Michael Jordan
Auf Durchreise in Deutschland
Michael Jordan besuchte Deutschland. Er war in Hamburg und Berlin, um vor allem seine Marke zu promoten. Was er sonst noch tat und ob er seine Fans glücklich machte, lest ihr in diesem Artikel.
Von Johannes Käfer, Thomas Käckenmeister |
27.10.2006 | |
Zuerst nach Hamburg ...
Am Freitag um 17:00 Uhr sollte in der Mönckebergstraße 25 im Zentrum von Hamburg im Snipes Street Culture Store der erste Shop-in-Shop der Marke Jordan Lifestyle eröffnet werden. Angekündigt war der Meister höchstpersönlich: His Airness Michael Jordan.
Wie auf der Homepage von Snipes angekündigt wurde, erwartete man Jordan bereits für 15:00 Uhr; allerdings standen sich viele Fans so früh vergebens die Beine in den Bauch. Ein Star ist nämlich so gut wie niemals pünktlich! Wie man hörte, hatte sein Flieger aus London außerdem eine nicht unerhebliche Verspätung, weshalb die Hauptperson erst gegen 18:35 Uhr eintraf. Leider brachte der ehemalige Superstar der Chicago Bulls sehr wenig Zeit mit, sodass er ganz und gar darauf verzichtete, den zahlreichen, teilweise über drei Stunden wartenden Fans vor dem Laden Autogramme zu geben oder wenigstens ein paar Minuten für einige Fotos zu verharren.
Auch für die Personen, Pressevertreter und geladene Gäste, die es in den Snipes Store geschafft und dort seit 17:00 Uhr (immerhin versorgt mit einem kalten Buffet und Getränken sowie guter Musik) gewartet hatten, war es ein wahrer Kampf, wenigstens ein gutes Foto zu ergattern. Zu ihnen gehörten unter anderem Rapper Samy Deluxe (mit Frau an seiner Seite und Kind im Arm) sowie Fußball-Nationalspieler Patrick Owomoyela, die im Angesicht Jordans zu ?ganz normalen Fans? wurden und sich wie jeder andere einen guten Platz erhaschen mussten. Einzig der Frankfurter Rapper Azad hatte das Glück, als deutsches ?role model? der Marke Jordan zusammen mit MJ für einige Fotos posieren zu dürfen und nicht um seinen Platz an der Sonne kämpfen zu müssen.
Aus der angekündigten ganzen Stunde, die Michael Jordan auf einem Podest der Presse zur Verfügung stehen sollte, wurden letztendlich knappe fünf bis zehn Minuten, in denen er kurz erzählte, dass ihm Deutschland sehr gut gefalle und dass er mit seiner Marke weiterhin Großes vorhabe. Nach der feierlichen Eröffnung des Shop-in-Shop verschwand Jordan im ersten Stock des Gebäudes, wo er noch einigen ausgewählten Pressevertretern eine kleine Pressekonferenz gab, bevor er wenige Minuten später das Gebäude wieder verließ.
... und dann nach Berlin
Am nächsten Tag gewährte der Altmeister der Hauptstadt eine Audienz. Bereits gegen 9:30 Uhr versammelten sich erste Fans vor den heiligen Hallen von Niketown, die komplett für die Ankunft von His Airness hergerichtet war: Auf weißem Grund strahlten dem Besucher das neueste Modell der "Jordan"-Schuhfamilie und sehr stylische Zeichnungen entgegen.
Im Laden war bereits alles für eine Pressekonferenz hergerichtet; Mister Jordan wurde doch um zehn Uhr erwartet. Als dann als erstes die geladene Pressemeute den Laden betreten durfte, wusste noch niemand, dass der sechsmalige NBA-Champion noch etwas auf sich warten lassen sollte. Es verging eine gute Stunde, in der die Anwesenden mit Catering und Videoclips hingehalten wurden. Als dann die Information die Runde machte, dass Herr Jordan gegen 11:30 Uhr das Hotel verlassen sollte, keimte wieder Hoffnung in den zahlreichen Gesichtern der geladenen Gäste. Bis zur Ankunft des Superstars konnte man sich noch die Zeit mit einer Besichtigungstour der Jordan-Sneaker (21 Modelle, von 1985 bis 2006) vertreiben. Und auch die noch immer zu Hunderten wartenden Fans, die vor dem Geschäft auf dem Kudamm Spalier standen und nicht in den Shop durften, übten sich weiter in Geduld.
Um 12:15 Uhr war es dann soweit. Hektik machte sich breit. Die Security bezog wieder ihre Position, wirkte hochkonzentriert. Der Moderator kündigte ihn an und auf die Bühne kam, nach Nike-Chefdesigner Tinker Hatfield, endlich Michael Jordan, der mit tosendem Beifall begrüßt wurde. In edlem Zwirn (nicht in weiter Trainingshose, wie am Vortag in Hamburg) präsentierte sich der 43-Jährige und beantwortete zunächst die vorbereiteten Fragen, ehe er einigen Leuten aus dem Publikum Rede und Antwort stand. Unter anderem scherzte er bei der Frage, ob er sich an das Ende seiner Karriere erinnern konnte, mit der Antwort: "Which one?" Die Sympathien waren auf seiner Seite. Eine besondere und harmonische Stimmung lag in der Luft.
Michael Jordan wirkte, wie man ihn aus den Medien kannte: selbstbewusst, souverän, standhaft. Jeder Satz aus seinem Mund ergab einen Sinn, immerhin sprach der beste Basketballer aller Zeiten. Dass er Kobe Bryant als besten aktuellen Profi betitelt, seine Eltern als Vorbilder sieht, heute noch immer als All Star auflaufen könnte (jedoch nur noch mental, weil sein Körper nicht mehr mitmacht) und den Vormarsch des europäischen Basketball anerkennt, sind nur einige Antworten, die MJ im Laufe seiner Tour den Medien immer wieder diktiert - auch in Berlin.
Nach dem obligatorischen Photo-Shooting mit ausgewählten Leuten (Journalist Emrah Kilic, Schauspieler Oliver Korrikte) endet der Auftritt des populärsten Athleten der Neuzeit vorerst gegen 13 Uhr.
Am Abend wurde Jordan dann in einem Training-Zentrum erwartet, um dort den besten Spieler des Jordan Classic Camp auszuzeichnen. Jedoch konnten die zahlenden Fans auch diesmal nur kurz einen Blick auf ihr Idol werfen. Dennoch feierten sie den ehemaligen Star der Chicago Bulls frenetisch wie einen Popstar. Und Jordan selbst feierte mit Maurice Stuckey, den er als MVP seines Camps im nächsten Jahr nach New York schicken wird.
Ein fader Beigeschmack bleibt
Der Auftritt von Michael Jordan in Deutschland war ein medienwirksames Festival, das Presse und Fans gleichermaßen anzog und elektrisierte. Auch drei Jahre nach seinem Rücktritt liegen Jordan die Sportbegeisterten zu Füßen und er genießt die Asse, die er noch immer als Megastar ausspielen kann.
Trotzdem ist seinem Besuch ein fader Beigeschmack zuzumessen: Die Fans kamen zu kurz! Jugendliche standen sich teilweise bis zu sechs Stunden die Beine in den Bauch, nur um für wenige Sekunden einen Blick auf ihr Vorbild erhaschen zu können. "Air" gab den Fans keine Autogramme und keine Handshakes. Es wurde schnell deutlich, dass er auf Dienstreise war. Nike hatte gerufen und das Business hat nun mal Vorrang. Schade eigentlich. Ein bisschen mehr Zeit für die Fans hätte er ruhig mitbringen können.
Crossover fasst die Höhepunkte seiner Deutschland-Tour in einem Video zusammen (siehe Downloads).






von KingCrunch 28.10.06 um 09:53:51
Ich muss noch unbedingt dazu erwähnen (auch im Namen meiner Freundin), dass ich es sehr unbusinessmanlike fand, dass MJ in schlabriger Trainingshose zu einem Geschäftstermin nach Hamburg kam, wenigstens hatte er dann ja am Samstag in Berlin seinen Anzug rausgeholt...
Wer noch ein paar weitere Bilder aus Hamburg haben möchte, PN an mich... (sind allerdings auch nicht sooo tolle Bilder geworden, nur noch paar vom Showporgramm und Owo und Azad) hab sie nur noch nicht auf den PC gekriegt, da noch ein Kabel fehlt, passiert aber noch in den kommenden Tagen.
von Deansteven 28.10.06 um 17:44:30
Ich wollte euch nur sagen das MJ einen Vertrag hat der ihm leider verbietet jedem ein Autogram zu geben. Dieser Mann ist jetzt leider durch und durch Geschäftsmann geworden. Deutschland ist für ihn ein profitabler Markt, mehr nicht. Leider!!!
von 46ersAddict 09.03.07 um 00:02:05
Hey, das soll MJ sein? Der coole Zocker, der unstoppbare, der Champ? Nö, das ist eine Dollarmaschine auf zwei Beinen. MJ will unsere Kohle für seine Klamotten? Nöö Michael, sorry, da zieh ich lieber And1 an; da sind wenigstens 5% für charity.
von Pete Air 09.03.07 um 12:24:18
Hey ich möchte nur mal an Jordan erinnern : Not for the money not for the fame, just for the love of the game.