Basketball-WM
Späte Rache für die USA
Wenigstens die Bronzemedaille konnten Coach K und Team USA gegen Argentinien noch einheimsen. Und sich dabei für vergangene Niederlagen rächen. Frankreich schlägt die Türkei und landet auf Platz fünf.
Von Lukas Oldenburg |
02.09.2006 | |
Spiel um den dritten Platz
USA - Argentinien 96:81
Im Spiel um Platz drei gab es für die USA gegen Argentinien vor allem zwei Ziele: die Ehre retten und sich für die beiden Niederlagen bei Olympia 2004 und der WM 2002 rächen. Beides gelang ihnen. So wiederholten die Nordamerikaner das Olympia-Resultat: wenigstens die Bronzemedaille.
Die Argentinier waren es gewesen, die den USA bei der WM vor vier Jahren in Indianapolis die erste Niederlage überhaupt eingebrockt hatten, seitdem Basketball USA auch Profis zu internationalen Turnieren schickt. Bei der Olympiade war es erneut Argentinien gewesen, das die USA im Halbfinale nach Hause schickte.
Das Spiel war lange Zeit äußerst knapp, und die Sorgenfalten auf den Gesichtern der US-Amerikaner beständig. Denn Argentinien führte fast die gesamte erste Hälfte, zeitweise lagen Emanuel Ginóbili, Andrés Nocioni & Co. sogar mit neun Punkten vorne.
Doch ein starkes drittes Viertel der US-Boys wendete das Spiel zu deren Gunsten. Zu Beginn des letzten Spielabschnitts hielten die Nordamerikaner eine Sieben-Punkte-Führung, von der sich die Argentinier nicht mehr erholten. Die Gauchos brachen im Abschlussviertel dann sogar regelrecht ein, wodurch die USA ihre Führung bis auf 16 Punkte ausbauen konnten.
Dwyane Wade glänzte mit einer phänomenalen Leistung und erzielte 32 Punkte bei einer Quote von 76,5 Prozent. LeBron James brachte es auf 22 Zähler, die er mit 9 Rebounds und 7 Assists komplementierte. Carmelo Anthony hatte 15 Punkte. Für Argentinien waren Luis Scola (19) und Andrés Nocioni (18) die Spieler mit der besten Punktausbeute.
Die Argentinier ließen ihre Treffsicherheit von hinter der Dreierlinie (nur 19 Prozent) vermissen. Die US-Amerikaner hingegen zeigten von dort eine bisher ungesehene Stärke und trafen immerhin sieben von 18 Würfen (39 Prozent) "aus der Innenstadt".
Spiel um den fünften Platz
Frankreich - Türkei 64:56
Ende gut, alles gut. Das war die Stimmung unter den Franzosen nach dem Sieg über die Türkei, der ihnen den fünften Platz sicherte. Nach einer äußerst schwachen Vorrunde, wo Frankreich sogar gegen den Libanon verlor, konnte das Team um die NBA-Profis Boris Diaw und Mickael Pietrus nun wenigstens mit zwei Erfolgen in den Platzierungsspielen gegen Deutschland und die Türkei überzeugen.
"Wir sind Fünfter, und das ist das, woran man sich erinnern wird", fasste der französische Kapitän Diaw das Abschneiden seiner Mannschaft treffend zusammen.
Frankreichs Sieg war dabei lange Zeit ungefährdet. Seit Mitte des ersten Viertels, das die Franzosen mit 20:7 gewann, führten sie, und das bisweilen sogar mit zwanzig Punkten. Die Türken vermissten ihre beiden verletzten Stars Serkan Erdogan und Ibrahim Kutluay schmerzlich, was sich vor allem in der Offensive zeigte: Die Überraschungsmannschaft des Turniers traf nur 24 Prozent ihrer Würfe.
Trotzdem kam das Team von Bogdan Tanjevic kam erst gegen Ende des Spiels wieder zunächst auf 55:51 und dann rund eine Minute vor dem Ende auf 60:55 heran, als Ronny Turiaf und Florent Pietrus beide ihre Freiwürfe daneben setzten. Doch es sollte nicht reichen: Pietrus machte seinen Lapsus wieder gut und versenkte vier Freiwürfe, die den Sieg schließlich sicherten.
Topscorer des Spiels waren Florent Pietrus mit 12 für Frankreich und Engin Atsur mit 15 Zählern für die Türken.
Die Türkei, die vor der WM nur wenige auf der Rechnung hatten, ist mit dem sechsten Platz hochzufrieden: "Der türkische Basketball hat eine gute Zukunft vor sich. Wir haben uns in diesem Turnier stark verbessert. Unser Ziel ist es, 2010 eine Medaille zu gewinnen," erklärte Ibrahim Kutluay nach dem Spiel. Die Türkei ist Gastgeber der WM 2010.



von Crossover 26.05.2012 um 22:19:13
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