Euroleague
Jaglas Team besiegt Piräus
Nationalspieler Jan Jagla gelang beim 81:78-Erfolg von Asseco Prokom gegen Olympiacos Piräus beinahe ein Double-Double. In einer hochklassigen Begegnung konnten die Polen die Serie auf 1-2 verkürzen. Auch die anderen drei Viertelfinal-Paarungen sind noch nicht entschieden.
Von Peter Bieg (bie), Thomas Käckenmeister (tk) |
31.03.2010 | |
Asecco Prokom gegen Olympiacos Piräus 81:78 (1-2)
(bie). Jan Jagla hatte vor dem dritten Spiel in der Playoff-Serie zwischen seinem Klub, Asecco Prokom, und dem scheinbar übermächtigen Gegner aus Piräus mehrfach auf ihn hingewiesen: den Faktor Heimvorteil. Vor rund 5.000 Zuschauern gelang es der Heimmannschaft in Gdynia tatsächlich, ein Stück Basketballgeschichte zu schreiben. Das erste jemals auf polnischem Boden ausgetragene Euroleague-Playoff-Spiel endete mit einem verdienten 81:78 Sieg der Hausherren in einem packenden Spiel.
In einer schnellen Partie führten die Gastgeber früh mit 15 Punkten und profitieren vor allem vom erschreckend schwachen Start von Linas Kleiza. Der ehemalige NBA-Spieler, der in den beiden ersten Partien beachtliche Auftritte hatte und jeweils wesentlich zu den Triumphen seines griechischen Teams hatte beitragen können, leistete sich mehrere Schrittfehler, haarsträubende Fehlwürde und haderte mit sich ebenso wie mit den Unparteiischen. Aber auch der Duke-Absolvent Daniel Ewing war einer der Gründe, weshalb die Polen bereits früh davonziehen konnten: Fehlerlos aus der Distanz sowie furchtlos und äußerst spektakulär im Schnellangriff war der Guard den ganzen Abend über nicht aufzuhalten.
Nach einem 45:33 Halbzeitstand erwischten die favorisierten Gäste aus Griechenland den deutlich bessere Start ins dritte Viertel: 47:40 stand es nach wenigen Minuten und geübte Beobachter ahnten, dass ein spannendes Spiel auf sie zukommen würde. Der bärenstarke Josh Childress streute einen Dreier für Olympiacos ein und plötzlich stand es 48:43 – das Spiel wurde jetzt immer enger und vor allem vom Duell zwischen Childress und Prokoms Star Qyntel Woods geprägt. Woods antwortete wenig später mit einem Dreier in Childress‘ Gesicht zum 58:49 und gab seinem Klub wieder etwas Luft zum Atmen. Die Zuschauer sahen einen spannenden Kampf zweier europäischer Topteams, bei dem den Polen gelang, den Vorsprung zu halten. Woods sicherte das 76:68 mit einem krachenden Dunking, bevor sein Team in der Schlussphase einmal mehr die Nerven zu verlieren drohte.
Zuerst kamen die Gäste durch Kleizas Dreier auf 78:76 heran, bevor David Logan mit einem unglaublichen Floater mit Brett das vorentscheidende 80:76 für Asecco Prokom erzielen konnte. Am Donnerstag geht es für Jan Jagla, der mit zehn Punkten und neun Rebounds eine hervorragende Leistung ablieferte, dann mit einem Sieg und dem Heimvorteil im Rücken erneut um Alles oder Nichts.
Schlüsselspieler
Olympiacos: J. Childress (20 P, 8/10 FG, 5 R, 3 A) | M. Teodosic (12 P, 9 A)
Prokom: D. Ewing (18 P, 4/4 3FG, 3 A) | Q. Woods (18 P, 5 R, 4 A)
Real Madrid gegen FC Barcelona 73:84 (1-2)
(bie). In einem ab der ersten Sekunde vom leidenschaftlichen Kampf zweier Erzrivalen bestimmten Spiel setzten sich die Gäste aus Barcelona mit 73:84 durch. Damit führt Barcelona 2-1 in der Serie, muss aber auch das nächste Spiel im „Palacio Vistalegre“ antreten, wo die Madrilenen den Rücken von 13.500 Zuschauern gestärkt bekamen.
Doch auch die Zuschauer und unermüdlicher Kampfgeist konnten der Truppe von Ettore Messina gegen den FC Barcelona am gestrigen Abend nicht helfen: Bereits in der ersten Halbzeit lagen die Königlichen klar zurück (21:41 im zweiten Viertel). Vor allem die Big Men Boniface ND‘ong (9 Pkt in knapp elf Minuten) und Fran Vazquez (6 Pkt, 2 Blk und Einsatz vom Feinsten an beiden Enden des Feldes) spielten zu dieser Zeit wie entfesselt. Den Madrilenen fiel gegen die starke Verteidigung des FCB , der seinerseits mit hoher Sicherheit zu Abschlüssen kam, wenig ein.
Auch mehrmaliges Aufbäumen in der zweiten Halbzeit, als es mehrfach gelang, den Rückstand auf weniger als zehn Punkte zu drücken, sollte gegen die eiskalten Männer um Juan Carlos Navarro nicht helfen. Angeführt vom erneut starken kroatischen Center Ante Tomic versuchte Real alles, um das Spiel zu drehen – die tief besetzten Katalanen hatten stets die passende Antwort und gewannen ebenso verdient wie deutlich.
Schlüsselspieler
Real Madrid: A. Tomic (23 P, 11/13 FG) | Pablo Prigioni (10 P, 2 R, 2 A, 2 S)
FC Barcelona: J.C. Navarro (24 P, 4/6 3FG) | Jaka Lakovic (13 P, 3/4 3FG)
Partizan Belgrad gegen Maccabi Electra Tel Aviv 81:73 (2-1)
(tk). Wer hätte das gedacht? Die schlagfertige Truppe von Partizan Belgrad hat im nächsten Spiel vor eigenem Publikum Matchball und kann erstmals seit 1998 wieder in ein Euroleague Final Four einziehen.
Beim souveränen 81:73-Erfolg über Maccabi Tel Aviv legten die Serben los wie die Feuerwehr. 20.783 Fans peitschten ihr Team zum Sieg, bei dem Pini Gershons Mannschaft ständig nur mitlief. Die Kontrolle über die Partie hatten eindeutig die Hausherren, bei denen Spielgestalter Bo McCalebb die Fäden in Angriff wie auch Verteidigung zog. Weitere starke Leistungen von Center Aleks Maric und Youngster Jan Vesely (14 P, 6 R) ließen Maccabi keine Chance. Die Gäste trafen weniger als 40 Prozent aus dem Feld und kämpfen im nächsten Spiel gegen das Saisonaus.
Schlüsselspieler
Partizan: B. McCalebb (18 P, 7 R, 5 S) | A. Maric (16 P, 7 R)
Maccabi: D. Fischer (11 P, 4 R, 3 B)| C. Eidson (11 P, 7 R, 5 A)
Caja Laboral gegen CSKA Moskau 66:53 (1-2)
(tk). Hatten die Spanier in den ersten beiden Spielen in Moskau deutliche Probleme mit der diszipliniert ruppigen CSKA-Spielweise, kam Caja Laboral vor eigener Kulisse besser zurecht. Tiago Splitter und Fernando San Emeterio trugen die Basken zu einem ungefährdeten 66:53-Sieg, der die Serie auf 1-2 verkürzte.
Das Team aus Vitoria begann stark, führte nach kurzer Zeit mit 8:0, ließ die Russen dann aber wieder ins Spiel kommen. Ein weiterer Zwischenspurt verhalf den Gastgebern zum 33:24. Doch CSKA spielte seinen Stiefel kontrolliert runter und lag zu Beginn des letzten Abschnitts nur mit einem Punkt in Rückstand (42:41). Ein 9:0-Lauf zum 51:41 sorgte schließlich für die Entscheidung zugunsten Laborals. Bei Moskau punktete kein Spieler zweistellig, jedoch markierten sieben Akteure mindestens sechs Zähler.
Schlüsselspieler
Caja Laboral: T. Splitter (15 P, 7 R, 3 S) | F. San Emeterio (14 P, 6 R)
CSKA: R. Siskauskas (6 P, 7 R, 2 A, 2 S) | A. Ponkrashov (7 P, 3 R)



von Crossover 30.05.2012 um 10:13:04
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