Euroleague

Partizan entführt den Heimvorteil

Zu Beginn der Euroleague-Playoffs gab es eine faustdicke Überraschung: Partizan Belgrad jubelte bei Maccabi Tel Aviv, obwohl die Serben zur Pause mit 14 Punkten zurücklagen. Außerdem gewannen Barcelona, Piräus und Moskau ihre Auftaktspiele.

Von Thomas Käckenmeister
 23.03.2010 |

CSKA Moskau gegen Caja Laboral 86:63 (1-0)

Vizemeister Moskau setzte zu Beginn der Playoffs ein deutliches Ausrufezeichen zum Auftakt. Gegen die Spanier aus Vitoria ließ CSKA nichts anbrennen, gewann die ersten drei Viertel mit jeweils mindestens fünf Punkten Unterschied und ging damit in der „Best-of-Five“-Serie mit 1-0 in Führung.

3.900 Zuschauer in der Universal Sports Hall in Moskau sahen eine einseitige Partie, in der die Hausherren nach Strich und Faden dominierten. Die knallharte Zonenverteidigung der Russen erzwang 15 Ballverluste bei Caja Laboral. Hinzu kam, dass CSKA den Ball besser laufen ließ (19:12 Assists) und am Brett dominierte (36:22 Rebounds). Die Aggressivität war letztlich auch bei den gepfiffenen Fouls abzulesen, Moskau bekam sechs Fouls mehr angekreidet als die Spanier (22:16).

Am Donnerstag treffen beide Teams erneut aufeinander. Dann wird sich zeigen, ob CSKA Moskau die ausgeglichene Mannschaftsleistung – fünf Spieler punkteten zweistellig – wiederholen kann. Bei Vitoria kam kein Akteur auf mehr als elf Zähler. Der brasilianische Center Tiago Splitter ließ zudem sechs Punkte an der Freiwurflinie liegen (4/10 FT).

Schlüsselspieler
CSKA Moskau: Z. Planinic (6 P, 7 R, 7 A) | R. Siskauskas (13 P, 5 R, 5 A)
Caja Laboral: T. Splitter (10 P, 3 R) | F. San Emeterio (11 P, 3 R)

Maccabi Tel Aviv gegen Partizan Belgrad 77:85 (0-1)

Verteidigung wurde auch in der ersten Hälfte bei der Partie Maccabi Tel Aviv gegen Partizan Belgrad groß geschrieben. Die Israelis zwangen die Serben in den ersten zwanzig Minuten deutlich in die Knie. Doch aus der 14-Punkte-Halbzeitführung Tel Avivs (46:32) entwickelte sich nach dem Seitenwechsel ein offener Schlagabtausch, bei dem Belgrad am Ende den Heimvorteil entführte. Dusan Kecman versenkte 29 Punkte für die Serben.

Partizan ging in der 34. Minute vor den Augen der 11.500 Zuschauer in der Nokia Arena in Führung. Kecman traf einen Dreipunktewurf zum 67:70 der Gäste. Daraufhin ging es hin und her, ehe Jan Vesely und Slavko Vranes die Serben mit vier Zählern in Front brachten (75:79).

Die Israelis zeigten sich von diesem Comeback der Balkan-Basketballer erstaunt und brachten nach zwei Freiwürfen von Doron Perkins drei Ballverluste und fünf Fehlwürfe zustande, während Belgrad die Überraschung mit sechs von acht getroffenen Freiwürfen perfekt machte.

Schlüsselspieler
Maccabi Tel Aviv: D. Perkins (13 P, 5 R, 6 A, 3 S) | D. Fischer (10 P, 7 R, 2 B)
Partizan Belgrad: D. Kecman (29 P, 7/9 3FG) | B. McCalebb (12 P, 10 R, 6 A)

Regal FC Barcelona gegen Real Madrid 68:61 (1-0)

Der erste Akt des spanischem Klassikers ist vorüber und Barcelona siegte dank eines 17:10-Schlussviertels mit 68:61. Damit führen die Katalanen in dieser Serie mit 1-0.

Drei Viertel lang konnte niemand absehen, welche Mannschaft sich am Ende durchsetzt. Die 7.424 Zuschauer im Palau Blaugrania sahen bis zu Beginn des Schlussabschnitts eine intensive Partie, in der es siebenmal Unentschieden stand und ebenso oft die Führung wechselte.

Auch in den letzten zehn Minuten blieb es zunächst spannend. Nachdem Real Madrid mit 57:60 (34. Min) vorn lag, stockte der Offensivmotor auf beiden Seiten. Plötzlich aber traf Pete Mickael zwei Dreier sowie einen Korbleger und Barca zog auf 65:60 davon. Freiwürfe von Juan Carlos Navarro und Boniface N’Dong besiegelten den Auftakterfolg, bei dem Madrid lediglich sechs Freiwürfe zugesprochen bekam (Barcelona: 17/23 FT).

Schlüsselspieler
FC Barcelona: P. Mickael (18 P, 6 R) | B. N’Dong (14 P, 7 R, 3 B)
Real Madrid: D. Lavrinovic (14 P, 8 R) | F. Reyes (8 P, 7 R)

Olympiacos Piräus gegen Asseco Prokom 83:79 (1-0)

Das hatten die Griechen sich wohl leichter vorgestellt. Gegen Asseco Prokom zitterte sich der letztjährige Final-Four-Teilnehmer zu einem knappen 83:79-Erfolg. Es war der Abend der Forwards: Bei den Roten sammelte Linas Kleiza 26 Zähler, Qyntel Woods rockte für die Gäste aus Polen 23 Punkte in die Reuse.

Die knapp 9.000 Fans in der Hafenstadt Piräus mussten sich ordentlich die Augen reiben, als sie zur Pause einen Vier-Punkte-Rückstand (35:39) ihrer Mannschaft auf der Anzeigetafel sahen. Prokom spielte frech auf – der Druck lastete eindeutig auf dem millionenschweren griechischen Traditionsclub.

Nach dem Seitenwechsel erkämpfte sich Piräus die Führung zurück und ging mit 60:54 in die verbleibenden zehn Minuten. Ein Dunk von Josh Childress (13 P, 5 R) ließ das Publikum vom Sieg träumen (65:54, 31. Min), doch noch war die Messe nicht gelesen. Prokom kämpfte sich kurz vor Schluss noch einmal auf zwei Zähler heran, als David Logan (11 P, 3 A) einen Dreier zum 80:78 (39. Min) versenkte. Milos Teodosic brachte in der verbleibenden Spielzeit den mühsamen Erfolg an der Freiwurflinie unter Dach und Fach.

Schlüsselspieler
Olympiacos: L. Kleiza (26 P, 6 R, 2 A, 2 S) | M. Teodosic (21 P, 6 A, 2 S)
Prokom: Q. Woods (23 P, 11 R) | R. Varda (12 P, 8 R)




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von Crossover 30.05.2012 um 10:14:19


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