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Europameisterschaft

Gescheitert gegen Griechenland

Deutschland verlor das erste Spiel der Zwischenrunde bei der EM in Polen mit 76:84 gegen Griechenland. Mitte des Schlussviertel waren es nur vier Zähler Unterschied. Vor allem Robin Benzing und Heiko Schaffartzik nutzten die internationale Bühne, um mit starken Leistungen auf sich aufmerksam zu machen. Außerdem gewann Russland überraschend gegen Kroatien und Frankreich demontierte Mazedonien.

Von Thomas Käckenmeister
 11.09.2009 |

Russland gegen Kroatien 62:59

Da schummeln sich die Russen in die Zwischenrunde, weil sie gegen Lettland zum EM-Auftakt den längeren Atem hatten und weisen nun die Kroaten in die Schranken. In einem hochspannenden Match gab es keine Mannschaft, die sich auf mehr als sechs Zähler absetzen konnte. Allein das Resultat von zusammen nur 121 Punkten deutet auf ein von Verteidigung geprägtes Duell hin, bei dem allerdings der amtierende Europameister aus der Nah- und Mitteldistanz die Waffen besser zu nutzen wusste (RUS: 65,2% 2FG; CRO: 35,4% 2FG). Die Treffsicherheit in Korbnähe neutralisierte dann auch die fünf Ballverluste mehr, die die Russen zu verkraften hatten (17:12 TO).

In engen Spielen sind am Ende meist die Schützen von der Freiwurflinie gefragt. Auch in dieser Partie war das der Fall. Eine Minute vor dem Ende stand es unentschieden (55:55), ehe Kroatiens Center Nikola Vujcic (3 Punkte) an der Linie seine Nerven testete. Er traf nur einen von zwei Schüssen, während auf der Gegenseite Vitalii Fridzon (9 P) viermal perfekt vom Streifen war. Da half auch der Dreier von Marko Popovic (6 P) sowie der Verzweiflungsschuss von Davor Kus mit der Sirene nichts, um das Spiel für ihr Team zu entscheiden.

Schlüsselstatistik: Russlands 2,15-Meter-Hüne Timofey Mozgov war mit 18 Punkten und acht Rebounds der Fels in der Brandung.


Deutschland gegen Griechenland 84:76

Bereits vor der Begegnung gegen die noch ungeschlagenen Griechen, die seit Jahren zu den besten Basketballnationen der Welt zählen, war klar: Das ist eine komplett andere Hausnummer als noch Frankreich, Russland oder Lettland.

Zur Überraschung vieler gelang es dem jungen DBB-Team, das Spiel in den Anfangsminuten offen zu gestalten. In der sechsten Minute traf Jan-Hendrik Jagla einen Dreier, der die deutsche Führung zum 12:10 bedeutete. Auch Heiko Schaffartzik hielt mit seiner unorthodoxen Spielweise und acht Punkten im ersten Viertel dagegen. Doch nicht zuletzt wegen der unzähligen Gänge der Griechen an die Freiwurflinie im ersten Abschnitt (10/17 FT; 58,8%) spielten selbige sich einen 25:19-Vorsprung nach den ersten zehn Minuten heraus.

Nach einem 7:0-Lauf der Griechen und drei punktlosen Minuten aus deutscher Sicht im zweiten Abschnitt beendete Patrick Femerling die Durststrecke per Fingerroll zum 21:29 (14. Min.). Deutschland hatte viel Mühe, im Spiel zu bleiben, zumal der massige Big Man Sofokles Schortsanitis als Präsenz unter den Körben für Angst und Schrecken sorgte.

Mit der Einwechslung von Elias Harris kam Deutschland wieder etwas besser in Fahrt und auf 31:35 nach einem Dreier von Lucca Staiger (18. Min.) heran. Zwei griechische Dreier später hatte der Vizeweltmeister die Kontrolle über das Spielgeschehen erneut hergestellt, sodass auf der Anzeigetafel ein Acht-Punkte-Vorsprung Griechenlands (33:41) zur Pause leuchtete.

Auch nach dem Seitenwechsel ließen sich die Bundesadler nicht abschütteln; sie kamen sogar dank eines Dreiers von Sven Schultze bis auf vier Zähler heran (45:49, 25. Min.). Als Vasileios Spanoulis und Kostas Koufos ein perfektes Pick-and-Roll präsentierten, war das der Beginn eines 8:0-Laufs, der das Punktepolster wieder auf zwölf Punkte Differenz aufplusterte. Dank fünf Punkten von Schaffartzik blieb die griechische Führung im erträglichen Bereich vor Beginn des Schlussviertels (50:61).

Mitte des letzten Abschnitts herrschte es ungläubiges Augenreiben bei den griechischen Fans, die nicht wahrhaben wollten, dass Youngster Robin Benzing (zehn Punkte im Schlussabschnitt) und Schaffartzik (ebenfalls zehn Punkte im letzten Viertel) das deutsche Team wieder auf vier Zähler heranbringen konnten (66:70, 36. Min.). Doch an diesem Abend war kein Rezept gegen Spanoulis zu finden, der im Angriff nach Belieben die Hebel kontrollierte (19 Punkte, vier Rebounds, sechs Assists). Am Ende schalteten die Griechen kurz einen Gang höher und fuhren den dort etwas mühevollen Sieg über die Ziellinie.

Griechenland bleibt damit auch im vierten Spiel ungeschlagen, für Deutschland muss am Sonntag (15:30 Uhr, LIVE im DSF) ein Sieg gegen Mazedonien her, soll der Traum vom Viertelfinale in Erfüllung gehen.

Randnotiz: Spätestens seit dieser Partie ist der 19-jährige Robin Benzing in der A-Nationalmannschaft angekommen. Leider reichten seine 16 Zähler (zehn davon im letzten Viertel) am Ende nicht für den ganz großen Wurf, um Griechenland in die Knie zu zwingen

Schlüsselstatistik: Ob wirklich mehr drin gewesen wäre, wenn Deutschland nicht 15 Ballverluste (Griechenland: 10) verbucht hätte, ist reine Spekulation. Dass Schaffartzik es aber nicht gelingt, das Leder binnen acht Sekunden über die Mittellinie zu bringen, ist in die Kategorie "Vermeidbar" einzuordnen. Außerdem: Deutschland nahm 24-, Griechenland nur 13-mal Maß von "Downtown".

Name Verein Punkte
Lucca Staiger Iowa State University, USA 3
Heiko Schaffartzik New Yorker Phantoms Braunschweig 23 (5/5 3FG)
Sven Schultze ohne Verein 3
Konrad Wysocki Turow, POL 2
Steffen Hamann Alba Berlin 0
Demond Greene ohne Verein 6
Patrick Femerling ohne Verein 8
Tim Ohlbrecht Telekom Baskets Bonn 4
Jan-Hendrik Jagla ohne Verein 3
Tibor Pleiss Brose Baskets Bamberg 4
Elias Harris Gonzaga University, USA 4
Robin Benzing ratiopharm Ulm 16


Frankreich gegen Mazedonien 83:57

Die Franzosen zählen zweifelsfrei zu den heißesten Anwärtern auf den diesjährigen Titel. Auch im vierten Spiel dieser Europameisterschaft sind sie ungeschlagen. Von Beginn an gab das Team von Vincent Collet den Ton an, als sie 17:3 ins Spiel starteten. Einziges Manko, das ebenso in den drei vorherigen Partien hervortrat, war die miserable Freiwurfquote von gerade einmal 58,3 Prozent (7/12 FT), die den Gesamteindruck etwas schmälert. Damit standen Tony Parker und Co. allerdings ausnahmsweise besser da als der Gegner, der lediglich 56,6 Prozent (13/23 FT) seiner Freiwurfversuche durch den Ring beförderte.

Was Frankreich so stark macht, ist zum einen die Eingespieltheit und zum anderen die unberechenbare Qualität - gleich fünf Akteure erzielten 13 bzw. 14 Punkte. Bei Mazedonien kam kein Akteur in den zweistelligen Punktebereich, sodass sie aus dem Spiel heraus nur jeden dritten Wurf (35% FG) trafen. Frankreich traf 61 Prozent seiner Feldwürfe.

Schlüsselstatistik: Acht von zwölf Dreier zappelten im Korb der Mazedonier, die selbst nur vier von 20 Schüsse von Downtown einnetzen konnten.




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Kommentare

(5 Kommentare bisher)

von justuskoch 12.09.09 um 01:29:50


was für ein (scorer) spiel von schaffartzik unglaublich...
allerdings schon ein bisschen seltsam, dass er den ball soo lange hält und nur 8 würfe nimmt und 3 asistenten spielt.
und benzing ist wirklich 2,09? krasser typ, kevin durant light in groß ^^



von mr.chrizaco 12.09.09 um 12:52:01


cool dass der robin jetzt so abgeht letztes jahr in der pro a war er eig die unkonstanz in person...
viertelfinale wir kommen...



von mr.chrizaco 12.09.09 um 12:53:21


schaffartzik und benzing sind echt gut aber mal ganz ehrlich ohne jagla wären wir schon lange draussen...:)



von DiggerDeluxe@court 12.09.09 um 13:07:26


klar is ja echt so lettland spiel...^^



von GoB13 12.09.09 um 23:30:12


alter, jetzt auch noch knapp gg die griechen verloren. wer hätte das auch wieder gedacht? auch wenn wir die meisten spiele verloren haben, die großen bballnationen konnten gg "uns" noch nicht so ihre größe zeigen... weiter so, ich und hoffentlich der rest sind zum großteil stolz auf euch. und dazu sage ich nur:
D-E-U-T-S-C-H-L-A-N-D!!! D-E-U-T-S-C-H-L-A-N-D!!!



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