Awards
Preisverleihung allerorten
Jede Saison hat ihre Helden. Besondere Leistungen aller Art, vom Coaching bis zur Hurrikan-Hilfe, wurden mit verschiedensten Preisen prämiert. Crossover hat den kommentierten Überblick für Euch.
Von Peter Bieg |
27.05.2006 | |
Das Wahlverfahren
Abgesehen vom "J. Walter Kennedy Citizenship Award?, der besondere Verdienste für die Gemeinschaft auszeichnet und der "Joe Dumars Throphy?, die außerordentlich sporliches und faires Verhalten auf dem Platz ehrt, werden die auszuzeichnenden Spieler und Trainer von einem Komitee aus 125 amerikanischen und kanadischen Basketballjournalisten gewählt. Der Gewinner des Kennedy Awards wird von den ungefähr 150 Mitgliedern der "PBWA? (Professional Basketball Writers Association) gewählt, aber auch hierbei handelt es sich um eine Organisation von Sportberichterstattern. Die Kandidaten für die Dumars Throphy, auch "Sportsmanship Award? genannt, werden von allen NBA-Spielern gemeinsam gewählt. Jede Mannschaft, wählt einen Spieler aus der eigenen Truppe, aus diesem Pool küren die ehemaligen Profis John Crotty, John Celestand, Eddie Johnson, Steve Mix und Kenny Smith sechs "Division-Winner?. Derjenige mit den meisten Stimmen erhält den Preis.
Bei allen übrigen Awards können die 125 Journalisten jeweils immer mindestens ihre ersten drei Anwärter küren, vergeben also beispielsweise Stimmen für ihren "ersten MVP?(1st), "zweiten MVP?(2nd), "dritten MVP(3rd)? und so weiter. Diese Stimmen werden dann in Punkte (Pkt) umgerechnet, die addierte Gesamtpunktzahl entscheidet über die Platzierung im Ranking. Hierbei zählen "1st? Stimmen allerdings mehr Punkte als "2nd? oder "3rd? Stimmen, sodass hier eine Relation erhalten bleibt und die unterschiedliche Gewichtung der Wähler im Ergebnis deutlich werden kann.
Die Gewinner der wichtigsten Awards für Spieler sind jeweils mit drei ihrer Schlüsselstatistiken zu sehen, hierbei gelten folgende Bezeichnungen: Punkte pro Spiel (PpG), Rebounds pro Spiel (RpG), Assists pro Spiel (ApG), Blocks pro Spiel (BpG), Steals pro Spiel (SpG), Feldwurfquote (% FG), Dreipunktwurfquote (% 3FG) und Durschnittswert im NBA.com-Effektivitätsindex (EFF).
Most Valuable Player: Steve Nash, Phoenix Suns, 18,8 PpG, 10,5 ApG, 43,9% 3FG
Mit großem Vorsprung sicherte sich Steve Nash (Foto), der Aufbauspieler der Phoenix Suns, den Titel des wertvollsten Spielers zum zweiten Mal in Folge und ist somit der erste Point Guard seit Magic Johnson, dem es gelang diesen Titel mehrfach zu gewinnen. Auf den Plätzen landeten LeBron James von den Cleveland Cavaliers und Maverick Dirk Nowitzki, noch vor Kobe Bryant.
Nash, der beste Assistgeber der Liga, bekam insgesamt starke 924 Punkte und lag damit deutlich vor James (688 Pkt) und Nowitzki (544 Pkt). Viele Fans hatten sich eine Nominierung von Topscorer Kobe Bryant gewünscht, gerade nach seinen historischen 81 Punkte gegen die Toronto Raptors, doch der Star der L.A. Lakers wurde nur Vierter (483 Pkt) in der Abstimmung. Erfreulich aus deutscher Sicht ist natürlich das starke Abschneiden Nowitzkis, der damit seine Stellung als einer der fünf besten Spieler der Welt untermauert haben sollte.
Rookie of the Year: Chris Paul, New Orleans Hornets, 16,1 PpG, 7,8 ApG, 2,24 SpG
Die Wahl von Chris Paul (Foto), dem vierten Pick im Draft und Point Guard der Hornets, zum Rookie of the Year (ROTY) war nach seiner starken Saison, die die Hornets beinahe in die Playoffs geführt hätte, reine Formsache.
Der kleine Spielmacher erhielt 124 von 125 möglichen "1st?- Stimmen für den Award und verpasste damit nur knapp die erste Wahl zum ROTY mit 100% der ersten Stimmen, seit dies David Robinson in der Saison 1989-1990 gelungen war. Neben Paul (623 Punkte insgesamt) war Raptor Charlie Villanueva der einzige Rookie, der ebenfalls eine dreistellige Punktzahl (248 Pkt) erreichen konnte und somit logischer Zweiter. Auf dem dritten Platz landete Forward-Center Andrew Bogut von den Milwaukee Bucks mit 98 Punkten.
Mit seiner starken Platzierung und einer ebenso guten Saison hat vor allem Villanueva seine Wahl als siebter Pick mehr als gerechtfertigt und viele der Kritiker, die ihm fehlenden Arbeitswillen attestieren wollten, zum Verstummen gebracht. Die Verantwortlichen der Atlanta Hawks müssen sich dagegen erneut fragen lassen, weshalb sie sich mit dem zweiten Pick des Drafts nicht für den dringend benötigten Aufbauspieler Paul entschieden haben und stattdessen mit Marvin Williams einen weiteren Flügelspieler wählten, der zudem im ROTY-Ranking keinerlei Erwähnung findet.
Best Sixth Man: Mike Miller, Memphis Grizzlies, 13,7 PpG, 5,4 RpG, 40,7% 3FG
Zum besten sechsten Mann der Liga wurde Flügelspieler Mike Miller (Foto) von den Memphis Grizzlies gewählt. Mit 501 Punkten ließ der Dreierspezialist Speedy Claxton (205 Pkt) von den New Orleans Hornets und Shooting Guard Jerry Stackhouse (162 Pkt) von den Dallas Mavericks recht klar hinter sich. Weitere Edelreservisten auf den vorderen Plätzen waren Antonio McDyess (77 Pkt) von den Detroit Pistons, der nur 1,65m große Earl Boykins von den Nuggets aus Denver (34 Pkt) und der wohl mit Abstand beste Center von der Auswechselbank, Miamis Alonzo Mourning, mit immerhin 27 Punkten. Bei dieser Wahl gab es keine Überraschungen oder Skandale, letztendlich setzte sich Miller vor allem aufgrund seiner Wichtigkeit in der Crunchtime und als Scorer durch.
Defensive Player of the Year: Ben Wallace, Detroit Pistons, 11,3 RpG, 2,21 BpG, 1,78 SpG
Zum vierten Mal in fünf Jahren wurde Pistons Center Ben Wallace (Foto; 420 Pkt) zum besten Verteidiger der NBA gewählt. Den zweiten Platz belegte Forward Bruce Bowen von den San Antonio Spurs mit 308 Punkten; Dritter wurde der Russe Andrei Kirilenko von den Utah Jazz (121 Pkt). Diese Wahl ist keine große Überraschung, war All-Star Wallace doch bester Offensiv-Rebounder der Liga, lieferte dazu starke 2,21 Blocks im Schnitt und spielte im erfolgreichsten Team der Liga.
Nur "Big Ben? Wallace und Dikembe Mutombo gelang es bisher, den Titel vier Mal zu gewinnen. Miami Heat Oldie Alonzo Mourning (Foto) erhielt starke vier "1st?-Stimmen und bewies vor allem während der Verletzung von Shaquille O?Neal seine noch immer beeindruckende Präsenz in der Verteidigung. Mourning, der den Titel des besten Verteidigers selbst schon zweimal gewann, war drittbester Blocker der Liga mit 2,66 Blocks im Schnitt. Am 28.11.2005 zeigte er mit neun Blocks gegen die New York Knicks, dass er trotz mittlerweile 36 Jahren und einem Nierenleiden nach wie vor eine defensive Macht darstellt.
Most Improved Player: Boris Diaw, Phoenix Suns, 13,3 PpG, 6,9 RpG, 6,2 ApG
Der Franzose Boris Diaw (Foto) wurde mit 489 Punkten zum Spieler mit der größten Verbesserung im Vergleich zur Vorsaison gewählt. Die zweitmeisten Zähler erhielt Hornet David West mit 283. Nets-Center Nenad Krstic als Dritter bekam 65 Punkte zugesprochen. Diaw, im Rahmen des Joe-Johnson-Trades zu den Suns gekommen, steigerte seinen Punkteschnitt von vormals 4,8 PpG in Atlanta auf 13,3 PpG in Phoenix, seine durchschnittliche Punktzahl im Effektivitätsranking (Effektivitätsindex auf NBA.com) stieg von 6,23 auf starke 20,09 Punkte. Auch diese Wahl erscheint logisch: Diaw agierte nach seinem Trade und dank signifikant gestiegener Spielzeit (aus 18,2 Minuten pro Spiel in Atlanta wurden in Phoenix 35,5) deutlich stärker, spielte im Laufe der Saison von Point Guard bis Center jede Position für die Suns und unterstrich seine schon beschriebene Vielseitigkeit mit drei Triple Doubles. 
Interessant ist hier, dass auch etablierte Spieler wie etwa Paul Pierce (Foto), Elton Brand und sogar Kobe Bryant auch nach einigen NBA-Spielzeiten noch immer Stimmen für diesen Award sammeln konnten.
Coach of the Year: Avery Johnson, Dallas Mavericks
In seiner ersten kompletten Saison als Head Coach der Dallas Mavericks wurde der ehemalige Point Guard Avery Johnson prompt zum Chefübungsleiter des Jahres gewählt. Mit 419 Punkten verwies er seine Kollegen Mike D?Antoni (247 Pkt) aus Phoenix und Flip Saunders von den Detroit Pistons (233 Pkt) auf die Plätze. Johnson wurde diese Ehre als ersten Verantwortlichen der Mavericks überhaupt zuteil. Seine Truppe stellte mit 60 Siegen und nur 22 Niederlagen den Rekord für die beste Franchise-Bilanz überhaupt ein und wurde unter seiner Regie endlich auch in der Verteidigung zu einem der besten Teams der Liga. Somit gehört Johnson wie "Doc? Rivers oder auch Rick Carlisle nun auch zum illustren Kreis jener Coaches, die direkt in ihrer ersten Saison die begehrte "Red Auerbach Trophy? gewinnen konnten.
J. Walter Kennedy Citizenship Award: Kevin Garnett, Minnesota Timberwolves
Dieser Award für besondere Verdienste in der Gesellschaft wird Kevin Garnett (Foto) zwar nicht über die verpassten Playoffs mit den Timberwolves hinwegtrösten, aber sein großes Engagement, vor allem für die Opfer des Hurrikans "Katrina?, wird mit diesem Award öffentlichkeitswirksam honoriert. So lud er Opfer des Hurrikans und deren Angehörige in seine Suite im Target Center ein, spielte im von Kenny Smith organisierten Benefizspiel und startete ein 1,2 Millionen Dollar schweres Projekt zum Bau von 24 neuen Häusern in der geschädigten Region. Auch seine "4XL Foundation?, die Schülern den Zugang zu Computern ermöglichen soll und seine regelmäßigen Aktionen in Krankenhäusern und mit kranken Kindern, wurden auf diesem Wege geehrt. Benannt ist der Award nach J. Walter Kennedy (gestorben am 26. Juni 1977 in Stamford, Connecticut) der bis 1975 Vorsitzender der NBA war.
Joe Dumars Trophy: Elton Brand, L.A. Clippers
Diese nach ihrem ersten Gewinner Joe Dumars benannte Trophäe zeichnet besonders faires und sportliches Verhalten aus. Dieses Jahr wurde Elton Brand (Foto) dank 2326 Punkten ausgezeichnet und damit sein absolut korrektes Auftreten auf dem Spielfeld gewürdigt. Weitere Spieler mit hohen Punktzahlen waren die Center Shaquille O?Neal (2080 Pkt) und Yao Ming (1678 Pkt). Erstmals vergeben wurde die Auszeichnung nach der Saison 1995-1996. Zu den Empfängern zählten über die Jahre unter anderem Grant Hill, Ray Allen oder auch Eric Snow.
All-Defensive Teams:
Das All-Defensive First Team enthielt ausnahmsweise sechs statt der vorgegebenen fünf Spieler, da Kobe Bryant und Jason Kidd (Foto) exakt die gleiche Punktzahl durch die Journalisten zugesprochen bekamen. Geehrt wurden die besten Verteidiger auf den jeweiligen Positionen. Detroit stellt mit Chauncey Billups, Tayshaun Prince und Ben Wallace gleich drei Spieler in den beiden All-Defensive Teams, San Antonio mit Tim Duncan und Bruce Bowen immerhin zwei.
First Team:
Guards: Bruce Bowen, San Antonio (55 Punkte), Kobe Bryant, Los Angeles (28 Pkt), Jason Kidd, New Jersey (28 Pkt)
Forwards: Andrei Kirilenko, Utah (44 Pkt), Ron Artest, Sacramento (30 Pkt)
Center: Ben Wallace, Detroit (54 Pkt)
Second Team:
Guard: Chauncey Billups, Detroit (23 Pkt)
Forwards: Tim Duncan, San Antonio (23 Pkt), Kevin Garnett, Minnesota (18 Pkt), Tayshaun Prince, Detroit (13 Pkt)
Center: Marcus Camby (15 Pkt)
All-NBA Teams:
Die All-NBA Teams wurden zuletzt bekanntgegeben, auch hier konnte der einzige Deutsche in der NBA wieder von sich reden machen. Denn zum zweiten Mal in Folge wurde Dirk Nowitzki (584 Pkt) ins "First Team? gewählt, was seine basketballerische Ausnahmestellung weltweit nur zementiert und ihn rein logisch zu einem der fünf besten Spieler der NBA kürt. Vor allem im First Team tummeln
sich diese Saison mit Steve Nash, Kobe Bryant oder auch Lebron James die Spieler, die der Saison ihren Stempel aufdrücken konnten, James erhielt mit insgesamt 610 Punkten die meisten Stimmen überhaupt. Lediglich die Wahl von Shaquille O?Neal (Foto) in das First Team ist äußerst zweifelhaft, spielte Shaq doch mit 20 PpG und 9,2 RpG seine statistisch gesehen schlechteste Saison seit Ewigkeiten. Auch der Teamerfolg Miamis ist längst nicht O?Neals alleiniger Verdienst, hat er doch mit Dwyane Wade, Antoine Walker oder Alonzo Mourning eine ganze Reihe Edeldomestiken um sich.
Mit seiner Nominierung für das "Second Team? riss Tim Duncans Serie von acht Nominierungen für das "First Team? in Folge, diese hatte seit seiner Rookie-Saison Bestand gehabt. Kevin Garnett, der insgesamt schon sechs Mal in den All-NBA Teams stand, wurde hingegen trotz einer individuell hervorragenden Saison mit nur 94 Punkten in keinem der drei Teams berücksichtigt. Garnett führte die Liga bei den Rebounds (12,7 RpG)und im Effektivitätsranking (30,3 Punkte im Index auf NBA.com) an und war somit statistisch und individuell klar besser als zum Beispiel Carmelo Anthony, verpasste es allerdings seine Timberwolves in die Playoffs zu führen. Allen Iverson und Yao Ming sind dieses Jahr die einzigen Spieler, die trotz verpasster Playoffs ihrer Teams nominiert wurden.
All-NBA First Team:
Guards: Steve Nash, Phoenix (583 Punkte), Kobe Bryant, Los Angeles (597 Punkte)
Forwards: Lebron James, Cleveland (610 Punkte), Dirk Nowitzki, Dallas (584 Punkte)
Center: Shaquille O?Neal, Miami (402 Punkte)
All-NBA Second Team:
Guards: Chauncey Billups, Detroit (378 Punkte), Dwyane Wade, Miami (373 Punkte)
Forwards: Elton Brand, Los Angeles (309 Punkte), Tim Duncan, San Antonio (277 Punkte)
Center: Ben Wallace, Detroit (363 Punkte).
All-NBA Third Team:
Guards: Allen Iverson, Philadelphia (104 Punkte), Gilbert Arenas, Washington (79 Punkte)
Forwards: Carmelo Anthony, Denver (97 Punkte), Shawn Marion, Phoenix (270 Punkte)
Center: Yao Ming, Houston (261 Punkte).






von Crossover 30.05.2012 um 10:42:30
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