Al Harrington
Larry Bird - Vogel ohne Sinkflug (Teil 1)
Abheben war nie der Stil des Larry Bird, schweben tut er aber noch heute. Crossover erzählt die Geschichte des Hinterwäldlers in zwei Teilen.
Von Stefan Meichsner |
30.11.2004 | |
West Baden Springs. Mit 618 Einwohnern ein unbedeutender Fleck auf jeder Karte in einem Schulatlas. Breitet man jedoch die Basketballlandkarte vor sich aus, sticht einem das Örtchen in Orange County, Indiana, schneller ins Auge als Detlef Schrempf im Rucker Park. Seit dem 07. Dezember 1956 ist man dort um eine Attraktion reicher. French Lick, nicht etwa der Kosename eines pariser Pornodarstellers, sondern Heimat des Bedford Medical Centers, ist Geburtsort des Larry Joe Bird, einem der größten Basketballspieler aller Zeiten.
Wenn sich Spieler der Pacers im Jahre 2004 mit Fans und Gegenspielern straßenschlachtähnliche Prügeleien liefern, lehnt sich der heutige President of Basketball Operations gerne in seinem Bürosessel zurück und denkt an eine Zeit, in der das Spiel noch auf andere Art und Weise Geschichte schrieb. Etwa an den Weihnachtsmorgen 1960, als er seinen ersten Basketball geschenkt bekommt. Oder an den März 1974, in dem er sein Senior-Year an der Springs Valley High School mit 30,6 Punkten und 20,6 Rebounds zu Ende bringt. Vieles ist seither anders geworden, doch eines bleibt bestehen: die unglaubliche Karriere des Larry Bird.
Im Alter von 17 Jahren heißt es für Bird nach bester Jake-Kasdan-Manier ?Nix wie raus aus Orange County?. Einen Monat nach seinem letzten Spiel für die Black Hawks schreibt sich Larry zunächst an der Indiana University ein, wo Trainerlegende Bobby Knight mit harter Hand regiert. Doch für den Hinterwäldler Bird ist das neue Umfeld nichts. Zu viel Trubel, zu wenig Vertrautheit. Bereits nach 24 Tagen verabschiedet er sich von der IU. Die nächsten neun Monate verbringt er als Müllmann, nebenbei spielt er AAU Basketball. Als Bob King, seines Zeichens Coach der Indiana State University, und seine Assistenten vor Birds Haustür auftauchen, jagt dessen Mutter sie fort. ?Warum belästigen Sie ihn? Er will nicht zur Schule gehen. Lassen Sie ihn in Ruhe!?, wirft Georgia Bird den Leuten von der staatlichen Hochschule entgegen. ?Larry wollte es so?, sagt sie heute. Doch es kommt, wie es kommen muss. Im Juni 1975 geht es für Bird nach Terre Haute und somit an die Indiana State University. Hier soll er sich wohler fühlen als unter Bobby Knight - viel wohler. Rein äußerlich passt der blonde Engel mit der Caterpillar-Mütze zwar nicht so recht auf den mit 33.000 Studenten umfassenden Campus, aber das spielt weder für die Coaches noch für Bird eine Rolle. Er bleibt seiner Linie treu. Im November 1975 heiratet er seine Jugendliebe Janet Condra. Nur wenige Monate vorher hat sich sein Vater mit einer Shotgun alle neun Leben auf einmal genommen. Für das Team der Sycamores darf er zunächst jedoch nicht auflaufen, weil er bereits an der IU als Spieler gemeldet ist. Am 27. November 1976 ist es dann soweit. Bird spielt das erste Mal im Jersey seiner Universität, zerlegt den Gegner (Chicago State) mit 31 Punkten, 18 Rebounds und zehn Assists in hübsche kleine Einzelteile und gibt praktisch seine Stats für die gesamte Saison vor. Die folgenden drei Jahre an der ISU sind für Larry ereignisreicher als Disney World. Im August 1977 gebärt ihm seine zu der Zeit schon wieder Ex-Frau Janet eine gemeinsame Tochter. Die ISU verliert unter Birds Regentschaft nur 13 von 94 Spielen. Die Nummer 33 erzielt in diesen Spielen 15-mal mehr als 40 Punkte, insgesamt trägt er sich mit 30,3 PPG auf dem Scoreboard ein. Auf sportlicher Ebene räumt Larry die Trophäenpalette der College-Basketballwelt leer. 1979 ernennt ihn fast jedes Sportmagazin zum Spieler des Jahres. Er gewinnt den Naismith Award, den John R. Wooden Award, wird zum zweiten Mal in Folge ins Sporting News All-America First Team gewählt. Nur für den NCAA-Titel reicht es dennoch nicht. Im Finale scheitern die Sycamores, die über die Saison hinweg unverschämte 33:0-Bilanz flexen, an einem Typen namens Ervin (Magic) Johnson und der Michigan State University. Endergebnis: 64 zu 75. Bis heute ist es das meistgeschaute NCAA-Endspiel in der Geschichte. Der Junge aus French Lick mit dem komischen Wurf, bei der man immer befürchten muss, dass ihm der Ball aus der Hand fällt, bringt 19 Punkte, 13 Boards und zwei Assists aufs Parkett. Es ist eines von sieben College-Spielen, in denen er weniger als 20 Zähler auflegt. Dennoch begehren ihn die NBA-Teams mehr als alle Preluders zusammen.
Am 08. Juni 1979 hat es der Forward aus West Baden geschafft. Bird unterschreibt einen Vertrag über US-$ 3,25 Millionen bei den Kelten in Boston ? den bis dato größten Vertrag für einen Rookie.



von darealplaya 30.11.04 um 12:56:11
Ich denke Larry Bird hat den Grundstein für Spieler wie Kevin Garnett, Tim Ducan und Dirk Nowitzki gelegt. Ein großer Spieler der dribbeln, passen und schießen konnte. Er ist der Prototyp der viel geloobten Genration-X!!!
von Christian 30.11.04 um 14:09:32
Hi.
Ich finde es toll, dass nunr über Larry Birds Karriere geschrieben, kann mich aber nicht mit dem Stil anfreunden. Von Crossover bin ich meist sachliche und trotzdem sehr gute Artikel gewöhnt, dein Bericht ließt sich aber vor allem wegen der "coolen" Vergleiche eher wie ein Bericht von der "Five".
Ist nicht mein Ding und passt irgendwie nicht zu Crossover, ausser ihr wollt die Five kopieren, obwohl ihr eigentlich besser seid.
von reignman23 30.11.04 um 15:30:38
ich find den text unterhaltsam und informativ, also weiter so.
von Come and get it 30.11.04 um 15:57:05
ich find ja FIVE ist besser als crossover-online! Aber mich hat der artikel auch stark an eben diese tolle (schleim) zeitschrift erinnert.
Nochmal kurzes Lob an alle FIVEler für das, was sie mir gegeben haben. Nämlich den Ghetto-BBall_Style in Deutschland, nicht wie die B*****. Und jetzt keine Beschwerden, dass das hier nicht hingehört. Und zum Artikel: Wie gesagt, der Stil passt nicht zu euch, und den Preluderswitz fand ich ziemlich mies. ;-)
Big up
von Dodo 30.11.04 um 16:17:51
Five ist das Magazin der Basketballzukunft.Vor allem hat es frischen Wind in die Berichterstattung gebracht und die muffige Basket als Sprachrohr abgelöst. Vor allem die Rethorik ist immer wieder ein Hochgenuß voller satirischer Elemente
von ne1 (xover) 30.11.04 um 21:34:52
five passt zu crossover, crossover passt zu five. soviel ist sicher.
und sicher ist auch, dass der artikel nicht dem stil von crossover entspricht, sondern dem stil von stefan meichsner, dem autor. genau wie jeder andere artikel auch auf dieser seite. stil-vielfalt ist doch etwas positives. ;)
von Daniel 30.11.04 um 23:34:01
also ich find die FIVE locker und der Artikel ist auch gut und sogar den Preluders "Witz" fand ich nicht so schlecht. Jedem das Seine!
von Coranor 01.12.04 um 14:19:11
Ich glaub ich les den falschen Artikeln. Sorry, aber der Artikel ist sowas von langweilig geschrieben, ein paar schlechte Witze sind eingebaut (Vater nimmt sich mit einer Shotgun alle neun Leben, sag mal war Larry's Vater ne Katze?), da ist kein roter Faden drin:
Geht auf das neue College, dann heiratet er, dann kommt das mit dem Vater (was vorher war) und plötzlich spielt er dann doch noch kein Basketball, weil er ja immernoch bei der anderen Uni als Spieler gemeldet ist. Da geht's im Telegrammstil von einem Ereignis zum nächsten. Dann hätte ich mir noch ein bischen mehr zur College-Rivalität von Magic und Bird gewünscht, und noch ein bischen mehr Emotionen rein gebracht. Hoffe mal stark, dass der zweite Teil da besser wird.
von TNT 01.12.04 um 17:44:15
Kann mich Coranor nur anschließen, vorallem die Sache mit dem Vater finde ich nicht so passend.
Werden echt zu viele Stats einfach nur runtergebetet.
Jedem sein Stil, mir gefällts nicht, aber was solls.
von masta ma 03.01.05 um 01:55:58
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