Euroleague
Griechen schreiben Geschichte
Panathinaikos Athen hat das Finale der Euroleague mit 78:70 gegen Maccabi Electra Tel Aviv gewonnen. Ein Zwischenspurt am Ende des dritten Viertels brachte die Griechen zu einer komfortablen Führung, die sie im weiteren Spielverlauf nicht mehr hergaben. Das Spiel um den dritten Platz gewann Montepaschi Siena mit 80:62 gegen Real Madrid.
Von Thomas Käckenmeister |
08.05.2011 | |
Montepaschi Siena gg. Real Madrid 80:62
Das Spiel um den dritten Platz war eine klare Angelegenheit für die Italiener. Die Abwehr Sienas stand, schnell hatten leuchtete dadurch eine zweistellige Führung auf der Anzeigetafel. Kurz nach der Pause verkürzte Madrid kurzzeitig auf drei Zähler (37:40), doch wenig später zog Montepaschi Siena entscheidend davon. Madrids Sergio Llull war Topscorer der Partie mit 23 Zählern. Ksistof Lavrinovic erzielte 17 Punkte für Siena. Nach der Partie entschuldigte sich Madrids Coach Emanuele Molin für das desolate Auftreten seiner Mannschaft.
Maccabi Electra Tel Aviv gg. Panathinaikos Athen 70:78
Die Geschichtsbücher der Euroleague bekommen neue Einträge. Zeljko Obradovic, Head Coach der Griechen, hat mit seinem achten Titel in der Königsklasse den Abstand zu seinen Verfolgern weiter vergrößert. Mit Panathinaikos holte der 51-Jährige allein fünf Meisterschaften in der Europaliga.
"Man lebt nur einmal", sagte Obradovic auf der anschließenden Pressekonferenz. "Ich bin sehr zufrieden, jeden Tag meine Spieler trainieren zu dürfen. Ich liebe diesen Sport und wenn alles so bleibt, wie es ist, will ich auch weiterhin mein Bestes geben." Zugleich sprach Obradovic auch davon, dass sein Team nach dem Erfolg über Vorjahresmeister Barcelona mit anderen Augen betrachtet worden ist und es ein wichtiger Schritt war. Nach dem Sieg über die Katalanen feierten Team und Fans ausgiebig in der Halle des Bezwungenen.
Mit knallharter Defensive und einem Dimitris Diamantidis, der zurecht zum MVP der Saison und des Finales gekürt worden ist, gaben die Grünen mit dem ersten Sprungball den Ton an.
Im ersten Viertel war es allerdings Mike Batiste (18 P, 6 R), der mit seiner körperbetonten und kraftvollen Spielweise für Aufsehen sorgte. Ein wuchtiger Slam Dunk sowie zwei Freiwürfe brachten Athen im ersten Abschnitt mit 13:18 in Führung. Nach zehn Minuten stand es 15:22. Bereits hier war die Handschrift der Hellenen zu erkennen. Es war offensichtlich, welche Mannschaft mehr Europaligaerfahrung ausstrahlt.
Im zweiten Abschnitt kämpfte sich Maccabi heran, doch auf mehr als zwei Zähler Rückstand ließen die Athener die Israelis nicht herankommen. Mit 30:33 ging es in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel gingen die Gelben erstmals seit dem Anfangsviertel in Führung. Doch die Antwort der Griechen ließ nicht lange auf sich warten. Ein 11:1-Lauf von Panathinaikos brachte Obradovics Truppe schließlich eine zweistellige Führung ein. Am Ende des Viertels wurde ein Treffer von Chuck Eidson nicht gegeben; sein Schuss verließ nach Ertönen der Sirene die Hand. Somit gingen beide Teams mit 43:54 in den vierten Abschnitt.
Auf bis zu 14 Zähler wuchs daraufhin der Vorsprung Athens an. Auf den Rängen setzte bereits der Jubel ein. Doch Tel Aviv kam noch einmal auf 64:69 heran. Batiste und Diamantidis ließen am Ende ihre individuelle Klasse aufblitzen und bescherten Panathinaikos Athen den sechs Europaligatitel der Vereinsgeschichte.
Diamantidis beendete die Saison nicht nur als MVP und bester Verteidiger. Seine Finalleistung von 16 Punkten, fünf Rebounds und neun Assists ließen keine Zweifel aufkommen, wer zum MVP des Final Four gekürt werden musste. In beiden Final-Four-Partien verteilte Diamantidis insgesamt 18 Korbvorlagen - Rekord! Mit neun Assists, die sowohl der griechische Leitwolf als auch Maccabis Jeremy Pargo im Endspiel verteilte, haben beide All-Euroleauge Guards nun diesen Rekord inne.
"Mir passierten eine Menge guter Dinge an diesem Wochenende, doch das Beste ist eindeutig der Gewinn der Euroleague. Wir haben hart gekämpft und uns den Titel geschnappt", freute sich der MVP, der auch weiter für die Grünen auflaufen wird. "Ich bin sehr glücklich bei Panathinaikos und werde nicht wechseln. In Sachen NBA gibt es von mir ein klares Nein. Ich werde hier bei Panathinaikos bleiben." Wer Historisches abliefert, hat auch keinen Grund dazu.



von Crossover 30.05.2012 um 10:12:52
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