Euroleague
Intensität in Istanbul
Von den drei Mannschaften aus Istanbul, die in der Top16-Runde der Euroleague vertreten sind, feierten zwei Teams knappe Erfolge vor eigenem Publikum. Madrid, Panathaikos und Maccabi kassierten Niederlagen, während Montepaschi Siena, Barcelona, Moskau und Unics Kazan weiter ungeschlagen sind.
Von Thomas Käckenmeister |
26.01.2012 | |
In Istanbul feierten die Fans von Fenerbahce Ülker und Galatasaray am zweiten Spieltag der Euroleague-Top16 ausgelassen, nachdem ihre Teams knappe Siege eingefahren haben.
Die Fener-Anhänger freuten sich sogar doppelt, denn der umkämpfte 65:63-Sieg gegen EA7 Emporio Armani Mailand weihte zugleich die neue, 15.000 Zuschauer fassende Ülker Sports Arena standesgemäß ein. Rückkehrer Roko Ukic (16 P, 6 R) führte die Türken zusammen mit Swingman Bojan Bogdanovic (17 P) zum ersten Sieg der Zwischenrunde. Mitte des Schlussviertels lagen die Gastgeber mit acht Zählern vorn (58:50), ehe die Italiener Morgenluft witterten und nach Treffer von Marko Tomas, Mason Rocca und Omar Cook das Defizit auf zwei Zähler (65:63) bei noch 28 Sekunden verbleibender Spielzeit verkürzten. Die Gäste hatten letztlich sogar die Chance auf den Sieg, doch Antonis Fotsis‘ Dreier prallte vom Ring ab, sodass Mailand Gruppenletzter der Gruppe G (0-2) ist.
Auch Galatasaray zitterte sich zu einem hauchdünnen Sieg vor den eigenen Fans. Gegen Olympiacos Piräus hieß es am Ende 78:77 nach Verlängerung für das Team um Topscorer Jamon Lucas (17 P). In der Schlussphase behielte der Slowene Jaka Lakovic die Nerven und netzte sichere Freiwürfe ein. Am Ende hatte der Spielmacher 16 Punkte, davon neun von zwölf Freiwürfen, auf seinem Konto. Piräus hatte in Vassilis Spanoulis seinen besten Werfer (24 P), muss aber dennoch um die Playoffs fürchten, da die Griechen mit zwei Niederlagen am Ende der Tabelle E stehen.
An deren Spitze der Gruppe E thront weiterhin ungeschlagen CSKA Moskau, das sich gegen Anadolu Efes Istanbul keine Blöße gab und einen lockeren 96:68-Erfolg einfuhr. „Ich denke, das war eines unserer besten Spiele dieser Saison“, urteilte CSKA-Coach Jonas Kazlauskas im Anschluss. „Wir erlaubten nur 68 Zähler, das ist nicht schlecht.“ Ganze 64 Zähler verbuchten die Moskauer Akteure Andrei Kirilenko (15 P), Nenad Krstic (14), Milos Teodosic (13), Alexey Shved (11) und Viktor Khryapa (11) zusammen, während Saha Vujacic sich mit 21 Punkten gegen die Pleite stemmte.
In der Gruppe F, in der drei spanische Mannschaften um die Playoffs kämpfen, lieferten sich Bilbao und Malaga ein erstklassiges Duell. Die Basken nutzten das vierte Viertel, um sich entscheidend abzusetzen und einen letztlich deutlichen 85:70-Sieg nach Hause zu bringen. Alex Mumbru und Kostas Vasiliadis schalteten nach Belieben (zusammen 37 P), um Malaga die zweite Niederlage der Zwischenrunde zu bescheren. Selbst Gerald Fitch (17 P) und Joel Freeland (18 P) konnten die Schlappe nicht abwenden.
Auch Real Madrid kam unter die Räder. Vor eigenem Publikum zeigten die Königlichen eine schwache Leistung gegen Montepaschi Siena, das in Bo McCalebb (25 P, 6 A) seinen besten Mann hatte. Nach dem 69:88-Sieg stehen die Italiener noch ungeschlagen an der Spitze der Gruppe F.
Ebenfalls noch ohne Niederlage ist Unics Kazan, das in der Höhle des Löwen bei Panathinaikos Athen einen lässigen 83:89-Erfolg feierte. Die Grünen hatten Probleme mit dem kompakten Auftreten der Russen und legten erst am Ende, als die Entscheidung bereits gefallen war, eine Schippe drauf. Henry Domercant war bei den Gästen mit 21 Zählern einer der Leistungsträger. Mike Batiste (16 P), Steven Smith (15) und Dimitris Diamantidis (14 P, 7 R, 4 A) punkteten zweistellig für die Griechen.
Das Topspiel der Gruppe H entschied der FC Barcelona bei Maccabi Tel Aviv für sich. Die Spanier nutzten einen 9:0-Schlusslauf, um die Partie mit 57:71 für sich zu entscheiden. Bei den Israelis fiel von jenseits der Dreipunktelinie nichts (0/6 3FG), was der guten Verteidigung der Katalanen geschuldet war, die kaum offene Würfe zuließen. Keith Langford hieß Maccabis Topscorer (17 P). Erazem Lorbek sammelte 18 Zähler für Barcelona, das weiter unbesiegt an der Tabellenspitze steht.
Erst nach Verlängerung setzte sich Bennet Cantú gegen Zalgiris Kaunas mit 79:78 durch. Die Italiener entschieden ein Freiwurfdrama für sich, nachdem sie einen 13-Punkte-Rückstand im Schlussviertel noch aufgeholt hatten. 3,2 Sekunden vor Schluss traf Georgi Shermadini den ersten Freiwurf und warf den zweiten daneben, sodass die Litauer keinen kontrollierten Wurf mehr nehmen konnten. Die Oldies Gianluca Basile (15 P, Cantú) und DeJuan Collins (15 P, Kaunas) waren die Topscorer ihrer Teams.
Starting Five der Woche
G: Bo McCalebb (Siena gg. Madrid: 25 P, 3 R, 6 A)
G: Henry Domercant (Kazan gg. Panathinaikos: 23 P, 5 R)
F: Alex Mumbru (Bilbao gg. Malaga: 18 P, 7 R, 5 A)
F: Andrei Kirilenko (Moskau gg. Efes: 15 P, 8 R, 2 A, 2 S)
C: Felipe Reyes (Madrid gg. Siena: 17 P, 15 R)



von Odin 27.01.12 um 09:59:18
der buzzer-beater von olympiacos aus der eignen hälfte, der sie in die verlängerung gerettet hatte, hätte mal erwähnt werden können im artikel
von Tomrock 27.01.12 um 11:59:21
Der Buzzerbeater, der das Spiel in die Verlängerung brachte, ist in den TopTen auf dem ersten Platz (das letzte Video im Beitrag).