Europameisterschaft
Russland weiter makellos
Mazedonien überrascht weiter der Eurobasket 2011, Russland besiegt die jungen Griechen und Finnland wahrt die Hoffnungen aufs Viertelfinale.
Von Sven Labenz |
10.09.2011 | |

Finnen bleiben im Rennen
Dank 13 Drei-Punkte-Würfen, einem kämpfenden Allrounder Kimmo Muurinen und 17 Offensiv-Rebounds, bleibt Finnland im Rennen für ein Ticket nach Kaunas: Mit 87:73 besiegten die Skandinavier Georgien im ersten Spiel des Tages. Für die Georgen, die auf Zaza Pachulia und George Tsintsadze verzichten mussten, muss nun ein Basketball-Wunder her, um doch noch ein Ticket für das Viertelfinale zu ergattern.
Mit einem 9:3-Run zum Ende des ersten Spielabschnittes, erspielte sich das Team von Cheftrainer Hendrik Dettmann die erste deutliche Führung der Begegnung (22:13), sahen sich aber einer nie aufsteckenden georgischen Mannschaft gegenüber, die zum Ende der ersten Halbzeit durch Gamqrelidze mehr als nur in Schlagdistanz kam (33:34).
Nach dem Pausentee kamen die Finnen erneut besser aus den Startlöchern, setzten sich ab, Georgien konterte, musste aber durch eine Dreierserie wieder einem Rückstand hinterher laufen – der Spielverlauf aus Sicht der Skandinavier glich einer Achterbahnfahrt (40:33, 46:37, 48:46, 59:48, 61:50).
Wer nun an eine dritte Aufholjagd der Georgier geglaubt hatte, sah sich getäuscht. Das in den Schlusssekunden verlorene Spiel gegen Mazedonien war noch deutlich in den Köpfen, die Beine schwer und der Antrieb für eine erneute Wende des Spiels nicht mehr vorhanden. Vergebene Freiwürfe (13/20), zu viele Turnovers (14) sowie erfolgreiche Scharfschützen der Finnen taten ihr übrigens: Dettmann & Co. schaukelten den Sieg am Ende verdient nach Hause und halten die Hoffnung für einen Platz im Viertelfinale.
Mazedonien tankt weiter Selbstvertrauen
Nach dem Last-Minute-Sieg über Georgien, gewinnt Mazedonien auch gegen Slowenien, die nun um ihr die Tickets für Kaunas zittern müssen. Beim 68:59-Erfolg war erneut Bo McCalebb bester Werfer seines Teams (19) und führte seine Farben nun zu einem echten Showdown gegen Russland (12.09., 20 Uhr) – der Sieger des Duells geht als Gruppensieger aus der Zwischenrunde hervor.
Die, bereits mehrfach erwähnten, schnellen Hände der Mazedonier in der Defense, waren auch dieses Mal ein Schlüssel zum Erfolg: Acht Steals verbuchten McCalebb, Antic & Co. und münzten diese immer wieder in direkte Korberfolge um. Knackpunkt des Spiels war ein 13:5-Lauf zum Ende des dritten Viertels, auf den die Slowenen keine Antwort hatten.
Ich weiß nicht, was mit uns los ist. Seit der knappen Niederlage gegen Russland (58:65, Anmerk. Der Red.)spielen wir nicht so, wie wir uns das vorstellen. Die Chemie im Team stimmt nicht“, urteilte ein enttäuschter slowenischer Guard Samo Udrih nach dem Schlusspfiff.
Einziger Wermutstropfen auf Seiten der Gewinner: Power Forward Todor Gechevski verletzte sich unglücklich am Arm und muss vorerst pausieren.
Russland schlägt auch Griechenland
Hart umkämpft, aber verdient gewonnen: Mit 83:67 fährt Russland den nächsten Erfolg in der Zwischenrunde ein und tankt Selbstvertrauen für den Gruppen-Showdown mit Mazedonien, sowie für das Viertelfinale. Knackpunkt für die Griechen, bei denen Kostas Koufos 15 Punkte markierte, war die miese Trefferquote jenseits der 3-Punkte-Linie: Nachdem die ersten Würfe von „Downtown“ an das Finish gegen Slowenien erinnerten, lief danach nicht mehr viel zusammen. Am Ende sind 28 % von außen für die Hellenen zu wenig.
„Ich denke, wir haben heute unser bestes Spiel des Turniers gezeigt. Wir haben sehr intensiv verteidigt und in der Offensive den Ball gut bewegt und die richtigen Entscheidungen getroffen“, urteilte der hoch zufriedene russische Cheftrainer David Blatt nach Spielende. Die, gerade in der Vorbereitung, u.a. beim Beko Supercup in Bamberg, so hoch gelobte Verteidigung der Hellenen fasste Griechenlands Basketball-Stratege Ilias Zouros mit „gleich Null“ zusammen.
Russland bleibt somit mit sieben Siegen in Folge auf Kurs Richtung Olympia und darf wohl endgültig zum Kreis der Titelfavoriten gezählt werden. Griechenland kann am letzten Spieltag der Zwischenrunde noch von Finnland oder Slowenien abgefangen werden, die im direkten Duell auf Korbjagd gehen. Aus eigener Kraft können sich Fotsis & Co. jedoch mit einem Erfolg über Schlusslicht Georgien ins Viertelfinale bugsieren. Der „Final-Day“ der Gruppe F findet am kommenden Montag statt.



von Crossover 30.05.2012 um 10:21:00
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