Europameisterschaft
Starke Slowenen und strauchelnde Spanier
In der Zwischenrunde der Europameisterschaft stand die Gruppe F im Mittelpunkt. Die Türkei und Slowenien konnten mit beeindruckenden Siegen gegen Spanien und Litauen auf sich aufmerksam machen. Auch die Serben zeigten sich mit einem Erfolg gegen die Gastgeber aus Polen in einer guten Verfassung.
Von Johannes Hübner |
12.09.2009 | |
Türkei gegen Spanien 63:60
Das Duell zwischen zweier Topfavoriten auf den Titel der Europameisterschaft war hart umkämpft und ein spannender Krimi, in dem die Türken den längeren Atem bewiesen. In einer spannenden Partie konnte sich keine Mannschaft mit mehr als sechs Zählern absetzen. Das Endergebnis zeigt, dass es ein Spiel mit intensiver Verteidigung war und weder der amtierende Weltmeister, noch die Türken vermochten aus der Distanz gefährlich zu sein (TUR: 23% 3FG, ESP: 27,7% 3FG). Die Spanier stehen nach dem Spiel mit zwei Niederlagen und einem Erfolg auf Platz drei der Gruppe F.
In der ersten Halbzeit war Ömer Asik mit 13 Punkten und vier Rebounds die tragende Säule der Türken. In den zweiten 20 Minuten bekamen die Spanier zwar Asik besser in den Griff, doch das Team von Sergio Scariolo verlor auch immer mehr die klare Überlegenheit beim Rebound. Zwölf Sekunden vor Ende des Spiels lag der amtierende Weltmeister dann einen Zähler in Rückstand und hatte Ballbesitz, doch gute Verteidigung der Türken leitete einen Schnellangriff ein, der von Sergio Llull durch ein unsportliches Foul gestoppt wurde. Semih Erden machte im Anschluss den Sieg an der Freiwurflinie perfekt. Die ungeschlagene Türkei zeigte, dass sie eine Mannschaft hat, die um den kontinentalen Titel mitspielen kann. Erfolgreichste Werfer waren Rudy Fernandez (16 P) und Ersan Ilyasova (15 P), Hedo Turkoglu kam nur auf zwei Zähler.
Schlüsselstatistik: In einer sehr ausgeglichenen Partie leisteten sich die Spanier 15 Ballverluste.
Polen gegen Serbien 72:77
Auch im zweiten Spiel der Zwischenrunde in der Gruppe F war es ein spannendes Match. Am Ende zogen die gastgebenden Polen gegen die serbische Nationalmannschaft den Kürzeren. Dabei sah es lange Zeit nicht so aus, als ob es eine enge Schlussphase geben würde. Die Serben zeigten früh ihren Willen, den Sieg nach Hause zu bringen. Die ersten sieben Zähler gingen auf das Konto der Mannschaft vom Balkan. Mitte des dritten Viertels war der Vorsprung dann sogar bis auf 16 Punkte ausgebaut. Doch die Polen gaben nicht auf und kämpften sich Stück für Stück zurück. Mit knapp über fünf Minuten im letzten Viertel waren die Gastgeber auf zwei Zähler in Schlagdistanz, doch die Serben brachten den Sieg noch unter Dach und Fach.
Im Mittelpunkt der Partie standen vor allem zwei Big Man. Auf der einen Seite Marcin Gortat für die Polen und Nenad Krstic für die serbische Auswahl. Gortat erzielte 16 Punkte, neun Rebounds und zwei Blocks, während Krstic seinem Team mit 18 Zählern, acht Abprallern und zwei Blocks den Sieg und vorerst den zweiten Platz in der Gruppe sicherte.
Schlüsselstatistik: Die Mannschaft von Head Coach Dusan Ivkovic gewann den Kampf an den Brettern mit 38:34.
Litauen gegen Slowenien 58:81
Beim letzten Spiel des Abends in Lodz zwischen Litauen und Slowenien war die Messe schnell gelesen. Die Slowenen drückten dem Spiel sofort ihren Stempel auf und ließen den Balten über die gesamten 40 Minuten keine Chance. Bereits nach dem ersten Viertel lag Slowenien mit zehn Punkten in Front, in die Halbzeitspause ging es mit einer 17-Punkte-Führung. Das Team um Bostjan Nachbar und Goran Dragic zeigte kaum Schwächen und könnte in dieser Verfassung bei der Vergabe der Medaillenränge eine Wörtchen mitreden.
Überragender Akteur auf Seiten der Slowenen war Jaka Lakovic, der als Spielgestalter die Partie gut organisierte und in der Offensive auch selbst äußerst erfolgreich abschloss. Lakovic erzielte starke 24 Punkte und verteilte vier Assists. Linas Kleiza, der bis zur abgelaufenen NBA-Saison bei den Denver Nuggets unter Vertrag stand, erwischte einen schwarzen Tag. Kleiza erzielte nur sechs Punkte und beging ein unsportliches Foul.
Schlüsselstatistik: Die Slowenen zogen den Balten aus der Distanz den Zahn. Das Team versenkte 13 seiner 27 Versuche (48,1 Prozent) von jenseits der Drei-Punkte-Linie.



von Crossover 12.03.2010 um 02:43:05
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