Europameisterschaft

Kleines Finale am Sonntag

Die Spanier zeigen, warum sie der Topfavorit der Europameisterschaft sind und Frankreich bleibt ungeschlagen. Für die deutsche Nationalmannschaft geht es am Sonntag nach dem Sieg gegen die Türkei um den Einzug ins Viertelfinale.

Von Johannes Goedeking
 10.09.2011 |

Spanien gegen Serbien 84:59

Spanien löst sein Ticket für das Viertelfinale ein und holt überlegen einen beeindruckenden Sieg gegen enttäuschende Serben.

Das größtenteils in Litauen-grün gekleidete Publikum unterstütze die Serben zwar von Anfang an, doch die Osteuropäer konnten die Zuschauer nicht überzeugen. Vor allem im zweiten Viertel verlor die Mannschaft von Trainer Dusan Ivkovic den Anschluss, als Spanien ihre Führung mit einem 11-0-Lauf, angeführt von NBA-Profi Pau Gasols sieben Zählern in drei Minuten, auf 17 Punkte ausbauen konnte. Doch dank einigen von Milos Teodosics geleiteten Schnellangriffen kam die serbische Nationalmannschaft zum Halbzeitende wieder auf neun Punkte heran.

Im dritten Viertel machte Pau Gasol genau so weiter, wie er aufgehört hatte: sein Dreier sind die ersten Punkte Spaniens in der zweiten Hälfte und eröffnen einen 20-6 Lauf der Südländer. Das dritte Viertel geht mit 27-17 deutlich an Spanien.

Die Serben konnten in den letzten zehn Minuten nicht die Kraft aufbringen, um ein Comeback zu starten, auch, weil Spaniens Trainer Sergio Scariolo auf Nummer sicher ging und lange seine Besten auf dem Feld ließ. Die Gasol-Brüder dominierten mit insgesamt 46 Punkten und 18 Rebounds, Marc gelingt ein Double-Double. Serbien erfuhr große Probleme mit der überlegenen, geschlossen Klasse der Spanier, die ihren Topfavoritenstatus bestätigen.

Schlüsselstatistik: Die Spanier treffen dank vielen einfachen Würfen ganze 49,2 Prozent aus dem Feld während die Serben nur 35,1 Prozent aller Würfe aus dem Feld verwandeln konnten.

Deutschland gegen Türkei 73:67

Nach einem sehr schwachen Auftakt kann die deutsche Nationalmannschaft doch noch überzeugen und entscheidet einen Krimi in den letzten Minuten für sich. Der unerwartete Held war Philipp Schwethelm, angefeuert von der eigenen Bank, die Lichter auswarf und im letzten Viertel elf seiner 14 Punkte erzielte.

In einer sowohl für die Deutschen als auch für die Türkei entscheidenden Partie beginnen die Mannschaften sehr nervös. Vor allem das Team von Dirk Bauermann kann in der Offensive keine Linie finden und liegt früh zurück. Doch auch die von NBA-Forward Hedo Türkoglu angeführten Türken haben Probleme, einfache Korbleger zu versenken. Es gibt auf beiden Seiten viele Fouls und viele Ballverluste, ein Spielfluss ist nur schwer zu erkennen, so steht es gerade mal 13:6 am Ende des ersten Viertels.

Doch endlich finden sich die Bundesadler ein, ein Dunk mit Foul von Chris Kaman löst einen kleinen Lauf aus, der die Führung der Türken auf einen Punkt schmelzen lässt. Nach anfänglicher Entschlossenheit im zweiten Viertel, wird Dirk Nowitzki wegen drei früher Fouls schon vorzeitig auf die Bank gesetzt. Die DBB-Auswahl antwortet aber gut, indem sie ihre frühe, schwache Feldwurfquote auf immer noch schlechte, aber immerhin bessere 34,5% aufwertet.

Die erste Führung für Deutschland gibt es erst Mitte des dritten Viertels, nachdem Nowitzki erst einen Dreier verwandelt, und dann unter dem Korb Kaman bedient. Nachdem der NBA-Finals-MVP sein viertes Foul abholte, übernahm sein Frontcourt-Kollege Kaman Verantwortung und traf einige, wichtige Würfe. Enttäuschend hingegen war Nowitzkis Ersatz Jan-Hendrik Jagla, der in nur neun Minuten fünf Fouls beging und somit früh die Partie verlassen musste.

Im entscheidenden, letzten Viertel drehte dann der neue Münchner Philipp Schwethelm auf. Von seinen vier Dreierversuchen im vierten Viertel fanden drei ihr Ziel, insgesamt kam der 22-Jährige auf 14 Punkte in 20 Minuten. „Wir haben den Ball gut rumlaufen lassen und Philipp hat wichtige Dinger gemacht“, erklärt Nowitzki. Nach einer komfortablen neun-Punkte-Führung mit vier Minuten zu spielen, drehte der Neu-NBAler Ömer Asik auf und profitierte von den Foulproblemen des Mavs-Stars. Sieben Offensivrebounds und einige Dunks verhalfen den Türken, das Spiel wieder eng zu machen. Als Ersan Ilyasova allerdings einen einfachen Korbleger daneben legt, ist die Partie allerdings trotz allem zugunsten Deutschlands entschieden. „Wir haben den Start etwas vermasselt“, sagt Nowitzki. „Doch in der zweiten Halbzeit haben wir das Herz in die Hand genommen.“

Nach dem Sieg der Franzosen haben die Deutschen am Sonntag (20 Uhr, live auf Sport1) den Viertelfinaleinzug selbst in der Hand.

Schlüsselstatistik: Zwar haben die Deutschen nur 13 Freiwürfe genommen, doch sie haben nur einen davon verlegt. Die Türken dagegen, die 22-mal an der Linie standen, konnten nur zehn Freiwürfe verwandeln – eine Quote von 45,5 Prozent!

Litauen gegen Frankreich 67:73

Trotz dem erneuten Hexenkessel in Vilnius, der sich schon während der beiden Nachmittagsspiele angekündigt hatte, konnte die litauische Nationalmannschaft ihre Glanzleistung aus dem Spiel gegen Serbien gegen Frankreich nicht weiterführen.

Die Franzosen überzeugten besonders in der ersten Hälfte mit harter Verteidigung, die zu vielen einfachen Punkten im Fastbreak führte. Die überlegene Athletik Frankreichs verhalf der Mannschaft von Trainer Vincent Collet zu einem 8-1-Lauf im zweiten Viertel, der für eine 34-28-Führung sorgte.

Im dritten Viertel sorgte Litauen mit einem 10-0 für eine spannende Schlussphase. In dieser gab es, genau wie schon im Spiel der Deutschen, einen unerwarteten Helden. Diesmal war es Nando de Colo, der 21 Punkte auf spektakuläre Weise beisteuerte und für den Sieg Frankreichs sorgte.

Frankreich war schon vor der Partie ins Viertelfinale eingezogen, doch Litauen muss nun um das Weiterkommen bei der EM im eigenen Land bangen.

Schlüsselstatistik: Frankreichs Verteidigung sorgt für Wirkung: Litauen leistet sich 16 Ballverluste, etwas, was ihnen gar nicht steht.




Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
5.00
(1 Bewertung bisher)
 

Speichere diesen Artikel:


Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von MavsFan 10.09.11 um 11:45:24


Schade dass Deutschland aufgrund des litauischen Heimvorteils am Sonntag die Segel streichen muss (siehe Olympia 2008, Ger-Chi)



von king_handles 10.09.11 um 12:43:38


Die Litauer hatten vor dieser Partie im Schnitt 15,5 Ballverluste. Da liegen die 16 nicht so exorbitant drüber.



von Killer_Miller31 11.09.11 um 20:23:42


waaaarum spielt hamann ??? verdammt und die schiris pfeiffen auch recht einseitig ... naja bball ist manchmal auch wie wrestling :) siehe türkei oder olympia...



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?