dieser Serie markierte die Nummer 23 insgesamt 48 Punkte, davon 29 der letzten 30 seines Teams, das die Partie nach Verlängerung gewann. Im NBA-Finale gegen die San Antonio Spurs verloren die Cavaliers daraufhin jedoch mit 0-4.
In die Saison 2008/09 startete James mit einer olympischen Goldmedaille (Peking 2008). Mit Cleveland stellte er einen neuen Franchise-Rekord (66-16; Heimbilanz: 39-2) auf und scheiterte im Playoff-Halbfinale an den Orlando Magic (2-4), trotz gewonnener MVP-Trophäe und Ernennung in das All-NBA-Defensive First Team.
38. Platz (-): Tony Parker (San Antonio Spurs)
PV: 21,4 TV: 15,9 AV: 0,7 MV: 8,2 PFV: 46,2
PER: 18,5
Teambilanz: 465-191 (70,9%), NBA-Champion: 2003, 2005, 2007
Awards: Finals-MVP: 1-mal
Spielzeit: 8 Jahre, 612 Spiele, 20.335 Minuten
von 2001 bis heute
Es steht außer Frage: Der in Belgien geborene Franzose Tony Parker wäre ohne Tim Duncan mitnichten dermaßen erfolgreich gewesen. Drei NBA-Titel gewann der Ehemann von Schauspielerin Eva Longoria mit den Texanern, 2007 heimste er gar die Trophäe als wertvollster Spieler der Finals ein (4-0 gegen Cleveland). Der pfeilschnelle Parker kann bisher weder auf eine Nominierung ins All-NBA-Team (2008/09 wurde er für das All-NBA-Third-Team nominiert, was aber nicht in dieser Betrachtung von Bedeutung ist) noch ins All-Defensive-Team zurückblicken, harmoniert aber an der Seite der lebenden Legende Tim Duncan hervorragend. Der beste europäische Basketballer von 2007 war bereits drei Mal NBA All-Star (2006, 2007, 2009) und lieferte in der regulären Saison 2008/09 die besten Werte seiner bisherigen NBA-Laufbahn ab (22,0 PpG, 3,1 RpG, 6,9 ApG). Im vierten Playoff-Spiel gegen Dallas egalisierte Parker den Franchise-Rekord von George Gervin für erzielte Punkte in einer Halbzeit mit 31 Zählern, konnte aber die 1-4-Niederlage seines Teams nicht abwenden.
49. Platz (48.): Paul Pierce (Boston Celtics)
PV: 24,3 TV: 7,1 AV: 1,0 MV: 11,4 PFV: 43,8
PER: 21,0
Teambilanz: 449-421 (51,6%), NBA Champion: 2008
Awards: Finals-MVP: 1-mal, All NBA 2nd: 1-mal
Spielzeit: 11 Jahre, 813 Spiele, 30.525 Minuten
von 1998 bis heute
Nach dem Titelgewinn von 2008 ist es ruhiger geworden um die Boston Celtics. Der Medienrummel hat scheinbar nachgelassen. Der Grund: Die Mission Titelverteidigung musste vorzeitig gegen den späteren Vizemeister aus Orlando aufgegeben werden, da vor allem das Verletzungspech einen Strich durch die Rechnung machte. Paul Pierce zählte jedoch nicht zu den Spielern im Celtics-Lazarett, sondern absolvierte auch in seinem elften NBA-Jahr fast alle Spiele (81 in der Hauptrunde, 14 in den Playoffs). Ohne den verletzten Kevin Garnett führte er Boston gegen die bravourös kämpfenden Bulls aus Chicago in die zweite Playoff-Runde, wo dann der Zauber der Franchise aus Florida griff. Pierce' Werte in der regulären Saison und den Playoffs betrugen jeweils mindestens 20 Punkte, fünf Rebounds und drei Assists pro Spiel, sodass in der Endabrechnung ein Platz beim NBA All-Star Game und im All-NBA-Second-Team für ihn heraussprang.
Alle Informationen zur kompletten Crossover Franchise-Player-Wertung gibt es in sechs Teilen, die im Sommer 2007 erschienen sind:
1. Teil: Erklärung der Methode, Plätze 50 bis 41 (Arizin, Cunningham, Dumars, Cowens, Hayes, Gervin, Unseld, K. Johnson, Johnston, Reed)
2. Teil: Plätze 40 bis 31 (Wilkins, Drexler, Barry, Miller, Frazier, Iverson, Payton, Thomas, Barkley, Worthy)
3. Teil: Plätze 30 bis 21 (Ewing, Garnett, Nowitzki, Schayes, McHale, Parish, Robertson, Erving, Heinsohn, Chamberlain)
4. Teil: Plätze 20 bis 11 (Stockton, Bryant, Baylor, Pettit, Jones, Pippen, Alcindor / Abdul-Jabbar, Robinson, Cousy, West)
5. Teil: Plätze 10 bis 1 (Olajuwon, Havlicek, O'Neal, Malone, Bird, Duncan, Abdul-Jabbar, E. Johnson, Russell, Jordan)
Legenden unter sich - die Weiterführung der Daten aus dem Sommer 2008
Die komplette Liste aller 109 Franchise-Spieler (nach den Crossover-Kriterien) kann hier (1. bis 54. Platz) und hier (55. bis 109. Platz) eingesehen werden (Stand: Sommer 2009).






von mr.chrizaco 02.08.09 um 17:47:28
ich finde die franchise-charts geil...das einzige negative ist das iverson zu weit hinten steht
von Manu Ginobili 02.08.09 um 18:35:24
Die sechs besten aktiven Franchise-Player im Überblick, ausgehend von den "Crossover"-Kriterien.
heisst es oben im Artikel und ich will hier ja nicht klugscheissen, aber Shaq und Iverson stehen vor Pierce und auch Parker in eurer Rangliste und sind beide noch aktiv, wäre gut wenn der Fehler behoben wird.
von M&M 02.08.09 um 19:30:36
shaq und iverson sind aktuell aber keine franchise player mehr
von tomdawg (x-over) 02.08.09 um 21:28:27
Es geht bei dieser Betrachtung nicht darum, dass Shaq und Iverson noch spielen, sondern in die Wertung ging ihre Leistung bei den Lakers bzw. Sixers ein, denn dort erlangten sie die Qualifikation für diese Charts (Mindestminuten, siehe [crossover-online.de] . Trotzdem danke für den Hinweis, denn diese Formulierung ist etwas irreführend.
von Chris 02.08.09 um 22:01:19
@ mr.chrizaco
Nicht wirklich. Man mag über die Basis dieser Auswertung anderer Meinung sein, aber wenn die verwendeten Kriterien erst einmal stehen, ist das Ganze nichts anderes als eine objektive, statistische Auswertung. Also steht Iverson da, wo er sich selbst hingespielt hat und verdient seinen Platz voll und ganz.
von Suck My Diktiergerät 03.08.09 um 00:53:23
um mal chris zu zitieren:
"Also steht Iverson da, wo er sich selbst hingespielt hat und verdient seinen Platz voll und ganz."
und um dich zu ergänzen:
"Also steht Iverson da, wo er sich selbst hingespielt hat und hingespielt wurde und verdient seinen Platz voll und ganz."
Immerhin hätte er (zumindestens wirkte es nach außen so) sicher bis an sein lebensende in phillie gespielt, wenn der trade nicht gewesen wäre.
;)
von justuskoch 03.08.09 um 09:44:58
Und er hat Philly damals nicht wegen sich verlassen, sondern da er gemerkt hat das es nicht läuft, so hat er ihnen auch noch geholfen, während seines Abganges.
von Chris 03.08.09 um 10:15:18
Niemand hilft seinem Team, indem er öffentlich einen Trade fordert. Man bekommt viel weniger Gegenwert für einen Star-Spieler, wenn jeder bereits weiß, dass der unbedingt weg will.
von Hurricane 03.08.09 um 13:38:54
Damit wäre wir wieder wie es mir scheint beim lieblings Thema der meisnten User AI -.-
von Teflon_Don 03.08.09 um 14:03:06
wieso wird duncan bei euch als power forward geführt und dann auch noch als einer der besten?! es ist doch offensichtlich, dass er seit jahren einen center gibt. und bei denen gehört er doch wohl nicht in eine liga mit shaq, hakeem oder auch chamberlain!
von Chris 03.08.09 um 14:41:52
Doch. Duncan gehört vermutlich zu den zehn besten Spielern, die je Basketball gespielt haben. Dass er nicht das Charisma von O'Neal und nicht den Mythos von Chamberlain besitzt, ändert nichts an seinen Fähigkeiten.
Und natürlich ist Duncan ein Center, denn er spielt wie einer. Das ist nie anders gewesen. Die Behauptung, dass er ein Power Forward sei, gibt es schon, seit Duncan 1997 in die NBA kam, und ebenso lange ist sie schon ein Märchen, das aber leider wohl nie aus der Welt zu schaffen sein wird.
von Teflon_Don 03.08.09 um 17:50:13
@Chris
das ist doch genau mein punkt! keine frage, dass er einer der besten spieler der liga-geschichte ist. aber kann man dann einen center als wohl besten power forward der aller zeiten verkaufen? wäre er ein echter, wäre es keine frage: bester 4er der geschichte. aber jetzt mal rein von den stats ausgegangen (die ja nunmal doch einen echten star ausmachen) und der TATSACHE, dass er seit robinsons abgang ein center ist, kommen seine leistungen lange nicht an die der großen center heran! das hat auch nichts mit charisma oder spektakulärem spiel zu tun. 21pkt 12 reb 3 asst und 2blks pG sind natürlich unfassbar gut - aber eben nicht für einen 5er, der der beste auf der 4 sein soll ...
von Chris 03.08.09 um 19:13:57
Stats sind gar nichts außer Zahlen. Zach Randolph kann auch 20/10 auflegen, ohne dass das irgend was bedeutet. Es gibt so vieles, was den wirklichen Star erst ausmacht, aber nicht in den Statistiken auftaucht. Es hat schon seine Gründe, dass Duncan in jeder einzelnen Saison seiner Karriere im All-NBA und All-Defensive Team stand, oft genug in der ersten Fünf. Das hat sonst keiner geschafft.
Zu seiner Position: Duncan hat selbst immer wieder betont, dass er nicht als Center angesehen werden will, weil diese Bezeichnung angeblich seine spielerischen Fähigkeiten nicht wiedergibt. Das ändert nichts daran, dass er ein Center ist, denn er spielt zumeist in Korbnähe, während neben ihm seit jeher Power Forwards auf dem Feld stehen (Rose, Horry, Bonner, Thomas, Oberto, jetzt McDyess). Selbst David Robinson wich aus, als Duncan zu San Antonio kam: Der Rookie patroullierte die Zone, und der Altmeister agierte im High Post.
Was als Buchstabe ("F" oder "C") in den Boxscores steht, ist völlig egal. Phoenix stellte mal Boris Diaw gegen Yao Ming, und trotzdem macht das Diaw nicht zum Center. Und Villanova schickte einst Kyle Lowry, Allan Ray, Randy Foye, Mike Nardi (alle max. 1,93m) und Curtis Sumpter (2,01m) zusammen aufs Feld. Trotzdem blieben sie, was sie waren: vier Guards und ein Forward. Deshalb ist auch Duncan ein Center, und die Auswertungen von 82games.com, auf welcher Position er prozentual die meiste Zeit verbringt, belegen das auch deutlich.
von Hurricane 03.08.09 um 20:17:28
Stat hat doch auch als center gespielt mangelts alternative und wo steht bitte dass Duncan als Pf gelistet ist, finde das nirgends
von Chris 03.08.09 um 22:56:16
Die NBA führt ihn auf ihrer offiziellen Homepage sowohl im Spielerprofil als auch in den Boxscores als "Forward" und erklärt dafür dann Leute wie Matt Bonner (!) zu Centern. Auch bei der Wikipedia steht etwas Ähnliches, nämlich: "Duncan starts at the power forward position, but can also play center."
Was Stoudemire betrifft, wurde der nominell mal auf der Center-Position geführt, spielte aber nicht da, sondern wie gewohnt mit dem Gesicht zum Korb aus dem High Post, wie es ein Power Forward eben macht. Trotzdem halten ihn seitdem einige für einen Center, wohl weil es im Boxscore so stand oder weil er bei der TV-Übertragung als "Center" eingeblendet wurde.
von eightch 04.08.09 um 09:20:35
zu der C oder PF debatte - da gab es in der five mal einen netten artikel über shaq und center im allgemeinen...
es ging im großen und ganzen auch darum das viele eigentliche center der 90er sich als forwards einstufen ließen um nicht mit shaq in den direkten vergleich zu geraten...
hier wurden auch duncan und garnett (der spielte bei den wolves ja fast nur center und war als pf/c gelistet) angeführt genauso wie amare etc.
ich weiß leider nicht mehr wer es gesagt hat aber der satz ist mir im gedächtnis geblieben - "egal welche position ich spielen muß es ist egal letztlich bin ich ein basketballspieler" und ich denke das ist auch worum es geht - ich meine es ist doch haarspalterei, jeder spielt seine position und je nach gegner stellt sich der spieler neu auf die situation ein - oder darf ein center nicht passen wie ein pg oder ein sg nicht im post punkten wie ein pf?
von Webocat 04.08.09 um 09:34:44
Duncan ist ein Tweener in positiver hinsicht und fertig...
von Chris 04.08.09 um 12:13:01
Ein "Tweener in positiver Hinsicht" ist ein Combo-Guard bzw. Combo-Forward, Guard/Forward, Forward/Center etc..
@ eightch
Du hast recht, dass es unterm Strich Haarspalterei ist. Warum soll man aber Dinge so stehen lassen, die man mühelos widerlegen kann? Duncan hat die Spielweise eines Centers und verbringt den Großteil seiner Zeit im Low Post. Das ist für jeden zu sehen, der Spurs-Spiele verfolgt, und es ist wie erwähnt auch in statistischen Analysen belegt. Wenn Duncan Power Forward ist, ist Ribery Mittelstürmer.
von eightch 04.08.09 um 13:53:26
@chris
ich gebe dir vollkommen recht und wollte auch keinen widersprechen der meint duncan sei ein center...
ist er und zwar schon lange - ich finds nur bisserl affig wenn beispielsweise die nba ihn als center auf dem allstarballoting-bogen hat und dann merkt das yao viel mehr stimmen bekommt und schnell mal aus duncan nen pf macht damit er dann doch in der starting five steht...
von Chris 04.08.09 um 14:30:09
Vollkommen richtig. Vielleicht ist das auch einer der wirklichen Gründe, warum Duncan als Power Forward gelten will, denn die Center-Konkurrenz für das All-Star Game ist seit jeher ziemlich groß. Vielleicht ist Duncan auch besorgt, wie seine Karriere mal eingeordnet werden wird, denn "bester Power Forward aller Zeiten" klingt sicher interessanter als "sechstbester Center".
Auch interessant ist, dass sich nba.com (die offizielle Seite) und espn.com (die wohl einflussreichste Seite) völlig unterscheiden, wenn es um Duncan geht, denn bei ESPN wird er i.d.R. als Center gelistet...
von sitte 27.09.09 um 10:37:08
Ich glaube, dass es Duncan persönlich völlig egal ist, ob er nun als C oder PF gelistet wird. Ich denke nicht, dass er die Umsetzung im All-Star Ballot selber veranlasst hast. Jeder, der die Denkweise eines Tim Duncans kennt, wird verstehen, was ich meine.