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Europameisterschaft

Spanien versohlt Polen

Spanien ließ der polnischen Auswahl beim Endspiel um den Viertelfinaleinzug keine Chance und steht somit in der Runde der letzten Acht, während für den EM-Gastgeber nunmehr das Turnier beendet ist. In der Gruppe F fügten die Slowenen der Türkei deren erste Niederlage zu, während die Litauer auch in ihrem letzten Spiel sieglos blieben.

Von Manuel Baraniak
 16.09.2009 |

Litauen gegen Serbien 79:89

Die Vorzeichen vor der Partie waren klar: Während die Litauer nach zwei Zwischenrunden-Niederlagen schon ausgeschieden waren, stand die serbische Auswahl bereits im Viertelfinale. Dementsprechend ließen beide Mannschaften zu Beginn ein wenig die Intensität in der Verteidigung vermissen und gingen jeweils sorglos mit dem orangenen Leder um. Nach einem 8:0-Lauf konnten sich die Serben ein wenig absetzen und wurden dabei in der Offensive von Uros Tripkovic angeführt: Der 23-jährige Guard traf jeden seiner fünf Wurfversuche aus dem Feld und hatte nach den ersten zehn Minuten bereits elf Punkte auf dem Konto.

Im ersten Abschnitt bei den Rebounds noch deutlich unterlegen, gestalteten die Balten den Kampf unter den Brettern sodann ausgeglichener. Auch erhöhten sie die Intensität bei der Defensivarbeit, sodass sich beide Teams auf Augenhöhe begegneten. Nach einem einen knappen Rückstand zur Halbzeit ließ Litauen, wiederum von den mitgereisten Fans angtrieben, im dritten Viertel die bisher schwache Turnierleistung vergessen. Nach vier Freiwürfen von Ksistof Lavrinovic zogen die Litauer auf sieben Zähler davon. Angetrieben von Milos Teodosic, der entweder selbst vollendete oder seine Mitspieler bediente, holten sich die Serben vor dem letzten Viertel die Führung aber zurück (61:63).

In einem zunächst abwechslungsreichen Schlussabschnitt brachten Milos Teodosic und Novica Velickovic mit Distanzwürfen in zwei aufeinanderfolgenden Angriffen ihr Team mit 80:75 nach vorne. Teodosic, der 22-jährige Aufbauspieler in Diensten Olympiakos Piräus', ließ kurze Zeit später wieder einen erfolgreichen Distanzwurf fliegen und bewies damit seine Kaltschnäuzigkeit, als er über den gesamten Spielverlauf immer wieder wichtige Dreier einnetzen konnte. Den Litauern gelang aus dem Feld derweil nichts mehr, sodass die Serben nach zwei weiteren Drei-Punkte-Würfe in den Schlussminuten die Vorentscheidung perfekt machten.

Mit diesem Sieg sicherten sich die Serben den dritten Platz in ihrer Gruppe und treffen somit im Viertelfinale auf Russland. Neben dem überragenden Teodosic, der 20 Punkte und elf Assists markierte, kamen gleich vier weitere Serben auf eine zweistellige Punkteausbeute. Auf Seiten Litauens gelang dies insgesamt fünf Akteure. Dabei stellte Jonas Maciulis mit 20 Zählern (4/5 3FG) den teaminternen Topscorer. Litauens Head Coach Ramunas Butautas gab nach der Partie seinen Rücktritt bekannt

Schlüsselstatistik: Während die Litauer nur jeden dritten ihrer Distanzwürfe versenken konnten (6/18 3FG), verwandelte die serbische Auswahl jeden zweiten Dreier (14/27 3FG) und sicherte sich mit ihrer Wurfsicherheit von „Downtown“ in der Schlussphase auch den Sieg.


Polen gegen Spanien 68:90

„Do or die“. In diesem „Endspiel“ der Zwischenrunde war klar: Der Verlierer der Partie würde ausscheiden, während der Gewinner den Viertelfinal-Einzug feiern würde. Durch einen 7:0-Start nach den ersten zwei Minuten stellten die Spanier klar, wer der Favorit war. Angeführt von Pau Gasol (elf Punkte) und Juan Carlos Navarro (acht Zähler) behauptete der amtierende Weltmeister seine Führung bis zum Viertelende, obwohl die Polen bis dahin schon ganze sieben Offensiv-Rebounds ergatterten.

Da die Spanier im zweiten Abschnitt das Duell unter den Bretter ausgeglichener gestalten konnten und in der Offensive durch zahlreiche erfolgreiche Distanzwürfe, in Person von Alex Mumbru und Navarro, zum Abschluss kamen, bauten die Iberer ihren Vorsprung immer weiter aus. Die polnische Auswahl hingegen verfehlte im zweiten Abschnitt jeden ihrer sechs Versuche von „Downtown“ und konnte sich weiterhin keine Auftritte an der Freiwurflinie herausspielen. Mit 26:42 ging es in die Kabine.

Die ersten zwei Minuten nach der Pause waren ein Spiegelbild zur gesamten Partie: Während Pau Gasol trotz Fouls erfolgreich zum Abschluss kam und nicht daneben werfen zu können schien, nahm Navarro (Foto) weiter von jenseits der Drei-Punkte-Linie Maß. Der Shooting Guard war so heiß von außen, dass der FIBA-Kommentar nach zwei weiteren Dreier nur noch verblüfft sagen konnte: „Jemand sollte etwas Wasser holen und auf ihn schütten, um ihn abzukühlen. Er ist dabei, ein Feuer zu entfachen.“ Ein wahres Offensivfeuerwerk entzündeten die Spanier auch ohne Navarro in der Folgezeit und bauten ihren Vorsprung stetig aus, sodass die Partie nach dem dritten Viertel schon so gut wie entschieden war (46:71) und sich im Schlussabschnitt auch nicht mehr viel tat.

Damit kegelten die Spanier die Polen aus dem Turnier und machten selbst den Einzug in das Viertelfinale perfekt, allerings nur als Viertplatzierter der Gruppe F. Dort treffen die Iberer nun auf die noch ungeschlagenen Franzosen. Mit Pau Gasol (20 Punkte, 9/11 FG) und Juan Carlos Navarro (23 Zähler, 7/9 3FG) kamen die zwei überragenden Spanier als einzige Akteure ihrer Mannschaft auf mehr als zehn Punkte. Auf Seiten Polens konnte einzig das Trio um David Logan (20 Zähler, 4/9 3FG), Lucasz Koszarek und Marcin Gortat (zwölf Punkte, zwölf Rebounds) überzeugen.

Schlüsselstatistik: Der spanische Offensivmotor lief wie geschmiert: Bis zum Schlussabschnitt nur fünf Ballverluste, insgesamt 25 Assists und eine Trefferquote von 52 Prozent (13/25 3FG) aus dem Drei-Punkte-Bereich. Die Spanier agierten wahrlich weltmeisterlich.


Türkei gegen Slowenien 67:69

Zwar standen beide Teams schon sicher im Viertelfinale, doch es ging um den Gruppensieg und somit darum, welche Mannschaft in der nächsten Runde den Griechen aus dem Weg gehen würde. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase waren es die Slowenen, die das Heft in die Hand nahmen. Mit einem 12:3-Lauf beendeten sie das erste Viertel und hatten sich bis dahin vor allem einen großen Rebound-Vorteil erkämpft. In der Offensive schultere Bostjan Nachbar (Foto) mit zwölf Zählern in den ersten zehn Minuten die slowenische Punktelast.

Im zweiten Abschnitt baute die slowenische Auswahl ihren Vorsprung auf zeitweise 19 Zählern aus, als zum einen nichts von der starken türkischen Verteidigung zu sehen war, und somit zum anderen die Slowenen nach Belieben in der Offensive agieren konnten. Mit einem 14:0-Lauf waren die Südosteuropäer aber wieder zurück und ebenso die Fans. Somit ging die Türkei lediglich mit einem 32:39-Rückstand in die Halbzeit.

Angetrieben von Hedo Turkoglu kamen die Türken im dritten Abschnitt immer näher heran, ehe Semih Erden bei dreieinhalb Minuten zu spielen per Korbleger die erste türkische Führung des Spiels herstellte. Die slowenische Antwort folgte mit zwei erfolgreichen Distanzwürfen aber prompt, sodass die Mannen von Head Coach Jure Zdovc mit einem Vorsprung von fünf Zählern in den Schlussabschnitt starteten.

Dort liefen die Türken stets einem kleinen Rückstand hinterher. Bei noch rund elf Sekunden zu spielen und mit 64:68 hinten liegend, ging Ender Arslan zum Drei-Punkte-Wurf hoch und wurde dabei von Samo Udrih gefoult. Nach drei verwandelten Freiwürfen stand auf der Gegenseite Udrih an der Linie, vergab aber einen Versuch. So hatten die Türken beim Stand von 67:69 den letzten Wurf, Engin Atsür setzte seinen Distanzwurf aber auf den Ring.

Damit verlor die türkische Auswahl ihr erstes Spiel während dieser Europameisterschaft und muss sich als Zweitplatzierter im Viertelfinale mit den Griechen auseinandersetzen, während die Slowenen auf Kroatien treffen. Die Slowenen zeigten sich mannschaftlich geschlossen und hatten in Bostjan Nachbar (16 Punkte, 3/5 3FG) ihren besten Schützen. Bei den Türken stellte wiederum Ersan Ilyasova den Topscorer, 14 seiner 16 Punkte markierte der Neuzugang der Milwaukee Bucks aber in der ersten Hälfte.

Schlüsselstatistik: Während die Slowenen 39 Punkte (13/31 3FG, 41,9%) aus dem Drei-Punkte-Bereich erzielten, kam die türkische Auswahl hierbei nur auf 15 Zähler (5/20 3FG, 25%).


Abschlusstabelle der Gruppe F:

Nation
W L Punkte
1. Slowenien 4 1 9
2. Türkei 4 1 9
3. Serbien 3 2 8
4. Spanien 3 2 8
5. Polen 1 4 6
6. Litauen 0 5 5


Abschlusstabelle der Gruppe E:

Nation W L Punkte
1. Frankreich 5 0 10
2. Russland 3 2 8
3. Griechenland 3 2 8
4. Kroatien 2 3 7
5. Mazedonien 1 4 6
6. Deutschland 1 4 6


Viertelfinal-Paarungen:

17.9., 18:15 Uhr: Russland gegen Serbien
17.9., 21:00 Uhr: Frankreich gegen Spanien
18.9., 18:15 Uhr: Türkei gegen Griechenland
18.9., 21:00 Uhr: Slowenien gegen Kroatien




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von Crossover 11.03.2010 um 14:16:48


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