Euroleague

Die Luft wird dünner

16 Mannschaften sind noch verblieben, um die Krone der Euroleague auszufechten. Morgen beginnt die "Top 16", die Zwischenrunde der diesjährigen Euroleague-Saison. Nur noch die Hälfte der gestarteten Teams sind übrig geblieben, um in einer beinharten Runde die Mannschaften zu ermitteln, die in die Euroleague-Playoffs einziehen. Wer hat die größten Chancen auf den Titel und wer gilt als Außenseiter?

Von Manuel Baraniak (mb), Peter Bieg (pb), Thomas Käckenmeister (tk), Dennis Klammer (dk)
 17.01.2012 |

Nach einer spannenden und oftmals hochklassigen Hauptrunde in der Euroleague sind von 32 gestarteten Mannschaften, unter denen mit den Brose Baskets aus Bamberg auch ein deutscher Vertreter zu finden war, nur noch 16 Teams übrig, die um die Krone der Euroleague kämpfen. In der Top 16, die am 18. Januar 2012 beginnt, geht es in vier neuen Gruppen à je vier Teams darum, sich zunächst für die sogenannten „Quarterfinal-Playoffs“ zu qualifizieren. Jede Mannschaft hat in der Top 16 sechs Spiele gegen ihre jeweiligen Gruppengegner, die beiden besten Teams der Gruppe avancieren dann in die Quarterfinal-Playoffs, wo es „über Kreuz“ weitergeht und die Teilnehmer des Euroleague Final Four in Istanbul ausgespielt werden. Hier geht es dann vom 11. bis 13. Mai endgültig um den Titel, doch bis nach Istanbul ist der Weg für alle 16 noch verbliebenen Mannschaften noch sehr weit. Die Brose Baskets verpassten das Erreichen der Top 16 in einer sehr starken Gruppe B knapp und kamen auf 3 Siege und 7 Niederlagen in der Hauptrunde.

GRUPPE E:
CSKA Moskau
Olympiakos Piräus
Anadolu Efes
GS Medical Park

GRUPPE F:
Real Madrid
Montepaschi Siena
Unicaja
Gescrap BB Bilbao

GRUPPE G:
Fenerbahce Ülker
Panathinaikos Athen
Unics Kazan
EA7 Emporio Armani

GRUPPE H:
FC Barcelona Regal
Maccabi Electra
Bennet Cantu
Zalgiris Kaunas

(pb). GRUPPE E: ein Favorit, Lokalrivalen und ein Underdog

CSKA Moskau (10-0-Siege in der Hauptrunde)

Mit zehn Siegen aus zehn Spielen pflügte das Team von CSKA Moskau durch die Hauptrunde und ist als einzige Mannschaft der Euroleague noch immer ungeschlagen. Die Truppe von Head Coach Jonas Kazlauskas besticht durch ihre individuelle Klasse gepaart mit mannschaftlicher Geschlossenheit und einem tiefen Kader. Angeführt von den Superstars Milos Teodosic (Point Guard), Andrej Kirilenko (Power Forward) und Nenad Krstic (Center, Foto links) und unterstützt von der halben russischen Nationalmannschaft gab sich der Armeesportklub aus der russischen Metropole bisher keine Blöße. Mittlerweile wird CSKA mit Fug und Recht als Topfavorit auf den Titel gehandelt, was spätestens seit feststeht, dass Kirilenko für den Rest der Saison bei CSKA bleibt, alles andere als utopisch ist. Bleiben Verletzungssorgen und interne Querelen aus, wird Moskau die Gruppe E dominieren.

Olympiakos Piräus (6-4)

Mit einer soliden Bilanz nahm auch der griechische Spitzenklub Olympiakos die Hürden der Hauptrunde und hat jetzt die Chance, in der Top 16 für weiteres Aufsehen zu sorgen. In der Hauptrunde gab es Höhen und Tiefen, vor allem auswärts präsentierten sich die mit einem reduzierten Etat an den Start gegangenen Griechen zumeist eher schwach. Abgesehen von Vassilis Spanoulis (Point Guard) sucht man vergeblich nach den ganz großen Stars vergangener Jahre (Linas Kleiza, Josh Childress, Theodoros Papaloukas) im Kader der „Roten“. Natürlich wissen auch Jungs wie der Ex-Bamberger Kyle Hines (Center), Georgios Printezis (Power Forward) oder Flügelspieler Marko Keselj, wie erfolgreicher Basketball gespielt wird, aber schon der Einzug ins Final Four wäre in dieser Saison ein überragender Erfolg für das Team von Dusan Ivkovic.

Anadolu Efes (5-5)

Fünf Siege und fünf Niederlagen verbuchte Anadolu Efes aus Istanbul nach der Hauptrunde und qualifizierte sich somit als dritter der Gruppe C für die Top 16. Natürlich träumt das Team davon, beim Final Four in heimischer Halle dabei zu sein, aber das Weiterkommen wird für die Türken in dieser Gruppe E sehr schwer werden. Die wohl größte Stärke des Kaders von Head Coach Ufuk Sarica ist dessen Ausgeglichenheit: natürlich springen zunächst die Namen von Stars wie Sasha Vujacic (Point Guard, Foto rechts) ins Auge, aber mit Spielern wie Stanko Barac (Center), Dusko Savanovic (Power Forward), Vlaod Ilievski (Point Guard) oder Tarence Kinsey (Small Forward) steht eine ganze Armada von Spielern bereit, die jederzeit Verantwortung übernehmen kann. Hinzu kommen eine Hand voll türkischer Nationalspieler wie Sinan Guler (Shooting Guard) oder Aufbauspieler Cenk Akyol, die für weit mehr als nur Entlastung sorgen.

GS Medical Park (4-6)

Was für Anadolu Efes gilt, gilt ebenso für die Erzrivalen von GS Medical Park: auch Galatasaray möchte das Final Four in der Heimatstadt Istanbul um jeden Preis erreichen. Mit einer negativen Bilanz (4 Siege, 6 Niederlagen) wurde die Hauptrunde abgeschlossen, aber als Vierter der Gruppe D reichte es gerade so fürs Weiterkommen. Doch die Aufgaben in der Top 16 werden für Altstar Jaka Lakovic (Point Guard) und sein Team nicht gerade leichter. Neben dem Slowenen sind Darius Songaila (Power Forward) und Preston Shumpert (Small Forward) die wohl bekanntesten Spieler im Kader von Galatasaray, in der Hauptrunde tat sich außerdem des Öfteren der junge Brettspieler Furkan Aldemir (2,07 Meter, Power Forward, 20 Jahre) hervor. Ein Weiterkommen von GS Medical Park wäre die größtmögliche Überraschung in dieser Gruppe, zumal alle vier Hauptrundensiege gegen die beiden sang- und klanglos ausgeschiedenen Teams von Union Olimpija und Asseco Prokom eingefahren wurden.

Prognose:
CSKA Moskau gewinnt die Gruppe E überlegen, Olympiakos und Anadolu Efes kämpfen um den zweiten Platz. Diesen Kampf wird Anadolu Efes knapp für sich entscheiden können.

(dk). GRUPPE F: starke Südländer

Real Madrid (8-2)

An der Spitze der spanisch geprägten Gruppe F befindet sich mit Real Madrid als letztjährigem Final-Four-Teilnehmer und diesjähriger Topscorer-Mannschaft der Euroleague das Maß aller Dinge. Jaycee Carroll (16,9 PpG), Big Man Nikola Mirotic (12,6 PpG) und Kyle Singer (10 PpG) haben in der Vorrunde bewiesen, dass jeder einzelne ein Spiel übernehmen und das Team tragen kann. Auch ohne die NBA-Rückkehrer Rudy Fernandez und Serge Ibaka ist das Team tief besetzt; was es in den letzten erfolgreichen Spielen bewies. Die spanische Armada um Sergio Rodriguez, Sergio Llull und Felipe Reyes wird auch weiterhin von Fernandez' frei gewordenen Würfen profitieren. Glückliche Siege gegen Madrid sind möglich, aber die Rolle des Primus scheint vergeben.

Montepaschi Siena (8-2)


Montepaschi ist die einzige Mannschaft, die Madrid gefährlich werden könnte. Letztlich wird es von der Tagesform abhängen, ob die Veteranen aus Siena Madrid am letzten Spieltag den Gruppensieg abluchsen können. Angeführt von einem überragendem Lester „Bo“ McCalebb (17,9 PpG) zog Montepaschi souverän durch die Vorrunde. Unterstützung erfuhr McCalebb von einem ausgeglichenen Team, das klar seine Rollen kennt. Distanzschütze und Defensivmann Rimantas Kaukenas (64,3 % 3FG), die Brettspieler Chris Andersen (10,2 PpG, 6,2 RpG) und Ksistof Lavrinovic (9,5 PpG, 5,3 RpG) sowie Igor Rakocvic (9 PpG) bieten die Option, das Spiel vielseitig zu gestalten, was sie schwer ausrechenbar macht. Dennoch steht und fällt vieles mit McCalebb, was bei guter gegnerischer Defensive die Spitzenposition der Gruppe enorm gefährdet.

Gescrap Basket Bilbao (5-5)

Überschaubare Chancen auf ein Weiterkommen hat Bilbao, das eine solide Vorrunde gespielt hat. Zu verdanken ist das in erster Linie Forward Marko Banic, der mit 15,7 Punkten im Schnitt bei überragenden 60 Prozent aus dem Feld für das Weiterkommen gesorgt hat. D'or Fisher und Alex Mumbru (knapp 20 PpG und 10 RpG zusammen) werden aber auch nicht dabei helfen können, das Team von Fotios Katsikaris an Madrid oder Siena in der Tabelle vorbeizuschieben. Die Mannschaft ist zu dünn besetzt, zudem kann keiner im Backcourt das Spiel übernehmen. Für den dritten Platz wird es reichen, aber mehr ist in dieser Gruppe F nicht drin.

Unicaja Malaga (4-6)


Ganz finster könnte es für Euroleague-Neuling Unicaja Malaga werden. Topscorer Joel Freeland (13,1 PpG) wird mindestens die ersten beiden Spiele (gegen Madrid und Bilbao) aufgrund eines verstauchten Knöchels fehlen. Das wird die Statistiken von Luka Zoric (elf Punkte, sechs Rebounds) vermutlich noch weiter steigern, für den Teamerfolg und die Variabilität der Spanier ist es indes wenig förderlich. An sich ist Malage gut besetzt: Mit Rowland, Valters und Darden stehen gute Männer bereit, jedoch sollte Malaga ohne neue Verstärkung weder gegen Madrid noch Siena ankommen. Sollte Freeland rechtzeitig fit werden, könnte eventuell noch Platz drei drin sein.

Prognose: Diese Gruppe gestaltet sich wie ein Final Four. Während Madrid und Siena sich um den Gruppensieg streiten, geht es vorab für Malaga und Bilbao nur um Platz drei. Madrid dürfte vor Siena und Bilbao das Rennen machen, falls Malaga nicht den letzten Platz noch an Bilbao abgeben kann.

(mb). Gruppe G: ein Zweikampf hinter der grünen Macht

Fenerbahce Ulker (6-4)


Erst Thabo Sefolosha, nun Roko Ukic. Nachdem der Schweizer NBA-Akteur nach sieben Hauptrundenspielen zu den Oklahoma City Thunder zurückkehren musste, wird Fenerbahce für kurze Zeit auch auf Ukic verzichten müssen: Der Aufbauspieler wird mit einem gebrochenen Mittelfinger der rechten Hand mindestens die ersten beiden Top16-Spiele verpassen. Schon in der Vorrunde hatte Head Coach Neven Spahija mit einigen Verletzungsproblemen zu kämpfen.

Zumindest konnten so einige Akteure Spielpraxis sammeln. Sechs Spieler markierten in der ersten Gruppenphase zwischen 8,7 und 11,5 Punkten pro Partie. Nach Ukics Verletzung wird Sixth Man Curtis Jerrells in die Startformation rücken, welcher vor allem zusammen mit den Forwards Bojan Bogdanovic, James Gist und Emir Preldzic die Verantwortung übernehmen wird. Nur wenn die Türken den vorübergehenden Ausfall von Ukic gut auffangen, könnte ihr Traum einer Final Four-Teilnahme vor heimischem Publikum vorerst weitergehen.

Panathinaikos Athen (7-3)

Wie dominant die Athener die meiste Zeit die Hauptrunde bestritten, verdeutlichen ihre sieben Siege, die sie durchschnittlich mit einer Differenz von 16,6 Punkten für sich entscheiden konnten. Dabei hat Head Coach Željko Obradovic eine äußerst ausgeglichene Mannschaft zur Verfügung, unter der es in der ersten Gruppenphase sieben verschiedene Topscorer gab (u.a. Dimitrios Diamantidis, Romain Sato, Steven Smith (Foto links) und Nick Calathes). Ein weiteres Indiz für das griechische Kollektiv: Acht Spieler bewegen sich in einem Punkteschnitt zwischen 7,4 und 10,8 Zählern.

Heraus sticht dabei vor allem Dimitrios Diamantidis, der neben seiner hocklassigen Verteidigung nun auch noch mehr Verantwortung in der Offensive schultert. Die offensiv- und reboundstarken Grünen sollten auch in der Gruppe G seine Dominanz fortsetzen können und den ersten Platz belegen.

Unics Kazan (7-3)

Bei der ersten Euroleague-Teilnahme gleich in die Top16 einzuziehen, kann als klarer Erfolg angesehen werden. Unics Kazan hat dies nicht mit offensivem Hurra-Basketball geschafft (70,2 PpG; viertgeringste Offensivausbeute aller Teams), sondern vor allem dank starker Verteidigung (51 zugelassene Punkte gegen Union Olimpija, 41 Zähler gegen Asseco Prokom)... und einem der besten Scorer des Wettbewerbs, Henry Domercant. Der 31-jährige bosnische Nationalspieler US-amerikanischer Herkunft schulterte ein um das andere Mal die Offensivlast seiner Mannschaft (16,5 PpG, 7. Platz) und ragt bei den aus der Distanz gefährlichen Russen auch jenseits der 6,75 Meter heraus (55,7% 3FG).

Neben Domercant müssen gegnerische Verteidigungen auf Terrell Lyday, Vladimir Veremeenko, Lynn Greer und Kelly McCarty aufpassen. Das auswärtsstarke Team von Head Coach Evgeny Pashutin wird auch in der Zwischenrunde ein gewichtiges Wort mitsprechen können.

EA7 Emporio Armani (4-6)

Quasi mit den Schlussminuten der Partie gegen Partizan Belgrad haben sich die Italiener erst das Ticket für die Top16 sichern können. Nicht nur auf Grund dessen müssen sie in der Gruppe G als der Außenseiter angesehen werden. Zum einen steht Mailand nicht mehr Danilo Gallinari zur Verfügung, der nach sieben Partien (16,4 PpG) wieder in die USA wechseln musste. Zum anderen wird der designierte Topscorer Malik Hairston (Foto rechts) nach einer Operation an seiner linken Achillessehne mehrere Spiele ausfallen; in den ersten Partien dürfte er Cheftrainer Sergio Scariolo nicht zur Verfügung stehen.

So wird beispielsweise ein Stefano Manchinelli noch mehr in den Mittelpunkt rücken müssen; Unterstützung wird er vom Rest der Starting Five um Omar Cook, Andrew Nicholas, Antonis Fotsis und Ioannis Bourousis erhalten. Dahinter kommt bei den ballsicheren Mailändern (10,6 TpG; wenigste Ballverluste aller Teams) jedoch nicht viel. Und so dürfte in der Top16 Endstation für die Italiener sein.

Prognose: Panathinaikos Athen sollte den ersten Platz problemlos sichern können. Um den zweiten Rang werden sich Fenerbahce und Unicas Kazan streiten. Dank der Auswärtsstärke Kazans und Ukics Ausfall in Istanbul ist Unics Kazan das Viertelfinale noch mehr zuzutrauen.

(tk). Gruppe H: klare Angelegenheiten für Barca und Maccabi

FC Barcelona Regal (9-1)

Der Champion von 2010 ist der Favorit in Gruppe H. Die Vorrunde beendeten die Katalanen mit nur einer Niederlage aus zehn Spielen; in Siena gab es nach einem miesen Schlussviertel einen knappe 77:74-Auswärtsschlappe. Dennoch bleibt Barca neben CSKA Moskau haushoher Titelkandidat in dieser Saison, denn bei acht der neun Siege betrug die Differenz mindestens 13 Zähler.

Das Erfolgsrezept des spanischen Spitzenteams ist einfach: den Ball laufen lassen, den offenen Mann finden (17,1 Assists pro Spiel als Team) und hinten knallhart verteidigen für einfache Punkte im Fastbreak. Hinzu kommt die Homogenität, die das Team von Xavi Pascual ausmacht: Gleich fünf Spieler erzielen im Schnitt mindestens 8,8 Punkte. Da ist es umso schwieriger, die beiden unangefochtenen Führungsspieler Juan Carlos Navarro (12,1 PpG, 3,1 ApG) und Erazem Lorbek (14,7 PpG, 4,6 RpG) zu stoppen.

Barca wird aufgrund der Tiefe und Erfahrung keine Probleme haben, sich für die Playoffs zu qualifizieren.

Maccabi Electra Tel Aviv (7-3)

Der Start in Euroleague-Saison 2011/2012 verlief etwas holprig für den israelischen Traditionsverein Maccabi Tel Aviv. Im ersten Spiel verloren die Israelis noch in Mailand, danach wuchs das Selbstbewusstsein durch knappe Erfolge gegen Belgrad und Madrid. Insgesamt fünf Siege in Serie folgten, ehe es wieder einen leichten Dämpfer (zwei Niederlagen in Folge) gab. Zum Abschluss der Hauptrunde wurden aber Efes und Charleroi deutlich weggeputzt.

Der letztjährige Vizemeister musste sich nach dem Abgang von Jordan Farmar (zurück in die NBA) spielerisch neu orientieren; immerhin galt es, 14,1 Punkte, 4,7 Rebounds und 4,1 Assists pro Spiel zu kompensieren. Dieses Problem verteilte sich vorwiegend auf den Schultern der Leistungsträger Sofo Schortanitis (11,7 PpG, 3,9 RpG), Lior Eliyahu (11,2 PpG, 3,3 RpG) und David Blu (9,8 RpG). Auf der Guard-Position wurde vor Beginn der Top16-Runde der ehemalige Bundesliga-Akteur Demond Mallet verpflichtet, der in der Hauptrunde noch für Charleroi durchschnittlich 18,9 Punkte auflegte - keine schlechte Verstärkung für das Team von David Blatt, der mit seinem Team mühelos die Top8 anpeilen wird.

Bennet Cantú (5-5)

Die Italiener sind eine der Überraschungsmannschaften dieser Spielzeit und konnten sich in der Killer-Gruppe A nach ausgeglichener Bilanz (5-5) durchsetzen. Allein dieser Erfolg krönt das 30-jährige Jubiläum des ersten Euroleague-Titels der Südeuropäer.

Ob aber gegen Barca und Tel Aviv das Cinderella-Märchen seine Fortsetzung finden wird, ist äußerst unwahrscheinlich. Ein Grund ist der drittschlechteste Rebound-Wert der Hauptrunde (31,6 RpG als Team). Hinzu kommt der fehlende Leitwolf, da einzig Vladimir Micov im Schnitt zweistellig punktete (10,5 PpG). Dahinter darf jeder mal Maß nehmen, acht weitere Spieler weisen mindestens fünf Zähler pro Partie auf.

Cantú dürfte vor allem auf der großen Position Nachteile haben, da der Ex-Oldenburger Marko Scekic (8,0 PpG) mit einer Knieverletzung ausfällt. Für ihn wurde kurzerhand Greg Brunner von Montegranaro nachverpflichtet, der dort 10,9 Punkte und 7,6 Rebounds produzierte. Ob er schnell integriert werden kann?

Spannend dürften die Spiele gegen Barcelona vor allem für Gianluca Basile werden, der fünf Jahre für die Katalanen aktiv war. Aber Hand aufs Herz: Viel wird Cantú nicht reißen und kann nach dieser Runde die Koffer packen.

Zalgiris Kaunas (4-6)

Der Bamberg-Bezwinger Zalgiris Kaunas ist ebenso wie Cantú der Underdog in Gruppe H.

Die Litauer legen ihr Spiel in die Hände von Sonny Weems (17,5 PpG, 5,9 RpG) und die Distanzschützen Marko Popovic (12,5 PpG) und Tomas Delininkaitis. Dadurch sind sie relativ leicht auszurechnen, wenngleich aber auch brandgefährlich, falls die Schützen heiss laufen. Unter den Körben sorgen Milovan Rakovic (2,6 RpG) und Robertas Javtokas (4,6 RpG) für Unbequemlichkeiten. Jüngst kam Rookie-Bigman Reeves Nelson, zuletzt bei UCLA (NCAA) aktiv, hinzu für noch mehr Tiefe.

Kaunas wird mit Cantú um die goldene Ananas in dieser Gruppe spielen. Für mehr wird es gegen die Überteams aus Barcelona und Tel Aviv nicht reichen.

Prognose:
Selbst diejenigen, die noch nie die Euroleague verfolgt haben, können hier nicht irren: Barcelona wird Gruppenerster, Tel Aviv zieht als zweites Team der Gruppe H in die Playoffs ein.




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Kommentare

(2 Kommentare bisher)

von GoB13 17.01.12 um 21:04:21


die dunks müssen sich mal auf keinen fall hinter der nba verstecken :)



von el_turco_1987 25.01.12 um 21:38:09


ukic ist doch fit ;) woher die verletzungsmeldung?



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