Europameisterschaft
Spanischer Superlativ
Spanien ist Europameister 2011. Das Team um Turnier-MVP Juan Carlos Navarro verteidigte den Titel mit 98:85 gegen Frankreich. Russland sicherte sich den dritten Platz gegen Mazedonien.
Von Thomas Käckenmeister |
18.09.2011 | |
Am Samstag fanden die Spiele um die Plätze fünf bis acht statt. Litauen sicherte sich nach einem 73:69-Sieg über Griechenland den fünften Rang. Slowenien beendete das EM-Turnier nach einem 72:68-Erfolg über Serbien auf dem siebten Platz.

Russland gegen Mazedonien 72:68
Der Europameister von 2007 hatte das Spiel lange Zeit unter Kontrolle und erspielte sich im dritten Abschnitt eine zweistellige Führung (45:35, 25. Min). Doch das Herz der Basketballer aus der ehemaligen jugoslawischen Republik pulsierte weiter und so kämpfte Mazedonien sich wieder zurück ins Geschäft. Zwölf Sekunden vor Ende des dritten Abschnitts stand es 50:50 unentschieden.
Litauen-Bezwinger Vlado Ilievski sorgte zu Beginn des letzten Viertels für die Führung seines Teams (52:53). Fortan entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Russen den längeren Atem behielten. Sergey Bykov und Alexey Shved trafen in den letzten 15 Sekunden, um Russland die Bronze-Medaille zu sichern.
Bo McCalebb ragte mit 22 Punkten, vier Rebounds, drei Assists und vier Steals bei Mazedonien heraus. Russlands Andrei Kirilenko beendete das Spiel mit 18 Punkten und sieben Rebounds.

Spanien gegen Frankreich 98:85
Im Endspiel um den EM-Titel 2011 standen sich die beiden Mannschaften mit den meisten NBA-Spielern gegenüber. Während bei den Spaniern mit dem Bruderpaar Marc und Pau Gasol, Rudy Fernandez, Serge Ibaka und José Calderon gleich fünf NBA-Spieler aufliefen, versuchten Joakim Noah, Nicolas Batum, Boris Diaw und Tony Parker bei den Franzosen dagegen zu halten.
Es war allerdings Juan Carlos Navarro (Foto), der dem Finale mit seiner unfassbaren Körperkontrolle und Treffsicherheit den Stempel aufdrückte. Am Ende hatte der MVP der Eurobasket 2011 27 Punkte und fünf Assists auf seinem Konto und Spanien den EM-Titel verteidigt.
Das Spiel war von Beginn an von hohem Tempo und hochprozentiger Wurfquote auf beiden Seiten geprägt. Frankreich ging mit 4:0 in Führung. Im weiteren Spielverlauf sollten "Les Bleus" aber nicht mehr vorn liegen. Zu überlegen war die spanische Souveränität. Dass die Iberer in diesem Finale nicht zu besiegen sein würden, zeigte unter anderem Marc Gasol, der gegen Ende des ersten Abschnitts einen Dreipunktewurf im Nachhintenfallen traf, weil die Wurfuhr abgelaufen war.
Weitere Kunstwürfe fielen durch den unaufhaltsamen Navarro, der Schüsse aus der Distanz wie Freiwürfe aussehen ließ und in seiner typischen Weise auch aus dem Laufen sichere Punkte einnetzte. Als selbst Pau Gasol im Schlussabschnitt einen Dreipuntewurf zum 84:68 (33. Min) verwandelte, schien die Entscheidung gefallen zu sein. Frankreich kämpfte verzweifelt gegen die spanische Übermacht, die nicht nur offensiv, sondern auch defensiv herausragte: Der gebürtige Kongolese Serge Ibaka blockte allein im zweiten Viertel fünf Würfe, fünf weitere französische Korbversuche brachten die Gasol-Brüder von der Flugbahn ab.
Bei den Franzosen stand Tony Parker 39 Minuten auf dem Parkett und erzielte insgesamt 26 Punkte, fünf Rebounds, fünf Assists und verbuchte fünf Ballverluste. Die drei anderen französischen NBA-Profis Noah, Batum und Diaw steuerten zusammen 33 Zähler, 16 Rebounds und zehn Assists bei. Bei den Spaniern punkteten fünf Spieler zweistellig. Pau Gasol beendete das dritte Spiel in Folge mit einem Double-Double (17 P, 10 R).

Spanien ist das erste Land seit Jugoslawien (1989, 1991), das den EM-Titel verteidigen konnte. Nach dem dritten Finalauftritt in Folge geht die Erfolgsgeschichte der spanischen Basketballgeneration weiter. Im kommenden Jahr werden die Iberer in London bei den Olympischen Spielen erneut für Aufsehen sorgen. Dann werden auch die Franzosen erstmals seit zwölf Jahren wieder dabei sein.

Das All-Eurobasket-Team
Tony Parker (Frankreich: 22,1 PpG, 3,5 RpG, 4,4 ApG, 1,6 SpG)
Bo McCalebb (Mazedonien: 21,4 PpG, 3,1 RpG, 3,7 ApG, 2,1 SpG)
Juan Carlos Navarro (Spanien: 18,7 PpG, 1,5 RpG, 3,0 ApG)*
Andrei Kirilenko (Russland: 14,9 PpG, 6,1 RpG, 2,3 ApG, 2,6 SpG)
Pau Gasol (Spanien: 20,1 PpG, 8,3 RpG, 1,7 ApG, 1,7 BpG)
* Turnier-MVP



von xax 18.09.11 um 23:49:20
ich habe spanien die daumen gedrückt aber spanien war einfach besser.
von Michster 19.09.11 um 08:49:16
@xax: na dann passt es doch!
von eightch 19.09.11 um 08:57:46
das spiel war traumhaft...
von Hurricane 19.09.11 um 11:07:20
@XAX
"von xax 16.09.11 um 23:42:20
hätte nie gedacht das mal zu schreiben aber go france, spanien hat genug gewonnen."
schnell mal die Meinung geändert ? :D
Habe das spiel leider nicht gesehen, scheint aber echt gut gewesen zu sein
von xax 19.09.11 um 11:47:13
@ Michster und Hurricane
nee habe mich (aufgrund von Gin Tonic) verschrieben, wollte sagen, habe Fr. die Daumen gedrückt aber Spanien hat verdient gewonnen.
Ibaka hat im 2 Viertel jeden Ball geblockt, ich glaube da hätte frankreich auch von der mittellinie abdrücken können.
was mir an spanien gefällt, keiner zwingt etwas, die sind irgendwie im fluss. erinnert ein bisschen an Dallas wenns mal gut läuft, dann hat man das Gefühl das Team ist ein Organismus, hinten wie vorne. Schön anzusehen.
@ eightch
ruhe wer hat denn dich gefragt :-)
von eightch 19.09.11 um 13:38:52
@xax - wer schlechter als ich im tippspiel abgeschlossen hat hat mir nix zu sagen ;)
von Treffnix 19.09.11 um 15:41:24
Das bessere aber unsympathischere Team hat gewonnen....
von Hurricane 19.09.11 um 17:14:14
Habe zwar nur ein spiel der Russen gesehen und zwar das gegen Frankreich, habe mir aber sehr gut gefallen muss ich sagen.