U17-Weltmeisterschaft

Mit Moral, ohne Glück

Beim vierten WM-Spiel der deutschen U17-Nationalmannschaft gegen Australien wollten die Deutschen die Niederlage gegen Polen am Montag hinter sich bringen und einen weiteren Schritt Richtung Viertelfinale machen. Doch dieser steht nun auf wackeligen Beinen.

Von Sebastian Eickhoff
 06.07.2010 |

Die Partie Deutschland gegen Australien startete sehr einseitig. Schnell erspielten sich die Jungs aus Down Under eine 6:0-Führung, profitierten sie doch vom haltlosen und unsicheren Auftreten der deutschen Mannschaft. Unnötige Ballverluste und das Fehlen eines strukturierten Spielaufbaus ließen darauf schließen, dass man die 33:79-Schmach gegen Polen noch nicht ganz abgehakt hatte.

U17-Trainer Frank Menz versuchte mit einer Rotation seiner Aufbauspieler, die richtige Kombination zu finden, musste aber immer wieder mit ansehen, wie seine Spieler dem Gegner den Ball überließen. So wurden er und die 1.750 Zuschauer, die durch zahlreiche australische Fans lauthals vertreten waren, Zeuge, wie der Vorsprung des australischen Teams stetig anwuchs. Zur Halbzeit lag Deutschland bereits mit 20:35 im Hintertreffen.

Auch A-Nationaltrainer Dirk Bauermann ließ es sich nicht nehmen, deutliche Worte in Richtung der Spieler zu finden, als diese aus der Pause kamen. Doch zunächst fanden diese keinen Anklang. Australien konnte den Vorsprung bis auf 22 Punkte erhöhen. Die Moral schien endgültig gebrochen zu sein. Doch dann stand ein Team auf dem Feld, welches sich nicht aufzugeben schien. Jakob Krumbeck (17 Punkte, Foto) zog die Verteidigung auf sich und suchte beherzt den Abschluss am Korb.

Urspringschüler Julius Wolf erhöhte vor allem defensiv die Intensität und verbuchte entscheidende Rebounds und wichtige Ballgewinne. Durch einen Drei-Punkte-Wurf läutete er die Aufholjagd mit ein. So gelang es der deutschen Mannschaft bis eineinhalb Minuten vor Schluss bis auf vier Punkte an den Gegner heranzukommen.

Nachdem Wolf (9 Punkte, 9 Rebounds) allerdings foulbedingt das Feld verlassen musste, nutzte vor allem Point Guard und Kapitän Daniel Hill (11 Punkte, 7 Rebounds, 3 Assists, Foto) die wieder aufgemachten Lücken in der deutsche Defensive und besiegelte dann letztlich den verdienten 62:58-Erfolg für Australien.

Coach Frank Menz gratulierte seiner Mannschaft nach dem Spiel für den gezeigten Kampfgeist und bestätigte die anfängliche Lethargie, die die DBB-Truppe aus dem Polen-Spiel mit herübernahm. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich für die Begegnung gegen Südkorea: "Vor dem Tunier waren mindestens zwei Siege das Ziel, welches wir schon erfüllt haben, dennoch haben wir bewiesen, wie stark wir sein können, und deshalb bin ich optimistisch für das Spiel am Mittwoch."

Guard Malik Müller, der mit zwei erfolgreichen Dreiern in der Schlussphase glänzen konnte, war sich seiner Sache sogar noch sicherer und garantierte eine Niederlage der Südkoreaner: "Dieses Team möchte ins Viertelfinale, und die Siege gegen Kanada und Spanien waren ein Indiz dafür, dass wir es auch schaffen."

Eine weitere Begegnung des Tuniers war das einmal mehr eindrucksvolle Auftreten der US-Amerikaner (Foto: Michael Gilchrist), die Ägypten mit einem deutlichen 103:34 ihre Titelambition unterstrichen. Ebenfalls Hoffungen auf den Titel dürfen sich die Spieler aus Polen machen, die durch den 88:82 Sieg gegen Spanien weiter ungeschlagen bleiben. Spannend verlief die Partie Serbien gegen Litauen, welche dann mit 74:71 als Sieger vom Platz gingen. China und Kanada konnten ebenfalls einen weiteren Sieg auf ihrem Konto verbuchen.




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von Crossover 30.05.2012 um 10:38:38


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