Euro-Boom

Europäer in der NBA: Teil1 - Ihre Vergangenheit

Der aktuelle WM? Jugoslawien. Der aktuelle Rookie des Jahres? Pau Gasol, ein Spanier. Dazu wurden im Draft Jahrgang 2002 9 Europäer gezogen. Das Ende des Euro-Booms der Liga? Und wie fing alles an?

Von j-dog
 21.12.2002 |

bis 1990...

1970 in Runde 11 war es soweit. Die italienische Basketball Legende Dino Meneghin wurde der erste in Europa spielende Europäer der je gedraftet wurde! Gespielt hat er allerdings nur in Italien, ganze 28 Jahre spielte er in Italiens erster Liga! Ausserdem blickt er auf eine erfolgreiche Nationalmannschaftskarriere zurück (Teilnahme an 4 olympischen Spielen, mit dem Höhepunkt der Silbermedaille 1980). Dieses Jahr war er einer von 3 Finalisten um den Einzug von Spielern in die Hall of Fame, die sich international verdient gemacht haben, Drazen Petrovic erhielt allerdings den Vorzug.

Auch der nächste gedraftete Europäer Aleksander Belov (1975, 10. Runde), ist in der Basketballgeschichte alles andere als unbedeutend, denn er war es, der bei den olympischen Spielen 1972 die Sowjet Union zum Sieg über eine hoch gehandelte US- Auswahl aus College Stars führte, er traf den hoch umstrittenen letzten Wurf, nachdem das Spiel eigentlich schon beendet war, doch zweimal wurde die Uhr zurück gesetzt. Noch heute ist dieses Spiel keineswegs aus den Gedanken der Amerikaner verschwunden, wie ein Artikel aus einer der letzten SLAM?s beweist. Schon aufgrund der politischen Lage damals hat Belov aber keine Minute in der NBA gespielt.

Im Jahr 1980 wurde zumindest ein in Europa geborener NBA-Star gedraftet. An Position 11 zogen die Dallas Mavericks Kiki Vandeweghe, welcher 1958 in Wiesbaden das Licht der Welt erblickte! Der heutige GM der Denver Nuggets erreichte über 13 Saisons einen Schnitt von 19,7 Punkten, mit einer Saison mit beachtlichen 29,4 Punkten!

Fünf der sechs folgenden Draftpicks aus Europa Panayoti Giannakis (Griechenland, 1982 205. Position), Uwe Blab (Deutschland, 1985 17. Position), Georgi Glouchkov (Bulgarien, 1985 148. Position), Gunther Behnke (Deutschland, 1985 101. Position; dürfte noch allen aus der BBL bekannt sein: 2,23m großer Center, u.a. bei Alba und Bonn aktiv)und Fernando Martin (Spanien, 1985 38. Position) spielten in der NBA alle keine Rolle und hatten auch in Europa nicht den Status von Meneghin oder Belov. Im selben Jahr wurde allerdings ein späterer NBA Star gezogen, die Dallas Mavericks zogen an Position 8 Detlef Schrempf, dessen Karriere entwickelte sich bekanntlich langsam, ehe er es zu einem guten Allrounder und einem dreifachen All-Star brachte. 1986 wurden sogar fünf Europäer gezogen, der Italiner Augusto Binelli und der Russe Valerie Tikhonenko spielten davon nicht in der NBA, während der Russe Alexander Volkov von 89-91 für die Atlanta Hawks spielte. Die beiden anderen gedrafteten Europäer spielten aber eine erheblich größere Rolle. An Position 60 wurde der Jugoslawe Drazen Petrovic gezogen, dieser kam schließlich 89 in die Liga, nachdem er in Madrid zu einem dominanten Spieler herangereift war. Allerdings hatte er in seinen 1,5 Jahren in Portland die äußerst undankbare Aufgabe der Backup für Clyde Drexler zu sein, allerdings konnte er hier 1990 in den Finals gegen die Pistons mitwirken. Es folgte ein Trade nach New Jersey, in seinen 2,5 Jahren wurde er zum Star des Team und führt es in seinen zwei Saisons in die Playoffs. Die Nets waren ein aufstrebendes Team mit einem jungen Kenny Anderson, der damals als ein zukünftiger Star PG der Liga galt, auch Derrick Coleman galt als eine der großen Hoffnungen der Liga. Die Hoffnungen der Franchise endeten aber mit einem tragischen Ereignis. In der Offseason 1993 starb Drazen Petrovic bei einem Autounfall auf einer deutschen Autobahn im Alter von 28 Jahren. Dieses Jahr wurde er für seine Verdienste in die Basketball Hall of Fame aufgenommen, in seiner Heimat ist er noch heute ein Idol, so widmete ihm z.B. Goran Ivanisevic seinen Wimbledon Sieg 2001. Der 1. Europäer 1986 wurde ebenfalls von Portland gedraftet. An Position 24 zogen die Blazers Arvydas Sabonis, dessen NBA Karriere allerdings sehr ungewöhnlich begann. Zunächst aber gewann er mit der Sowjet Union 1988 die Gold Medaille in Seoul über ein US College Teams mit den späteren NBA Größen David Robinson und Mitch Richmond. In Europa war er ein Star und gewann fünf mal den Titel des besten Basketballers in Europa, allerdings verlor er Ende der 80er durch Knie- und Achillessehnen-Verletzungen seine Athletik. So wird Dino Radja folgendermaßen zitiert: ?That guy without his injuries, would have been better than David Robinson. Believe me, he was that good. In 1985, he was a beast. He ran the floor like Ralph Sampson, could shoot the three, dunk. He would have been a NBA all-star ten years in a row. It's true I tell you." So wechselte Sabonis erst 1995, im Alter von 31 Jahren in die NBA und wurde so zum ältesten Teilnehmer des Rookie All-Star Games, in den Wahlen zum Rookie of the Year und zum besten 6.Mann wurde er jeweils 2. Aufgrund seiner kaputten Beine wurde er leider nie ein großer Star in der NBA, das obwohl er bei seiner Größe und seiner Masse über beeindruckende Fähigkeiten in Sachen Übersicht und Werfen verfügt, doch selbst heute im Alter von fast 39 Jahren ist er von den Blazers noch einmal aus Europa zurück geholt worden und seine Leistungen sind, in Anbetracht der Spielzeit, nach wie vor beeindruckend.

Im Jahrgang 87 ist der Litauer Sarunas Marciulionis von fünf gedrafteten Europäern der einzig erwähnenswerte, der Shooter wurde von Golden State an Position 127 gedraftet und spielte von 1989-1997 für Golden State, Seattle, Sacramento und Denver und erreichte dabei einen Schnitt von 13,7 Punkten pro Partie. 1991 und 1992 belegte er bei der Wahl zum besten 6.Mann jeweils Platz zwei, das Highlight seiner Karriere ist aber wohl, ähnlich wie bei seinem Landsmann Sabonis, der Gewinn der Gold Medaille in Seoul. Seinen letzten NBA Auftritt hatte Marciulionis 2002 beim 3-3 Turnier am All-Star Samstag (welches er an der Seite von Hedo Turkoglu, Ticha Pinicheiro und Tom Cavanagh in einem internationalen Team gewann). Im selben Jahr wurde zwar auch der spätere Europameister Christian Welp an Position 17 gezogen, doch dieser konnte nicht an seine erfolgreiche College Karriere anknüpfen. Auch 1988 wurden nur zwei Europäer gezogen, von denen spielte aber einer eine gute Rolle in der NBA: Rik Smits, der 2,24m große Holländer wurde an Position 2 gezogen und ist, unter Europäern, damit bis heute Spitze. Seine Stärken lagen klar offensiv, defensiv geriet er leicht in Foulprobleme. Den Abschluss seiner NBA Karriere stellte das Finale 2000 gegen die LA Lakers dar.

1989 fanden wieder nur zwei Bigmen aus Europa den Weg in die Liga. Der erste war Vlade Divac, der fortan bei den Lakers um Magic Johnson spielte. Er bestritt alle Spiele seiner ersten Saison und wurde ins All-Rookie First Team berufen. Seine bislang einzige Finals Teilnahme kam im Jahr 1991 gegen die Chicago Bulls. Im Verlauf seiner Karriere zeichnet sich Divac, ähnlich wie Sabonis durch eine, für einen Center, aussergewöhnliche Übersicht aus. 2001 wurde Divac, sicher durch den akuten Centermangel der Liga begünstigt, zum ersten mal in seiner Karriere All-Star. Im selben Jahr wie Divac betrat auch Dino Radja die NBA, nachdem die Celtics ihn zu ihrem 2nd Round Pick gemacht hatten. Radja zeigte, wenn er nicht verletzt war, gute Leistungen, was Werte von 15 Punkten und 7 Rebounds über seine Karriere belegen. Leider häuften sich seine Verletzungen und bereits nach 3 Jahren kehrte er der Liga den Rücken um wieder in Europa zu spielen.




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von Crossover 30.05.2012 um 10:11:54


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