Future in Focus
Juwelen unter der Lupe
Der Hype um Ricky Rubio (Foto) und Brandon Jennings ist enorm. Die beiden außergewöhnlichen Basketballer sind noch keine 20 Jahre alt und sorgen dennoch für Schlagzeilen.
Von Johannes Hübner |
21.10.2008 | |

Nachdem der NBA Draft 2008 mit Top-Pick Derrick Rose Geschichte ist, läuft bei vielen Scouts und Fans bereits die Suche nach den Hochkarätern für die Talentwahl des kommenden Jahres. Dabei werden die Späher vermehrt den Spielbetrieb in Europa beobachten. Denn die zwei besten Point-Guard-Talente, die ihre Sneakers noch nicht für NBA-Teams schnüren, gehen keineswegs auf einem College der Korbjagd nach, sondern spielen auf dem Alten Kontinent. Beide Akteure gelten schon jetzt als sichere Top-Ten-Picks im kommenden Sommer. Die Rede ist von Ricky Rubio und Brandon Jennings.
CROSSOVER wird der Entwicklung des Jungstar-Duos in der kommenden Saison eine eigenen Artikelserie widmen. Zum Anfang sollen die beiden Akteure jedoch etwas genauer vorhestellt werden, um zu klären, warum es sich lohnt, die beiden zu beobachten.
Ricky Rubio (geb. am 21. Oktober 1990)
Der Spanier gab bereits mit 14 Jahren sein Debut für DKV Joventut Badelona in der spanischen ACB und ist seitdem Stück für Stück zum Leistungsträger des Teams gereift. Der bald 18-Jährige misst sich also schon seit ein paar Jahren mit Europas besten Basketballern.
In der abgelaufenen Spielzeit erzielte er im spanischen Oberhaus durchschnittlich 10,2 Punkte, 2,0 Steals und verteilte 3,9 Assists pro Begegnung. Mit Badalona spielte er vergangene Saison im Uleb-Cup und das Jahr davor in der Euroleague. In der europäischen Königsklasse führte Rubio die Kategorie "Steals pro Spiel" (mit 3,2) in der Saison 2006/07 an.
In dieser Spielzeit geht er mit seiner Mannschaft erneut in der Euroleague an den Start. DKV Joventut spielt in der Gruppe C, in der sie auf Alba Berlin und Virtus Roma - dem Team von Brandon Jennings - treffen werden.
Auch im Trikot der Nationalmannschaft sorgte das spanische Ausnahmetalent bereits für Aufsehen. Bei der U16-Europameisterschaft 2006 lieferte er im Finale ein phänomenales Spiel ab: Er markierte 51 Zähler, 24 Rebounds, zwölf Assists und klaute dazu noch sieben Mal den Ball.
Durch seine hervorragenden Leistungen wurde der Point Guard trotz seines jungen Alters schon in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking vergrößerte sich der Hype, welchen die Eltern unter anderem mit einem Interview-Verbot bis zur Volljährigkeit ihres Sprosses so gering wie möglich halten wollen, noch mehr.
Mit seinem Auftritt im Finale (sechs Punkte, sechs Rebounds, drei Assists und drei Steals) erarbeitete er sich Respekt beim Gegner und anderen NBA-Spielern. Baron Davis von den Los Angeles Clippers bezeichnet ihn als einen Juwel und freut sich bereits auf seine Ankunft in der NBA.
Bis dahin dauert es aber noch mindestens ein Jahr, und der Start in die schon laufende Saison wird für Rubio erschwert. Der Point Guard ist momentan an seinem rechten Handgelenk verletzt und fehlt seinem Team noch mindestens vier Wochen. Er verpasste bereits den Saisonstart in der ACB und wird auch die ersten Spiele in der Euroleague nur vom Seitenrand betrachten können.

Wenn es also am 29. Oktober zum Aufeinandertreffen von Badalona und Rom in der Euroleague kommt, treffen die beiden Youngster Rubio und Jennings leider nicht auf dem Parkett aufeinander.
Brandon Jennings (geb. am 23. September 1989)
Brandon Jennings und Josh Childress haben zwei Sachen gemeinsam: Zum einen sind beide seit diesem Sommer bei europäischen Teams unter Vertrag (Childress bei Olympiakos Piräus und Jennings bei Virtus Roma) und zum anderen könnte ihr Wechselverhalten einen Trend auslösen.
Eigentlich sollte der Weg des Brandon Jennings vorgezeichnet sein: ein Jahr am College verbringen und dann als sicherer Lottery-Pick in die NBA wechseln. Doch der 19-Jährige geht seinen eigenen Weg. Mit durchschnittlich 35,5 Punkten, 7,5 Assists, 5 Rebounds und 4,0 Steals pro Partie war Jennings in der vergangenen Saison der High-School-Star an der berühmten Oak Hill Academy, wo bereits NBA-Star wie Carmelo Anthony oder Josh Smith lernten.
Nach der High School standen dann viele Colleges Schlange beim 1,88 Meter großen Jennings. Er hatte bereits den Arizona Wildcats eine Zusage gegeben, aber nachdem er den Aufnahmetest der Hochschule drei Mal hätte machen müssen, entschied sich Jennings für einen Vertrag in Italien in der Ewigen Stadt.
Wenn das Projekt von Jennings erfolgreich wird und er im nächsten Jahr hoch gedraftet wird, könnte das Übergangsjahr in Europa der neue Trend für die amerikanischen High-School-Stars werden. Denn auf dem Alten Kontinent verdienen die Nachwuchskräfte schon gutes Geld und sammeln nebenbei noch vor dem Schritt in die beste Basketballliga der Welt Profi-Erfahrung im Profigeschäft.
Im Vergleich zu Rubio war Jennings in der Lega A bereits aktiv. Im ersten Saisonspiel konnten seine Römer einen Sieg einfahren. Dabei steuerte der 19-Jährige in 21 Minuten Spielzeit sieben Punkte sowie zwei Assists bei. In der zweiten Begegnung stand BJ nur 14 Minuten auf dem Feld, kam auf drei Punkte und je einen Rebound, Assist, Steal und Ballverlust.






von Hurricane 21.10.08 um 13:32:44
guter artikel freue mich schon auf die folgenen Artikel über die beiden
von Run TMC 21.10.08 um 13:59:35
jap, finde ich auch. gute idee mit der serie! wirklich interessant
von Blackhawk 21.10.08 um 16:10:57
dito runTMC, klasse crossoveronline.de!!!!
von Suck My Diktiergerät 22.10.08 um 06:15:37
1a, allererste sahne!! wie meistens!!
von JaCa 22.10.08 um 23:06:57
Jennings hat einfach den SAT nicht gepackt. Ich bin mir sicher, dass das kein Trend wird.
In Europa kriegen die Spieler niemals soviel Aufmerksamkeit wie auf dem College und die NCAA soll ja bekanntlich auch ihre Reize haben. Ausserdem hat selbst der Beste Rookie in den starken Ligen Europas keine Starter-Garantie. Und ich denke die Erfahrungen am College als Leader und mit viel Spielzeit sind mindestens genauso wertvoll wie das Spielen mit gestandenen Profis.
Ich glaube darüber hinaus nicht, dass die Meisten jungen Spieler einfach Mal 1 Jahr in ein fremdes Land mit neuer Sprache und Gewohnheiten gehen und sich sofort einleben können. Ausserdem hat man sicherlich keinen einfachen Stand bei den Mitspielern wenn man als junger, unerfahrener yankee ein "Übergangsjahr" machen will und dabei auch noch Spielzeit beansprucht und blockiert.
Im College herrscht eine ganz andere Atmosphäre...
So könnte man noch weig weitermachen.
von Tendai 26.10.08 um 22:34:46
@ Jaca -> super Kommentar, bin genau deiner Meinung.
Aber trotzdem freue ich mich extrem auf diese Reihe und frage mich wann folgende Artikel über Jennings & Rubio kommen werden..