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Europameisterschaft

Mazedonien zu stark für Deutschland

Deutschland verliert zum dritten Mal in Folge bei der Basketball-EM in Polen. Im zweiten Zwischenrundenspiel gegen Mazedonien hagelte es eine deutliche 75:86-Niederlage. Der Traum vom Viertelfinale ist damit für das Team von Dirk Bauermann in weite Ferne gerückt, da Russland überraschend Griechenland besiegte. Im dritten Spiel des Tages setzte sich Frankreich gegen Kroatien durch.

Von Thomas Käckenmeister
 13.09.2009 |

Deutschland gegen Mazedonien 75:86

Vorab wurde das DBB-Spiel gegen Mazedonien als Schlüsselspiel der Zwischenrunde deklariert. Warum? Mit einem Sieg über den Zwergenstaat vom Balkan würde der direkte Vergleich für Deutschland sprechen, da Mazedonien bereits gegen Frankreich ein herbe Klatsche einstecken musste und genau wie die Russen ebenfalls keinen Sieg mit in die Qualikationsrunde nehmen konnten. Sollten also zudem die Russen eines ihrer zwei noch ausstehenden Zwischenrundenpartien (Griechenland, Mazedonien) verlieren, so wäre der Mannschaft von Dirk Bauermann das Erreichen des Viertelfinales nicht mehr zu nehmen.

Die Anspannung im Duell gegen Mazedonien war beiden Mannschaften zu Beginn deutlich anzumerken. Nach über drei Minuten lagen die Deutschen gerade einmal mit 2:1 in Führung, ehe die Truppe, gegen die das DBB-Team bereits zweimal in der Vorbereitung antrat (78:77-Sieg in Bamberg, 75:94-Niederlage in Istanbul), einen 5:0-Lauf nutzte, um die Kontrolle im Spiel zu beanspruchen. Deutschland wehrte sich und gestaltete die Partie wieder offen nach einem Dreier von Demond Greene und einem Korbleger von Robin Benzing (9:9, 8. Min.). Kurz vor Schluss sorgte ein ansehnlicher Dunk von Tim Ohlbrecht für ein erstes Highlight. Allerdings standen die Bundesadler den Mazedoniern an der Dreierlinie nicht gut genug auf den Füßen, sodass vier von sieben Distanzwürfe im Netz zappelten. Am Ende des ersten Viertels hieß es 14:18.

Im Abschnitt vor der Pause knüpfte Lucca Staiger an die makellose Leistung von Heiko Schaffartzik aus dem Griechenland-Spiel (8/8 FG) an, als er drei Dreier ohne Fehlversuch in die Reuse des Gegners schoss. Ohnehin lief das Zusammenspiel Deutschlands flüssiger als das der Mazedonier, sodass es zur Halbzeit unentschieden (36:36) stand. Neben Staiger war ebenso Patrick Femerling mit neun Zählern der beste Punktesammler der Bauermänner. Auf der Gegenseite war der 35-jährige Point Guard Vrbica Stefanov mit zwölf Punkten die treibende Kraft seines Teams.

Innerhalb von nicht einmal drei Minuten nach dem Seitenwechsel fing Deutschland sich einen 11:2-Lauf der Mazedonier, die plötzlich das Tempo und das Spielgeschehen kontrollieren. Dank Jan-Hendirk Jagla und Staiger blieb das DBB-Team aber dran (46:47, 26. Min.). Danach folgte die nächste Angriffswelle von Stefanov und Co., die das dritte Viertel mit einem Zwölf-Punkte-Vorsprung abschlossen (50:62).

Das vierte Viertel ging so weiter, wie der dritte Abschnitt geendet hatte: Mazedonien zeigte sich treffsicher von außen, Deutschland vertendelte des Öfteren das Leder und ließ eine klare Linie vermissen. Zu häufig verrannten sich die DBB-Herren in Einzelaktionen oder waren einen Schritt zu spät in der Verteidigung. Insgesamt tüteten die Mazedonier elf von 21 Schüsse von "Downtown" ein. Letztlich war am Ende des Spiels bereits die Luft raus, als selbst die Körpersprache der verzweifelt agierenden Deutschen auf die bevorstehende Niederlage hinwies.

Der deutsche Traum vom Viertelfinale ist nach der deutlichen 86:75-Pleite in weite Ferne gerückt - nur ein Sieg gegen Kroatien am Dienstag (21 Uhr, live im DSF) könnte noch reichen -, auch wenn Staiger mit seiner besten Turnierleistung (14 Punkte, 4/6 3FG) hervorstach. Mazedoniens Stefanov (25 Punkte, 8/11 FG) führte insgesamt vier Spieler im zweistelligen Punktebereich an.

Schlüsselstatistik: Deutschland verlor 17-mal den Ball, während Mazedonien zehn Turnovers und 14 Steals verbuchte.

Die weiteren Partien des heutigen Tages (Berichte nach Spielende):


Griechenland gegen Russland 65:68

Es sieht bitter aus für die deutsche Nationalmannschaft. Da mussten sie auf griechische Schützenhilfe hoffen und wurden von der kompakt spielenden russischen Mannschaften überrascht, die nun am Dienstag Mazedonien zum Einzug in das Viertelfinale schlagen muss.

Gegen Griechenland stach der amtierende Titelträger als diejenige Mannschaft hervor, die das Spielgeschehen von Beginn an beherrschte. Bereits im ersten Abschnitt lag Russland mit über zehn Punkten in Führung (10:21, 9. Min). Einzig eine kleine Schwächephase im dritten Viertel ließ die griechischen Träume eines Sieges wieder aufkeimen. Am Ende aber agierten die Russen zu abgezockt und sorgten für die große Überraschung.

Kelly Mc Carty (17 Punkte, neun Rebounds) und Sergey Monya (16 P, 4 R) taten sich als Führungsspieler der Russen hervor, während vier Griechen zweistellig punkteten.

Schlüsselstatistik: Russland trat 29 Mal an die Freiwurflinie (62,1%), Griechenland stand 15-mal am Streifen (66,7%).

Kroatien gegen Frankreich 79:87

Betrachtet man ein Spiel der Franzosen bei dieser Europameisterschaft, ist es kaum vorstellbar, dass sie als letztes Team das Ticket für Polen lösen konnten. Auch im fünften Spiel dieses Wettbewerbs sind Tony Parker, Boris Diaw, Nicolas Batum (gegen Kroatien zusammen: 57 Punkte, 17 Rebounds, 12 Assists) und Co. weiterhin ungeschlagen. Kroatien erwies sich allerdings als hartnäckiger Gegner, der vor allem dank der eigenen Treffsicherheit aus der Distanz (12/26 3FG) zu bezwingen war.

Marko Popovic hielt sein Team mit seinen 30 Zählern (5/7 3FG) im Rennen, musste aber im Spielverlauf auf drei Spieler verzichten, die mit fünf Fouls vorzeitig ausgeschieden waren. Vor allem das dritte Viertel war im Nachhinein als Schlüsselabschnitt festzumachen, als Kroatien lediglich zehn Zähler gelangen, Frankreich jedoch 22 Punkte einstreute. Am Ende gelang es den Kroaten nicht, den Rückstand derart einzuengen, um die Partie noch einmal offen zu gestalten.

Schlüsselstatistik: Kroatien verlor 16-mal den Ball (FRA: 8), Frankreich verbuchte neun Ballgewinne (CRO: 4).




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Kommentare

(11 Kommentare bisher)

von henniking1990 13.09.09 um 18:02:38


schade....aber gegen kroatien muss man schon ne extreme leistungssteigerung her
aber für die mannschaft war die zwischenrunde ja schon erfolg genug, obwohl ich nach den bisherigen leistungen irgendwie mit dem viertelfinale gerechnet habe^^

un buschi is einfach ma kult^^: "die kleine blume deutscher basketball wuchs auch ohne die lichtgestalt dirk nowitzki"



von Manu Ginobili 13.09.09 um 18:15:07


bis Dienstag dürfen wir auf jeden Fall noch träumen und dann mal sehen. Leider die bisher schwächste Turnierleistung bisher heute im so wichtigen Spiel, aber wir haben eine Zukunft das sollte uns allen jetzt schon längst klar sein. Staiger stark heute. benzig und heiko gegen die Griechen. Harris ein klasse Verteidiger. Aber alle leider noch (du das beton ich mal) zu unkonstant.

Da bleibt eig nur zu sagen, hoffen wir noch auf ein gutes Spiel gegen Kroatien und dann auf eine Free TV BBL Saison, denn den Jungs würde ich gerne weiter zu sehen.



von king_handles 13.09.09 um 22:30:20


"heute im so wichtigen Spiel"

jedes Spiel bei dieser EM für diese deutsche Mannschaft ist enorm wichtig. Schade, ist's aufjeden Fall. Dienstag werde ich zumindest noch einmal hoffen.



von eightch 14.09.09 um 08:51:03


wir waren genauso "bescheiden" wie früher immer wenn bei dirk nix ging - es geht mir nicht in den kopf wie gegen spitzenteams wirklich gute leistungen gezeigt werden (auch wenn wir gegen griechenland und frankreich verloren haben, war das spielerisch wirklich sehr gut) und gestern wo wirklich alles für uns drin war so was abgeliefert wird...

das hätten wir sowas von gewinnen müssen und junges team hin oder her das hätten sie machen müssen...

wir sind damit verdient ausgeschieden - insgesamt läßt die mannschaft aber auf eine mehr als solide zukunft hoffen, die jungs waren großartig und die spiele gegen lettland, und mazedonien müssen sie so schnell wie möglich wieder vergessen...



von rüdi 14.09.09 um 14:35:54


Laut offizieller Eurobasket Website hat Staiger mit 4/6 3FG geworfen. Er hat am Ende noch zwei verballert.



von Jessis Chaostruppe 14.09.09 um 16:41:07


ich finds schade das wir so wenig nerven gestern gezeigt haben.
mal ne andere sache. irgendwie stör ich mich an bauermanns spielsystem im angriff. die kontrollierte halbfeldoffensive mit vielen blocks passt nicht zu der manschaft bzw. zu den fähigkeiten der spieler. früher hatten wir dirk, der konnte bei noch 3-2 sekunden auf der wurfuhr noch nen halbwegs guten wurf anbringen. aber die zeiten sind vorbei. viele der jungen spieler zeigen sehr vielversprechende ansätze: schaffartzik kann sehr gut seinen wurf kreieren, benzing hat nen starken zug zum brett und ein solides eins gegen eins spiel, staiger kann als catch and shoot spieler wertvoll sein...
warum spielt das team nicht den offensiven fähigkeiten entsprechend? zum beispiel wird viel zu wenig penetrate and dish gespielt, eher geht der ball zu femerling in den post. wer das spiel gegen griechenland gesehen hat und mal spanoulis zugeschaut hat weiß was ich meine. ich weiß, hamann ist kein spanoulis aber sein zug zum korb ist sehr solide. falls dann die zone dicht ist hat man offene dreier. das halbfeldspiel der deutschen wirkt doch sehr rostig wie man gegen die mazedonier sehen konnte. wirklich mitgespielt hat man doch lediglich in der ersten hälfte, vor allem im 2. viertel wo man das spiel schnell gemacht hat. in der zweiten hälfte ist man dann wieder zu der gewohnten halbfeldschnarchtaktik übergegangen und wurde deutlich besiegt.
was meint ihr dazu? ich will hier nicht haten, aber so ein forum ist doch zum meinungsaustausch gedacht und ich meine dass die nationalmannschaft deutlich besser spielen würde wenn sie die stärken ihrer spieler deutlicher herausspielen und nutzen würde!
ist nur so ne idee



von eightch 14.09.09 um 17:11:01


@jessis...
da hat er recht - und das war auch schon früher so... die verennen sich immer wieder in der gegnerischen defense und ballern dann von draussen oder verlieren den ball - immer wenn sie zum korb ziehen sind sie stark - auch wenn kein überathlet dabei ist sind fast immer freiwürfe drin... außerdem öffnet es räume für die doch sehr soliden schützen...



von Gerald Wallace-Fan 14.09.09 um 18:13:53


Das Frankreich ohne ihren grössten Star Tony Parker solche Spiele gewinnen kann, haben halt einen extrem guten Zusammenhalt!!!



von Gerald Wallace-Fan 14.09.09 um 18:15:55


Oh, der spielt ja wieder, dann habe ich wohl nicht gehört, dass er zurückgekehrt ist!!!



von Mt.Mutombo 14.09.09 um 21:56:36


@Jessis:

Vollkommene Zustimmung. Das System ist irgendwie nach 1x zuschauen schon vollkommen entschlüsselbar - abgesehen davon merkt man auch deutlich, dass die Spieler da nicht entsprechend ihrer Leistung spielen. Die FW Stats zeigen das auch - meistens haben die Deutschen kaum Freiwürfe, zumindest kam mir das immer so vor wenn auf DSF die Viertelstats eingeblendet wurden. Wer nicht zum Korb zieht, bekommt auch keine Fouls, stattdessen wird immer von draußen drauf gelötet.

Aber sei es drum, sehr viele sehr gute Ansätze wurden gezeigt. Vielleicht überrascht man morgen abend wieder alle (wobei ich es eher für unwahrscheinlich halte, ist halt jetzt auch ein Mega Druck und das gegnerische Team ist kein Anfängerteam) aber die Mannschaft hat bis dato doch, bis auf das Spiel jetzt, überzeugen können.



von Junie 15.09.09 um 07:22:22


Ich denke da spielt die fehlende Erfahrung und Spielpraxis eine ganz große Rolle, nicht zu vergessen, dass gerade unsere jungen Spieler vermutlich auch eine Menge Respekt gegenüber den teilweise doch sehr starken Gegenspielern entgegen bringen. Da geht man schon schneller mal dazu über, sein Heil im Distanzwurf zu suchen, bevor man auf dem Weg zum Brett den Ball verliert oder möglicherweise noch geblockt wird.

Aber ich denke, da müssen die Jungs durch, sie müssten genau das tun, nämlich zum Korb gehen, aggressiv und ohne diesen Respekt. So frech und kämpferisch wie sie ihre Defense spielen, und die gefällt mir wirklich gut, müssten sie die Offensive auch gestalten. Die Freiwürfe kommen dann auch von ganz allein, und wenn die erstmal sitzen, hat man auch das nötige Gefühl für seine Distanzwürfe.

Die Jungs werden ihren Weg schon gehen. Ich hoffe, der Kader wird beim nächsten Turnier noch einmal leicht verjüngt und im Großen und Ganzen zusammengehalten, so dass dieses Team über die Jahre wachsen kann. Dann steht uns keine so schlechte Zukunft bevor! Bin schon sehr auf das heutige Spiel gespannt



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