Europäischer Wettbewerb

Göttingen gewinnt die EuroChallenge

Die BG Göttingen ist EuroChallenge-Sieger 2009/2010! Damit haben die „Veilchen“ als erstes deutsches Team seit 2004 einen internationalen Titel gewonnen. Mit einem knappen aber überzeugenden 83:75 setzten sich die Favoriten vor 3.700 Zuschauern gegen die Gäste aus Samara durch.

Von Dennis Klammer
 02.05.2010 |

Göttingen gegen Samara 83:75

In einem äußerst defensivlastigen Spiel starteten beide Teams nervös in die Partie. Taylor Rochestie eröffnete das Finale mit einem erfolgreichen Zweipunktewurf, der sofort das Publikum ins Spiel brachte. Ein Vierpunktespiel von Ben Jacobson (17 P) vergrößerte nach vier Minuten den Vorsprung auf 11:3. Doch die aggressive Verteidigung der Niedersachsen schickte die Russen ein ums andere Mal an die Freiwurflinie und somit zurück ins Spiel. 17:17 lautete der Spielstand nach dem ersten Abschnitt.

Im zweiten Viertel sorgten Samaras Ralph Biggs (16 P, 8 R) und „Red Wing“-Topscorer Luis Flores (22 P) dafür, dass Göttingen nicht zu weit davon zog. Die Gastgeber hingegen verteilten die Punktelast auf mehreren Schultern. Das Spiel plätscherte zunächst vor sich hin, viele Foulunterbrechungen gestalteten die Begegnung zuschauerunfreundlich. Dennoch blieben die Anhänger in violett stets präsent und unterstützten lautstark ihre Korbjäger. 35:28 hieß es zur Halbzeit. In der Pause hielten neben den Göttinger Rope-Skipperinnen vor allem die russischen Cheerleader die Zuschauer bei Laune.

Nach dem Wiederanpfiff wurde das Spiel schlagartig ansehnlicher. Valdas Vasylius brachte die Russen mit einem krachenden Dunk und einem Korbleger zurück in die Partie. Doch auch bei den Hausherren fielen schließlich die Würfe. Mit fortschreitender Zeit wurde Center Christopher McNaughton (22 P, 4 R) immer mehr zum Faktor für die BG. Ein Dunk mit anschließendem Freiwurf sorgte für ein Momentum, das eine Euphoriewelle durch die Lokhalle trieb. Mit einem Vorsprung von zehn Punkten (55:45) machte sich Göttingen auf ins finale Viertel.

Samara ließ sich jedoch nicht abschütteln und verkürzte nach einem Dreier von Biggs und zwei Punkten von Flores auf 50:57. Diverse Unsicherheiten und einen darauf folgenden Ballverluste seitens der Veilchen machten das Finale unnötig spannend. Letztlich war es Michael Meeks, der mit zwei erfolgreichen Dreiern fünf Minuten vor Schluss für den richtungsweisenden 68:55-Vorsprung sorgte. Die Red Wings kamen drei Minuten vor dem Ende noch einmal auf sechs Punkte heran, doch den vielen zeitstoppenden Fouls der Russen folgten sicher verwandelte Freiwürfe der Niedersachsen. Vor allen Dingen Christopher McNaughton avancierte zum Erfolgsgaranten. Nach einem Dreipunktespiel zog er am defensiven Brett ein Offensivfoul, gefolgt von erneut leichten Punkten für den Deutsch-Amerikaner. Schließlich reichte es für den ersten Titel der Göttinger, die sich im Anschluss ausgiebig von ihren Fans feiern ließen.

Neben Matchwinner McNaughton und Jacobson war es abermals Taylor Rochestie, der mit 14 Punkten und sechs Korbvorlagen mitverantwortlich für den Sieg war. Im Anschluss wurde er zum Turnier-MVP gewählt.

„Es war ein hartes Spiel, die Defensive der Göttinger hat schließlich den Ausschlag gegeben. Zudem erarbeiteten wir uns unter dem gegnerischen Korb zu wenig Wurfoptionen, was Göttingen besser gelang“, erläuterte Samaras Head Coach Mikhail Mikhailov nach dem Spiel und gratulierte den siegreichen Turnierausrichtern zugleich.

„Wir waren einfach tiefer besetzt und somit fitter. Auch unsere Bankspieler sind stark aufgetreten, jeder der Spieler hat 110 Prozent für diesen Sieg gegeben“. freute sich John Patrick, Göttingens Coach. „Mein besonderer Dank geht besonders an die Stadt, die sich als eindeutig basketballverrückt erwiesen hat. Ich bin stolz, ein Teil davon sein zu dürfen.“

Göttingen gegen Roanne 77:67

Roanne gegen Pesaro 86:80

Auch im Spiel um Platz drei ging es hoch her. Ein fulminanter Auftakt von Michael Taylor Hicks ließ anfangs die Italiener besser aussehen.13 Punkte in drei Minuten legten die Messlatte hoch. Auch der Rest der Mannschaft überzeugte: Zwölf von 14 Würfen aus dem Zweipunktebereich fanden ihr Ziel; dazu 57 Prozent der Dreier (8/14). Folgerichtig hielt Pesaro in den ersten 20 Minuten klar die Zügel in der Hand.

Nach der Pause (52:43) wendete sich das Blatt und Roanne kam immer besser ins Spiel. Dylan Page (20 P, 3 OR) und Nicholas Lewis (6 P, 6 R) wurden vermehrt gefunden und brachten ordentlich Punkte. Nach einem 15:0-Lauf Mitte der zweiten Hälfte zog Roanne an Pesaro vorbei (65:67) und brachte die Führung über die Zeit. Trotz der 27 Punkte von Hicks (fünf von sieben Dreiern) überragte die Ausgeglichenheit der Franzosen, was letztlich zu einem verdienten 86:80-Sieg führte. Fünf Spieler punkteten zweistellig, ingesamt kassierten die Baskets nur 13 Fouls.




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Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von rajonrondo9 02.05.10 um 21:11:11


Herzlichen Glückwunsch nach Göttingen!!!



von sev da chef 03.05.10 um 00:11:07


Herzlichen Glückwunsch



von Äneas 03.05.10 um 02:05:48


Der McNaughton...dümpelt jahrelang irgendwo in Spaniens "Amateur Basketball" rum und wird heute zum Matchwinner. Großartig.



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