Euroleague
Grün gegen Gelb im Finale
Am gestrigen Freitag standen die Halbfinalspiele beim diesjährigen Euroleague Final Four in Barcelona an. Im ersten Spiel qualifizierte sich Panathinaikos Athen mit einem Sieg über Siena für das Finale um den Titel der europäischen Königsklasse, in Spiel zwei fegte Maccabi Tel Aviv Real Madrid aus der Halle, um ins Finale am Sonntag einzuziehen. CROSSOVER fasst die beiden fesselnden Spiele zusammen und wagt eine Prognose.
Von Peter Bieg |
07.05.2011 | |
Panathinaikos Athen vs. Montepaschi Siena 77:69 (40:36)
Vor einer unglaublichen Kulisse in Barcelona begann das erste Spiel des Final Four Turniers unheimlich intensiv und Montepaschi konnte sich mit bissiger Verteidigung eine erste 8:13-Führung erspielen. Doch Panathinaikos kämpfte sich, angetrieben von den Stars Dimitris Diamantidis und Mike Batiste wieder heran, bevor Nikos Zisis, Grieche im Trikot von Montepaschi, das erste Viertel mit einem Buzzer-Beater zum 17:21 beendete. Der deutsche Schiedsrichter Robert Lottermoser und seine beiden Kollegen hatten bereits in den ersten zehn Minuten alle Hände voll zu tun.
Im zweiten Viertel ging die Partie so intensiv weiter, wie sie begonnen hatte. Siena führte dank knochenharter Defense und einer deutlichen Reboundüberlegenheit, aber bereits zu diesem Zeitpunkt hatten die Italiener eine Menge Fouls angesammelt. Unter lautem Jubel war es Antonis Fotsis, der mit einem Dreier zum 32:30 die erste Führung für Panathinaikos herauswarf. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel bereits 17 Minuten alt. Jetzt wurde es auf beiden Seiten spektakulär: Mike Batiste(Foto links) ließ es für „Pana“ krachen, Jeleel Akindele antwortete mit einem Dunking für Montepaschi zum 39:36.
In der zweiten Hälfte gelang es der Mannschaft von Zeljko Obradovic, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden: Panathinaikos setzte sich etwas ab und gewann das dritte Viertel mit 16:11. Die Defense stimmte jetzt, der Kampf um die Rebounds gestaltete sich ausgeglichener und mit Point Guard Nick Calathes (17 Pkt, 6 Reb, 2 Ast) hatte man einen Spieler aus der zweiten Reihe, der immer wieder entscheidende Impulse gab. Montepaschi gab sich nie auf, hatte jedoch mit der hohen Foulbelastung zu kämpfen, die dafür sorgte, dass Lavrinovic und Stonerook das Spielfeld vorzeitig verlassen mussten. Die erfahrenere Mannschaft entschied ein Duell auf hohem Niveau für sich.
Beste Spieler für Panathinaikos: Nick Calathes, Dimitris Diamantidis (8 Pkt, 4 Reb, 9 Ast, 2 Stl) und Mike Batiste (16 Pkt, 7 Reb)
Beste Spieler für Montepaschi: Shaun Stonerook (4 Pkt, 14 Reb, 3 Ast) und Rimantas Kaukenas (13 Pkt)
Dimitris Diamantidis zeigte sich nach dem wichtigen Auftaktsieg erleichtert und erfreut: „Ich bin glücklich, denn wir haben das Spiel gewonnen und stehen im Finale. Die Fans standen das gesamte Spiel über hinter uns und haben uns zu einem wichtigen Sieg getragen. Wir hatten einen schwachen Start, haben es aber geschafft, und im Rebound zu verbessern und die Turnover zu minimieren. Deshalb konnten wir das Tempo kontrollieren und haben am Ende das Spiel gewonnen.“
Maccabi Electra Tel Aviv vs. Real Madrid 82:63 (32:29)
Über die gesamte Saison hinweg galt die Mannschaft von Maccabi Tel Aviv als “Geheimfavorit”. Mit dem Erreichen des Final Four, spätestens aber nach dem Einzug in das Finale nach dem gestrigen Sieg gegen Real Madrid ist dieser Status endgültig Vergangenheit.
Mit einem überzeugenden 82:63-Sieg setzte die Mannschaft von Head Coach David Blatt ein großes Ausrufezeichen und ließ den Madrilenen, vor allem in der zweiten Hälfte keine Chance. Dabei fing das Spiel erwartet umkämpft an. Bis zur Halbzeit (32:29) konnte sich kein Team einen entscheidenden Vorteil verschaffen.
Doch in den verbleibenden zwei Vierteln schlug die Stunde von Maccabi: Madrid ging in einem regelrechten „Drei-Punkte-Regen“ baden und schien die Drei-Punkt-Würfe der Israelis wie Hagelschläge ins Gesicht spüren: 12 von 23 Würfen aus der Distanz versenkte Maccabi in dieser Partie und zerstörte, angeführt vom überragenden Ex-Gießener Chuck Eidson (19 Pkt, 8 Reb, 6 Stl, 6/9 FG), die Finalträume der „Königlichen“.
Neben Eidson verdienten sich auch Schortsianits (16 Pkt, 5 Reb), Guy Pnini (14 Pkt, 4/6 3FG) und Jeremy Pargo (13 Pkt, 7 Ast) Bestnoten für Maccabi. Center Ante Tomic (17 Pkt, 6 Reb, 2 Ast, Foto links) und der spanische Nationalspieler Felipe Reyes (15Pkt, 14 Reb) waren die effizientesten Spieler für Real Madrid.
Chuck Eidson zeigte sich nach dem Finaleinzug entsprechend begeister vom Spiel seiner Mannschaft: „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel unter Kontrolle hätten, bis nur noch drei Minuten zu spielen waren. In einem solchen Spiel darfst Du niemals locker lassen. Wenn Du im Rhythmus bist und es läuft, musst Du punkten und weiter punkten, um den Gegner auf Abstand zu halten. Ein besseres Publikum als heute kann man sich nicht vorstellen. Wir haben gezeigt, dass wir die besten Fans Europas haben und es war ein großartiges Spiel.“
Am morgigen Sonntag kommt es ab 16:30 Uhr zur finalen Entscheidung, wer sich die Krone des europäischen Basketballs in diesem Jahr aufsetzen darf. Während die Griechen schon vor der Saison alle Experten auf der Rechnung hatten, überraschten die Israelis aus Tel Aviv viele mit ihrem energiegeladenen Spiel und einem starken Zusammenhalt. Schafft es Maccabi den Schwung aus dem gestrigen Spiel mit in die Partie zu nehmen und von Beginn an zu treffen, werden die "Gelben" den Titel erobern. Wird es ein enges, eher zähes Spiel, setzt sich die Erfahrung der griechischen Basketballhelden durch.



von Crossover 30.05.2012 um 10:12:55
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