BEKO-Supercup

DBB-Auswahl auch gegen Litauen chancenlos

Auch am zweiten Tag beim Beko Supercup 2010 war der “Vergleich mit den besten Europas“, wie es Bundestrainer Bauermann im Vorfeld titulierte, für die deutsche A-Nationalmannschaft nicht sonderlich schmeichelhaft. Mit 67:78 (35:40) fiel die Niederlage gegen Litauen nicht überdeutlich aus, im Verlauf der 40 Minuten drohten die grün gekleideten Mannen aus dem Baltikum aber zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über das Geschehen auf dem Parkett zu verlieren.

Von Felix Pflaum
 14.08.2010 |

Nur kurzzeitig erinnerte Dirk Bauermann an den Coach, der er sieben Jahre lang in Bamberg gewesen war: Im dritten Viertel schimpfte und gestikulierte er, offenbar bemüht darum, seinem Team eine Reaktion zu entlocken, verfolgte die restliche Partie aber größtenteils mit nachdenklicher Miene. Defensiv konnte er dabei durchaus zufrieden sein, was seine zwölf Akteure – Tibor Pleiß und Elias Harris gehörten nicht zum Kader, dafür waren Jan Jagla, der seinen Vertrag in Polen verlängert hat, und Philipp Schwethelm dabei – zeigten, offensiv zog sich aber wie ein roter Faden die Erkenntnis des letzten Sommers durch die Begegnung. Ohne ihren Ausnahmekönner Nowitzki fehlt es der deutschen Mannschaft an individueller Qualität im Angriff, um einer Defensivreihe auf höchstem kontinentalen Niveau gefährlich werden zu können.

Zwar hatten einige Spieler wie Tim Ohlbrecht im ersten Viertel und Lucca Staiger Anfang des Schlussabschnitts vereinzelt ihre “heiße Phase“ mit einigen erfolgreichen Szenen am Stück, ansonsten blieben die wenigen guten Wurfmöglichkeiten aber zu häufig ungenutzt. Die Balten ihrerseits trafen aus dem Feld sogar noch schlechter, konnten sich aber immer wieder Freiwurfgelegenheiten verdienen und dort 17 Punkte mehr markieren als ihre Kontrahenten. Die hatten im ersten Viertel dank eines funktionierenden Pick and Rolls der Aufbauspieler mit Ohlbrecht starke 25 Punkte aufgelegt und in den zweiten zehn Minuten mit starken drei Minuten eine knappe Führung behauptet, fanden dann allerdings kein Mittel mehr gegen den immer besser funktionierenden Abwehrverbund um Jonas Maciulis.

35:40 hieß es zur Pause, ehe Kleiza & Co. schnell klare Verhältnisse schufen. Nach 22 Minuten war ihr Vorsprung zweistellig, die anschließenden Versuche Bauermanns, Team und Publikum mehr zu aktivieren, sorgten für weniger Spielfluss und Rhythmus, ein echter Vorteil ergab sich daraus aber nicht. 46:58 lag Deutschland nach 30 Minuten hinten, selbst drei schnelle Dreier von Lucca Staiger, der noch einmal auf 57:65 verkürzte, konnte Litauen nicht aus der Reserve locken.

Deutschland: Demond Greene (FC Bayern München, 6), Per Günther (ratiopharm Ulm), Steffen Hamann (ohne Verein, 2), Heiko Schaffartzik (Türk Telekom Ankara/Türkei, 9), Yassin Idbihi (Alba Berlin, 4), Christopher McNaughton (EWE Baskets Oldenburg, 2), Tim Ohlbrecht (Telekom Baskets Bonn, 13), Lucca Staiger (Alba Berlin, 13), Robin Benzing (ratiopharm Ulm), Philipp Schwethelm (Eisbären Bremerhaven), Jan-Hendrik Jagla (Asseco Prokom Gdynia, 16), Konrad Wysocki (ohne Verein, 2)




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von Crossover 30.05.2012 um 09:58:25


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