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Reifeprüfung: Kampf um Gold in Argentinien

Sie sind der große Favorit der U21-Weltmeisterschaft in Argentinien gewesen. Trotz gutem Mannschaftsspiel und einer Menge gebrochener Rekorde hat die US-Auswahl den Platz auf dem Siegertreppchen verfehlt. Manchmal ist das Leben ungerecht!

Von Nikolaus Raab
 08.09.2005 |

Es ist der Abend des 27.Juli 2005. Nicholas Ryan Fazekas spürt die Erschöpfung in jeder Faser seines Körpers. Eine anstrengende Woche liegt hinter dem 2,11m großen Forward der University of Nevada. Er gehört zu den auserlesenen Teilnehmern im Camp für die US-Auswahl der kommenden U21-Weltmeisterschaften (alle Spieler des Turniers sind 21 Jahre alt oder jünger) in Mar del Plata, Argentinien. Durch zwei Trainingseinheiten täglich ausgepumpt, lässt er sich auf den Stuhl sinken. Dennoch ist Fazekas alles andere als ruhig. Ihm gegenüber sitzen Phil Martelli von der Saint Joseph?s University und seine beiden Co-Trainer. Sie zücken die Stifte und nehmen den Nachwuchs ins Kreuzverhör. ?Was bedeutet es für Dich, auf internationaler Ebene zu spielen? Bist Du stolz, Dein Land zu repräsentieren? Was kannst Du für das Team leisten?? Der Junge fängt an zu schwitzen. Schließlich nicken sich die drei Männer bedeutungsvoll zu. Martelli erhebt sich und schüttelt Fazekas die Hand. ?Herzlich willkommen in der Mannschaft!? Erleichtert atmet der Junge auf. Es geht nach Argentinien. Vorher braucht er aber endlich Schlaf. Als Nick seine Tür öffnet,  wird dort schon gepackt. Es ist sein Zimmerkollege Aaron Brooks. Wie schon 2004, als er im Auswahlverfahren für das Team USA ebenfalls entlassen wurde, geht es für ihn auch diesmal am letzten Tag wieder nach Hause. Manchmal ist das Leben ungerecht!

Der Abend vor der Abreise ist erreicht. Der Coach Phil Martelli will der Mannschaft nach vier Spieltagen in Folge eine letzte Lektion in Sachen Ballgefühl geben ? Team USA geht bowlen.  Es herrscht auch hier ein gewisser sportlicher Ehrgeiz. Bei Trainerstab und Spielern lassen sich allerdings Unterschiede in Spielniveau und ?technik nicht verleugnen. Während Nick Fazekas seinem Ruf als Spieler europäischen Stils gerecht wird und solide Grundlagen mit einer weichen Hand demonstriert, geht Glen Davis (ein 2 Meter großer Power Forward von Louisiana State mit dem Spitznamen >Baby Shaq<) direkt vor. ?Ich bleibe beim traditionellen Spiel, ziel direkt in die Mitte und hau weg, was kommt!? Point Guard Rajon Rondo bleibt ebenfalls beim bereits Vertrauten und versucht, die Kugel durch Aufsetzer in der Mitte der Bahn quasi ins Ziel zu dribbeln. Als Martelli jedoch seinen Teammanager Adam Gracely ? beidhändig ? bowlen sieht, kommt ihm der Gedanke einer erneuten Überprüfung seiner Mitarbeiter.

Als der Coach am 2. August der Mannschaft vor dem Terminal die Flugdauer von zehn Stunden ankündigt, zeigt sich erstes Stirnrunzeln. Dennoch ist die Stimmung gut und man macht sich auf, um Gold zu holen. Martelli verschweigt im Interesse der Teamchemie vorerst die vierstündige Busfahrt nach Mar del Plata. Die Fluggesellschaft ist bemüht, den durchschnittlich über zwei Meter großen Kader einigermaßen komfortabel in der Maschine unterzubringen. So erhalten die Längsten Plätze ohne Sitznachbarn.  Glen Davis freundet sich mit einem zweisprachigen jungen Mädchen an und erhält ein wenig Spanischunterricht. Mühsam und in mitunter eigenartigen Körperhaltungen fallen die Spieler in den Reiseschlaf. Nick Fazekas, dessen Vater Profibasketballer in Buenos Aires war, träumt vom zweiten großen Ziel seiner Reise ? Surfen lernen.

Endlich angekommen, sieht sich die US-Auswahl ihrer ersten großen Herausforderung gegenüber: der kilometerlangen Schlange zum Einreiseschalter. Da die Seite für Einheimische keinen Andrang verzeichnet, verzichtet man kurzerhand auf übertriebenen Patriotismus und erklärt sich vorübergehend zu Wahlargentiniern. Zwölf aus der Gruppe gelingt auf diese Weise eine reibungslose und vor allem schnelle Einreise; der Rest wird vom Zoll zurück ans Ende der Touristenschlange geleitet.

Die vierstündige Busreise tritt man im Luxus-Doppeldecker an. Auf halbem Weg machen die Spieler ihre erste Erfahrung mit der einheimischen Küche ? man hält beim golden M. Rudy Gay erweist sich hier als wahrer Feinschmecker: ?Es war irgendwie ganz gut. Aber es hat nicht ganz genauso geschmeckt wie zu Hause. Ich kann?s nicht beschreiben, aber es war halt anders.? Die Bestellungen gibt im wesentlichen Allan Ray, der vielversprechende New Yorker Guard,  auf. Seine Freundin ist spanischstämmig. Als Rajon Rondo verkündet, er sei beim Essen sehr wählerisch, er esse nur Fast Food, kommt vom Trainertisch ein verärgertes Schnaufen.

Noch am Abend der Anreise ist das erste Training angesetzt. Die Trainingshalle im örtlichen Sportclub ist schlicht und verzichtet auf Sitzgelegenheiten. Trotzdem lassen es sich einige argentinische Kids nicht nehmen,  jeden Treffer zu bejubeln. Phil Martelli ist nicht ganz wohl dabei, denn dieselben Zuschauer werden ihnen im Spiel gegen Argentinien das Leben zur Hölle machen. Die Spieler kümmert das wenig. Sie sind froh, sich den Reiserost von den Knochen rennen zu können. In den Pausen versucht sich Big Baby Glen Davis in den frisch gelernten Spanisch-Phrasen. Da die Jungs und Mädels weiterjubeln, hat er wohl im Flugzeug gut zugehört.

Den ersten Kontakt mit den Gegnern gibt es beim Frühstück im Hotel. Sechs Mannschaften teilen sich den Essenssaal. Die Zimmer sind nett, aber die Dusche bereitet den meisten Teilnehmern Probleme. Aufgrund des winzigen Duschvorhangs drohen Verletzungsausfälle. Es ist leicht, in der Pfütze vor der Wanne in die Grätsche zu gehen. Nach draußen begeben sich die Spieler nur in Notfällen. Es ist bitterkalt. Als Nick Fazekas aus dem Fenster beobachtet, wie mehrere Mitspieler sich Shirts um den Kopf binden gegen die Kälte, begräbt er vorerst seinen Traum vom Surfen.

Es bleibt ihm immer noch sein Traum Nummer eins ? die Goldmedaille der U21-Weltmeisterschaft. Zwölf Teams haben sich qualifiziert, darunter starke Gegner wie Litauen und Griechenland. Aufgeteilt sind sie in zwei Gruppen, deren Platzierung in  fünf Vorausscheidungen festgelegt wird. Das erste Spiel für die USA in der Gruppe B findet gegen China statt - ein Gegner zum Warmspielen für den  Goldmedaillengewinner von 2001.

Ein Kuriosum am Rande: Das Spiel zwischen Kanada und dem Iran geht 20:0 aus. Die iranische Mannschaft ist gar nicht erst in Argentinien erschienen. Die offizielle Begründung waren Schwierigkeiten bei der Ausstellung ihrer Visa. Bei der israelischen Mannschaft wird dagegen gemunkelt, es wäre eine Weigerung, mit ihrer Mannschaft im selben Turnier zu spielen. Die 20 Punkte werden dennoch vergeben, da bei gleicher Anzahl von Siegen der Unterschied in der Punkteausbeute zwischen mehreren Mannschaften über ein Weiterkommen in das Viertelfinale der WM entscheidet. Die Gruppe A, welche in Cordoba antritt, führt deshalb im Folgenden nur vier Vorausscheidungsspiele durch.

05.08.2005 USA ? China 117:50

Die Jungs um Phil Martelli knüpfen gegen China an alte Traditionen an. Die Differenz von 67 Punkten schrammt nur knapp an der alten Rekordmarke des Turniers von 1997 mit 68 Punkten vorbei. Die Gegner damals: USA ? China. Man kennt sich. Wie oben erwähnt, kann ein solcher Vorsprung rechnerisch durchaus von Bedeutung sein, weshalb die Amerikaner alle vier Viertel unter vollem Druck spielen. Es ist exzellenter Teambasketball. Sechs Spieler punkten zweistellig, und jeder einzelne erlangt wenigstens fünf Punkte an diesem Abend. Topscorer ist mit 18 Punkten Rudy Gay, wobei Curtis Withers seine 16 Punkte ohne Fehler aus dem Feld  trifft. Herausragend ist die Defense von Rajon Rondo, der neben sechs Assists den Rekordwert von acht Steals erreicht. Bester Assistgeber ist mit acht Pässen Marcus Williams. Erwähnenswert auf chinesischer Seite sind Ke Hu mit zehn Punkten, Yi Lou mit zwölf Punkten und sechs Rebounds sowie Quingpeng Zhang mit 15  Punkten und wegen seines Namens.

06.08.2005 USA ? Litauen 103:83

Es ist das Spiel der Guards. Rajon Rondo und Marcus Williams führen das Feld mit jeweils 17 Punkten an. Mardy Collins mit 14 und Justin Gray mit zwölf sind ihnen dicht auf den Fersen. Ihre Dominanz ist im hohen Tempo des Spiels begründet. Der USA fällt es schwer, sich vom Gegner entscheidend abzusetzen. Die Partie bleibt nach vielen Führungswechseln in den ersten Minuten eng und wird streng gepfiffen. Litauen bekommt sechs Fouls in Folge zugesprochen, versagt jedoch überraschenderweise an der Freiwurflinie mit nur drei von zwölf Treffern. Das Half Court Game der Amerikaner kann sich nicht recht entwickeln, da ihnen die gemeinsame Spielpraxis fehlt. Coach Martelli gibt in der Halbzeitpause den Befehl, zu rennen. Er setzt darauf, die hart verteidigenden Litauer im Fastbreak zu überrennen. Die Tiefe seiner Bank soll den Spielern genügend Verschnaufpausen gönnen. Das Konzept geht auf, aber die USA ist gewarnt, wie hoch das Niveau auf internationaler Ebene inzwischen ist.

07.08.2005 USA ? Puerto Rico 94:79

In der Umkleidekabine ist ein Name doppelt unterstrichen ? Peter (John) Ramos (Fuentes). Der Nachwuchs-Center der Washington Wizards war der Schlüsselspieler Puerto Ricos im Turnier 2004. Zusammen mit dem quirligen Point Guard Jose Juan Barea Mora (17,6P / 7A) bildet er den Mittelpunkt der südamerikanischen Offensive. Die USA geht schnell deutlich mit 31:14 nach dem ersten Viertel in Führung. Beim folgenden Wechsel von Trefferserien wird mancher Zuschauer seekrank. Die Puertorikaner versuchen, sich mit einer kleinen Aufstellung und hohem Tempo ins Spiel zurückzurennen. Unterstützt werden sie von einem durchaus parteiischen Publikum. Im zweiten und dritten Viertel punkten sie mehr als die US-Jungs. Erst im letzten Viertel können diese den Sieg sicherstellen. Jose Barea bringt es am Ende auf 21 Punkte und 14(!) Assists, beides die Topwerte des Spiels. Überraschenderweise agiert Puerto Rico effektiver, solange Peter Ramos (12P / 5R) mit Foulproblemen (5PF) die Bank drückt. Curtis Withers (9R) und Terrence Roberts (10R) betätigen sich als menschliche Abrissbirnen in der Defensive. Beiden gelingt es, zweistellig zu punkten. Shooting Guard Allan Ray kommt auf  20 Punkte und respektable sieben Rebounds bei einer Körpergröße von 1,88m. 

09.08.2005 USA ? Nigeria 113:78

Nach einem Tag Verschnaufpause trifft die US-Auswahl auf Nigeria. Phil Martelli fällt es ein wenig schwer, diese Mannschaft zum Angstgegner aufzubauen. ?Wir wissen die Anstrengungen des nigerianischen Teams zu schätzen. Ich denke, wir haben einen guten Job gemacht, die Möglichkeiten zu nutzen, die wir gegen Puerto Rico nicht hatten. Heute Abend war offensichtlich eine Gelegenheit, gegen uns selbst zu spielen, nicht wirklich gegen Nigeria.? Wie man am Endergebnis erkennen kann, spielen die Amerikaner dann doch auch gegen die Afrikaner und das mit Erfolg. Sie brechen den Turnierrekord mit 93 Wurfversuchen aus dem Feld, blocken ebenfalls rekordverdächtige acht Würfe, und J.J.Redick (1,94m-Guard der berühmten Duke University) stellt mit sechs erfolgreichen Dreipunktewürfen den Turnierrekord ein und kommt auf 22 Punkte. Auch Nick Fazekas kommt auf ein Double-Double (10P / 14R). Er ist glücklich. Im Spiel gegen Puerto Rico ist er nur auf drei Minuten Spielzeit gekommen und hat sich auf der Bank fast die Fingernägel abgekaut.

10.08.2005 USA ? Slowenien 82:79

Schon nach dem ersten Viertel steht es 26:13 für Slowenien! Die US-Jungs spielen wie unter Schock. Sie sind es nicht gewohnt, einem Rückstand hinterherzulaufen. Sie wirken unkonzentriert und finden erst spät ins Spiel. Ein wahrer Horror ist ihre Dreierquote von 3/22! Der Topscorer des letzten Spiels, J.J.Redick, kommt selbst auf 0/4 Dreier und ganze zwei Punkte: ?Ich glaube nicht, dass wir mental auf dieses Spiel vorbereitet waren. Wir waren nicht konzentriert, nicht mal in den Warm-ups und das zog sich durch das ganze erste Viertel. Es kostete uns fast die gesamte erste Halbzeit, mit derselben Intensität und Energie wie Slowenien zu spielen.? Zur Halbzeitpause führen die Amerikaner knapp mit 49:44. Entschieden wird das Spiel erst in den letzten Sekunden, als ein Dreierversuch von Miha Fon den Korb verfehlt. Fünf Slowenen punkten zweistellig. Ihr Topscorer ist Sasa Zagorac, der neben 15 Punkten auch acht Rebounds einsackt. Ziga Zagorc liefert zusätzlich sieben Assists an den Mann. Es sind die schweren Jungs der USA, die sich am Ende durchsetzen können. Die vier Forwards Justin Gray (9P), Rudy Gay (10P), Terrence Roberts (14P) und Curtis Withers (15P) kommen zusammen auf 14 Offensivrebounds. Stärkster Guard ist Allan Ray mit zwölf Punkten. Phil Martelli bringt es auf den Punkt: ?Manchmal gewinnt nicht das Team, das besser spielt.?

12.08.2005 Viertelfinale USA ? Kanada 90:93 (OT)

Alles oder nichts, das war die Devise der ersten Viertelfinalbegegnung der WM. Und es wird ein Albtraum für die US-Mannschaft. Diesmal können die Forwards das Spiel trotz guter Offensivleistung nicht retten. Die schlechte Defensive bricht ihnen das Genick. Müde 35 Rebounds stehen am Schluss auf ihrem Konto. Kanada greift sich 47. Zwölf davon gehen auf das Konto ihres Topscorers, Forward Levon Kendall (2,01m) von der University of Pittsburgh. Er schenkt einer wiederholt wenig engagiert spielenden US-Auswahl 40 Punkte ein. Da hilf es auch nicht, dass sechs US-Spieler zweistellig punkten. Phil Martelli bemerkt frustriert: ?Es war eine Angelegenheit von maximaler Anstrengung gegen sporadische Anstrengung. Maximale Anstrengung sollte immer gewinnen und sie hat es heute.? Es ist nur ein Spiel, aber es ist das entscheidende. Nach ihrer Niederlage kann die USA  nur noch um den fünften Platz kämpfen. In den letzten drei U21-Weltmeisterschaften ging sie zweimal mit Gold hervor, ihr Rekord über die Jahre stand vor Turnierbeginn bei 22-2.

13.08.2005 USA ? Puerto Rico 99:79

Noch ist die Niederlage des Vortages nichts verdaut und  Martellis Mannschaft stolpert unsicher durch das erste Viertel (21:21). Doch sie spielt für den Stolz. Das Selbstbewusstsein kehrt allmählich zurück. Der Trainer gibt jedem Spieler Gelegenheit, den Frust auf dem Feld zu lassen. Jeder punktet und jeder trägt zum Sieg der Mannschaft bei. Allan Ray und Justin Gray sind mit 17 bzw. 16 Punkten die Topscorer. Nick Fazekas kann dem Spiel durchaus positive Seiten abgewinnen: ?Es hat Spaß gemacht! Ich habe in der ersten Begegnung mit Puerto Rico nicht viel gespielt.  im Grunde versuche ich da raus zu gehen und das beste aus meiner Zeit zu machen.? Aus lauter Freude über Spielzeit kratzt er am Double-Double (9P / 9R). Auf der anderen Seite spielt Peter Ramos mit zwölf Punkten und 13 Rebounds gewohnt solide. Point Guard Jose Barea kommt auf 23 Punkte und sechs Assists. Die USA gewinnt souverän. Und trotzdem ?  Euphorie will nicht mehr aufkommen.

14.08.2005 USA ? Argentinien 111:85

 Die Begegnung mit dem Gastgeber ist ein Höhepunkt des Turniers, auch wenn es um Almosen geht. Mit der Sicherheit, das Publikum endlich einmal komplett gegen sich zu haben, legt die USA keinerlei Respekt an den Tag und fegt Argentinien aus der Halle. Schon die erste Halbzeit geht mit 61:29 an die College-Jungs. Fünf US-Spieler punkten zweistellig. J.J.Redick läuft ein letztes Mal heiß und erreicht 22 Punkte. Nick Fazekas hat wieder richtig Spaß und schenkt den Argentiniern genau wie Rudy Gay 15 Punkte ein. Justin Gray legt sogar noch ein Pünktchen drauf, und auch Curtis Withers lässt sich mit 14 Zählern nicht lumpen. Rajon Rondo unterstützt sie mit acht Assists, und Rudy Gay (8R), Glen Davis (6R)und Fazekas (7R) räumen unter den Brettern auf.  Bei den Argentiniern sticht Leonardo Mainoldi mit 21 Punkten hervor; zweiter Topscorer ihres Teams wird mit 15 Zählern Carlos Sandes. Der fünfte Platz ist den USA sicher. Sie haben ihren letzten internationalen Auftritt für die U21 mit Stil beendet. Gold gewinnt im übrigen Litauen.

Zurück im Bus nach Buenos Aires blättert Phil Martelli in den Statistiken. Die US-Auswahl hat als einzige haben als einzige Mannschaft den Goldmedaillengewinner Litauen geschlagen. Zusammen mit ihnen gingen sie 7-1 aus der WM. Kanada erreicht die Bronzemedaille mit vier Niederlagen und nur vier Siegen, einer davon geschenkt (das Spiel gegen Iran). Manchmal ist das Leben ungerecht!

Die Statistik der US-Auswahl für das gesamte Turnier (inklusive Vorbereitungsspielen) beträgt 11-1. Sie sind offensiv die Nummer eins mit 101,1 Punkten pro Begegnung. Im Schnitt ließen sie  die Gegner 22,9 Punkte hinter sich. Martellis Jungs haben sich die meisten Rebounds (42,8 R/Sp), sechzehn davon offensiv gesichert. Fast zehn Dreier pro Spiel (9,88) haben ihr Ziel gefunden; den Gegner ließen sie nur 26 % seiner Distanzwürfe einnetzen. Sein Point Guard Rajon Rondo hat mit dem Rekord von 27 Steals den Schnitt der Mannschaft auf 15,13 Steals pro Spiel gehoben. Alles Bestmarken! Bei den Assists (17,5) liegen sie auf Platz zwei. Martelli wirft einen stolzen Blick in den hinteren Teil des Busses. Rudy Gay (10,5 P / 44 R), Taj Gray (8,1 P / 29 R) und Rajon Rondo (11 P / 36 A), Justin Gray (11,4 P / 22 R), Mardy Collins (7,4 P / 14 A / 13 S) und Curtis Withers (10,6 P / 50 R), sie alle stehen bald vor dem Sprung in die NBA. Er ist sich nicht sicher, wer von ihnen wirklich das Zeug zum Star hat. Aber sie und der Rest seiner Truppe haben gezeigt, dass Basketball ein Teamsport ist. Der Coach hat seine Aufgabe erfüllt.

Die meisten Spieler schlafen  den Schlaf der Gerechten.  Nur Nick Fazekas schaut verträumt aus dem Fenster. Er ist zufrieden mit seiner Leistung, glücklich, überhaupt für sein Land gespielt zu haben. Von hinten klopft ihm Curtis Withers auf die Schulter: ?Ich hab das Problem mit der Dusche gelöst! Wenn du vor dem Duschen vier oder fünf Handtücher auf den Boden packst, dann bleibt es trocken.? ?Danke, Curtis!? Nick schaut wieder aus dem Fenster und stellt sich das Gesicht der Putzfrau bei diesem Anblick vor. Schade, dass Argentinien so kalt ist! Wie soll man da das Surfen lernen?

Manchmal ist das Leben ungerecht!




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Kommentare

(8 Kommentare bisher)

von da_man 08.09.05 um 13:48:57


super artikel!!!Aber eine Frage was ist mit Iran passiert?Haben sie gar nicht mehr gespeilt?Ich kenne noch einen Jabar Rhouzbahni sehr grosser Spieler sollte mal gedrafted werden naja wäre nett für ne Info!



von oRlandoRulez 08.09.05 um 15:13:32


Der Artikel hat mir wirklich sehr gut gefallen, nett geschrieben und mit dem netten Abschluß wird der Autor seinem Namen wirklich gerecht ;-)



von oRlandoRulez 08.09.05 um 15:31:57


Der Artikel hat mir wirklich sehr gut gefallen, nett geschrieben und mit dem netten Abschluß wird der Autor seinem Namen wirklich gerecht ;-)



von sokratix (x-over) 08.09.05 um 15:39:06


Die iranische Mannschaft hat wirklich kein einziges Spiel absolviert.
Zu Jaber Rouzbahani habe ich einen lustigen Artikel gefunden:
[nbadraft.net]
(damit man mal einen Eindruck hat)



von da_man 08.09.05 um 20:09:45


genaud en artikel hab ich gesucht!Danke



von Bob 09.09.05 um 10:01:39


Würd mich interessieren woher ihr die Infos habt, mit der Flughafenstory und so.



von Mike Rophon 15.09.05 um 15:27:16


das wüsste ich auch gern - oder ist doch mehr erfunden als berichtet?



von sokratix (x-over) 15.09.05 um 17:42:01


:-) Das wäre ja schön einfach, wenn wir uns hier nur hinsetzen bräuchten und lustig fantasieren.

Mal im Ernst; wenn ihr mehr über die Stimmung im Team oder den Verlauf des Turniers erfahren wollt, dann schaut mal bei
www.fibaamericas.com
und
[usabasketball.com]
rein. Vor allem die Blogs bringen Zusatzstories.
Viel Spass beim Lesen!



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