Euroleague

Der Meister ist gestürzt

Euroleague-Champion FC Barcelona musste gestern Abend gegen Panathinaikos Athen die Segel streichen. Auch für Olympiakos Piräus ist die Euroleague-Saison überraschenderweise bereits vorbei, während sich Maccabi Tel Aviv in beeindruckender Manier für das Final Four qualifizierte. CROSSOVER hat für Euch den Überblick über einen ereignisreichen Abend behalten und fasst die Ereignisse zusammen.

Von Peter Bieg
 01.04.2011 |

Maccabi Electra vs. Caja Laboral 99:77 [Serienstand: 3-1]

Vor heimischem Publikum in der Nokia Arena von Tel Aviv hieß es „Matchball“ für Maccabi. Mit einem weiteren Sieg wäre der Einzug ins „Final Four“ ebenso sicher gewesen, wie das Ausscheiden von Gegner Caja Laboral.

Die 11500 Fans erlebten zu Beginn des Spiels ein echtes Schützenfest: 25:23 stand es nach dem ersten Viertel, 51:52 zur Halbzeit. Beide Mannschaften gingen hohes Tempo und schienen die Körbe kaum verfehlen zu können. Guy Pnini, der für den verletzten Doron Perkins in die Bresche sprang, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 16 Punkte für Maccabi auf dem Konto. Sein Partner im Backcourt, Jeremy Pargo, hatte zur Halbzeit schon 14 Punkte erzielt. Mirza Teletovic und Brad Oleson hielten 15 bzw. 13 Punkten vor einer tollen Kulisse dagegen.

Was spannend begann, wurde in den zweiten zwanzig Minuten allerdings schnell einseitig: Caja Laboral wurde vom Wurfglück verlassen, Maccabi feuerte weiterhin aus allen Rohren und erspielte sich eine hohe Führung. Wieder einmal schafften es die Israelis, sich vor dem eigenen Publikum in einen regelrechten Rausch zu spielen und so wurde der Sieg auch ohne Perkins letztlich locker über die Zeit gebracht. Caja Laboral flogen insgesamt 14 Dreipunkt-Würfe (bei einer Quote von über 66%) um die Ohren, Oleson erzielte in der zweiten Hälfte keinen Punkt mehr und auch Teletovic gelangen nur noch zwei Zähler. Maccabis Head Coach David Blatt (Foto rechts) zeigte sich nach Ende der Partie sichtlich begeistert vom Saisonverlauf und war hocherfreut über den Einzug ins Final Four: „Vor der Saison waren wir ein Team mit einem Haufen unbekannter Spieler, jetzt weiß jeder, wer wir sind. Es macht großen Spaß, mit diesem Klub, der den Zuschauern so viel Spaß und Vergnügen bereitet.“

Beste Spieler: Jeremy Pargo (Maccabi, 26 Pkt, 4/6 3FG, 7 Ast), Guy Pnini (Maccabi, 22 Pkt, 5/7 3FG), Marcelinho Huertas (Caja, 12 Pkt, 6 Ast)

Panathinaikos Athen vs. FC Barcelona 78:67 [Serienstand: 3-1]

Für den amtierenden Euroleague-Champion, den ruhmreichen FC Barcelona, ging es in der OAKA Arena in Athen um Alles oder Nichts. Eine Niederlage bei Panathinaikos Athen hätte das sofortige Ausscheiden aus dem Wettbewerb bedeutet. „Wir müssen uns beim defensiven Rebound verbessern und wissen, dass es sehr schwierig wird, aber wir werden alles versuchen, um die Serie zurück nach Barcelona zu bringen“, so Barcas Coach Xavi Pascual vor Beginn der Partie.

Diese begann sofort mit hoher Intensität und beide Mannschaften kamen perfekt eingestellt aufs Spielfeld. Der Halbzeitstand von 40:38 verrät einiges über den Spielverlauf. Es ging hin und her, kein Team schaffte es, sich entscheidend abzusetzen. Die Entscheidung fiel im dritten Viertel, das Panathinaikos vor seinen fanatischen Fans mit 22:12 gewinnen konnte, obwohl mit Drew Nicholas ein wichtiger Spieler das Feld bereits früh hatte verletzt verlassen müssen. Von diesem Rückstand konnte sich Euroleague-Champion Barcelona nicht mehr erholen und die clever spielenden Griechen behielten das Spiel und den Sieg in ihrer Hand. Das Final Four in Barcelona findet so überraschenderweise ohne den Titelverteidiger und Gastgeber statt, wobei diese Serie als „vorgezogenes Finale“ mit Basketball auf höchstem Niveau zumindest etwas Entschädigung bieten konnte.

Die spanischen Nationalspieler Juan Carlos Navarro (7 Pkt, Foto links) und Wunderkind Ricky Rubio (3 Pkt)enttäuschten auf ganzer Linie und waren an diesem Abend zwei große Gründe für das Ausscheiden der Katalanen.

Beste Spieler: Dimitris Diamantidis (Panathinaikos, 11 Pkt, 4 Reb, 5 Ast), Nick Calathes (Panathinaikos, 12 Pkt, 3 Reb, 3 Ast, 3 Stl), Fran Vazquez (Barcelona, 14 Pkt, 5 Reb)

Power Electronics Valencia vs. Real Madrid 81:72 [Serienstand: 2-2]

Im spanischen Duell ging es für die Heim-Mannschaft von Head Coach Svetislav Pesic darum, das Ausscheiden zu vermeiden und vor heimischen ein entscheidendes fünftes Spiel in der kommenden Woche zu erzwingen.

Diese Mission gelang und in der kommenden Woche kommt es zum entscheidenden Spiel um den Einzug in die letzte Runde in Madrid. Coach Pesic war nach Ende der Partie ebenso erleichtert wie stolz auf sein Team, weiß aber, dass die schwerste Aufgabe noch bevorsteht: „Wir müssen jetzt unsere Gefühle kontrollieren. Wir haben ein großartiges Spiel gemacht und den Sieg verdient, aber es ist unmöglich, jeden Tag so gut zu spielen wie heute. Ich freue mich über den Sieg und meine Mannschaft hat mit viel Konzentration und Selbstvertrauen gewonnen.“

Beste Spieler: Omar Cook (Valencia, 16 Pkt, 7 Ast, 5 Stl), Nando De Colo (Valencia, 12 Pkt, 4 Reb, 5 Ast), Ante Tomic (Real, 20 Pkt), Pablo Prigioni (Real, 11 Pkt, 6 Ast)

Montepaschi Siena vs. Olympiakos Piräus 88:76 [Serienstand: 3-1]

Auch die favorisierten “Roten” von Olympiakos Piräus standen vor dem vierten Spiel in der Best-of-Five-Serie gegen Montepaschi bereits mit dem Rücken zur Wand und unter unbedingtem Siegzwang.

Doch schon zur Halbzeit hatten sich die Gastgeber von Montepaschi Siena erneut als äußerst ungemütliche Gastgeber präsentiert und den Griechen arge Sorgen bereitet: 50:36 stand es nach zwanzig Minuten und vor allem Malik Hairston hatte mit 19 Punkten dazu beigetragen, dass Olympiakos kurz vor dem Ausscheiden stand.

Was sich in der ersten Halbzeit andeutete, wurde in Halbzeit Zwei zur Gewissheit: Montepaschi hielt in eigener Halle am Vorsprung fest und war die von Verletzungspech geplagten Griechen aus dem Wettbewerb. Vor allem Theodoros Papaloukas (0 Pkt, 0/3 3FG) und der von einer Krankheit geschwächte Milos Teodosic (10 Pkt, Foto rechts) enttäuschten über die gesamte Serie hinweg und fanden nie zu ihrer Normalform.

Beste Spieler: Malik Hairston (Montepaschi, 25 Pkt, 7 Reb), Ksistof Lavrinovic (Montepaschi, 19 Pkt), Ioannis Bourousis (Olympiakos, 16 Pkt, 5 Reb), Jamon Gordon (Olympiakos, 16 Pkt)

Nach dem gestrigen Abend stehen Montepaschi Siena, Panathinaikos Athen und Maccabi Tel Aviv als Teilnehmer des Euroleague Final Four Turniers vom 6. bis 8. Mai in Barcelona fest.

Für weitere Informationen: [euroleague.net]




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von Crossover 30.05.2012 um 10:12:31


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