Europameisterschaft
Franzosen und Russen im Halbfinale
Frankreichs EM-MVP-Kandidat Tony Parker und NBA-Kollege Nicolas Batum schalteten gegen Griechenland in der Schlussphase einen Gang höher, um das Ticket fürs Halbfinale zu buchen. Dort geht es nun gegen Russland, das sich souverän gegen Serbien durchsetzte.
Von Thomas Käckenmeister |
15.09.2011 | |

Die Viertelfinalspiele der EM 2011 sind beendet. Mit Spanien, Mazedonien, Frankreich und Russland stehen die vier besten Teams des Kontinents fest. Am Freitag, 16. September, finden folgende Halbfinalspiele statt, die live auf Sport1 gezeigt werden:
16.30 Uhr: Spanien gegen Mazedonien
20.00 Uhr: Frankreich gegen Russland
Platzierungsspiel, Slowenien und Litauen 77:80
Litauen hat das Ticket für das Olympische Qualifikationsturnier gebucht. Bis zur Schlussminute war die Partie offen. Zunächst brachte Erazem Lorbek (16 P, 5 R) sein Team mit einem Dreipunktewurf in Front, ehe Mantas Kalnietis (17 P, 4 A) postwendend antwortete und dem EM-Gastgeber zum Erreichen des Minimalzieles verhalf.
Legende Sarunas Jasikevicius erzielte in seinem vermutlich letzten Länderspiel für Litauen zwölf Punkte und sieben Assists für die Grünen, die als Team insgesamt 20 Korbvorlagen verbuchten.
Bei den Slowenen war Goran Dragic neben Lorbek mit 16 Punkten, fünf Rebounds und vier Assists der korbgefährlichste Akteur.
3. Viertelfinale, Frankreich gegen Griechenland 64:56
32 Minuten bestimmten die Griechen Ton und Tempo der Partie. Dann aber blitzte die individuelle Klasse von Tony Parker (18 P, 5 R, 3 A) und Nicolas Batum (15 P) auf, die gemeinsam die Verantwortung schulterten und "Les Bleus" erstmals seit 2005 wieder in ein EM-Halbfinale schossen.
Ein 16:5-Lauf der Franzosen im Schlussabschnitt war ausschlaggebend für den Sieg, bei dem auch der nervenstarke Nando De Colo (16 P) als dritte Offensivwaffe glänzte.
Unter den Körben lieferten sich Joakim Noah (5 P, 8 R) und Ioannis Bourousis (17 P, 11 R) ein intensives Duell (Foto). Letztlich konnte der NBA-Star der Chicago Bulls unter den Augen seines berühmten Vaters Yannick Noah die Runde der besten Vier erreichen.
In den ersten drei Abschnitten legten sich die Griechen immer wieder ein kleines Punktepolster zu, das jedoch die Franzosen nicht enorm anwachsen ließen, sondern in Schlagdistanz blieben. Die Hellenen spielten Angriff für Angriff ihren Stiefel herunter, kamen aber am Ende ins Stolpern, als sie verzweifelt aus der Distanz ihr Glück erzwingen mussten. Nur drei von 21 Dreipunktewürfen fanden im gesamten Spielverlauf ihr Ziel.
4, Viertelfinale, Russland gegen Serbien 77:67
An Milos Teodosic scheiden sich die Geister. Es gibt Spiele, die der extravagante Guard im Alleingang in Form von Punkten, Assists und seines unorthodoxen Führungsstils allein entscheidend. Und es gibt solche Partien, in denen bei ihm wenig zusammenläuft und er auf Teufel komm' raus das Heft in die Hand nehmen will, dann aber kaum etwas Produktives auf Parkett zaubert.
Das Viertelfinale gegen Russland war solch ein Spiel für den neuen Playmaker von CSKA Moskau, der letztlich doch mit 20 Punkten, vier Rebounds und drei Assists ansehnlich agierte, allerdings auch neun schmerzliche Ballverluste verschuldete. Am Ende forcierte es Teodosic mit wilden Dreiern (Dreierquote im Spiel: 2/10 3FG), die nicht nur Coach Dusan Ivkovic zur Verzweiflung brachten.
Serbien lief im kompletten Spielverlauf hinterher, weil Russland teamorientierten Basketball zeigte und sich vollends auf Andrei Kirilenko (14 P, 11 R, 6 A, 4 S, 2 B) verlassen konnte.
In der 35. Minuten zogen die Russen auf zehn Zähler davon. Von diesem Defizit erholte sich der Vizeeuropameister von 2009 nicht mehr und schlich mit gesenktem Haupt in die Katakomben der Kaunas Arena. Russland hingegen bleibt als einziges Team der Eurobasket 2011 noch ungeschlagen.



von Crossover 30.05.2012 um 10:19:19
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